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Bastl Kastle - Mini Modularsystem

Bastl Kastle - Mini Modularsystem  ·  Quelle: Bastl

Miniaturisierung bei Synthesizern ist durchaus gerade in Mode, aber kompakter als modulare Synthesizer im Eurorack-Format findet man selten. Aber geht es kleiner?

Von kleinen Modulblöcken wie Korg Little Bits oder Patchblocks in digitaler Form hat man ja schon gehört. Diese sind durch die Bank digital und basieren meist auf einem „Bastelprozessor“ wie Raspberry PI, Atmel oder ähnlichem. Die Kosten pro Modul liegen hier im zweistelligen Bereich. Kompakte in sich bereits arbeitsfähige analoge Synthesizer zu bauen, ist deutlich schwieriger. Anyware hat sich damit bereits mit dem Tinysizer und zuletzt mit dem Minisizer hervorgetan. Mit ihnen gemein hat Bastl Kastle die Art der Verkabelung, um das System auf kleinstem Raum unterbringen zu können.

Das kleine Gerät hat einen Oszillator, der Phasenmodulation, Track-and-Hold-Modulation und Phasenverzerrung als Basis für komplexe Klänge erlaubt. Er bietet eine Buchse für den Klang und eine für dessen Tonhöhe an, so lassen sich vielfältige Klänge erzeugen. Mit seinen 16 Patchbuchsen können ein spannungsgesteuerter LFO mit Rechteck- und Dreieck-Schwingung auf den Oszillator wirken. Außerdem ist noch ein spezieller Generator für „Stufenspannungen“ als Modulationsquelle enthalten, der Zufallsmuster und eine kurze Sequenz aus bis zu 16 verschiedenen Stufen liefert. Ein Filter gibt ist nicht vorhanden, dennoch lässt sich über die erwähnte Waveshape-Modulation im Oszillator-Bereich in bester „Westküsten-Manier“ (Buchla) genug am Klang regeln. Interessant ist auch, dass es verschiedene „Chips“ für LFO und Oszillator gibt. So gesehen ist vermutlich die Basis des Kastle durchaus digital, jedoch nach außen hin analog oder eine Mischform.

Der Preis ist mit 80 Euro sicher sehr fair. Das nächste Gerät mit einem solchen Konzept wäre der Make Noise 0-coast für 800 Euro. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass Kastle sehr minimal ausgestattet ist, es gibt eben keine Hüllkurven oder Filter, sondern nur das Nötigste, um mit Klängen zu experimentieren. Nach außen kann man jedoch auch weitere Geräte anfügen.

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