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Bitwig Studio 2 Editor GUI

Editor von Bitwig Studio 2  ·  Quelle: Youtube / Bitwig

Bitwig Studio 2 Mixer GUI

Mixer von Bitwig Studio 2  ·  Quelle: Youtube / Bitwig

Völlig unverhofft hat Bitwig die neue DAW Bitwig Studio 2 soeben veröffentlicht – zumindest fast. Der echte Release ist erst Ende Februar. Es gibt eine Menge an Verbesserungen, es kommen neue Effekte dazu und endlich sind auch Crossfades im Editor möglich. Aber auch das Bezahlmodell ändert sich.

Bitwig (Studio) 2 bringt eine leicht veränderte flachere Oberfläche mit. Vor allem sind nun mehr Farben im Spiel. Es kommen 24 neue Modulatoren dazu. In der überarbeiteten Toolbar kann man nun eigene Funktionen aus dem ebenfalls überarbeiteten Menüs hinzufügen, etwa „Neue Spur X“ mit einem Knopfdruck oder Clip am Cursor teilen u.a.

In einem Update gehören bei DAWs in aller Regel auch neue Effekte, bzw. hier Devices genannt, dazu. Neu sind: Spectrum Analyzer, Phaser, Pitch Shifter, Treemonster (Ring Mod), Multi-Note (Chord-Creator), Note Harmonizer (transponieren), Note Lenght, Note Echo, Note Latch und Note Velocity. Der Polysynth wurde überarbeitet und mit neuen Oszillatormix- und Filtern-Shaping-Funktionen ausgestattet.

Auch die Hardwareanbindung über MIDI und CV/Gate wurde überarbeitet und es kommen die Devices MIDI CC, MIDI Programm Chance, HW Clock Out, HW CV Instrument HW CV Out und MIDI Timecode dazu. Das ist für die Modularfraktion (eigentlich alle mit Hardware-Synthesizer) eine extrem tolle Nachricht. Ohne Umwege kann man das sonst nicht aus der DAW direkt ansteuern. Ich denke, da sollte das Team weiter dran bleiben.

Audio Mischer oder Producer mit komplexeren Arrangements werden sich über eine Funktion freuen, die eigentlich zum Standardwerkzeug gehört: Fades für Audio Clips. Darin sind auch Crossfades inbegriffen. Schade, dass die nicht auch gleich für MIDI Clips integriert wurden. Schiebt man nun zwei Clips ineinander, werden diese automatisch mit einem Crossfade verbunden, über die Maus passt man die Kurven an.

VST3 ist nun auch als Plug-in Schnittstelle vorhanden. AU fehlt allerdings immer noch für OSX bzw. macOS. LV2 für die Linux-Gemeinde trotz Versprechen leider immer noch nicht. Richtig: Bitwig ist mit Mixbus und Ardour eine der wenigen DAWs, die auf den drei relevanten Betriebssystemen funktioniert. Die anderen beiden unterstützen aber die unter Linux sehr gängige Schnittstelle. Da sollte trotz LinuxVST Support angepackt werden, ist schließlich eine offene Schnittstelle und alles ist frei im Netz verfügbar.

Fehlt euch eine sehnlich gewünschte Funktion? Dann ab damit in die Kommentare. Die Entwickler lesen viel im Netz mit. ;)

Preise

Das Upgrade von Version 1 kostet 159 Euro, Bitwig Studio 2 komplett neu 379 Euro. ABER …

… Achtung: Ihr kauft damit 12 Monate Update und E-Mail Support.Nach 12 Monaten kann man es im Jahresturnus verlängern, wenn man Updates und Support braucht. Ohne diese Zahlung bleibt ihr bei der von euch zuletzt bezahlten Version. Damit geht Bitwig als verhältnismäßig kleine DAW einen gefährlichen Weg. Avid und Cakewalk sind dafür stetig in der Kritik im Netz – die verfahren sehr ähnlich. Aber anscheinend ist das Bezahlmodell Mode. Andere verkaufen 0.5er Versionen alle 12 Monate. Kommt aufs Gleiche raus.

Ich mag das nicht, kann aber den Gedanken dahinter verstehen.

Die Grace Period gilt für alle, die Bitwig Studio 1 ab 10.12.2017 gekauft / freigeschaltet haben.

Geplanter Release ist am 28.02.2017. Bis dahin darf nur das Beta-Team reinschnuppern.

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UPDATE: Video von Sonic State von der NAMM mit Bitwig 2 in Aktion

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17 Antworten zu “Bitwig Studio 2 ist (fast) da”

  1. Tommy Bassalot sagt:

    Da hat sich Bitwig ein schönes Ei gelegt. Wenn man die Beiträge auf Facebook verfolgt wollen die meisten Poster wohl überhaupt nicht mehr updaten – einige bieten schon gar ihren Account zum Verkauf direkt an..

  2. Mark sagt:

    Den Updatepreis und dieses Abomodel sollten die sich noch einmal überlegen. Sonst sind die schneller weg, als die da waren.

  3. metabeat sagt:

    Ich hatte mir mal Bitwig Studio lizenziert, einfach um es mit Live zu vergleichen. Und auch weil es Bitwig für Linux gibt (und U-He seine Synths für Linux testen lässt). Dabei ist mir immer aufgefallen, das BWS zwar ganz nett ist, aber für mich sich immer noch Live besser eignet. Also habe ich es selten genutzt, aber regelmäßig die updates installiert und getestet. Auch gehofft das man Richtung Live etwas aufholt. Leider war das nicht der Fall die Ankündigung für Ver. 2 reizt mich jetzt gar nicht. Auch ein Abomodell ruft bei mir keine Begeisterung hervor.

    Und wo ist die lang angekündigte Modularumgebung, warum gibt es keinen definitiven Bitwig Controller, vergleichbar mit Push? (Ich finde die bisherige Push Community Anbindung grauenvoll) Und ein Looper wie der in Live fehlt mir definitiv in BWS. Also mache ich das Update nicht mit. Nicht für Software, die mehr verspricht als sie hält. Allerdings finde ich es gut, das ein Remote-Controll-Editor endlich dabei ist, das hätte ich mir noch für Ver. 1 gewünscht.

    Ich hoffe ja das Ableton nicht auf dumme Ideen kommt und vom bisherigen Bezahlmodell auch auf diese Abo Schiene kommt. Ich mag es, das ich mir alle paar Jahre eine Live Lizenz kaufe und gut ist.

  4. don_Looney sagt:

    Ich find das es nicht wirklich ein Abomodell ist, denn man bekommt eine vollwertige Lizenz. Die auch nach den 12 Monaten uneingeschränkt gültig ist. Es wird nichts automatisch verlängert.
    Wenn ich den Preis mit Cubase vergleiche – hab mir vor zwei Jahren Cubase Pro 8 gekauft – ist Bitwig deutlich günstiger. Bei Cubase hätte ich für das 8.5 Update schon bezahlen müssen. Und auf 9 kostet mich das Update 200€.

    Bei Bitwig bekomme ich 12 Monate lang alle Updates.

    Und zu den Features: Es gibt keine DAW auf dem Markt die diese Art der Modulation so einfach zulässt. Jetzt kommen noch Geräte für MIDI und CV dazu was ich richtig gut finde. Dann kann ich meinen SubPhatty leichter über Bitwig bedienen als mit dem mitgelieferten VST von Moog, oder meinen Blofeld.

    CV Steuerung direkt aus der DAW….der Hammer. Das geht sonst nur bei Reaktor oder bei Overbridge mit der Elektron Hardware – also in einem VST. Das läuft in Bitwig dann aber nativ in der DAW. (korrigiert mich, wenn ich etwas vergessen habe oder falsch liege)

    Ich hab kein Modularsystem (noch nicht……das Kickstarter Projekt wurde ja gut finanziert) aber dafür ist das richtig geil. Alle Modulatoren an externe Geräte schicken :)

    Bitwig hat viele Features die andere DAW´s nicht haben und wahrscheinlich nie haben werden, weil deren Core ganz anders programmiert ist. Es gibt bestimmt Sachen die man jetzt noch nicht hat auch nicht in Version 2. Aber es ist Bitwig 2 und nicht Cubase 9 oder Live 9 oder Reason 9 :)

    Ich denke die werden eine super Zukunft haben und für mich ist das die fortschrittlichste DAW.

    • Michael Justin sagt:

      Das Update von 8.5 Pro auf 9 Pro kostet 99,90€ …keine Ahnung an wen Du 200€ bezahlt hast. Bei Steinberg gilt seit vielen Jahren die Rechnungsformel: 2 Jahre = 150€ für den Updateverlauf.
      Die Erstanschaffung von Cubase ist teurer als bei Bitwig…das relativiert sich allerdings sehr schnell, wenn sie dieses Bezahlmodell umsetzen.

      • don_Looney sagt:

        Ich meinte das Update von 8 auf 9. Hab mir 8.5 nicht gekauft.

        Aber beim Bezahlmodell gehen die Meinungen auch total auseinander. Hätt ich nicht gedacht. Hab den Punkt auf der Seite von Bitwig gelesen und dachte mir: Ok 12 Monate alle Updates – nicht schlecht. Bin mal gespannt auf wievielen Rechnern man es gleichzeitig nutzen kann. Bei v1.x geht es ja auf 3 Workstations. Hab den Support angeschrieben um nachzufragen ob das mit dem neuen Lizenzmodell auch so bleibt.

  5. Dieter sagt:

    Bitwig hat die Modularsystem und Kolaboration seit Tag 1 für version 2 versprochen. Nicht da, aber hallo!
    Bitwig hat kein Geld mehr?

    • don_Looney sagt:

      Auf der Seite von Bitwig wird darauf auch eingegangen. “ And a little bit down the road, our internal development tool for programming Bitwig Devices will be available to anyone who wants to go
      down that road. (You’ve probably seen some older screenshots of that
      environment; new paint and programming languages are coming.) We look
      forward to inviting you in for these enhancements and much more…“

      Mit der Kolaboration wird es bestimmt auch noch ein „wenig“ dauern.

  6. Mayfield sagt:

    Bin auch kein Fan davon. Aber z.B. als Waves Mercury Kunde „kann“ ich auch fast jedes Jahr 300$ für das Updatemodell bezahlen. Und neuerdings fängt Waves an so wenig wie möglich neue Plugins ins Mercury einzubinden weil sie es dann „verschenken“ würden. Ist auch nicht ganz fair, aber irgendwann rächt sich im Business alles.

  7. Michael Justin sagt:

    …der Grund ist einfach der, das am Ende jeder Kunde deutlich mehr bezahlten soll…bei Steinberg verlangt man in zwei Jahren ca. 150€ für ein „0.5“ und ein „1.0“ Update…und das war´s. SONAR ist eine in .de weit unterschätzte und großartige DAW…allerdings hat mich deren Abo – Einführung direkt zurück zu Cubase beordert. Bei allen Verständnis für die Entwickler…das Abomodell hat NICHTS mit Service, Fairness oder Kundenfreundlichkeit zu tun. Es soll AUSSCHLIESSLICH mehr Einnahmen generieren…

    • don_Looney sagt:

      Da gebe ich dir Recht. Das Unternehmen muss aber auch gewinne erzielen und gesund bleiben. Bitwig hat auch nur Bitwig auf dem Markt. Keinen Hardwarecontroller oder andere Software wie Steinberg oder Abelton. Ich denke das dieses Finanzierungsmodell wichtig für die Entwicklung ist. Hab mal eine Radiodoku über Bitwig gehört indem auf die Problematiken der generellen Finanzierung der V1 eingegangen wurde. Ich denke das Abomodell soll auch eine gewisse Sicherheit bei den Entwicklern schaffen.

      Wenn ich jedes Jahr 159€ bezahle und jedes Major Release solch einen Umfang wie von 1 > 2 hat, dann habe ich damit gar kein Problem.

      Und wenn keins kommt warte ich bis das nächste released ist und dann werde ich mich wieder ins Abo einkaufen.

      • Mark sagt:

        Steht es den schon fest, daß man alle 12 Monate 159,00€ zahlen soll? Ich lese auf deren Seite nur, daß das Update von 1 auf 2 159,00€ kosten soll und danach jedes Jahr günstig Updaten kann. Ein Preis habe ich dort noch nicht entdecken können.

          • Mark sagt:

            OK, danke. Hmm, das ist natürlich teuer.
            Da komme ich als Cubase-User mit Cubase doch recht günstig weg.

            Scheint aber wohl nicht anders zu gehen, anscheinend läuft das Produkt dann wohl doch nicht so gut wie erwartet.

          • don_Looney sagt:

            Bei Cubase bezahlst du für jedes Update 199€. Für die zwischen Updates 50€ glaube ich. Hab auch Cubase 8 und sehe keinen Sinn auf 9 zu gehen. Bei Bitwig kommt mit Version 2 richtig viel dazu. Und wenn du nach 12 Monaten nichts cooles an den nächsten versionen findest kannst du jauf der letzten version die du bekommen hast bleiben. Die funktioniert ja trotzdem noch, ohne das du weiter bezahlst.

            Was viele immer vergessen. Bitwig (3 Workstations pro Lizenz) Cubase (eine Lizenz + iLok)

          • Mark sagt:

            Falsch, für Cubase zahle ich 150,00€ in zwei Jahren (100,00€ für die x.0 und 50,00€ für die x.5er). Cubase ist nicht durch iLok sondern durch eLicenser geschützt. Cubase kann ich auf soviele Rechner Installieren wie ich will nur muss ich dann eben den Dongle umstecken, was kein Problem ist.

          • don_Looney sagt:

            Ich meinte eLicenser. Sorry. Trotzdem Dongle. Bei Bitwig kann ich es auf 3 Rechnern *gleichzeitig* nutzen. Und das Update kostet 199€ von Cubase 8 Pro auf 9 Pro. Geh auf die Webseite und wähl es aus. Habs gerade gemacht. Wenn du vorher auf .5 updatest kostet es anscheinend 150€.

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