von claudius | Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten
Instrumental Aluminium Gitarre Teaser

 ·  Quelle: Instrumental Aluminium

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Nachdem wir erst gestern über die etwas andere E-Gitarre Verso Cosmo geschrieben hatten, taucht heute die nächste mit einem etwas anderen Ansatz an das Instrument auf. Instumental Aluminium erfindet nichts neu, macht aber eines anders. Hier erfährst du, was wir vor Release schon wissen.

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Nachhaltigkeit bei Instrumenten

Wer hat sich schon einmal mit Nachhaltigkeit bei Instrumenten beschäftigt? Das Eis wird für uns ganz schnell dünn, da Gitarren nicht nur Holz brauchen, sondern auch elektronische Bauteile. Allesamt nicht so nachhaltig, auch wenn Gitarren sicherlich nur einen Bruchteil des weltweiten Verbrauchs ausmachen. Trotzdem könnten einige Dinge in der Musikindustrie relativ einfach besser gemacht werden – Gebrauchtkäufe wären eine Möglichkeit. Eine andere ist, bei der Produktion auf nachwachsende oder bereits verwendete Rohstoffe zu setzen.

Es gibt immer wieder Hersteller, die sich dem Thema annehmen. Spontan fallen mit da die Recycling Plektren ein oder die aus nachwachsenden Rohstoffen und lokaler Produktion. Aber Pleks sind nur ein winziger Baustein. Warum nicht größer denken und bei den Gitarren anpacken?

Instrumental Aluminium Gitarre Front

Quelle: Instrumental Aluminium

Instumental Aluminium

Wenn ich Aluminium höre, dann denke ich an die ökologische Schweinerei, die bei der Gewinnung vonstatten geht. Daher hatte ich mit einem weinenden Auge die Produktseite von Instumental Aluminium angesehen – und durfte zur Erleichterung feststellen, dass der Body aus recyceltem Aluminium besteht.

Nun ist die Form defintiv Geschmackssache, laut Hersteller ist die aber nicht nur ergonomisch geformt, sondern resoniert bis zu 1,9x mehr. Das soll „cripser“ klingen und mehr Attack und Sustain gleichermaßen bringen. Klingt interessant. Das recycelte Aluminium benötigt zur Herstellung 10 % weniger Energie als neues Alu und es wird insgesamt 65 % weniger Holz benötigt. Hals und Headstock sind weiterhin daraus gefertigt.

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Wie weit das am Ende nun wirklich nachhaltiger ist, bleibt abzuwarten. Generell ist weiternutzen oder recyceln eine gute Variante, die Rohstoffe zu schonen. Und wenn die Energie aus nachhaltigen Quellen stammt, hat es gleich noch mehr Vorteile. Ob „10%“ wirklich ein Instrument aus Alu rechtferigen, bei dem „Nachhaltigkeit“ drangeschrieben steht? Ich bin mir da nicht so sicher, denn Metallverarbeitung braucht vermutlich deutlich mehr Energie als Holzverarbeitung insgesamt.

Instrumental Aluminium Gitarre

Quelle: Instrumental Aluminium

Pre-Launch

Aktuell gibt es außer den Fotos und Videos keine echten Infos. Die Gitarre soll durch Arm- und Belly-Cut gut bespielbar sein und ausbalanciert am Gurt hängen. Auch der Hals soll flutschen. Im Prinzip alles, was ich von einer Gitarre erwarte. Die Paddel-Optik im noch weiter beschnittenen Single-Cut-Look ist nicht so ein Fall. Dafür scheint es zwei PU-Konstellationen zu geben, da es ein H- und ein T-Model gibt. Also quasi LP und Tele.

Instrumental Aluminium Gitarre 3D

Quelle: Instrumental Aluminium

Preis

Angeblich kann der Hersteller den Preis durch das Design und die Fertigungstechnik geringer halten, als es für „Profi-Instrumente“ normal ist. Wie hoch oder niedrig das am Ende sein wird, bleibt offen. Nicht einmal ein Hinweis, ob es um die 1000 oder 2000 oder nur 500 Euro/USD geht. Ich denke, es wird sich irgendwo zwischen 1000 und 2000 bewegen.

Was denkst du?

Was hälst du von der Gitarre und der Machart? Würdest du die spielen?

Wir halten dich auf dem Laufenden, wenn es hier mehr zu Berichten gibt.

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Videos

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7 Antworten zu “Diese Aluminium-E-Gitarre spart Holz und Strom”

    LB sagt:
    0

    10 % weniger Energie als bei der Ökoschweinerei Alumuniumproduktion benötigt wird empfinde ich aber nicht gerade als nachhaltiges Konzept. Eher als greenwashing Marketing oder Woke Advertising. Steht zwar indirekt auch so in dem Artikel, aber geil ist es echt nicht.
    Selbst wenn die Energie hier zu 100% aus regenerativen Quellen stammen sollte, fehlt sie an anderer Stelle. Aber in Zeiten, in denen betuchte Touris in Pimmeln aus Spaß in den Weltraum fliegen, braucht man wohl über eine Alu-Gitarre nicht großartig meckern.

    Widescreen sagt:
    0

    Man kann ja verstehen, dass jeder auf den Nachhaltigkeitszug aufspringt. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Alu in irgendeiner Form nachhaltiger sein kann als Holz. Holz kann beliebig nachgezüchtet werden, Alu ist endlich. Ebenso ist die Be- und Verarbeitung des Materials energiefressend. Recyceltes Alu spart 10% Energie zu neuem Alu ein? Super, ist die Produktion von Aluminium doch eine der energieintensivsten Industrien. Für 1 kg Alu werden ca. 17 kWh benötigt. Ein 2 kW-Heizlüfter läuft damit mehr als 8h durch oder man müsste 2l Heizöl oder 10 kg Holz dafür verbrennen. Davon 90% sind jetzt kein Durchbruch. Dass die „Herstellung“ von Holz ähnlich viel Energie fressen würde vom Setzling bis zur Säge, davon habe ich bisher noch nichts gehört. Während ein Baum wächst, ist er Lebensraum und Nahrungsquelle für viele Pflanzen und Tiere. Auf 3-4t Aluminiumblöcken lebt gar nichts.
    Im Übrigen bindet Holz CO2 und kann nach der Verwendung sogar noch als Energielieferant dienen.
    – Alu mag ja diverse Vorteile haben, aber mehr Nachhaltigkeit im Vergleich zu Holz wohl eher nicht.
    Ich bin mir sicher, die Automobilindustrie würde Alu sofort durch Holz ersetzen, wenn es dieselben Eigenschaften (Gewicht, Stabilität etc.) hätte.

    Michael S. sagt:
    0

    Nachhaltig ist wohl eher: gebrauchte Gitarren kaufen ;-)
    open air im Herbst: GItarrist/in hat dauernd kalte Finger, weil Alu sehr schnell kalt wird…..oder heiß im Sommer, dann Spiegelei ;-)

      claudius sagt:
      0

      Gitarristen haben auch ohne Alu-Gitarre kalte Finger im herbst/Winter bei Open Air Gigs. Ich spreche da aus Erfahrung.

      Im Sommer könnte man so Brandings als Merch verteilen. Gitarre während des Gigs aufheizen und dann direkt danach als Autogramme Gitarrenabdrücke verteilen. ;)

    Buddy sagt:
    0

    drauf geschissen !

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