von stephan | 3,0 / 5,0 | Geschätzte Lesezeit: 10 Minuten

 ·  Quelle: Jonathan Borba / Unsplash

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Der Sommer ist da und die Veranstaltungen laufen auf Hochtouren. Vom Musiker über den Techniker, Backliner, Stagehand, Tourmanager – aktuell ist jede verfügbare Kraft vor und hinter den Kulissen beschäftigt. Kein Wunder, schließlich werden neben dem gewöhnlichen Konzertgeschehen auch noch etliche Shows aus 2020 und 2021 nachgeholt. Damit euch das Leben unterwegs leichter fällt, habe ich euch meine eigenen Erfahrungen in einem Tourberater zusammengefasst. 

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Tourberater

Hi, ich heiße Stephan und spiele Bass. Das Leben als Bassist hat mich an viele schöne (und natürlich auch ein paar unschöne) Orte in ganz Europa geführt: Vom Brass Festival in Durham/England über die Blues’n Jazz Rallye in Luxemburg, Konzerte für das Inselradio auf Mallorca oder Arena-Tourneen mit Pop-Acts sowie unzählige Gigs in winzigen Clubs und Open Airs mit kleinen Bands in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Egal ob Jugendclub oder Arena; Sprinter, Hotelzimmer, Bahn, Bandwohnung über dem Konzertsaal, Schlafbunker unter dem Club (!), Flugzeug, Nightliner oder der private PKW – einige kleine Dinge haben sich bei mir zu absoluten „Must-Haves on the road“ gemausert. Und genau die möchte ich heute mit euch teilen. Manches mag euch banal erscheinen, doch gerade die Kleinigkeiten können unterwegs dafür sorgen, dass man nicht verrückt wird. Dabei bin ich natürlich auch brennend an euren Erfahrungen interessiert, denn eins ist gewiss: Man lernt nie aus.

Active Noise Cancelling

Etliche Bands fahren jedes Wochenende im Sprinter kreuz und quer durchs Land. Viele tausend Kilometer in schlecht isolierten Kastenwagen können auf Dauer ganz schön zermürbend sein. Mir hat vor allen Dingen eine Sache extrem geholfen: Noise Cancelling Kopfhörer. Ohne verlasse ich niemals das Haus! Das Eindämmen der Autobahngeräusche (und gelegentlich auch lauthals labernder Mitmusiker) hilft besonders bei langen Fahrten und klaut deutlich weniger Energie. Gleichzeitig könnt ihr eure Musik viel leiser genießen, da ihr nicht die Außengeräusche übertönen müsst. Das schont eure Ohren!

Gerade tippe ich diese Zeilen in der Bahn, wo eine bestimmt ganz doll wichtige Geschäftsfrau seit 10 Minuten in ihr Telefon schreit und erklärt, was sie für ein schweres Los hat. Alles muss sie selbst regeln, ohne sie läuft gar nichts – sie tut mir sehr leid. Trotzdem hole ich nun endlich die Kopfhörer aus der Tasche und mache mir leise ein wenig Fleetwood Mac an. (Rumours ist doch einfach genial, findet ihr nicht auch?)

Airpods Pro, BOSE oder SONY?

Aktuell sind Apples Airpods Pro* sehr beliebt. Auf Grund ihrer geringen Größe passen sie in jeden Hosentasche und sind ungemein praktisch sein. Das Noise Cancelling ist absolut brauchbar. Doch das beste Noise Cancelling bieten meiner Meinung nach noch immer BOSE und SONY. Große Overear-Kopfhörer nehmen zwar mehr Platz weg, tragen sich jedoch angenehmer über einen langen Zeitraum und isolieren noch etwas besser.

Die unangefochtenen Könige sind einerseits der Sony WH-1000XM5* sowie der Bose NC 700*. Eine befreundete Tourmanagerin, die viel mit dem Nightliner unterwegs ist, schwört überraschend auf die etwas günstigeren und Kabelgebundenen Bose QuietComfort 20* gegen schnarchende Lichtteniker. Die haben wohl den Vorteil, dass sie auch ohne Musik die ganze Nacht hindurch durchlaufen und sind angeblich auch für Seitenschläfer erträglich. Und wer eher den bekannten Audioherstellern vertraut, darf gern einen Blick auf die noch jungen Sennheiser CX Plus* werfen.

Sennheiser CX Plus True Wireless Black

Sennheiser CX Plus True Wireless Black

Kundenbewertung:
(11)

Akku

Spätestens wenn man Musik und Podcasts gegen stundenlange Serien auf Netflix und Co. eintauscht, benötigt man natürlich einen guten externen Akku. Wer es total übertreiben möchte, kauft sich gleich eine Power Station für die ganze Band. Damit könnt ihr nicht nur viel USB-Power, sondern auch „echten Sinusstrom“ ziehen, z. B. für eure Laptops. Ich selbst benutze eine PowerOak*, gelegentlich sogar auf der Bühne, wo ich problemlos einen Gallien Krueger 700 RBII an einer 212 über eine ganze Konzertlänge betreiben kann. Das ist 1000x besser als ein winziger Akkuamp.

PowerBanks zum Binge Watching sollten dann auch mehr Leistung mitbringen: Beispielsweise bietet die A ADDTOP ganze 26800 mAh*. Wer einfach nur sichergehen möchte, dass im Notfall das Navi noch geht, begnügt sich mit einer Anker PowerCore 5000mAh*.

Multi-Kabel und -Netzteil

Wo wir gerade beim Thema Laden sind: Irgendein USB-Kabel fehlt ja immer. Aus diesem Grund habe ich immer ein Multi USB Kabel* dabei. Und kennt auch ihr den stummen Streit um die einzige Steckdose im Raum, an der jedes Bandmitglied sein Telefon oder Laptop aufladen möchte und daher immer das gerade eingesteckte Ladegerät abzieht und seins einsteckt? Dieser Mehrfacherstecker* hat in meinen Bands schon einige Streits verhindert.

Ruhiger Schlaf

Der Touralltag kann sehr anstrengend sein. Hinzu kommt, dass man nicht zu seinen gewohnten Zeiten im eigenen Bett schläft. Um außerhalb der heimischen vier Wände besser ruhen zu können oder bei Gelegenheit ein kleines Nickerchen zu machen, sind für mich eine Schlafmaske (ich schwöre auf die Ohropax Schlafmaske 3D*) und die Loop Quiet – Ohrstöpsel zum Schlafen* unersetzlich! Letztere haben den riesigen Vorteil, dass sie in einer praktischen kleinen Schale geliefert werden, die perfekt in die winzige Kleingeldtasche einer Jeans passen. Seither habe ich nie wieder meine Stöpsel verloren und weiß immer, wo sie sind. Außerdem kann man sie ganz einfach mit Wasser reinigen. Ich kann damit auch ganz wunderbar auf der Seite liegen.

Unterwegs im Sprinter ist das Thema Schlaf schon weitaus komplizierter. Ich habe alle Nackenkissen dieser Welt ausprobiert, einschließlich peinlich aussehender aufblasbarer Schlafhöhlen, in die man seinen Kopf stecken kann. Am Ende sind leider alle schlecht. Solltet ihr eine Lösung gefunden haben, mit der ihr in aufrechter Sitzposition ohne Fenster links und rechts als Hilfe wirklich für einen angenehmen Schlaf verfallt, lasst es mich wissen.

Die richtige Trinkflasche

Denkt immer daran, ausreichend zu trinken. (Und damit meine ich nicht das Bier nach der Show, denn das findet auf wundersame Weise immer von allein zu einem.) Eine ausreichende Wasserversorgung ist enorm wichtig, gerade jetzt im Hochsommer.

Ich habe schon etliche Thermobecher und Trinkflaschen besessen, aber nichts war so gut wie der Contigo West Loop Autoseal Thermobecher*. Der Deckel hält wirklich dicht und ist dennoch in Windeseile für 2-3 Schluck einsatzbereit. Ich besitze inzwischen zwei Stück davon und nutze den Becher sogar auf der Bühne, weil man auch in kürzester Zeit zwischen zwei Songs ein paar Schlücke daraus nehmen kann.

Pro Tipp: Auch wenn es bekloppt aussehen mag, kauft euch eine Version in einer möglichst grellen Farbe. Die übersieht man nicht so leicht bei der Idiotenrunde. Ich spreche aus Erfahrung – meine erste Contigo habe ich im Orpheum in Nürnberg vergessen, weil sie zu unauffällig war. Glücklicherweise haben mir die lieben Betreiber die Flasche nachgeschickt!

Ordnung ist das halbe Leben: Backstage und Hotelzimmer

Okay, bewegen wir uns mal weg von den Gadgets und kommen zu den Verhaltensweisen, die ich mir mühsam antrainiert habe, um nicht alle vier Wochen meine Utensilien neu kaufen zu müssen. Wenn ihr einen Raum betretet, z. B. den Backstage oder ein Hotelzimmer, sucht euch eine Ecke aus und legt von nun an alles in diese gleiche Ecke! Auf keinen Fall solltet ihr in Gedanken versunken eure Klamotten über das ganze Zimmer verbreiten!

Wenn ihr eine Sache für den Rest des Tages nicht mehr benötigt, packt sie am besten sofort wieder in eure Reisetasche. Z.B. Seife und Shampoo nach dem Duschen, den Rasierer nach der Rasur, die Schmutzwäsche nach dem Wechsel, die Zahnbürste nach dem Zähneputzen etc. Und natürlich ganz wichtig: Immer die Idiotenrunde vor dem Auschecken machen.

Ein befreundeter Drummer schafft es auch nach Jahrzehnten noch, 5 Minuten nach dem Einchecken über das gesamte Zimmer explodiert zu sein. Drei mal dürft ihr raten, wer am häufigsten Dinge vermisst oder zu spät zum Lobbycall kommt, weil er noch packen musste. Es ist außerdem extrem hilfreich, wenn ihr für all eure Dinge immer den gleichen Aufbewahrungsort habt.

Ein trockener Rücken

Leider sind die günstigen Sprinter in der Regel mit kaum atmungsaktiven Sitzen ausgestattet. Damit euer Rücken bei einem sonnigen Tag auf der Autobahn halbwegs trocken bleibt, empfehle ich, einfach ein altes Handtuch über die Lehne zu hängen. Ein befreundetet Gitarrist hatte sogar mal eins mit zwei Löchern versehen, sodass er es mit der Kopfstütze fixieren konnte. Clever!

Die erste Fahrt im Nightliner: Worauf musst du achten?

Du hast den Rockstar-Status erreicht und dir steht die erste Fahrt im Nightliner bevor? Herzlichen Glückwunsch! Die anfängliche Euphorie kann jedoch schnell weichen. Beispielsweise, wenn du realisierst, dass du in dem Gefährt ausschließlich urinieren darfst, die Fahrt aber von Hamburg nach Konstanz geht.

Die günstigeren Busse klappern zudem an allen Ecken. Da geht schonmal mitten in der Nacht die Tür zum Flur auf und knallt gegen die Seiten der Betten. Womit wir beim Thema wären: Ähnlich wie in Flugzeugen, gibt es Hunderte Theorien, welches Bett wohl am besten ist.

Fahrt ihr zusammen mit den Technikern, Backlinern etc. kann es sich lohnen, die Besetzung so anzuordnen, dass die mit den frühen Aufstehzeiten (Rigger, Loader, Stage-Crew) getrennt von den Musikern schlafen, die später raus müssen. Auch gilt es um jeden Preis, die Schnarcher zu vermeiden. Die sperrt ihr am besten nach ganz hinten.

Generell gilt: Je weiter hinten, desto lauter die Schiffsschraube,… also der Dieselmotor. Letzterer kann auch schonmal kräftig müffeln. Schlaft ihr in Fahrtrichtung auf der rechten Seite, sind die hinteren Betten besonders unbeliebt, weil dort der Gepäckraum, die sogenannte Bay, liegt. Da diese Klappe nur die wenigsten leise geschlossen bekommen, kann es am frühen Morgen wiederholt laut knallen, wenn die Morgenmenschen ihr Gepäck entnehmen.

Mehr Platz vs. Klimaanlage

Ich bevorzuge mein Bett weiter vorn. Dort hat man für gewöhnlich die Wahl zwischen oben und unten. Oben gibt’s meist mehr Platz und der Einstieg ist eleganter. Allerdings verläuft dort auch die Klima und ist irgendwie immer zu laut und zu kalt. Daher liege ich meist in einer Koje auf dem Boden, habe es dann etwas stickig und rolle mich in mein Bett. Auch hier ist Gehörschutz für den Schlaf unabdingar – siehe oben!

Die erste Nacht!

Aus eigener Erfahrung und langjährigen Beobachtungen kann ich sagen: Die erste Nacht im Nightliner ist für nahezu jeden furchtbar! Das andauernde Geschaukel und die engen Betten sind einfach zu weit vom häuslichen Luxus entfernt. Irgendwann kehrt sich die Situation jedoch um und ihr könnt nur noch dann schlafen, wenn der Bus mit beruhigender Schaukelei auf der Autobahn rollt.

Der kleine Snack zwischendurch

Hin und wieder steht man im Stau, verpasst das Catering oder ist in der Pampa und bekommt Hunger. Ich führe seit Jahren einen Vorrat von ein bis zwei eingeschweißte Energieriegel mit mir herum, die sich lang halten. Das hat mir schon mehrfach den Allerwertesten gerettet!

Besonders beliebt macht man sich, wenn man nicht nur an sich selbst denkt und beispielsweise für die mehrstündige Fahrt im Mietwagen oder Sprinter eine Kleinigkeit zum Knabbern für alle mitnimmt. Denn es gibt immer den einen Mitmusiker, der auf den letzten Drücker ins Auto hüpft und schon nach wenigen Kilometern Hunger bekommt. Es ist immer wieder eine Freude zu beobachten, wie die Sonne aufgeht, wenn ich drei Brezeln und zwei Stück Kuchen aus meiner Tasche hervorzaubere.

Eure Erfahrungen

Wie sieht es bei euch aus? Welche wertvollen Tipps habt ihr für uns, die euch das Leben erleichtern? Schreibt uns gern einen Kommentar. Viel Spaß auf bei allen kleinen und großen Show, vielleicht begegnen wir uns ja eines Tages unterwegs!

Weitere Informationen

Hinweis: Dieser Artikel enthält Werbelinks, die uns bei der Finanzierung unserer Seite helfen. Keine Sorge: Der Preis für euch bleibt immer gleich! Wenn ihr etwas über diese Links kauft, erhalten wir eine kleine Provision. Danke für eure Unterstützung!

Bildquellen:
  • Schon etwas abgerockt: Meine Noise Cancelling Kopfhörer von Bose und Apple: Stephan Pfaff
  • Für Binge Watcher: PowerBank: A Addtop / Anker
  • Ohropax Schlafmaske 3D & Loop Quiet - Ohrstöpsel zum Schlafen: Stephan Pfaff
  • Immer dabei, sogar auf der Bühne: Contigo West Loop Autoseal Thermobecher: Stephan Pfaff

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Eine Antwort zu “Tourberater: Diese Dinge sind auf Tournee unverzichtbar”

    The Rob sagt:
    -2

    Naja, „Gear News“ ist eben verkaufsfördernd, ich empfehle neben dem ganzen hier aufgelisteten Schnickschnack auf jeden Fall ausreichend Feuchttücher, es kommt „on Tour“ immer eine Situation wo man die ganz nötig braucht! 😉

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