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Klassische Silverface-Front – ohne Schnörkel zum Fender-Klang  ·  Quelle: fender.com

Klassisch: Offene Bauweise und Anschlüsse für eine externe Box und den mitgelieferten Footswitch.  ·  Quelle: fender.com

Die 68er haben mehr als nur Hippies hervorgebracht. Da wäre zum Beispiel die schöne Silverface-Serie von Fender. Leider sind die Originale heutzutage entweder unerschwinglich oder schlicht in einem ranzigen Zustand. Außerdem stammen diese aus der ungeliebten CBS-Zeit, das will doch keiner. Auch wenn die Modelle klanglich über jeden Zweifel erhaben sind – zumindest in meinen Ohren.

Markenzeichen der Silverface-Amps waren vor allem die polierten Aluminium-Frontplatten, eben silbrig. Als sogenanntes Grillclothing, zu Deutsch „Frontbespannung“, wurde ein mit Silberfäden durchzogenes, schwarzes Netz verwendet. Sieht ein bisschen aus wie Lametta.

Fender verbaut in das Reissue-Modell des Custom Vibrolux Reverb ganz klassisch zwei 6L6-Röhren in der Endstufe, die zusammen 35 Watt bringen. Wer schon mal so einen Fender ausprobiert hat, weiß, dass 35 Watt durchaus zum Gehörsturz führen können. In der Vorstufe werden vier 12AX7 und zwei 12AT7 verbaut. Alle Röhren kommen von „Groove Tubes“, eine solide Röhrenmarke. Unkenrufe gibt es aber bei jeder Röhre. Austauschen kann man immer.

Zwei 10-Zoll Celestion TEN 30 beamen den Klang in den Raum, also eher für modernere Töne bis hin zum Crunch gedacht. Trotzdem sollte der Fender-typische knallende Twang rauskommen, ehrlich, alles andere wäre auch unzulässig. Wer die 10-Zöller nicht mag oder wem diese nicht reichen, kann an der Rückseite noch eine zusätzliche Box anschließen. Die internen Lautsprecher und die Box laufen dann parallel.

Ansonsten wurde der Amp weitgehend original belassen: vier Eingänge, aufgeteilt zu je zwei für den „Custom-“ und den „Vintage-Kanal“. Beide Kanäle müssen mit Volume-, Bass- und Treble-Regler auskommen, während der Vintage-Kanal zusätzlich noch Reverb und die beiden Regler Speed und Intensity für den Vibrato-Effekt * für beide Kanäle dazubekommt. Darüber hinaus ist jeden Kanal mit einem Bright-Schalter ausgestattet, schließlich gibt es auch Humbucker-Spieler. Nettes, neues Feature: Man kann beide Kanäle mit einer A/B Box parallel bespielen, ohne dass der Amp zickt.

*Besserwisser-Modus: Es heißt korrekt eigentlich Tremolo– und nicht Vibrato-Effekt. Da Fender das schon seit Beginn an falsch bezeichnet hat, füge ich mich hier einfach mal.

Mit knapp 20 kg ist der Fender Custom Vibrolux Reverb kein Fliegengewicht, aber gerade so noch im Rahmen, bevor man regelmäßig zur Physiotherapie muss. Preislich wird er sich wie seine 68er Reissue Kollegen Custom Princeton Reverb, Custom Twin Reverb und Custom Deluxe Reverb um die 1000 Euro einreihen. Wenn man das mit dem Preis eines gebrauchten Originals vergleicht, fast ein Schnäppchen, aber eben auch nur fast. Vierstellige Beträge schüttelt man nicht mal nebenbei aus dem Ärmel. Ich trauere meiner Gitarristenzeit mit meinem Fender Twin Reverb immer ein wenig nach und überlege schon lange, ob ich mir nicht mal wieder einen Fender Amp zulege – kein anderer kann diesen Clean-Sound. Sobald der Fender Custom Vibrolux Reverb beim Händler auftaucht, reiche ich einen Link nach.

Es gibt auch schon ein Video auf Youtube direkt von Fender, das ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Psst: HD einschalten.

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