von Dirk | Geschätzte Lesezeit: 8 Minuten
Synthesizer layern – Ideen für spannendes Sounddesign

Synthesizer layern – Ideen für spannendes Sounddesign  ·  Quelle: Gearnews / u-he / Xfer Records

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Synthesizer layern – damit bringst du dein Sounddesign in Schwung. Denn in diesem Ansatz verbergen sich viele Tricks zum Erstellen von aufregenden Klängen. Dabei geht es nicht um einfaches „Stacking“ von Synthesizer-Spuren und typischen Unisono-Sounds, sondern vielmehr um kreative Ideen, die für überraschende Ergebnisse mit Wow-Faktor sorgen. In diesem Workshop geben wir dir ein paar Inspirationen, wie du Synthesizer-Sounds neues Leben einhauchst.

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Synthesizer layern: Darauf musst du achten

Bevor du Synthesizer mit anderen Sounds im Layer nutzt, solltest du dir über ein paar Aspekte Gedanken machen. Auf der einen Seite steckt hier nämlich viel kreatives Potential drin, gleichzeitig ist es aber auch möglich, dass das Ergebnis undefiniert und „vermatscht“ klingt. Um das zu verhindern, solltest du ein paar Sachen beachten:

  • Kommen sich Sounds in die Quere? Besser ist, wenn jeder Sound seinen eigenen Raum hat. Das gilt besonders für die Frequenzbereiche der einzelnen Layer, eventuell aber auch für das Panorama oder die Tiefenstaffelung.
  • Hüllkurven und Transienten beachten: Mische nicht zu viele Sounds mit „harten“ Transienten zusammen. Besser ist beispielsweise eine Kombination aus einem Sound mit Transiente und einem weiteren, der im Vergleich etwas langsamer einschwingt. Mit den Parametern für die Lautstärkehüllkurve bekommst du das schnell in den Griff.
Synthesizer layern: In der Kopie der MIDI-Spur werden ein paar Parameter des Synthesizers verändert

In der Kopie der MIDI-Spur werden ein paar Parameter des Synthesizers verändert · Quelle: Gearnews

Kopie der Synth-Spur mit etwas anderen Einstellungen

Fangen wir mal ganz langsam an. Mit einer Kopie der MIDI-Spur doppelst du in der DAW zunächst den Synthesizer. So erhältst du quasi einen Sound, der aus mehr Oszillatoren besteht, als der eigentliche Klangerzeuger anbietet.

Mit leichtem Detuning in der Kopie „fettest“ du den Sound etwas an, eine dezente Modulation der Tonhöhe erzeugt Schwebungen. Wenn du eine Spur nach links und die andere nach rechts im Panorama verteilst, wird alles noch breiter. Im nächsten Schritt gruppierst du diese beiden Spuren und sorgst dafür, dass der Bassbereich schön mono in der Mitte sitzt – so bleibt die Phase stabil.

Um diesen Ansatz auf den nächsten Level zu bringen, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Die Kopie der Spur beinhaltet einen anderen Synthesizer mit einem völlig anderen Sound.
  • In beiden Spuren werden über Keyboard-Splits unterschiedliche Notenbereiche gespielt. Synth Nummer 1 spielt zum Beispiel nur die unteren Oktaven, während der andere Synthesizer (mit einem anderen Klang) die oberen Oktaven übernimmt.
Ein Sample im passenden Tuning ist eine ergiebige Option, wenn du Synthesizer layern willst

Ein Sample im passenden Tuning ist eine ergiebige Option, wenn du Synthesizer layern willst · Quelle: Gearnews

Synthesizer mit Sample layern

Wenn du Synthesizer layern willst, versuche es mal mit einem Sample als weiteren Klangerzeuger. In der DAW geht das sehr schnell und du bekommst vielfältige Möglichkeiten, das Sample zu manipulieren.

Normalerweise spielt ein Sampler oder Sample-Player die Samples so ab, dass diese auf hören Tonlagen schneller und damit kürzer spielen – in den niedrigen Tonlagen verhält es sich genau andersrum. Im Layer mit einem Synthesizer klingt das sehr interessant.

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Mittlerweile ist aber auch Timestretching oder Warping in Echtzeit kein Problem. Dabei behält das Sample die Abspiellänge und verändert lediglich die Tonhöhe. Dadurch bekommt der Sound einen granularen Charakter, den du mit weiteren Einstellungen definierst.

Versuche außerdem mal, einen Teil des Samples zu loopen.

Durch das Loopen des Samples entsteht mitunter eine neue Textur im Layer

Durch das Loopen des Samples entsteht mitunter eine neue Textur im Layer · Quelle: Gearnews

Nicht nur tonale Samples eigenen sich für das Layering mit Synthesizer-Klängen

Als Samples eignen sich Synth-Sounds, Aufnahmen von akustischen Instrumenten aber auch mit Rauschen oder perkussiven Sounds entstehen spannende Ergebnisse.

Bei tonalem Material ist es wichtig, dass die Tonhöhe passt. Stimme das Sample am besten auf ein mittleres C und nimm das als Startpunkt für weiteres Feintuning. Apropos Startpunkt: Es lohnt sich ebenfalls, mal mit dem Startpunkt des Samples zu experimentieren. Diesen steuerst du durch die Anschlagstärke und erhältst ein noch dynamischeres Ergebnis.

Noise- oder Drum-Sounds funktionieren dabei gut, wenn diese nicht durch die eingehenden Noten transponiert werden (auch „Keytracking“ genannt). Achte bei perkussivem Material auf die Transienten – speziell dann, wenn viele Akkorde gespielt werden. Hier ist es eventuell hilfreich, monophones Spielen der Samples zu erzwingen. Die meisten Sampler bieten dafür eine Option an. Aber auch das Transponieren durch die eingehenden Noten kann mit Drum-Sounds oder Noise-Samples zu sehr interessanten Ergebnissen führen!

Eine Audiospur als Layer bietet viele Möglichkeiten zur klanglichen Manipulation

Eine Audiospur als Layer bietet viele Möglichkeiten zur klanglichen Manipulation · Quelle: Gearnews

Mit einer gerenderten Audiospur den Synthesizer layern

Für diesen Ansatz renderst du die Synth-Spur in einer Kopie oder nimmst den Sound in einer neuen Spur auf. Mit einer Audiospur lassen sich nämlich viele Dinge anstellen. Du kannst die Aufnahme beispielsweise mit einem Mausklick „umdrehen“ und rückwärts laufen lassen.

Ähnlich wie bei Samples, gibt es in heutigen DAWs viele Optionen, das Audiofile zu manipulieren. So stehen oft verschiedene Warping-Algorithmen zur Verfügung, um die Formanten oder die Tonhöhe drastisch zu verändern. Du kannst natürlich auch in einer Kopie der MIDI-Spur schnell ein paar Oktaven nach oben oder unten transponieren, bei einem gewarpten Audiofile klingt das Ergebnis aber anders – und genau darum geht es ja beim Layern.

Eine Audiospur erlaubt dir zusätzlich, einzelne Bereich schnell zu zerschneiden, Teile zu löschen oder ausgewählte Stellen mit anderen Sounds zu ersetzen. Viele Möglichkeiten, die in einer einfachen Kopie der MIDI-Spur nicht so einfach sind!

Die Akai APC ist eine der wenigen DAW-Controller mit Crossfader

Die Akai APC ist eine der wenigen DAW-Controller mit Crossfader · Quelle: Akai Pro

Zwischen zwei oder mehr Layern überblenden

DJs kennen diesen Trick: Über den Crossfader am DJ-Mixer wird in Sekundenschnelle von einem Sound zum anderen gewechselt oder smooth und langsam übergeblendet. Und genau das klingt auch sehr cool beim Synhesizer layern.

In Ableton Live kannst du in der Session-Ansicht einen frei belegbaren Crossfader anzeigen lassen, den du entweder über Automationen oder einen Controller wie die Akai APC 40 (hier bei Thomann kaufen*) steuerst. Eine alternative Möglichkeit ist, mit den Lautstärke-Fadern einen ähnlichen Effekt zu erzeugen.

Das ständige Wechseln, Cutten und Überblenden zwischen Layern sorgt für spannende Morphing-Effekte. Die beiden Synth-Spuren können zum Beispiel mit unterschiedlichen Klangerzeugern befüllt werden oder mit verschiedenen Effekten. Auf der einen Spur liegt ein Reverb, in der anderen ist ein Delay – der permanente Wechsel verwandelt den Sound ständig in etwas Neues.

Besonders bei monophonem Material klingt es toll, wenn die Kopie in ein Reverb geschickt wird und dabei Vibrato, Glide oder Portamento verändert werden

Besonders bei monophonem Material klingt es toll, wenn die Kopie in ein Reverb geschickt wird und dabei Vibrato, Glide oder Portamento verändert werden · Quelle: Gearnews

Synthesizer layern und mit Reverb bearbeiten

Keine Frage, Effekte gehören zu den wichtigsten Tools beim Musikmachen. Und wie du in dem vorigen Absatz bereits gesehen hast, lassen sich damit auf zwei oder mehr Layern viele verrückte Ideen umsetzen.

Hier eine sehr coole Technik, die besonders gut mit einem Reverb funktioniert. Du erstellst dafür wieder eine Kopie der Synth-Spur und in diese Spur fügst du ein Reverb ein. Die Originalspur dient als trockenes Signal, die Kopie wird zum „Wet-Kanal“ umfunktioniert. Damit ist gemeint, dass das Reverb hier auf 100 % eingestellt wird, also kein trockenes Signal zu hören ist.

Nun zum spannenden Teil: In der Kopie bearbeitest du die Parameter des Synthesizers. Dabei geht es zunächst gar nicht mal um Oszillator- oder Filtereinstellungen, sondern vielmehr um Parameter wie Glide, Portamento oder die Hüllkurven. Eine Modulation der Tonhöhe über einen LFO bietet sich hier ebenfalls an. Je krasser das „Bending“ der Noten ausfällt, desto deutlicher macht sich der Effekt bemerkbar.

Wenn du nun das Original mit dieser Reverb-Kopie mischt, entsteht ein sehr cooler Sound. Und zudem stehen dir hier wieder alle Optionen offen, den in das Reverb gehenden Sound nach Herzenslust zu bearbeiten und von der Vorlage abzuheben.

Korg Monologue ist ein Beispiel für günstige Analog-Synthesizer

Korg Monologue ist ein Beispiel für günstige Analog-Synthesizer · Quelle: Korg

Plugin-Synthesizer mit analogen Synthesizern kombinieren und vice versa

Selbst wenn du bevorzugt mit Rechner und Plugins arbeitest – es lohnt sich, den Sound von Plugins mit denen aus einem analogen Gerät zu mischen. Mittlerweile gibt es viele günstige Analog-Synthesizer, ein Audiointerface besitzt du mit Sicherheit bereits. Vermutlich verfügt das auch über einen MIDI-Ausgang – viele neue Hardware-Synthesizer lassen sich sogar über USB steuern.

Bei Thomann* findest du eine riesige Auswahl von Analog-Synthesizern, da sind auch viele preiswerte Modelle dabei.

Fazit

Wenn du Synthesizer layern willst, steht dir eine Bandbreite von kreativen Möglichkeiten zur Verfügung. Mit diesen Techniken bringst du deine Synthesizer (und natürlich auch andere Klangerzeuger) auf das nächste Level. Sounds werden lebendiger, abwechslungsreicher und charaktervoller. In der DAW musst du dafür keinen großen Aufwand betreiben und die Ergebnisse lohnen sich!

Weitere Infos

Videos über Layering von Synthesizern

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