5 Synthesizer-Neuauflagen, auf die wir schon viel zu lange warten
5 Synthesizer-Klassiker, die ein zweites Leben verdient haben
Billige Klone hin oder her – eine offizielle Neuauflage vom Originalhersteller ist die Krönung für jeden Synthesizer-Klassiker. Hier kommen die fünf Synthesizer-Neuauflagen, die wir uns am meisten wünschen. Vielleicht ist die Zeit reif?
Hinweis: Dieser Artikel von Adam Douglas erschien ursprünglich auf gearnews.com. Übersetzung und Ergänzungen: Lasse Eilers.
Synthesizer-Neuauflagen, auf die wir schon viel zu lange warten
Klone, Nachbauten und Software-Emulationen sind ja ganz nett, aber offizielle Synthesizer-Neuauflagen vom Originalhersteller haben einfach etwas Besonderes. KORG, der unangefochtene Meister dieser Disziplin, zeigte bereits 2013, wie es geht. Der MS-20 Mini war zwar etwas kleiner als das Original, aber ansonsten eine originalgetreue Neuauflage, von ein paar behutsamen Neuerungen wie USB-MIDI einmal abgesehen. Auf den Mini folgte bald das FS-Modell in Originalgröße. Später brachte der Hersteller auch den miniKORG 700S und den PS-3300 zurück; auch die Neuauflagen des ARP 2600 und Odyssey wurden von KORG umgesetzt. Rundum hervorragend und beeindruckend, aber wir brauchen mehr!

Hier kommen fünf weitere Synthesizer-Neuauflagen, die meiner Ansicht nach mindestens ebenso spektakulär wären. Und damit meine ich offizielle Reissues vom Originalhersteller und nicht etwa Nachbauten oder Klone von anderen Firmen. Also habe ich die Auswahl auf Hersteller beschränkt, die noch existieren. Bei einigen davon werdet ihr mir sicher zustimmen, während andere vielleicht nicht ganz so naheliegend sind. Dass die meisten dieser Synthesizer-Neuauflagen nicht unbedingt realistisch sind, ist klar, aber man wird ja noch träumen dürfen!
Synthesizer-Neuauflagen, auf die wir schon viel zu lange warten: KORG MS2000
Das Jahr, in dem der Y2K-Bug die Welt nicht zerstört hat, liegt 26 Jahre zurück. Damit ist der KORG MS2000, der in jenem Jahr erschien, offiziell ein Vintage-Synthesizer. Reif für eine Neuauflage ist er auch – und hier ist der Grund dafür.
Wir alle lieben den microKORG. Er ist kompakt und erschwinglich und so durchsetzungsstark wie kaum ein anderer VA-Synthesizer. Und obwohl er eine Menge Spaß macht, ist das Sounddesign mit ihm doch eine echte Qual. Hätte er doch nur mehr Regler!
Eine Neuauflage des MS2000 wäre genau das: ein microKORG mit dem Bedienfeld, das er eigentlich verdient gehabt hätte. Als Vorläufer des microKORG verfügt der MS2000 über im Wesentlichen die gleiche VA-Engine, bietet aber zusätzlich dieses großartige Panel mit zahlreichen Reglern.
Da virtuell-analoge Synthesizer gerade wieder voll im Trend liegen, wäre es vielleicht auch an der Zeit, den guten alten MS2000 wieder aufleben zu lassen.
Derweil ist der microKORG auch 24 Jahre nach seinem Erscheinen weiter bei Thomann* erhältlich.
Synthesizer-Neuauflagen, auf die wir schon viel zu lange warten: Moog Minimoog Voyager

Anfang der 2000er Jahre bin ich auf der NAMM-Show zufällig Bob Moog begegnet. Völlig aus dem Häuschen habe ich sicher irgendetwas Dummes zu ihm gesagt. Aber er war freundlich und zuvorkommend und diese Erinnerung liegt mir sehr am Herzen.
Da Moog Music nun zum inMusic-Imperium gehört, scheint sich der Hersteller weiter von diesem Mann entfernt zu haben als je zuvor. Deshalb ist es vielleicht vermessen, sich zu wünschen, dass Moog den Minimoog Voyager wieder auflegt – den letzten Synthesizer, der komplett aus der Feder des legendären Pioniers stammt. Umso schöner wäre es.
Nachdem Bob im Jahr 2002 endlich die Rechte am Namen Moog zurückerhalten hatte, zeigte er mit dem Voyager, wie er sich einen modernen Nachfolger des Minimoog Model D vorstellte. Im Laufe der Jahre gab es eine Reihe von Varianten, die ihren Höhepunkt im Minimoog Voyager XL fanden, dessen Produktion erst 2017 eingestellt wurde.
Es ist vielleicht realitätsfremd, von einem neuen Voyager zu träumen, wenn die Neuauflage des Original-Minimoog aus dem Jahr 2022 noch erhältlich ist (hier bei Thomann*), aber ich bin kein Geschäftsmann. Ich bin einfach nur ein Synthesizer-Fan, der der Meinung ist, dass die Welt ein bisschen mehr Bob-Energie gebrauchen könnte.
Synthesizer-Neuauflagen, auf die wir schon viel zu lange warten: Roland Jupiter-8
Ihr wusstet, dass das kommen würde. Rolands Jupiter-8 kam 1981 auf den Markt und ist heute einer der begehrtesten Vintage-Synthesizer überhaupt. Mit seinem umwerfenden Klang, der sich immer perfekt in den Mix einfügt, prägte er den Sound der 1980er wie sonst nur der DX7.

Deshalb verwundert es nicht, dass nicht nur Synth-Nerds dem Hersteller schon seit, nun ja, einer Ewigkeit in den Ohren liegen und lautstark eine Neuauflage fordern. Und ich habe das Gefühl: Wenn es jemals passieren sollte, dann vielleicht gerade jetzt.
Ich habe leider keine Insider-Informationen. Aber jetzt, da bei Roland entgegen früherer Beteuerungen mit der TR-1000 das analoge Zeitalter wieder angebrochen ist, wäre doch der richtige Zeitpunkt für einen neuen, echten analogen Polyphonen gekommen. Und der, den sich alle wünschen, ist der Jupiter mit seinen zwei Oszillatoren, dem berühmten Filter, dem legendären Unison-Sound und allem anderen, was ihn so besonders macht. Wir werden sehen.
Bis es soweit ist, bleiben uns nur die zahlreichen virtuell-analogen Imitate und Software-Versionen – und natürlich der grandiose analoge ISE-NIN von Black Corporation (hier bei Thomann*).
Synthesizer-Neuauflagen, auf die wir schon viel zu lange warten: Yamaha CS-80
Im Jahr 2019 fragte Yamaha seine Kunden per E-Mail, ob jemand an einer Rückkehr des CS-80 interessiert sei. Das Internet explodierte regelrecht. Es scheint zwar nichts daraus geworden zu sein, aber es zeigt doch, dass der Hersteller sich des Wunsches nach einer Neuauflage seines Klassikers von 1977 sehr wohl bewusst ist – jenem achtstimmigen Jahrhundertinstrument, das von Vangelis mit dem „Blade Runner“-Soundtrack unsterblich gemacht wurde und das einen gewissen Sir Paul McCartney zu „Wonderful Christmastime“ inspirierte.

Was macht den CS-80 so besonders? Abgesehen von dem wunderschönen Klang, der dadurch noch vielschichtiger wird, dass quasi zwei komplette Synthesizer in einem vereint sind, sind es vor allem die Ausdrucksmittel wie polyphoner Aftertouch und der lange Ribbon-Controller, den Vangelis so sehr liebte.
Werden wir jemals eine analoge Neuauflage des CS-80 von Yamaha erleben? Ich bezweifle es, aber es wäre natürlich grandios. Bis dahin könnt ihr euch mit einer der vielen Software-Emulationen trösten – oder mit dem atemberaubenden Deckard’s Dream von Black Corporation (hier bei Thomann*).
Synthesizer-Neuauflagen, auf die wir schon viel zu lange warten: Alesis Andromeda A6

Im Jahr 2000 widersetzte sich ausgerechnet Alesis dem digitalen Trend und tat das, wovor andere Hersteller bis heute zurückschrecken: Mit dem Andromeda A6 brachte Alesis einen üppigen, 16-stimmigen polyphonen Analogsynthesizer mit einem kraftvollen amerikanischen Sound auf den Markt. Der unter der Leitung von Erik Norlander entwickelte Synthesizer bot je zwei VCOs und Filter pro Stimme. Neben einem SEM-artigen 2-Pol-Multimode-Filter steht ein 4-Pol-Filter im Moog-Stil zur Verfügung. Außerdem verfügte der Andromeda über drei LFOs sowie drei sechsstufige Hüllkurvengeneratoren. Zur Abrundung gab es sowohl digitale als auch analoge Effekte. Untergebracht war das alles in einem großen Gehäuse mit einem einzigartigen, von Axel Hartmann entworfenen Bedienfeld. (Auf Axels Website gibt es eine tolle Geschichte darüber, wie es dazu kam, dass er am A6 mitarbeitete.)
Von allen Synthesizer-Neuauflagen, die wir uns wünschen, ist diese wahrscheinlich am unwahrscheinlichsten – schon allein deshalb, weil Alesis keine Synthesizer mehr herstellt, und zwar schon seit dem 2004 erschienenen Micron nicht mehr. Allerdings gehört der Hersteller zu inMusic, wie inzwischen auch Moog. Ich denke, ihr wisst, worauf ich hinauswill. Hey, inMusic, warum setzt ihr nicht ein paar Moog-Entwickler an ein streng geheimes neues Alesis-Projekt?
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