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DAWless: Singer und Songwriter ohne Rechner und DAW

DAWless: Singer und Songwriter ohne Rechner und DAW  ·  Quelle: Unsplash / Priscilla Du Preez

DAWless – Unsere kleine Serie über das Musikmachen und Performen ohne Rechner und DAW geht in die nächste Runde. Diesmal beschäftigen wir uns damit, wie das für Singer und Songwriter aussieht. Ein paar Anregungen für Setups, bei denen ihr euch voll auf die Performance konzentriert und nicht vor dem Bildschirm sitzt.

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DAWless: Singer und Songwriter ohne Rechner und DAW

Um es nochmal ganz deutlich zu machen: Eine DAW ist super und heutzutage das ultimative Studiowerkzeug. Selbst wenn ihr nur mit der Akustikgitarre unterwegs seid und im Studio mal ein paar Songs so richtig gut aufnehmen wollt, kommt mit Sicherheit ein Rechner und Software zum Einsatz. Das ist aber nicht zwingend nötig, wenn es darum geht, Songideen zu entwickeln oder eine Live-Performance zu spielen. Und wenn ihr mit hier vorgestellten Equipment vertraut seid, könnt ihr damit ebenfalls Aufnahmen machen, die sich nicht verstecken müssen.

Dies ist der dritte Artikel zu diesem Thema, im ersten ging es speziell um elektronische Musik, beim zweiten um Hip-Hop, Beats und Rap. In beiden findet ihr ebenfalls ein paar brauchbare Anregungen.

Los geht’s – hoffentlich könnt ihr mit den Tipps etwas anfangen. Ach ja, dass ihr bereits ein Mikrofon besitzt, setzen wir mal voraus. Ansonsten findet ihr hier und hier ein paar Anregungen.

Field Recorder für schnelle Aufnahmen von Ideen

Fangen wir ganz klein an. Ihr spielt ein akustisches Instrument und/oder singt. Und dann habt ihr plötzlich die Idee für eine Melodie, ein paar Akkordfolgen oder eine Textzeile. Und die wollt ihr natürlich so schnell wie möglich festhalten. Praktisch, dass ihr mit dem Smartphone immer eine Art Aufnahmegerät dabei habt, die Qualität lässt aber zu wünschen übrig.

Für solche Momente sind Field Recorder superpraktisch und wie es der Zufall will, haben wir erst kürzlich eine kleine Übersicht zusammengestellt. Die findet ihr hier und solltet ihr euch mal in Ruhe anschauen. Da entdeckt ihr zum Beispiel Geräte, die Mehrspuraufnahmen erlauben oder nützliche Funktionen wie einen integrierten Tuner anbieten. Außerdem sind viele Modelle sehr kompakt und passen teilweise sogar in die Hosentasche. Und das Wichtigste ist natürlich die gegenüber einem Handy überlegene Qualität der Mikrofone.

iZotope Spire Studio 2nd Generation

iZotope Spire Studio 2nd Generation

Einen kleinen Schritt weiter geht der Hersteller iZotope mit Spire Studio, das es jetzt in der zweiten Generation gibt. Das kleine Gerät kombiniert quasi einen Field Recorder mit Mehrspuraufnahme, Effekten und Anschlüssen für Instrumente oder weitere Mikrofone. Ihr könnt damit überall aufnehmen und das Material dann weiter bearbeiten – natürlich auch am Rechner. Hier findet ihr Spire Studio 2nd Generation bei Thomann*.

Mischpult

Bevor Rechner und DAWs die Recording-Welt eroberten, waren Mehrspur-Recorder sehr populär. Vielleicht können sich einige von euch noch gut an Portastudio und Co. erinnern, die zuerst mit Kassetten und dann Harddisks bestückt waren. Wenn ihr auf Retro steht, dürft ihr euch gerne damit beschäftigen.

Eine etwas bessere und modernere Lösung stellen aber eigentlich heutige Kleinmischpulte dar. Die sind nämlich in einigen Fällen mit einer Recording-Option (meistens für SD- und andere Karten) bestückt oder verfügen über ein internes Audiointerface mit USB-Anschluss. Wenn ihr keinen Computer besitzt oder definitiv beim Musikmachen darauf verzichten wollt, solltet ihr auf eine interne Recording-Möglichkeit achten. Mit Sicherheit besitzt ihr aber einen Rechner – in diesem Fall ist ein internes Audiointerface ganz praktisch. Ihr könnt nämlich jederzeit mal eine schnelle Aufnahme machen, dafür reicht ja schon eine kostenlose Software wie Audacity. Die integrierten Interfaces dieser Pulte unterstützen häufig sogar Mehrspuraufnahmen. Und wenn ihr nicht nur einen Rechner, sondern auch ein Audiointerface besitzt, könnt ihr theoretisch auch auf ein solches im Mischer verzichten.

Wie auch immer, selbst für ein kleines Setup kommt ihr vermutlich nicht um einen Mixer herum. Gut, dass es mittlerweile so eine schöne Auswahl gibt. Sowohl Presonus StudioLive AR8c (hier bei Thomann*) als auch Zoom LiveTrak L-8 (hier bei Thomann*) bieten einen SD-Karten-Slot und gleichzeitig ein mehrkanaliges Audiointerface. Das gilt ebenso für das Tascam Model 12 (hier bei Thomann*). Soundcraft Notepad-12FX (hier bei Thomann*) geben euch für wenig Geld 12 Kanäle, eingebaute Effekte von Lexicon und ein integriertes USB-Audiointerface. Ein sehr kleines, einfaches und günstiges Mischpult bekommt ihr mit dem Mackie 402 VLZ4 (hier bei Thomann*), das verzichtet aber auf Interface und SD-Karten.

Boss RC-505

Boss RC-505

Looper und Effekt-Pedale

Jetzt wird es kreativ! Einen Looper könnt ihr bei der Entwicklungen von Ideen und bei der Performance super gebrauchen, deshalb darf so ein Teil hier nicht fehlen. Die Auswahl ist riesig, viele der Geräte richten sich aber in erster Linie an Leute, die Gitarre oder Bass spielen. Hier soll es jetzt um Modelle gehen, die ein bisschen vielseitiger aufgestellt sind. Und tatsächlich sehen in dieser Hinsicht die beiden Desktop-Modelle RC-202 und RC-505 von Boss besonders interessant aus.

RC-202 (hier bei Thomann*) ist mit zwei Stereospuren die etwas günstigere und kleinere Variante, RC-505 (hier bei Thomann*) bietet fünf Stereospuren und diverse Eingänge. TC-Helicon richtet sich mit VoiceLive 3 Extreme (hier bei Thomann*) an Vocal-Performer und kombiniert Looper-Features mit Vocoder-, Vocal- und Gitarren-Effekten. Das etwas günstigere Play Acoustic (hier bei Thomann*) konzentriert sich auf elektroakustische Gitarren und Stimmen. In unserem DAWless-Artikel mit dem Schwerpunkt Hip-Hop findet ihr übrigens noch zwei Empfehlungen für Stimm-Prozessoren.

Roland TR-6S

Roland TR-6S

Rhythmen aus Drummachine und Sampler

Klar, bei elektronischer Musik und Hip-Hop sind Grooves gefragt. Also könnt ihr auch da natürlich Drumcomputer gut gebrauchen, obwohl wir bei unseren Empfehlungen da eher einen Schwerpunkt auf Sampler gelegt haben. Aber auch beim Songwriting und der Aufführung macht sich eine „Rhythmus-Maschine“ gut.

Die berühmte TR-808 von Roland war schon bei Künstlern wie Marvin Gaye hoch angesehen, die Mondpreise für das Original müsst ihr aber nicht bezahlen. Mit dem Klon Behringer RD-8 (hier bei Thomann*) kommt ihr für unter 300 Euro weg. Keine Emulation der 808, aber dafür ziemlich günsti,g ist der Korg Volca Drum (hier bei Thomann*).

Roland verfrachtet die Sounds sämtlicher berühmten Drumcomputer aus der reichhaltigen Firmengeschichte in den kompakten Roland TR-6S (hier bei Thomann*). Ihr könnt hier sogar eigene Samples importieren und außerdem mit einer FM-Engine arbeiten.

Mit dem Digitakt (hier bei Thomann*) von Elektron erstellt ihr nicht nur Beats, sondern auch gleich ganze musikalische Arrangements. Ihr habt es hier mit einer Sample-basierten Groovebox zu tun – wenn das euer Ding ist, solltet ihr ebenfalls mal den Circuit anschauen. In unserem Artikel über Hip-Hop ohne DAW findet ihr viele weitere Grooveboxen, die mit Samples arbeiten. Und noch mehr Grooveboxen (speziell für unterwegs) entdeckt ihr in diesem Artikel.

Arturia KeyStep 37

Arturia KeyStep 37

Masterkeyboard und Sequencer

Mit dem oben genannten Equipment könnt ihr schon sehr gut Songideen entwickeln, diese ausarbeiten, mit Grooves unterlegen und performen. Ein zusätzlicher Klangerzeuger bringt natürlich noch mehr Schwung in die Sache. Habt ihr wahrscheinlich bereits bei euch herumstehen, ansonsten findet ihr bei unserer Synthesizer-Rubrik ja ohne Ende feine Hardware (und Software) natürlich auch.

Was wir aber auf jeden Fall empfehlen müssen, ist ein Masterkeyboard wie den Arturia KeyStep. Ihr bekommt damit nämlich nicht nur einen MIDI- und USB-Ausgang, sondern einen integrierten Arpeggiator und polyphonen Sequencer sowie den sogenannten Chord-Play-Modus. Außerdem gibt es CV-Ausgänge (für Modular-Synthesizer) und Sync-Optionen beispielsweise für Korg Volcas. Über den MIDI-Eingang synchronisiert ihr diese Funktionen zu der Drummachine oder der Groovebox. Drei Versionen, die sich im Preis und Funktionsumfang unterscheiden, findet ihr alle natürlich bei Thomann*.

Einen etwas anderen Ansatz bietet ein Sequencer-Controller. Der unterstützt euch ebenso beim kreativen Austoben und Performen, verzichtet aber auf eine Tastatur und bietet stattdessen ein paar Pads und einen Lauflicht-Sequencer. Auch da kommen wir auf Arturia zurück. Der französische Hersteller legt mit BeatStep und BeatStep Pro nämlich zwei ausgezeichnete Controller vor, die MIDI-, USB-, reichlich CV/Gate- und Sync-Anschlüsse anbieten. Bei Thomann bekommt ihr beide Controller* sogar in unterschiedlichen Sets mit passendem Case. Eine Alternative hat Korg mit SQ1 (hier bei Thomann*) und SQ-64 (hier bei Thomann*) in petto. Die beiden Geräte sind vielleicht nicht so sehr auf Performance ausgelegt wie die BeatSteps, aber trotzdem sehr brauchbare Kreativ-Tools. Zum SQ-64 haben wir einen Kurztest geschrieben.

Kabel nicht vergessen!

Und ganz wichtig sind natürlich die passenden Kabel. Je nach Aufbau braucht ihr mindestens ein oder zwei MIDI-Kabel (findet ihr natürlich auch bei Thomann*) und Audiokabel (eine riesige Auswahl bei Thomann*). Gerade davon solltet ihr immer genügend parat haben. Mit 6,3 mm Klinke seid ihr für die meisten Gerätschaften gewappnet, checkt das aber immer vorher bei den Spezifikationen.

Was meint ihr?

Habt ihr auch Setups, bei denen ihr komplett auf DAW und Rechner verzichtet? Wie sehen die aus und welche Erfahrungen könnt ihr teilen? Wir freuen uns auf eure Kommentare.

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3 Antworten zu “DAWless: Singer und Songwriter ohne Rechner und DAW”

  1. Steve sagt:

    gibt`s schon länger….nennt sich iPad 😉

  2. UitarBoG sagt:

    Das Boss Micro BR 80 kombiniert doch viele oben beschriebenen Eigenschaften in ein Gerät im Hosentaschen-Format.

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