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Der OpenEars Kopfhörer mit integrierten Mikrofonen  ·  Quelle: Youtube / Binauric

3D-Sound geht doch nur mit jeder Menge Mikrofone, oder? Nicht ganz. Es gibt eine Technik namens „Binaurales Recording“, die es ermöglicht, mit nur zwei Mikrofonen einen 3D-Sound aufzunehmen. Dadurch ist das Hörerlebnis sogar noch näher am menschlichen Gehör als mit einem Surround-System.

Eine Möglichkeit ist, einen Kunstkopf zu verwenden, der in den Ohren anstelle eines Trommelfells je eine Mikrokapsel besitzt. Durch die Kopf- und Ohrmuschelform wird der Schall von den Mikros aufgenommen, wie er auch vom Menschen wahrgenommen wird. Der Kunstkopf und die Aufnahmetechnik sind kostenintensiv und bedürfen einiger Erfahrung, damit die Ergebnisse gut klingen. (Mehr Infos bekommt ihr hier und hier bei Wikipedia.) Das könnte nun einfacher werden.

Ein kleines Team aus München hat nun einen Kopfhörer auf Kickstarter vorgestellt, der für vergleichsweise kleines Geld jedem ermöglicht, selbst gedrehte Videos mit Stereo-3D-Audio zu versehen. Und dabei ist es noch extrem praktisch. Es handelt sich um In-Ear Kopfhörer, die über Bluetooth mit Smartphone (iOS, Android), Tablet oder gar einer GoPro Kamera kommunizieren. Anders als beim Klassiker Sennheiser MKE2002 man hört damit ganz normal Musik oder man nimmt mit den integrierten Mikros Sounds auf. Die Open Ears Kopfhörer unterstützen auch die HeadThrough Technik, die die äußere Welt beim Musikhören nicht abblockt, sondern in frei wählbaren Stufen ins Ohr leitet. Genial, wenn man beispielsweise auf dem Fahrrad gern Musik hören und trotzdem sicher durch den Verkehr kommen möchte.

Der integrierte Akku soll bis zu 6 Stunden wiedergeben und aufnehmen können und wird in einer Stunde wieder aufgeladen. Angesteuert werden die OpenEars per App iOS oder Android. Über die Soundqualität kann man noch nichts sagen, aber es sind auch drei Entwickler von AKG mit im Team, was mich sehr zuversichtlich stimmt. Die integrierten MEMS Mikrofone haben einen Frequenzumfang von 18 Hz bis 23 kHz. Ich bin mal gespannt, wie die klingen und mit Wind als Störquelle klarkommen.

Auf jeden Fall ist das ein sehr interessantes Projekt auf Kickstarter. Schade, dass es keine Möglichkeit gibt, die Binauric OpenEars auch mit einem herkömmlichen Kabel zu betreiben. Ich bin bei Funktechnik immer etwas skeptisch – vor allem, weil immer an der unpassendsten Stelle der Akku leer ist. Dennoch bin ich aktuell hin- und hergerissen, ob ich die 119 Euro als Early Bird Backer investiere, denn im Verkauf sollen die OpenEars dann 199 Euro kosten. Mit GoPro Dongle kostet es im Handel dann 399 Euro. Im Vergleich zu einem Kunstkopf ein Schnäppchen.

Mehr Infos: Binauric OpenEars Produktseite und Kickstarter Kampagne

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