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Der neue ARP Odyssey in vollem Glanz  ·  Quelle: korg.com

Die Famlie v.l.n.r.: Korg ARP Odyssey, Rev. 1 (Limited Edition), Rev. 3 und Rev. 2 (Limited Edition)  ·  Quelle: korg.com

Die Neuvorstellung des Korg ARP Odyssey auf der NAMM liegt jetzt schon wieder ein paar Tage zurück – der angekündigte Verkaufsstart rückt immer näher. Grund genug, noch mal etwas genauer hinzuschauen, zumal im Internet in der Zwischenzeit einige Informationen zur Verfügung stehen. Kann der neue ARP Odyssey den Vergleich mit dem Original bestehen und hat er eine Chance auf einen Platz in der Must-Have-Liste? Die sehr detailgetreue Umsetzung dieser Neuauflage ist da jedenfalls ziemlich vielversprechend.

Mit der Vorstellung des neuen ARP Odyssey folgt Korg weiter dem Trend und dem Wunsch vieler Musiker, alte Synthesizer wieder zu vernünftigen Preisen verfügbar zu machen. Die Originale sind meist rar und werden dementsprechend teuer gehandelt. Mit der Neuauflage des MS-20 hat Korg bereits bewiesen, dass sie diesen Wunsch ernst nehmen. Als im Frühjahr des vergangenen Jahres offiziell bekannt wurde, dass Korg nun an einer Neuauflage des Odyssey arbeitet, wurde bereits spekuliert, welche „Revision“ (Entwicklungsstufe) des Klassikers wohl neu gebaut werden würde. Denn in der fast 10-jährigen Bauzeit des originalen ARP Odyssey gab es davon insgesamt drei, und jede hatte ihren eigenen Klangcharakter. Keine leichte Aufgabe also, die „Richtige“ auszuwählen.

Die drei Revisionen des ARP Odyssey waren auch an der unterschiedlichen Farbgestaltung erkennbar, für den neuen ARP wurde das Design der Revision 3 gewählt. Ausführungen im Look der Rev. 1 und Rev. 2 wird es als Limited Edition ebenfalls geben – unter der Haube sind aber alle drei erhältlichen Ausführungen baugleich. (Siehe zweites Bild oben in der Galerie)

Abgesehen vom unterschiedlichen Design der drei Revisionen, bestand der Hauptunterschied in der Bauart der jeweiligen Filtersektion. Verfügte Rev. 1 noch über ein Tiefpass-Filter mit einer Flankensteilheit von 12 dB, waren es bei Rev. 2 und Rev. 3 Filter mit einer Flankensteilheit von 24 dB. Für Rev. 3 wurde das Filter zusätzlich so überarbeitet, dass es auch bei einem hoch eingestellten Resonanzwert stabil arbeitete.
Dass sich drei unterschiedliche Filter-Bauarten deutlich auf den Klang eines Synthesizers auswirken, ist klar. Also eine ziemlich gute Entscheidung seitens Korg, alle drei Filter-Bauarten in den neuen ARP Odyssey zu integrieren und über einen Umschalter verfügbar zu machen. Man bekommt also sozusagen alle drei Versionen in einer!

Eine weitere schöne Neuerung ist der “Drive Switch“. Ist dieser aktiviert, verzerrt das Signal am Voltage Controlled Amplifier (VCA) und verpasst dem Sound etwas mehr Durchsetzungskraft.
Wie schon beim MS-20 mini hat sich Korg auch beim neuen ARP Odyssey dazu entschlossen, das Gehäuse um 14% zu verkleinern: Das spart etwas Platz, sorgt aber auch für eine etwas beengte Anordnung der Bedienelemente. Deshalb hat Korg dem neuen ARP Odyssey auch eine Klaviatur mit 37 Minitasten verpasst, die mittels der Transpose Buttons aber immerhin einen Gesamtumfang von 7 Oktaven bietet. Bleibt zu hoffen, dass sich die geschrumpften Maße nicht negativ auf die “Usability“ auswirken und auch die kompakten Fader und Schalter robust genug für einen ernsthaften Einsatz sind.

Auf den ersten Blick ist Korg die Neuauflage des ARP Odyssey gut gelungen! Das liegt sicherlich nicht zuletzt auch an der Zusammenarbeit mit David Friend, dem Entwickler des Originals. Anfang März soll der Korg ARP Odyssey verfügbar sein, spätestens dann sollte endgültig klar werden, ob es sich beim ARP Odyssey Nachbau um ein Must-Have handelt, anspielen ist auf jeden Fall Pflicht.

Alle weiteren Informationen zum Korg ARP Odyssey finden sich auf der Website des Herstellers.

Die Kollegen von Amazona konnten eines der ersten Geräte schon testen. Ein Blick lohnt sich auf jeden Fall.

UPDATE 13.02.2015: Er ist für 999 Euro gelistet – sogar ein Video ist dabei!

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