von peter | Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten
Das iPad statt Mac oder PC als DJ-System?

Das iPad statt Mac oder PC als DJ-System?  ·  Quelle: Credits: Shutterstock / Von: Hadrian

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Das iPad als DJ-System? Warum nicht: das Apple-Tablet hat sich über die Jahre zu einem beliebten Tool sowohl in Musikerkreisen wie auch im Beschallungsgewerbe gemausert. Ob Synth, virtuelle Gitarreneffekte, DAW oder zur Steuerung von Bühnenlicht und PA-Anlagen – fast für jeden Zweck gibt es eine App und passende zusätzliche Hardware. Das schließt natürlich auch DJ-Anwendungen mit ein. Ob das gesamte Ausmaß dem verstorbenen Apple Mastermind Steve Jobs bereits klar war, als er die erste Edition im Januar 2010 vorstellte?

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Algoriddim Djay jedenfalls war und ist eine App, die sich bereits zu Anbeginn des Tablet DJings auf dem Apple-Flachrechner zuhause gefühlt hat. 2010 kam die iPad-Version, 2011 bekamen sie für ihre App den Apple Design Award: Touch Bedienung, Turntable-Optik, später Spotify-Integration und maßgeschneiderte Hardware zum Auflegen. Es dauerte eine Zeit, bis die Konkurrenz nachziehen konnte.

Klare Sache: Es ist in hohem Maße unwahrscheinlich, dass die Creme de la Creme der EDM-DJs demnächst ihre CDJs und Denon-Player gegen Apple-Tablets austauscht und wohingegen das iPad als DJ-System im Club ebenfalls höchst selten gesichtet wird, trifft man es „auf Party“ und im privaten Bereich schon öfter an. Doch es lässt sich zum Beispiel auch als Effektsystem direkt am Pioneer DJM-900NXS2 andocken, kann Timecode generieren, etc. Welche Möglichkeiten bietet das iPad also als DJ-System? Was ist, wenn man gern mit Streaming Music auflegen möchte? Welche Hardware lässt sich für den DJ-Einsatz verwenden? Das sind nur einige der Fragen die wir in diesem Artikel beleuchten  wollen.

Ein iPad, zwei iPads, drei iPads, vier iPads

Wohl die simpelste Art mit einem iPad Tracks zu mixen, ist das Herunterladen einer DJ-App und sich aus dem musikalischen Fundus der eigenen Music App zu bedienen, also Tracks, die ihr mal im Apple Store gekauft habt beziehungsweise auf das iPad aufgespielt habt. Ein gutes Dutzend Apps offerieren euch das nötige Rüstzeug zum Mixen auf mindestens zwei Decks (falls ihr auch mal im Android Lager nachsehen wollt, hier gibt es einen Artikel zu Android DJ-Apps und geeigneter Hardware), diese hier sind aus meiner Sicht besonders zu empfehlen:

  • Algoriddim Djay
  • Traktor DJ 2
  • Pioneer WEDJ 2
  • Pacemaker DJ
  • iMect DJ Player
  • Mixvibes Cross DJ
  • Zerodebug Soda

Habt ihr schon länger keine Musik mehr gekauft, sondern hört über einen Streaming-Anbieter, hier eine gute Nachricht. So gut wie jede DJ-App kooperiert mit mindestens einem namhaften Streaming-Anbieter, nachstehend für euch aufgelistet. Allerdings ist die kommerzielle Nutzung in den meisten AGBs untersagt. Einen ausführlicheren Artikel von mir zu DJ-Streaming-Anbietern findet ihr hier.

Kabelsalat

Mit dem Release des iPad Pro im Jahr 2018 hat Apple auch das Ende der Klinkenbuchse für seine Tablets eingeleitet. Konnte man zuvor einfach ein Miniklinke-zu-Cinch-Kabel an das Tablet und die Boxen oder das Mischpult anschließen, ist nun ein weiterer Adapter nötig. Kein Beinbruch, aber offensichtlich räumt Apple dem Thema kabelgebundene Audioübertragung zumindest für den Privatsektor in Zeiten von Bluetooth und Airpods keinen sonderlichen Stellenwert mehr ein.

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Und in der Tat lässt sich das Summensignal auch an Bluetooth-fähige Speaker wie die mächtig donnernde Soundboks direkt übertragen, jedoch verzichtet DJ so auf die Möglichkeit des Vorhörens via Kopfhörer. Für ein wenig Backgroundmucke im kleinen Rahmen oder als Baggersee-Party durchaus denkbar und wenn man mal kurz ans Buffet oder zur Getränke-Order muss, haben Apps wie DJAY einen Automixer integriert, der eure Playlist ineinander mischt.

Aber wer will schon ohne Kopfhörer-Previewing auflegen? Folgende Lösungen bieten sich an:

    • Option 1: Splitterkabel
    • Option 2: Audio-Interface Master / Preview
    • Option 3: Mischpult
    • Option 4: DJ-Controller

Splitterkabel

In Verbindung mit einem Splitterkabel und der Split-Option in der DJ-App teilt man den Stereo-Master-Signalpfad in zwei Mono-Wege auf, wo einmal Kopfhörer und einmal Anlage/Boxen angeschlossen werden können. So könnt ihr beim Mixen auf dem iPad ganz simpel vorhören – Stereo-Informationen gehen natürlich verloren. Zum üben oder ausprobieren aber durchaus gangbar.

Das iPad mit Audiointerface für Master / Preview

Einige Apps wie DJAY oder Traktor DJ erlauben euch, mit einem kompatiblen Audio-Interface die Stereo-Ausgabe an den Kopfhörer und an die Beschallungsanlage respektive Desktop-Boxen. Damit könnt ihr Party machen, seid allerdings noch auf die Touch-Bedienung des iPads limitiert. Offeriert die App, wie zum Beispiel iMect DJ Player, eine Ausgabemöglichkeit von separaten Decks, könnt ihr die Kabel problemlos am Mischpult andocken und mit diesem das EQing und Mixen übernehmen, wohingegen FX und Cues weiter via Tablet abgefeuert werden. Das Beste aus zwei Welten. Das integrierte Audio-Interface eines Mischpults zu verwenden, ist natürlich auch eine Option.  Spätestens hier stellt sich dann auch die Frage, ob man mehrere iPads einsetzen möchte.

Mehrere iPad am DJ-Mixer anschließen und sie wie einzelne Laufwerke nutzen?

…  kennen wir vom Plattenspieler und CD-Player so. Das könnt ihr natürlich wieder ganz ohne Audio-Interface erledigen und einfach aus dem Audio-Output des Tablets via Adapterkabel herausgehen. Da ihr nun mehrere Tablets habt (klar könnt ihr theoretisch auch 4 Decks pro Tablet abfeuern) empfiehlt sich das Single Deck-Layout, wobei die einzelne Flachbrettrechner sich nun nicht mehr intern synchronisieren lassen. Die Lösung – manuelles Tempoangleichen sprich Beatmixing auf althergebrachte DJ-Art oder automatisch mit Ableton Link. Wie man das iPad-DJing perfektionieren  kann, um auf vier Decks aufzulegen zeigt euch JUICY M im nachstehenden Video.

Video:

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iPhone DJ?

Etwas kleiner geht das ganze DJ an, der mit einem iPhone im Boiler Room aufgelaufen ist, um die Crowd zu rocken und damit nicht nur Klicks erreichte, sondern auch zahlreiche Reaktionen von Lob bis Unmutsbekundungen einheimste.

Video:

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Das iPad und DJ-Controller

Die meisten DJs dürften indes mit zwei Playern auskommen und für eine gediegene, komfortable Performance ist der zusätzliche Einsatz ist eines DJ-Controllers eine gangbare Lösung. So könnt ihr nicht nur mit haptischen Kontrollwerkzeugen wie Jogwheels, Fadern und Pots arbeiten, ihr habt dazu auch Anschlüsse für Kopfhörer und Anlage am Gerät. Ist das für euch nicht erforderlich, ist mitunter ein Bluetooth-MIDI-Controller ohne Audiolösung eine Option. Für Edjing beispielsweise ist ein smarter Bluetooth-Crossfader namens Mixfader erhältlich, der zwischen euren beiden Decks überblendet. Etwas umfangreicher ausgestattet mit Jogwheel und Co ist Hercules Universal DJ und Pioneer DDJ 200.

DJ-Controller mit Interface

Soll eine Audio-Lösung integriert sein, bieten beispielsweise Native Instruments und Reloop iPad-kompatible Geräte an, die zudem auch mit den entsprechenden PC/Mac-Programmen funktionieren. Nachstehend vier Controller-Tipps, die sich auch in den Tests des Geschwistermagazins bonedo.de behaupten konnten: Native Instruments Kontrol Z1, Native Instruments Kontrol S2 MK3, Reloop Mixtour, Reloop Beatpad.

Das iPad als DJ-Controller

Ebenfalls eine interessante Option, wenn man mit einer Software auf dem PC oder Mac auflegt, und sich einen weiteren DJ-Controller für sein Mischpult oder einen kleineren Controller mit wenigen Funktionen etc. möchte. Paradebeispiele sind hier Serato Remote für Serato DJ, Imaginando TXFX für Traktor oder Virtual DJ Remote sowie Hexlers Touch OSC  und Cross Remote.

Video:

https://www.youtube.com/watch?v=OSh2BtKVOkQ

Das iPad als DVS-System

Auch das ist in Verbindung mit einem kompatiblen Audiointerface oder DVS-Mixer möglich, allerdings fällt die App-Auswahl hier recht bescheiden aus. So unterstützen aktuell lediglich die DJ-Apps DJ Player Pro und Edjing DVS-Funktionalität. Das iPad kann aber selbst ein Tonsignal ausgeben und so als „Ersatzplattenspieler“ für Serato-Signal usw. herhalten. Ist vielen unbekannt, aber die App Tonetable hat mittlerweile schon 10 Jahre auf dem Buckel. Kein iPad Pro oder Air, sondern nur einen alten iPod zuhause?

Checkt das letzte Video aus – Happy Mixing everybody.

Video:

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