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Top 10 Tuner Stimmgeraete Topliste

 ·  Quelle: TC Electronic

Mal ehrlich, wer von euch hat noch mit der Stimmgabel das Stimmen gelernt? Ich habe es versucht (es klappte auch), aber schön und schnell geht anders. Vor allem, wenn es digitale Stimmgeräte in allen Formen und Farben gibt. Doch welche sind die Besten? Wir verraten es dir.

Stimmgeräte vs. Tuner

Um gleich Verwirrung vorzubeugen: International werden die Stimmgeräte Tuner genannt, genau so wie die Stimmwirbel an der Gitarre oben, mit denen du die Saiten stimmst. Uns geht es hier aber um die Stimmgeräte, die per Kabel, Mikrofon oder Schwingung funktionieren, kurz: alle modernen Stimmgeräte für Gitarre und Bass. Doch der Markt ist mit der Zeit unübersichtlich geworden.

Wichtig ist bei Stimmgeräten nicht nur die Ansprache, also, wie schnell es auf den angeschlagenen Ton reagiert, sondern auch, wie genau es misst. Dieser Wert wird in Cent angegeben und sollte bei aktuellen Modellen nicht mehr als +/- 1 Cent sein. Alles drunter ist gut. Außerdem solltest du dir vorher im Klaren sein, wie du dein Stimmgerät nutzen möchtest und anhand dessen das Modell auswählen. Soll es als Effektpedal auf dem Effektboard immer am Start sein, bist du akustisch unterwegs und dein Tuner braucht ein eingebautes Mikro oder steckst du dein Kabel bei Bedarf lieber um – oder relativ neu: Du klemmst es als „Klammer“ an den Headstock? Die Auswahl ist groß.

Das hier sind unsere Favoriten.

Bodenstimmgeräte

Der moderne Klassiker sind Stimmgeräte fürs Pedalboard. Sie sehen nicht nur aus wie ein Pedal, sondern funktionieren auch so. Drauftreten, stimmen, drauftreten, spielen. Wie überall gibt es auch hier qualitativ und preislich große Unterschiede. Wir haben uns hier auf die Klassiker konzentriert, die durch die Bank empfehlenswert sind, aber verschiedene Zielgruppen ansprechen und unterschiedliche Features mitbringen.

Boss TU-3 Tuner

Boss TU-3

Fragst du im Geschäft nach einem Bodenstimmgerät, wird dir mit Sicherheit das Boss TU-3 mit in der Liste genannt. Spätestens seit dem TU-2 ist dieser Tuner weit verbreitet und schmückt die Pedalboards von großen und kleinen Musikern. Wie wir finden, völlig zu Recht.

Mittlerweile gibt es die dritte Version, die mit einer Cent-Anzeige oder einem Lauflicht (Stream-Modus) die aktuelle Stimmung anzeigt, einen Stimmbereich zwischen C0 und C8 mitbringt und damit für eigentlich alle Instrumente geeignet ist – auch Bass. Außerdem gibt es Flat Tunings und einen einstellbaren Kammerton.

Für aktuell 72 Euro kann man mit dem Pedal nichts falsch machen. Außerdem ist es super stabil gebaut und wird wie seine Vorgänger auch noch in 10 Jahren seinen Dienst verrichten. Typisch Boss. Hier geht’s zur Produktseite*.

Behringer TU300 Tuner

Behringer TU300

Ein Schelm, wer bei diesem Pedal an eine Kopie denkt. Auch wenn die Anzeige und das Gehäuse anders sind, fällt jedoch schnell die Ähnlichkeit zum Boss Pedal auf, ich meine, allerdings zur zweiten Version. Das Behringer besteht aus einem Metallgehäuse, sondern komplett aus Kunststoff und hat den bei vielen Musikern beliebten Stream-Modus nicht.

Sonst beherrscht es Flat Tunings, einen chromatischen Modus (es wird der aktuell angeschlagene Ton angezeigt) und wie beim Boss gibt es auch einen Out und einen Bypass-Ausgang. Bei Out schaltet es den Ausgang stumm, sobald es aktiviert ist, damit das Publikum nicht deinen Stimmtiraden aktiv beiwohnen muss. Das kleinere Feature-Set schlägt sich auch im Preis nieder: Für gerade einmal 24 Euro bekommt man hier einen akzeptabel schnellen und genauen Tuner und er verrichtet seinen Dienst. Manchmal kann eben nicht mehr investiert werden und das ist völlig in Ordnung. Hier geht’s zur Produktseite*.

TC Electronic Polytune

Mit dem Polytune hatte TC Electronic den Markt ziemlich aufgerüttelt. Der Bodentuner hat eine große Besonderheit: Es kann mehrere Saiten gleichzeitig anzeigen. Man stellt davor das gewünschte Tuning ein, schrammelt über alle Saiten und sieht in der Übersicht, welche Saiten nach oben oder unten verstimmt sind und kann direkt da anpacken. Eine kleine Revolution der Stimmgeräte. Mittlerweile gehört der Tuner fast zum guten Ton der technikaffinen Gitarristen.

Den Polytune 3 gibt es als Mini* für 67 Euro und als normalgroße Version* für 85 Euro. Beide sind super stabil gebaut, haben ein großes und helles LED-Display und stimmt von allen Vertretern hier zwischen 0,5 und 0,02 Cent Genauigkeit, je nach Modus. Vor allem ist die Ansprache bei meinen Tests schneller gewesen als bei Boss und Behringer, auch am Bass. Für mich war der ausschlaggebende Punkt: Das Polytune 3 hat den hauseigenen Bonafide Buffer eingebaut, was bei langen Kabelwegen die Höhen erhält (aber unverträglich mit manchen Fuzz-Pedalen ist) – ich spare mir dadurch ein Extrapedal und es ist ein klarer Pluspunkt für das TC. Es ist unter den Vertretern hier aber auch das Teuerste.

Korg Pitchblack Advance Tuner

Korg Pitchblack

Ganz unscheinbar und in mattschwarz lackiertem Gehäuse mit „modernem“ Design kommt das Pitchblack Advance daher. Es ist ein verhältnismäßig einfacher Tuner, zeigt die aktuelle Stimmung mit langen roten und grünen LEDs an, die nicht so hell (und grell) sind und (mich) weniger blenden als beim Boss TU-3.

Natürlich lässt sich hier der Kammerton einstellen, es stimmt zwischen E0 und C8 mit einer Genauigkeit von 0,1 Cent. Für 66 Euro bekommst du einen wirklich roadtauglichen Bodentuner, der auf dem Pedalboard optisch keine führende Rolle einfordert, sondern ganz unscheinbar auf seinen Einsatz wartet – was auf dunklen Bühnen zum Problem werden kann, wenn du dich auf deinem Board nicht wie in der Westentasche auskennst. Hier geht’s zur Produktseite*.

Clip-on und „normale“ Stimmgeräte

Wenn du keine Pedalboards spielst, stellt sich die Frage nach einem alternativen Tuner. Wenn deine Akustikgitarre einen Pickup hat und du eh mit Kabel in deinen Verstärker oder die PA gehst, dann sind die „alten und normalen“ Stimmgeräte in MC-Kasettengröße vielleicht etwas für dich. Aber auch fürs Schalloch gibt es Varianten. Andere Gitarristen setzen auf Stimmgeräte zum Anklammern an die Kopfplatte – und ein Clip-on-Tuner hat es mir besonders angetan.

Korg GA-2 Tuner

Korg GA-2

Du hast nicht viel Geld und möchtest möglichst wenig mit dir herumschleppen? Dann ist das Korg GA-2 etwas für dich. Er gehört gefühlt zur Standardausstattung von Gitarreneinsteigern und Akustikgitarristen, denn er ist nicht nur per Kabel nutzbar, sondern auch mittels eingebautem Mikrofon. Außerdem lässt sich der Modus zwischen Gitarre und Bass umstellen und stimmt zwischen B0 und B6 zuverlässig dein Instrument.

Für gerade einmal 11 Euro kannst du damit schon loslegen. Und wenn du eine digitale Stimmgabel brauchst, gibt er dir über einen (nicht) wohlklingenden Piezospeaker den digital erzeugten Ton aus, nachdem sich beispielsweise ein Orchester oder Kammermusiker gemeinsam stimmen könnten. Er ist nur über 2 AAA-Batterien/Akkus betreibbar. Hier geht’s zur Produktseite*.

Peterson STroboPlus SP-1 HD Tuner

Peterson SP-1 StroboPlus HD

Peterson ist ein geflügeltes Wort unter Gitarristen, Bühnentechnikern und Gitarrenbauern. Lange Zeit waren das die genausten Stimmgeräte am Markt, vor allem zu „Analogzeiten“ ungeschlagen. Heute halten die alten Modelle immer noch. Man trifft die Marke bei Gitarristen, die ihr Instrument wirklich genau stimmen wollen, mittlerweile sind andere Tuner und Firmen durch die Digitalisiserung zumindest bei der Stimmgenauigkeit nachgezogen.

Der Peterson SP-1 StroboPlus HD ist dennoch eine solide Investition, kostet aber mit 129 Euro mehr als alle anderen Tuner in dieser Topliste. Er stimmt mit 0,1 Cent Genauigkeit, hat ein Mikrofon eingebaut und kann auch per Kabel angesteuert werden. Außerdem kann der Kammerton verstellt werden und es beherrscht als einziger Tuner in der Liste das Buzz Feiten Tuning, das vor allem für Gitarrenbauer interessant ist. Hier geht’s zur Produktseite*.

TC Electronic Polytune Clip

TC Electronic Polytune Clip

Wenn du zu den frühen Gearnews-Lesenden gehörst, dann ist dir sicherlich meine Ode an den Polytune Clip aufgefallen. Ich bin nicht nur großer Fan dieses Clip-on-Stimmgeräts, sondern empfehle es privat auch vor allem Bassisten. Dieser in Weiß und mittlerweile Schwarz erhältliche Tuner ist nicht nur an der Kopfplatte relativ unscheinbar und leicht, sondern kann das Display je nach Ausrichtung auf den Kopf drehen und die Ansprache ist so kurz, dass es für mich fast alternativlos geworden ist.

Er beherrscht sowohl den Poly-Modus als auch den Strobe und den Needle-Modus, die die Großen beherrschen. Er ist nur kleiner, leichter und preiswerter und eben kein Pedal. Und trotz den von mir unbeliebten Batteriebetrieb musste ich diese bisher trotz vieler Proben, Gigs und Aufnahmen in den 5 Jahren Nutzungszeitraum noch nie wechseln.

Da der aktuell überall ausverkauft zu sein scheint, habe ich keinen Link für dich parat. In ein paar Wochen sollen die aber wieder überall auf Lager sein. Hier geht’s zur Produktseite.

Thomann CRG-10 Clip on Tuner

Thomann CTG-10

Wenn du nicht so viel Geld übrig hast oder dich erstmals in der Welt der Clip-on-Tuner umschauen möchtest, kann ich dir das CTG-10 empfehlen. Das kostet nicht viel und ist als Stimmgerät immer in der Tasche meiner Akustikgitarre dabei. Das funktioniert wie es soll, ist aber nicht das Schnellste oder Genauste – leider gibt es keinen genauen Wert, würde mich aber wundern, wenn es über den für den Normalmusiker unhörbaren Cent hinausschießt. Es ist aber immer noch im absolut brauchbaren Bereich.

4,90 Euro sind wirklich ein „Nehm‘ ich dazu“ Kauf, den ich nicht bereut habe. Das Display ist gut erkennbar und schwenkbar und wird grün, wenn der Ton im chromatischen Modus stimmt. Es ist unmerklich schwerer als der Polytune Clip und für den Bruchteil des Preises einen Blick für alle mit schmalem Geldbeutel wert. Sogar die Knopfzell-Batterie ist schon drin. Hier geht’s zur Produktseite*.

Korg Rimpitch C2 Tuner

Korg Rimpitch C2

Für den Zuschauer eher unscheinbar wird das Korg Rimpitch C2 am Rand vom Schallloch eingeklemmt – vorausgesetzt ihr spielt keine extravaganten Modelle von Ovation, die ohne oder mit vielen kleinen Löchern auskommen, sondern ein Modell mit „Standardschallloch“ mit 100 mm Durchmesser. Der Ton wird über ein eingebautes Piezo-Mikrofon aufgenommen und auf der langen, gebogenen LED-Kette dann als Stimmung angezeigt.

Es kann vom Nutzer kalibriert werden und unterstützt „alle“ Tonarten. Es kommt ohne Display aus, dafür nur mit LEDs, was das Ablesen anfangs etwas ungewohnt macht, aber auch nicht mehr als eine Gewöhnungssache ist. Es wiegt gerade einmal 13 Gramm und macht deine Gitarre nicht wirklich schwerer. Außerdem lässt es sich abschalten, damit nicht nur Batterie gespart wird, sondern auch damit die Spielhand nicht beim Spiel permanent leuchtet oder das Publikum auch auf der Live-Leinwand sieht, dass du verstimmt bist. ;)

25 Euro finde ich sehr fair für das Rimpitch, zumal es relativ alternativlos in dieser Bauweise ist, die gleichzeitig auch verhindert, dass das Teil ins Schallloch rutschen könnte und du fluchend den Plektrum-Tanz mit hochgehaltener und geschüttelter Akustikgitarre auf der Bühne für dein Stimmgerät machen musst. Hier geht’s zur Produktseite*.

Dein Favorit

Haben wir ein sagenhaft gutes Stimmgerät übersehen? Welcher ist dein absoluter Lieblings-Tuner? Oder stimmst du noch per Gehör oder lässt es von automatischen Stimmvorrichtungen erledigen?

Wir freuen uns auf deinen Kommentar!

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5 Antworten zu “Besser kannst du Gitarre und Bass nicht stimmen!”

  1. Dave sagt:

    Ehm wieso denn den alten Peterson ? Es gibt doch den digitalen für 129 Euro – Peterson StroboStomp HD!
    Praktisch dabei: „Abspeichern unterschiedlicher Tunings in verschiedenen Farben, um sie einfach wieder aufrufen zu können“
    https://www.thomann.de/de/peterson_strobostomp_hd.htm?offid=1&affid=84

    • claudius sagt:

      Stimmt, der neue ist auch gut, mir ging es hier aber um einen weiteren, empfehlenswerten Tuner, der nicht in Pedalform ausgeliefert wird. :)

  2. Widescreen sagt:

    Also ich bin mit dem Ibanez PU3-BK Chromatic Clip Tuner für schlappe 11€ äußerst zufrieden. Farbdisplay in alle Richtungen schwenkbar, geht automatisch an, wenn angeklippt und auch wieder aus, wenn abgezogen oder nach einer Weile Inaktivität. Stimmung zumindest für mich genau und schnell genug. Was will man mehr?

  3. Bei den Stimmgeräten geht es heutzutage weniger darum wie genau die messen können, sondern insbesondere wie genau sie die Stimmung anzeigen können. Bei der Darstellung ist der „Stroboskopmodus“ wie von Peterson zwar erst mal gewöhnungsbedürftig aber ungeschlagen!

  4. Claus sagt:

    ich bin schon neugierig auf Roadie 3!

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