von Lasse Eilers | Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten
Melbourne Instruments NINA

Melbourne Instruments NINA: Hybrider Polysynth mit motorisierten Reglern  ·  Quelle: Melbourne Instruments

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Der wahrscheinlich interessanteste neue Synthesizer auf der NAMM 2022 kommt von einem Startup aus Australien. Melbourne Instruments Nina ist ein 12-stimmig polyphoner Hybridsynthesizer mit analogen und digitalen Elementen. Das Besondere: Die Drehregler sind motorisiert und spiegeln zu jeder Zeit die Einstellungen der Klangerzeugung wieder. Hat Melbourne Instruments das Grundproblem speicherbarer Synthesizer gelöst?

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Melbourne Instruments Nina

Im Vorfeld der NAMM waren bereits erste Video-Teaser zu Nina aufgetaucht, die aufhorchen ließen. Ein Synthesizer, dessen Regler sich wie von Geisterhand gesteuert bewegen und zu jeder Zeit mit den tatsächlichen Einstellungen übereinstimmen – kann das überhaupt funktionieren? Geht das in der Praxis schnell genug, geht das nicht sofort kaputt, und was ist mit Modulationen per LFO oder Hüllkurve? Die Teaser ließen noch einige Fragen offen.

Zum Start der NAMM sind jetzt weitere Details zum Melbourne Instruments Nina bekannt geworden. Und wenn man den Entwicklern glauben darf, dann hat das Startup tatsächlich das Problem gelöst, das speicherbare Synthesizer seit jeher plagt, nämlich dass die Reglerstellungen nach dem Soundwechsel nicht mehr mit dem tatsächlichen Geschehen übereinstimmen. Möglich gemacht wurde das laut Melbourne Instruments durch die technischen Fortschritte bei Elektromotoren, die in den letzten Jahren vor allem dank des Drohnen-Booms erzielt wurden.

Hybride Klangerzeugung

Die 12-stimmige Klangerzeugung besteht aus einer Mischung aus digitalen und analogen Elementen. Neben einem analogen Oszillator, der sich zwischen Dreieck und Sägezahn variieren lässt, bietet jede Stimme einen digitalen FPGA-Oszillator und einen Wavetable-Oszillator, Samples werden auch unterstützt. Da der digitale Teil des Synthesizers auf einem Raspberry Pi mit Open-source-Software basiert, ist es laut den Entwicklern auch denkbar, dass man – die nötigen Kenntnisse vorausgesetzt – eigene Ideen per Software umsetzen können wird. Nähere Infos gibt es hierzu aber noch nicht.

Der Rest der Klangerzeugung ist klassisch aufgebaut und besteht aus Ladder-Filtern, Hüllkurven und LFOs. Darüber hinaus soll Nina auch einige integrierte Effekte bieten.

Doch zurück zu den Reglern. Die scheinen sich tatsächlich ziemlich schnell bewegen zu können und springen beim Soundwechsel praktisch verzögerungsfrei in die neuen Positionen. Auch kann man stufenlos zwischen zwei Patches morphen. Gut durchdacht ist auch, wie die motorisierten Regler in die Zuweisung von Modulationen eingebunden sind. Im Zuweisungsmodus kann man die verschiedenen Modulationsquellen per Taster auswählen und sieht dann anhand der Reglerstellungen sofort, wie stark sie sich auf die jeweiligen Ziele auswirken. Auch hier sorgen die Motorregler also für eine gute Übersicht. Die eigentlichen Modulationen – also die Auswirkungen von LFOs und Hüllkurven – werden hingegen wohl nicht von den Reglern wiedergespiegelt – das würde in der Praxis wohl auch eher zu Problemen führen.

Preis und Verfügbarkeit

Update: Der reguläre Preis beträgt 3500 US-Dollar, die ersten 100 Vorbestellungen bekommen darauf 500 US-Dollar Rabatt. Wer vor dem ersten November 2022 bestellt, bezahlt 3250 US-Dollar. Die ersten Modelle werden ausschließlich über die Website von Melbourne Instruments verkauft. Ab Dezember 2022 soll ausgeliefert werden.

Mehr Infos zum Melbourne Instruments Nina

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16 Antworten zu “NAMM 2022: Melbourne Instruments Nina – Polysynth mit motorisierten Reglern”

    Niemand sagt:
    0

    Diese roten Plastik-Buttons sehen nicht so richtig elegant aus.

    ringmodulator sagt:
    0

    na dann will ich mal eine 1khz modulation mit hohem amount sehen.
    im vid wird vor allem sound morphing gezeigt, hat schon bei clavia eherwenig brauchbare resultate gebracht.

      Hanna-dsr sagt:
      0

      Ich persönlich steh auf Endlosregler… bei Elektron ist das gut gelöst finde ich und macht spass…da erübrigt sich das Motorfaderdingens…obwohl das Teil ja gut ausschaut im Grunde

    Marco 🤔 sagt:
    0

    Ein LED Kranz war bisher ne feine Sache und kost nicht die Welt, ist auch leicht umsetzbar und geht nicht kaputt. Bei dem Ding hier sind wahrscheinlich die Motorfader teuerer als der ganze Synthesizer…. Dazu noch 12 Stimmen und nicht von Behringer, da stehen zuerstmal die Millionäre in einer Reihe und rufen dem Verkäufer kaufen kaufen zu…… Arturias neue 9er Collection für arme Leute klingt inzwischen so geil, dass sogar ich als alter Hardwarefreak beide Welten Vst und Hardware gleichzeitig nutze um noch mehr Möglichkeiten zu bekommen. Früher war das anders. Vst Instrumente sind heutzutage schon sehr gut geworden, fresse aber auch immer mehr Rechenpower. Aber gegen die alten 80ziger und 90ziger Geräte sind vsts alleine nicht genug für meine Ohren und Geschmack. Das hat nun inzwischen keine Allgemeine Gültigkeit mehr. Denn ich mag die ollen angestaubten Klänge sehr gerne. Und mache damit auch wirklich Musik und steppe nicht nur durch die Presets oder lasse den Sequenzer die ganze Musik machen 🤣🤣🤣

    VJDan sagt:
    0

    Hochkantvideos… irgendwann begreifen die Leute vielleicht doch nocht, dass unsere Augen NEBENEINANDER angeordnet sind. :-D

      Hirudo sagt:
      0

      Youtube shorts… ist als Handy-Content konzipiert, daher hochkant. Warum man das Handy nicht horizontal halten kann? Keine Ahnung…

        ringmodulator sagt:
        0

        weil Smartphones keinen motorisierte Drehvorrichtung haben. Ich frage mich überhaupt was sind das für Motoren und wie lange halten die.

    Christian sagt:
    0

    Ja, das ist was, was mich beim Dominion I bspw. sehr nervt. Speicherbarer Analogsynth schön und gut, aber wenn man umschaltet und muss dann erstmal 50 Regler abholen, bis man weiß was Sache ist… Gespeicherte Patches sind in dieser Form wohl eher nicht zum Weiter-Editieren gedacht. Ander hier beim Nina. Ich würde mal tippen, dass die Knobs nur beim Aufrufen/Morphen von Patches umspringen und nicht bei Modulation.

    Humpink sagt:
    0

    Wenn man sich mal anschaut was Motorpotis in Vergleich zu normalen Potis kosten dann würde ich eher darauf tippen dass die Kiste mindestens das doppelte von dem kostet was ein vergleichbar ausgestatteter Synth Kosten würde, aber mal schauen.

    Thomas K sagt:
    0

    Ich muss sagen, alle Achtung vor den Entwicklern heutzutage.
    Auf jede Neuerung wird hierzulande erst mal mit Besserwisserei, Nörgeln und Abwertung reagiert. Da gehört schon eine gute Portion Mut dazu, weiterzumachen.

    Edgar Marton sagt:
    0

    Ich fürchte das wird leider ein Prototyp bleiben, sei denn die Exit Strategie sieht einen Verkauf an Behringer vor. Keine richtige Präsentation auf der Website die auch irgendwie nerdig kommt.. das kann ja aber auch gewollt sein… jedoch davon mal kurzerhand 10.000 zu produzieren ist dann schon wieder eine andere Sache. Also Hersteller: abkaufen und zur Produktreife führen. Melbourne Inst. wird als Startup kaum sofort in Serie gehen können. Ich würde sofort kaufen… mich spricht die Retrooptik an.

    ringmodulator sagt:
    0

    Kickasstarter-Kampagne
    erinnert mich an Spacebee SB1
    da wurde viel geredet aber schlussendlich ist Godot doch nicht gekommen :)

    Anton der Schlaumeier sagt:
    0

    Also ehrlich, die sollen mal einen Designer einstellen! Alles eine Farbe, alle 109 Knöpfe in Rot, wie die Soldaten. Wie soll man das auseinander halten? Bisschen Farbe oder Formen geben dem Anwender schnellen Überblick. Endlos Regler und LED Ringe dran und das Ding wird verkäuflich. Da braucht man keine Marktforschungsstudie in Auftrag geben!

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