Modal ELEMENT One: Mehr Performance, weniger Menüs
Virtuell-analoger Synthesizer mit acht Stimmen

Der Modal ELEMENT One verbindet leistungsfähige virtuell-analoge Synthese mit einer einfachen Bedienung – perfekt für Live-Performer und Einsteiger. Wo liegen die Unterschiede zum Cobalt8?
Modal ELEMENT One
Modal Electronics überrascht auf der Superbooth 26 mit dem ELEMENT One. Das erste Instrument, das komplett nach der Neustrukturierung des Herstellers entstand, ist ein achtstimmig polyphoner, virtuell-analoger Synthesizer wie der Cobalt8. Im Gegensatz zum Cobalt kommt der in Zusammenarbeit mit dem Hartmann Design Team entwickelte, rund 4,5 kg leichte ELEMENT One äußerlich jedoch deutlich übersichtlicher daher – ideal für Live-Performer, Synthesizer-Einsteiger und alle, die sich nicht mit komplexen Menüs herumschlagen möchten.
Dabei weist die Klangerzeugung unter der Haube durchaus ähnliche Eckdaten wie der Cobalt auf. Wie der große Bruder verfügt der ELEMENT One über zwei unabhängige Oszillatorgruppen pro Stimme. Insgesamt können pro Stimme bis zu acht Oszillatoren erklingen – oder bis zu 64 insgesamt. Dabei kannst du aus 34 Algorithmen wählen, die neben den Grundschwingungsformen auch Komplexeres wie Sync, Ring- und Crossmodulation, PWM, Bitcrushing und mehr umfassen. Auch das stufenlose Morphen zwischen Schwingungsformen wird unterstützt.

Die Filtersektion ähnelt ebenfalls dem Cobalt8 und bietet 31 Filtertypen, darunter auch solche mit Morph-Funktion. Zur Modulation bietet der Synthesizer je drei Hüllkurvengeneratoren und LFOs, die sich über eine Modulationsmatrix mit 12 Quellen und 55 Zielen zuweisen lassen; auch hier steht der ELEMENT One dem Cobalt8 in nichts nach.

Auch die Effektsektion mit drei Stereo-Effektblöcken scheint mit der des Cobalt verwandt zu sein. Hier stehen Effekte wie Chorus, Flanger, Tremolo, LoFi, Rotary, verschiedene Delays und Reverb zur Verfügung, die sich beliebig kombinieren und miteinander verketten lassen.
Wie der Cobalt8 verfügt der ELEMENT One über eine Tastatur mit 37 anschlagdynamischen Tasten und Channel Aftertouch. Für Pitch Bend und Modulation gibt es einen zuweisbaren Joystick. Was jedoch im Vergleich zum Cobalt fehlt, ist der polyphone Sequencer. Der ELEMENT One bietet lediglich einen programmierbaren Arpeggiator mit 32 Steps.
Die Klangerzeugung ist also ähnlich leistungsfähig wie die des Cobalt8. Der ELEMENT One kann sogar Patches des großen Bruders laden. Jedoch hat Modal Electronics das Bedienfeld kräftig zusammengestrichen. Zum Beispiel wird die komplexe Oszillatorsektion beim ELEMENT One mit lediglich drei Reglern bedient, statt wie beim Cobalt mit sieben. Auch bei den Hüllkurven, LFOs und dem Arpeggiator muss man mit weniger Bedienelementen auskommen; für die Effekte gibt es gar keine Knöpfe auf dem Bedienfeld. Jedoch lassen sich die Regler für die Hüllkurven auch als universelle Controller nutzen, die sich beliebigen Klangparametern zuweisen lassen.

Laut Modal Electronics soll der ELEMENT One dank seiner vereinfachten Bedienung dazu einladen, einfach loszuspielen und sich auf die musikalischen Ideen zu konzentrieren. Jedoch ist in meinen Augen vielleicht die Frage berechtigt, ob weniger Bedienelemente bei einer komplexen Klangerzeugung wirklich zu einer intuitiveren Bedienung führen – ist es nicht eigentlich eher umgekehrt? Wie sich der ELEMENT One im Vergleich zum Cobalt8 in der Praxis schlägt, werden die ersten Tests zeigen. Wer tiefer in die Klangprogrammierung einsteigen möchte, kann das jedenfalls auch problemlos tun: Die kostenlose MODALapp bietet einen umfassenden, komfortablen Editor und Zugriff auf sämtliche Details.
Preis und Verfügbarkeit
Der Modal Electronics ELEMENT One soll ab Juli 2026 verfügbar sein. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 649,- €.
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