von Dirk Behrens | 3,9 / 5,0 | Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten
Savant Audio Labs Quantum 2772 Evolution:

Savant Audio Labs Quantum 2772 Evolution:  ·  Quelle: Savant Audio Labs

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Seit dem Quantec Room Simulator steht der deutsche Hersteller Quantec für hochwertige Halleffekte. Und lange Zeit galt die Devise, dass sich der mit jedem Modell weiterentwickelte und auf DSPs laufende QRS-Algorithmus nicht als Plug-in portieren lässt. Zu viel CPU-Power würde ein Plug-in verbrauchen – nur die Hardware könnte diese Klangqualität liefern. Jetzt stellt der Entwickler Savant Audio Labs Quantum 2772 Evolution vor und behauptet, den Sound „eines legendären Room Simulators“ aus Deutschland zum ersten Mal präzise mit einem Plug-in abzubilden. Ist Quantum 2772 Evolution das nächste Level von Reverb-Plug-ins?

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Savant Audio Labs Quantum 2772 Evolution

Bei dem Plug-in handelt es sich um ein algorithmisches True-Stereo-Reverb, als Inspiration dient Herstellerangaben zufolge ein „legendärer deutscher Room-Simulator-Algorithmus“. Auf eine genaue Angabe der Hardware-Vorlage verzichtet Savant Audio Labs allerdings, es handelt sich demnach nicht um ein offiziell lizensiertes Produkt. Ist es ein Yardstick 2492 oder ein 2402? Wie auch immer – den zugrundeliegenden Algorithmus gibt es nun zum ersten Mal in Form eines Plug-ins. Der sogenannte QRS-Algorithmus unterscheidet sich laut Savant Audio Labs jedenfalls fundamental von üblichen Codes in Reverb-Effekten.

Im Ergebnis soll Hall der Marke Quantec extrem realistisch und natürlich klingen. Und genau diese Eigenschaften will Quantum 2772 Evolution nun in die DAW bringen, wohlgemerkt ohne den Einsatz von Impulsantworten oder Modulationen der Hallfahne. Während die Hardware einen leicht metallischen Effekt erzeugt, eliminiert das Plug-in diesen sogar durch eine Optimierung der Filter.

Ein Video (siehe weiter unten) zeigt einen „Nulltest“ und will so belegen, dass der Sound mit der Hardware-Vorlage haargenau übereinstimmt. Das ist fast unglaublich und wirft auch Fragen auf. Savant Audio Labs sagt, dass jahrelange Arbeit in den Code investiert wurde. Ist es möglich, dass dabei diese Präzision erreicht wird? Oder steckt hier der Original-Algorithmus drin? Der müsste ja eigentlich geistiges Eigentum von Quantec sein.

Feste Raumgröße und krasser CPU-Verbrauch

In den Features bleibt das Plug-in ähnlich wie das Original sehr eigentümlich. Die Reverb-Zeit ist hier nämlich fest eingestellt und kann nicht verändert werden.

Neben der Auswahl eines Presets stehen insgesamt 11 Parameter zum Feinjustieren des Sounds zur Verfügung. Dazu gehören Regler für die Lautstärke der Erstreflexionen und des Reverbs, mehrere Delay-Einstellungen, Regler für Bandbreite, die Dichte oder die Betonung der hohen und tiefen Frequenzen. Zudem gibt es Schieberegler für Korrelation und Haas-Effekt.

Auch in Bezug auf den CPU-Verbrauch ist das Plug-in recht ungewöhnlich. Angeblich beansprucht Quantum 2772 Evolution in einer Instanz ungefähr die Rechenleistung von 100 herkömmlichen Reverb-Plug-ins. Schon aus diesem Grund sollte vor einem Kauf unbedingt die kostenlose Demoversion installiert und getestet werden!

Sobald ich Zeit habe, werde ich mir die Demo installieren und mich genauer mit dem Plug-in beschäftigen. Die Audiobeispiele auf der Website des Herstellers klingen fantastisch und machen total neugierig. Kommt jetzt eine neue Generation von Reverb-Plug-ins?

Spezifikation und Preis

Savant Audio Labs Quantum 2772 Evolution läuft als VST3 und AU auf macOS (der Hersteller macht hier keine weitere Angaben, Apple Silicon wird aber nativ unterstützt) sowie Windows (10 oder neuer).

Zur Einführung liegt der Preis bei 74 US-Dollar, regulär kostet das Plug-in 99 US-Dollar.

Weitere Infos über Savant Audio Labs Quantum 2772 Evolution

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16 Antworten zu “Savant Audio Labs Quantum 2772 Evolution: Quantec Reverb als Plug-in?”

    HotRod sagt:
    0

    „Angeblich beansprucht Quantum 2772 Evolution in einer Instanz ungefähr die Rechenleistung von 100 herkömmlichen Reverb-Plug-ins.“
    Wenn das stimmt, und ohne das tatsächlich ausprobiert zu haben, glaube ich nicht, dass viele Systeme in der Lage sind, 100 aktive Reverb-Plugins zu verkraften.
    Die Schlußfolgerung daraus: Das Quantum 2772 Evolution wird auf den meisten System nicht laufen.

      Dirk Behrens sagt:
      0

      Deshalb empfehle ich, unbedingt die Demoversion zu testen. Die Frage ist natürlich, wieviel CPU-Last ein „gewöhnliches“ Reverb-Plug-in verbraucht. Und das Quantum 2772 Evolution ist jetzt bestimmt nicht unbedingt ein Effekt, der auf vielen Kanälen als Insert-Effekt eingesetzt wird. Ich würde es vermutlich bevorzugt benutzen, um den Mix ein bisschen zu verdichten und in einen realistisch klingenden Raum zu setzen.

    Green Dino sagt:
    0

    „Ein Video (siehe weiter unten) zeigt einen „Nulltest“ und will so belegen, dass der Sound mit der Hardware-Vorlage haargenau übereinstimmt. Das ist fast unglaublich und wirft auch Fragen auf.“

    Ja, krass! Das wirft allerdings einige Fragen auf….

    Mattze sagt:
    0

    Über einen Test würde ich mich echt freuen. Ich kenne das Gerät nur aus Erzählungen, die manchmal doch recht überhöht klangen ^^

      Dirk Behrens sagt:
      0

      Bei uns wird es sehr wahrscheinlich keinen Test geben, aber teste doch einfach mal selber! Eine Demoversion gibt es kostenlos. Die Soundbeispiele auf der Website finde ich auf jeden Fall extrem krass. Ich kenne die Hardware auch nicht, habe lediglich ein paar Impulsantworten davon. Aber auch ohne irgendwelche 1:1-Vergleiche klingt dieses Plug-in für mich sehr gut.

    Thomas K sagt:
    0

    ich habe es eben auf meinem Mac mini m1 geladen und es ist bei weitem nicht das hungrigste reverb. Nein, es ist super im verbrauch.
    Ich hatte den QRS Raumsimulator als Hardware in den 90ern und vermisse ihn bis heute. Bisher kann ich sagen, dass ich es kaum fassen kann. Damit habe ich nie gerechnet und jetzt ist er wieder da ? Die ersten Klänge sind grandios. Ich werde es gleich heute kaufen. Juhuuuuuuuuu !!!!!

      Dirk Behrens sagt:
      0

      Danke für dein Feedback!

        Thomas K sagt:
        0

        Sehr gerne.
        Ich habe es bis eben getestet und mir die videos auf deren Seite angesehen. Die soundbeispiele sind sehr aussagekräftig, auch gegen das Bricasti gegenübergestellt. Also ich habe es bene gekauft. Und ich kann nur sagen, es ist kaum zu glauben.

        Thomas K sagt:
        0

        Ich muss es noch mal sagen: meine Auslastungsanzeige (Logic) zuckt nicht mal. Also es ist definitiv kein Ressourcen hungriges Plug-in.
        Also lasst euch von dieser Aussage (soviel wie 100 Instanzen) nicht abschrecken. Demo runterladen und ausprobieren. Ja, ich weiß, es gibt mittlerweile unzählige Plugins, aber das hier ist was neues.
        So, jetzt schnell wieder ab in die Simulation.

    Thomas K sagt:
    0

    Ich muss nochmal was ergänzen:
    Vielleicht habe ich es nur nicht gefunden, aber ich kann keine Userpatches abspeichern. Das ist seltsam. Ich bin nach wie vor vom sound begeistert, aber daß man nicht abspeichern kann ist merkwürdig.

    Gerald sagt:
    0

    Hi,

    ansich super, aber was ist denn hier passiert:
    https://vimeo.com/726385746?embedded=true&source=video_title&owner=179562949

    Ab ca. 4min:10, das klingt das Plug-In wie durch einen Bitcrusher gejagt?!

      Thomas K sagt:
      0

      Stimmt. Ich habe das Quantum Reverb gekauft und nun etwas länger damit experimentiert. Daß ich den QRS XL besaß ist ca 30 Jahre her, daher ist meine Erinnerung natürlich nicht perfekt. Ich meine mich aber erinnern zu können, das der Raumsimulator auch so klingen konnte. Welcher Parameter damals dafür verantwortlich war, kann ich nicht mehr sagen. Beim Plugin ist es jedenfalls der Density Regler. Wenn man den voll aufdreht, ist der „Bitcrusher“ Effekt, kaum noch zu hören.
      Ich habe es dennoch nicht bereut, es gekauft zu haben. Auch wenn es noch hier und da etwas hakt (die Regler bewegen sich etwas widerwillig), freue ich mich, daß sich jemand mit dem Hall des Quantec Raumsimulators befasst. Für meinen Geschmack das spannendste Hallgerät, was jemals gebaut wurde. Besonders für elektronische Musik (also das, was man früher darunter verstand, nicht dieses Rumpf tschack Rumpf tschack Gedröhne). Ich hoffe darauf, daß der Entwickler Updates liefert, die es immer weiter verbessern.
      Für 74€ konnte ich nicht widerstehen.
      Ach ja, auf Nachfrage, wegen der Speicherbarkeit, bekam ich die Antwort, daß es innerhalb des Plugins noch nicht geht, wohl aber in der DAW.
      Also bei Logic hat man dann ja das Aufklappmenue, welches nach oben hin öffnet und man dort Speichern und Laden für jedes Plugin findet. Bei anderen DAWs ist es sicher ähnlich möglich. Begründung war, daß es den Aufwand für die Funktion nicht lohnt und wohl in einem der Updates erfolgen soll.

    ray sagt:
    0

    Ich kann nicht behaupten dass das auch nur annähernd an einen Bricasti oder 480 ran kommt. Ich hatte sogar mal nen Yardstick , aber der hatte Tiefe und Evolution, der Filter klang auch anders.
    Aber bröselig ist er genau so.

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