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Mut zur Lücke: Sind das die größten DJ-Gear Desaster aller Zeiten?

Mut zur Lücke: Sind das die größten DJ-Gear Desaster aller Zeiten?  ·  Quelle: Shutterstock / Von: honored_member

Wir kennen es alle: Auf den Technical Ridern landen nicht selten die gleichen Geräte namhafter Hersteller, beispielsweise von Pioneer, Denon oder Allen&Heath. Schlagzeilen macht coole DJ-Gear, die besonders professionell ist, die mit besonderen Features lockt, besonders abgedreht aussieht oder Equipment, das mit einem derartigen Kampfpreis angesetzt ist, dass dies allein eine Erwähnung wert ist. Im Hobby-Bereich trifft man zudem auch auf Packages, die einfach zu handhaben sind und kein unstopfbares Loch ins Budget sprengen. 

Mut zur Lücke?!

Dass Mut zum unkonventionellen Hardware-Design nicht immer gleichbedeutend mit kommerziellem Erfolg ist, ist wohl nicht von der Hand zu weisen und so darf man manche DJ-Tools vielleicht auch als Vorreiter eines Trends oder als Initialzündung für ein anderes Produkt verstehen oder sie waren einfach ihrer Zeit voraus  – daher bitte mit einem Augenzwinkern betrachten, liebe Hersteller.

Samsung Q1 und Indamixx Portable Studio

Irgendwie eine Kreuzung aus nostalgischem Tablet, Nokia-like Blackberry Smartphone und integriertem PC. So wollten die Indamixx-Software und das Samsung Q1  ein neuertaiges DJ- und Musikerlebnis bringen und den Markt aufrollen. Wer hat es ausprobieren können?

 

Indamixx portable Music- und DJ-Studio

Indamixx portable Music- und DJ-Studio (Bild: pocketables.com)

Stanton SCS3D

Touch as touch can: Die Stanton SCS3-Serie, bestehend aus dem SCS3D und dem SCS3M mit seinem integrierten Hub, kam ganz ohne Fader und Knobs aus. Mehrere MIDI-Layer erlaubten etliche Konfigurationen und das Setup war ein Hingucker, allerdings trübten die etwas ungenauen Touch-Felder und die proprietäre DaRouter-Software, die zwischengeschaltet werden musste, den Gesamteindruck von „DaScratch“ und „DaMIx.“

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Retronyms WEJ iOS Music Hub

Blinke, blinke, kleiner Stern. Das Retronyms Wej iOS Music Hub ist genau, was der Name prophezeit. Ein Bindeglied für iOS-Hardware, iOS-Apps und externe Controller – ganz gleich, ob man damit Musik machen wollte oder es im DJ-Kontext einzusetzen gedachte. Das Teil stellte dafür zwei USB-Anschlüsse für externe MIDI-Controller und einen weiteren USB-Port zum Laden des iPads bereit. Damit man bei der Performance richtig in Stimmung kam, hatte der Hersteller on-top noch eine LED-Lightshow eingebaut. In der freien Wildbahn konnte ich den WEJ allerdings nicht antreffen.

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DJ Tech DJ Keyboard

Warum eigentlich immer MIDI? Kann man seine DJ-Software nicht auf eine andere Art steuern? Ein Fall für das DJ Tech DJ Keyboard. Da es sich hier jedoch nicht um einen MIDI-Controller handelte, sondern tatsächlich um ein „Keyboard“ mit speziellen Tasten, könnt ihr euch sicher vorstellen, dass es in Abhängigkeit der genutzten Plattform (Mac, Win – ihr kennt das leidige Thema) zu Problemen mit dedizierten Funktionstasten kommen konnte.

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Tascam TT-M1

Das Tascam TT-M1 ist ein Tool, mit dem man einen DJ-CD-Player, beispielsweise einen Vestax CDX-05, über einen Turntable steuern kann.  Klingt seltsam, weil der CDX-05 selbst ein Jogwheel und einen Vinyl-Modus besitzt? Mag sein, allerdings ist die Handhabung eines Plattenspielers doch anders. Das dachten sich wohl auch Tascam, die dieses kleine Tool für eine Handvoll kompatibler Player konstruierten. Es wird per doppelseitigem Klebeband oder Montagezubehör auf dem Plattenspieler befestigt und schon darf losgescratcht werden.

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The Bridge

DJ-Software ist ja irgendwie auch DJ-Gear, oder? The Bridge jedenfalls ist/war ein Plugin für Serato Scratch Live, das einem erlaubt, seine Ableton Session View innerhalb der Serato Software mit Turntable und Co zu steuern oder Parameter zu recorden. The Bridge machte einiges richtig, nämlich die nahtlose Integration in SSL für den Zugriff auf Live-8 Komponenten über GUI oder MIDI-Controller. Man konnte Track- und Fader-Positionen in Live aufzeichnen und umgekehrt Ableton-Session per Timecode steuern. Allerdings war die Performance – okay, es war vor fast 10 Jahren – etwas schwammig und scratchen war nicht drin, da keine Reverse-Aktionen durchführbar waren (heute geht sowas locker sogar mit Streaming-Tracks auf dem Denon Prime 4 beispielsweise). Das Ganze war zudem von Hardware-Features abhängig aber immerhin kostenlos.

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Numark Orbit

Da kommt man sich schon ein wenig vor wie Captain Kirk, wenn man einen Controller um das Handgelenk geschnallt hat, mit dem man auf mehr als einem Dutzend Tasten plus großem Drehgeber MIDI-Kommandos auf die Software seiner Wahl abfeuern kann. Das gilt auch für VFX-Software, wie das Video zeigt. Hätte es damals schon eine Sprachsteuerung am Gerät gegeben, wer weiß, was wir heute in den Regalen der Händler so stehen hätten.

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