von Julian Schmauch | 2,3 / 5,0 | Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten
Sind echte Bands passé? - Erster virtueller Act bei Major Label

Sind echte Bands passé? - Erster virtueller Act bei Major Label  ·  Quelle: Factory New / Capitol Records

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KO durch KI? Computer-generierte Tracks statt Lagerfeuerlieder? Ein erster virtueller Act wurde nun von Capitol Records, Teil von Universal, gesignt. FN Meka hat auf Tik Tok bereits zehn Millionen Follower. Und der selbstbetitelte „AI Rapper“ existiert rein virtuell. Sind wir im Zeitalter der virtuellen Popstars angekommen? 

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Update (24. August 2022): Einem Bericht der News York Times zufolge hat Capitol Records FN Meka bereits wieder aus seinem Roster genommen, nachdem es in den sozialen Medien massive Kritik gehagelt hatte. Laut einem Statement von  Industry Blackout, einer Bewegung, die sich für die Rechte afroamerikanischer Menschen in Musik und Medien einsetzt, grenze FN Meka „an eine beleidigende Karikatur, die die schwarze Community und Kultur beleidige.“ Auch in den sozialen Medien wuchs im Laufe der letzten Tage die Kritik. Nun hat sich Capitol Records von FN Meka getrennt und sich in einem öffentlichen Statement entschuldigt.

FN Meka unterschreibt bei Capitol Records: Erster virtueller Act beim Major

Bereits im April 2021 berichtete Music Business Worldwide über FN Meka, den ersten „AI-powered robot rapper“. Und zu diesem Zeitpunkt hatte der virtuelle Künstler schon über neun Millionen Follower auf Tik Tok. Auch wurden seine Videos dort über eine Milliarde Mal angesehen.

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Hinter FN Meka steckt die laut eigener Aussage erste virtuelle Plattenfirma „Factory New“. Mitgründer Anthony Martini erklärte Music Business Worldwide damals im Interview, dass man den virtuellen Rapper, basierend auf Tausenden von „Data Points“ (dt. Datenpunkte oder Informations-Cluster) aus den sozialen Medien und aus Videospielen, entwickelt habe.

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Fast alles an FN Meka ist virtuell, nicht nur sein Avatar. Auch die Musik wird größtenteils von Algorithmen geniert. So habe Factory New eine geschützte KI-Technologie entwickelt, die Popsongs analysiert. Und dann, basierend auf dem Ergebnis, Texte, Akkorde, Melodien, Tempo und Sounds erzeugt. Diese Elemente kombiniere man dann zum fertigen Song.

Virtueller Artist – echter Gesang

Die Stimme hinter FN Meka sei aber immer noch eine echte. Hier sei man aber auch kurz davor, eine Technologie einzusetzen, die die KI-generierten Lyrics glaubhaft virtuell einsingt. Laut Martini habe ein virtueller Artist gegenüber echten Künstlern und Künstlerinnen eine Vielzahl an Vorteilen. So altere der Artist nicht, Fans könnten so eine lebenslange Bindung leichter beibehalten.

Auch sei ein Avatar, sollte ihn ein Major Label unter Vertrag nehmen, zu hundert Prozent Eigentum der Plattenfirma. Skandale würden so der Vergangenheit angehören. Auch könne die Plattenfirma den virtuellen Act nach Belieben für Markenkooperationen einsetzen. Genau das hat Capitol Records erkannt. Die Plattenfirma gehört zum größten Major Label Universal und hat Acts wie ABBA, die Beastie Boys, Halsey, Katey Perry, Neil Diamond, Paul McCartney und Sam Smith unter Vertrag.

Und am 12. August 2022 erschien die erste Single von FN Meka auf dem Label, Florida Water. Der Track ist eine Kollaboration mit Gunna, US-Rapper, dessen letzte zwei Alben direkt auf die eins der Charts schossen, und dem professionellen Fortnite-Gamer Clix. Produziert wurde der Song von Turbo, der bereits für eine Reihe von Beats für Travis Scott, Young Thug und Lil Baby verantwortlich war.

Was meint ihr? Bricht nun das Zeitalter der virtuellen Artists an? Müssen Bands und kleine Acts nun bangen, dass kaum noch jemand auf ihre Konzerte kommt? Schreibt es uns in die Kommentare.

Infos über FN Meka als erster virtueller Act

Videos über FN Meka als erster virtueller Act

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14 Antworten zu “Update: FN Meka wurde gedropped – Erster virtueller Act bei Major Label”

    mike sagt:
    0

    Der Glaube soll ja Berge versetzen . . .
    Bestes Beispiel Kraftwerk oder Abba, vobei Karftwerk noch verträglich scheint, obwohl irgendwie merkwürdig. Die virtuellen Abbas auf der Bühne? 40 Jahre habe sie Ihre Fans vorgeführt und dann tun sie so als wäre alles wieder Friede, Freude, Eierkuchen. Sie haben ein brandneues Album am Start und lassen Ihre virtuellen Figuren auf der Bühne tanzen. Bei genauer Betrachtung ist das neue Album voll daneben und die Sänger klingen wie die Teerunde im Altenheim – nicht mehr zeitgemäss.
    Die virtuellen Acts werden sich durchsetzen und wieder verdienen Menschen viel Kohle damit
    Als Konsument müsste man sich die Frage gefallen lassen ob das gut ist. Wo Nachfrage ist wird Geld verdient

    anton sagt:
    0

    Teflon Sega ist ja schon vorher als virtueller Popstar durchgestartet. Solange die vocals noch eingesungen werden ists ja kein 100 Prozentiger ki-pop, sondern eher ein gutes marketing. Wird aber sich bald Realität. Pop Musik ist eh eher ein Produkt als dass das kreative Handwerk den Künstler ausmacht.

    donnie sagt:
    1

    puh, danke für die warnung.
    wie war das, „nur wer geld hat, kann reich werden“ wieso sollte ich miliardären noch mehr geld in den rachen schmeissen ?

    Mark sagt:
    1

    Allein bei dem Anblick bin ich schon raus…
    Btw. wenn es „echt“ eingesungen ist, wo ist es dann KI?…
    Ist doch wie Animation etc. die vertont ist. Will langsam keiner mit der echten Welt agieren?
    Dann gibts wohl bald die KI Zuhörer und BOT-Konsumenten dazu 🤔…
    Für mich völliger Blödsinn

    Musikkenner sagt:
    1

    Erinnert ihr euch noch an Gorillaz?
    Scheint mir das gleiche Konzept mit 3d Optik statt Cartoon.

    Speckgranate sagt:
    0

    „Sind echte Bands passé?“
    Ja, die können sich jetzt alle zur Ruhe setzen.

    Thomas Martin sagt:
    1

    Nach 25 Jahren Gorillaz ist das da das Beste, was auf dem AI Markt zu haben ist? Da war Max Headroom innovativer. Und die Stimme ist nicht mal synthetisch? Nach 15 Jahren Hatsune Miku? Sieht aus wie ein kurzweiliger, schon überaltert geborener Anachronismus. :)

    Thomas Martin sagt:
    2

    Warum fällt mir da Nestlé ein?
    Ach ja, genau. Stiehl ihnen das Grundwasser und verkauf es ihnen dann wieder teuer in Plastik.

    Hanz Damph sagt:
    0

    Ich hab schon ein Schleudertrauma vom Kopfschütteln. Menschen kaufen sowas, leider. Sie haben auch Handies, Tablets gekauft und jetzt E-Bikes. Es sind Menschen. Denen kannst du alles verkauften.

    Perry sagt:
    0

    Wie unterschreibt ein virtueller Act eigentlich einen Vertrag ? Das würde mich mal interessieren!

    Specktorpedo sagt:
    0

    „Laut einem Statement von Industry Blackout, einer Bewegung, die sich für die Rechte afroamerikanischer Menschen in Musik und Medien einsetzt, grenze FN Meka „an eine beleidigende Karikatur, die die schwarze Community und Kultur beleidige.““

    Äh sorry, aber stimmt leider schon: dergleichen nimmt ein Großteil der schwarzen Rap- etc.-Szene schon lieber selbsttätig vor. Dazu bedarf es keiner derartigen Beihilfe.

    hüli sagt:
    0

    Da kann man doch einfach virtuelle Geld zahlen. Also ich meine jetzt nicht BitCoin. Sonder künstliches. Also….

    Marco 🤣👍🎶🎶 sagt:
    0

    Übler Gesang und üble Musik und alles aus der Dose. Sorry Wenn ich das damals geahnt hätte wie sich die Musik verändert! Aber Bestand wird das sicherlich nicht haben. Denn die Person ist virtuell, und deshalb nicht exsistet. Wer verliebt sich bitte in Alexa? Niemand? Wem das passiert ist, bitte hier melden. Genau so tot ist auch diese Musik, wenn man das so nennen möchte oder muß llll

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