von stephan | 4,8 / 5,0 | Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten | Unsere Wertung: 5,0 / 5,0

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In diesem Jahr lassen wir mal die üblichen Best-of-Verkaufslisten außen vor und dachten uns, ihr habt vielleicht Lust auf ein paar persönlichere Zeilen. Viel Spaß beim Lesen meines „Best of 2022“ und kommt gut ins neue Jahr!

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Best of 2022: Back to live

Rückblickend betrachtet war 2022 ein gutes Jahr. Dabei sah es zu Beginn überhaupt nicht danach aus: Der Kalender war zum Jahresanfang so leer, dass ich darüber nachdachte, womit ich mir in den kommenden Monaten die Zeit vertreiben könnte, bis im Mai endlich wieder erste Shows stattfinden sollten.

Also beschloss ich, den Fokus auf den Kontrabass zu legen und meine Fähigkeiten auf diesem Instrument zu verbessern. Witzigerweise erhielt ich genau zu dieser Zeit einen Anruf: Jazzband sucht Kontrabassist, Touren für März und Dezember sind schon gebucht. Irre. Außerdem klopfte plötzlich ein mehrwöchiges Engagement im Berliner Tipi am Kanzleramt an die Tür, mit Wiederaufnahme im November.

Und so hatte ich unerwartet richtig gut zu tun, was sich quasi über den Verlauf des Jahres so weiter entwickelte. Allein im März spielte ich mehr Shows als in ganz 2021. Wie ihr euch denken könnt, habe ich mich riesig darüber gefreut, wieder mit anderen Musikern die Bühne teilen zu dürfen und auf Tour zu sein. Denn dafür brenne ich!

Konzerte in 2022

Dabei war der Live-Betrieb in 2022 alles andere als normal, denn man musste auf alles gefasst sein: Mangel an Backlinern, Mischern, Equipment, Tourbussen, Mietwagen, die Bahn spielt verrückt, Kollegen erkranken von heute auf morgen, Shows fallen nur wenige Stunden vor Anpfiff aus, nachdem man schon um die halbe Welt angereist ist. Im Livebusiness ist man knappe Deadlines und lange Tage gewohnt. Aber so krass wie in diesem Jahr war es noch nie! Trotz alledem: Dank der nicht kleinzukriegenden Eventbranche hat am Ende alles immer irgendwie geklappt.

Neues Equipment

Wer mich kennt weiß, dass bei mir dauerhaft eine Heavy-Gear-Rotation angesagt ist. Der Grund ist einfach: Ich bin einerseits total an allem möglichen alten und neuen Equipment interessiert. Andererseits finde ich es super spannend, für die gerade aktuellen Projekte den richtigen Sound zu finden. Und das bedeutet leider oftmals: Probieren geht über studieren. Besonders im Bandkontext.

Die Shows im Tipi und die gesamte Open Air Saison absolvierte ich mit meinen Custom Bässen von Knut Reiter. Dabei probierte ich einige neue Preamps, Saiten und Kompressoren aus. (Preci-Spieler aufgehorcht, testet unbedingt mal die Thomastik IN345 Superalloy*. Großartige Saiten, wie ich finde.) Bei den Jazz Shows nutzte ich meinen guten alten Yamaha Silent Bass (Vorgänger des neuen, leider sehr kostspieligen SLB300*) und nachdem ich für GEARNEWS.de die Boxen von Phil Jones testen durfte, musste ich mir sofort zwei C4 Cabs* zulegen. (Es ist wirklich erstaunlich, was die beiden Teile abliefern!)

Im Juni war ich mit dem phantastischen Kinderchor-Projekt 6K United unterwegs und setzte meine frisch erworbenen Origin Effects Bassrigs ein. Großartige Teile, die einen erstklassigen Amp-Sound und -Feeling über DI liefern! Allerdings: Jeden Abend musste ich die Regler meines Pedalboards kontrollieren, damit alle Einstellungen stimmen. Das hat mich genervt, weshalb ich mich im Hinblick auf solche Shows mit einem Fractal Audio FM3 einarbeite. Meine Lieblingsanschaffungen fürs Heimstudio waren ein Yamaha SPX90ii (kein Witz!) und ein Tegeler Audio Manufaktur Creme*. Was für ein geiles Teil!

Akai MPC statt Moog und Co.

Seit Langem treibt mich ein Gedanke um: Die meisten Bassisten setzen auf MOOG-Synthesizer, was zweifelsohne geil klingt. Allerdings kamen mir in den vergangenen Jahren immer mehr Basssounds unter, die aus mehreren Layern bestehen und mit einem gewöhnlichen subtraktiven Synthesizer gar nicht abgedeckt werden können. Da werden 808-Kicks mit digitalem FM-Biss und ungewöhnlichen Samples vermischt.

Die Lösung war klar, ein Sampler musste her. Und so kam es, dass ich mein bisheriges Setup in den Ruhestand schickte und mir eine Akai MPC Live 2* und später sogar noch eine MPC Key 61* zulegte. Damit kann ich wahlweise die internen Plugins verwenden, aber eben auch eigene Sounds bauen, die aus allen möglichen Samples der Welt bestehen können. Das Ergebnis bereitet mir große Freude, allerdings haben die Kisten eine krasse Lernkurve. Ihr seht schon: Ich bin hart Gear-süchtig und rette im Alleingang unsere Wirtschaft. ;)

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Fortbildung im Selbststudium

Natürlich habe ich auch für GEARNEWS.de getippt. Neben vielen News-Artikeln zu neuem Equipment widmete ich mich unter dem Motto „die jungen Wilden“ der Frage, wer eigentlich die neue Generation spannender Gitarristen ausmacht. Besonders Yvette Young und Tim Henson fand ich sehr faszinierend. Ihr anscheinend auch, denn die Resonanz war überraschend groß und positiv!

Weiter ging das Selbststudium mit zwei absoluten Klassikern, die gegensätzlicher kaum sein könnten: Blur und Michael Jackson. Die Briten faszinierten mich, denn ihr „Song 2“ ist herrlich einfach und roh und tatsächlich aus einer albernen Idee geboren, aus der einer der größten Hits der 1990er-Jahre wurde. Michael Jacksons „Thriller“ wiederum feierte 40. Jubiläum und ich fand es super spannend, einen  Einblick in die Entstehung dieses opulenten Meisterwerks zu bekommen.

Was war bei euch los?

Das war mein kleines Best of 2022. Und wie war euer Jahr? Habt ihr Bühnen erobert oder euren Proberaum mit neuem Equipment ausgestattet? Was waren eure Highlights des Jahres? Schreibt uns gern einen Kommentar! Ich wünsche euch einen guten Rutsch in das kommende Jahr – vielleicht sieht man sich ja bei einem Konzert!

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Bildquellen:
  • Ist sich manchmal nicht sicher: Graham Coxon über Song 2: ProduceLikeAPro

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2 Antworten zu “Best of 2022 Stephan: Zurück auf die Bühne, Selbststudium & viel Gear”

    Karsten Kassler sagt:
    0

    Toller Musiker! Gefällt mir sehr gut.

    Iwo Szymczak sagt:
    0

    Ichika Nito, Marcin und Tosin Abasi sollte man allerdings auch nicht vergessen ;)

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