Apple Mietsoftware

Apple Mietsoftware  ·  Quelle: _self

Bis vor einigen Jahren war es einfach, den Apfel zu empfehlen. Die Hardware war noch erschwinglich und auch wenn es ein wenig geschlossener ist, kann man sagen, dass dieses Prinzip bei den Apps auch dazu geführt hat, dass man im Apple App-Store keine Malware ins iPad bekommt. Spiele, in denen man „Schlumpfbeeren“ kaufen kann und „in-App“-Bestellungen von Funktionen machen kann, waren möglich, jedoch nicht immer notwendig. Man könnte sagen, dass sie sogar eher seltener in Musik-Apps vorkamen.

Ein Rant zum Einstieg

Apples Einnahmen steigen, man lässt die Audiobuchse weg, lässt sich SSDs und RAM fürstlichst bezahlen und baut auch gerne etwas zu kleine Massenspeicher ein, damit man die 1.000 Euro eben doch noch klickt. So wurden MacBooks eher 4.000 Euro schwer, statt bis 2012 eher um die 2.500-2.800 Euro, wenn man gern rechts unten klickte, wo das bessere Modell steht.

Abos im Apple Appstore

So weit, so schlecht. Entwickler von Pro-Software auf dem Mac bieten gern Updates an, die dann 100-200 Euro kosten. So können sie den Job auch weiter finanzieren. Denn nach einer Weile muss man doch einiges an Arbeit investieren und schon allein weil es sonst aus dem Store fliegen würde und alte APIs nicht mehr unterstützt werden.
Ein Beispiel; Die meisten DAWs (außer Logic X) werden nach einiger Zeit mit einer neuen Nummer vor der Versionsbezeichnung auch neu in den Shop gestellt. Bei Apples App-Store war so etwas bisher auch schlicht nicht möglich dasselbe Programm oder App quasi noch einmal zu verkaufen oder eine Nachgebühr zu erheben. Weder auf dem Mac, noch auf iOS. Die Services bei Apple boomen, sie sind das höchstbewerteste Unternehmen überhaupt. Einige beschweren sich über das mangelnde „Pro“ in einigen Pro-Apps, deshalb empfiehlt Apple: Wenn ihr nicht nur einmal im Leben eine App verkaufen wollt, macht ein Abo draus. Der Anreiz wäre größer, die Apps sehr zu professionalisieren – so die Grundidee. Es ist nicht sicher, ob dieses Gerücht genau so und für alle Entwickler gilt. Aber es ist nicht so wahrscheinlich, dass bestehende Apps quasi „übernacht“ entwertet werden.

Aktuell ist das machbar, indem die Nachfolgeversion einfach ein „anderes Programm“ mit anderem Namen wird, z. B. MPC Pro 2 statt MPC Pro. Apple hat Logic X jedoch nie als Logic X2 neu verkauft sondern stets kostenlos weiter entwickelt. Sagen wir einfach, dass sie die hohen Hardwarepreise damit kompensieren – als Service.

Mojave und iOS 12

Aber es wird sicher spätestens mit Mojave und iOS 12 doch Abos geben. So ist es denkbar, dass so ein Minimoog erst wieder läuft, wenn man brav jeden Monat oder jedes Jahr 10 Euro einwirft. Die Kosten dafür könnten auch durchaus explodieren, wenn man auch nur 1–2 Euro pro Monat für jeden besseren Synth oder eine DAW ausgeben soll. Die Roland Cloud kostet monatlich so viel wie ein Handy-Vertrag. Eigentlich ist das nicht zu attraktiv trotz der hohen Qualität und dennoch beginnt es erst jetzt. Viele Musiker haben ja auch gern mehr als eine Synthesizer-App.

Als User kann man so etwas faktisch nur durch Nichtkauf aufhalten oder durch Protest, denn solche Angebote wird man erkennen können. Auch wenn man dem Entwickler aus Sympathie vielleicht mal was zukommen lassen will, so gibt es kein System, die etwas entspannter damit umgehen. Es ist verständlich, dass man einen Entwickler motivieren kann mit etwas Geld, wieso nicht dann für neue Funktionen die dazu kommen als in-App anbieten statt „Miete“? Und es ist nachvollziehbar, dass die lebenslange Pflege irgendwie honoriert werden können sollte. Wieso gibt es also keinen Spendeneinwurf bei Zufriedenheit oder wenn man sie viel nutzt und man einen kleinen Dialog bekommt, der nicht auf der Bühne aufklappt sondern vielleicht wenn man eh Zeit hat? Es ist denkbar, dass Apps, die man liebgewonnen hat, zunehmend Dauergeldgräber werden, wenn man sie leasen muss. Man wird dann als Entwickler etwas lieber daran arbeiten, denn ab dann wäre diese Arbeit wieder bezahlt. Es gibt also auch einen positiven Aspekt, den nicht jeder User mag. Aber dass Treiber eingestellt werden oder es einfach keine Updates gibt, hat auch damit zu tun, dass nach Verkauf eigentlich alles gelaufen ist für den Anbieter. Und? Gute Idee? Wird dadurch das Angebot von Software professioneller, wenn man den Adobe-Weg geht? Dort kostet ein Abo gern mal schlappe 50 Euro monatlich. Der Autor dieser Zeilen ist daher Affinity-User geworden.

Rant Ende. Und du so?

UPDATE

Apple wird Leute nicht direkt in Massen ansprechen, nur noch Abos anzubieten, es wird überhaupt erst möglich sein. Es wird immer am Entwickler hängen, ob der das möchte. Außerdem gibt es das etwas handzahmere in-App System in dem man einzelne Funktionen kaufen kann. Es wird weiter sehr viele normale Anbieter geben. Dennoch ist das Prinzip Abo nicht mehr so neu und für einige attraktiv. Für Kunden ist es das sicher weniger, für einen Fortbestand bei so übereifriger jährlicher OS-Update-Periode jedoch ist es logisch, dass auch die Apps ständig angepasst werden müssen, damit sie nicht rausfliegen. Irgendwann würde ein Entwickler kaum noch neue Käufe haben sondern nur noch eine große Menge Apps pflegen. Dieses Problem ist seitens des Shops nicht mal mit Spendenbutton bedacht. Vielleicht wäre das auch besser so? Oder eine freiwillige jährliche Zuwendung von 1-2€. Wenn 1000-2000 User das tun, setzen sich schon die ersten Entwickler doch noch einmal hin und passen alles an.

Der Titel wurde nachträglich geändert, da die Gerüchte nicht stichhaltig genug sind, dass Apple gerade ihre Entwickler auffordert, sondern lediglich – es ist denkbar, dass es solche Modelle geben könnte ab IOS 12. Der Fairness wegen sei auch das hier erwähnt.

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Dem kann ich nur zustimmen! Bei einem Abo wird mir schlecht und bei einem Abo für eine App ist wirklich alles vorbei. Sicher, es ist gut für die Entwickler, ich untzerstütze auch gerne und es gibt bestimmt viele Abo-Fans – aber bei dem Punkt bin ich raus. Es hängen schon genug monatliche Kosten an einem und dann soll ich noch 5 weitere Abos zu unterschiedlichen Zeiten abschliessen, damit ich den Überblick verliere und sich die Abos automatisch verlängern? No. Freaking. Way. Ich kann und werde so etwas nocht unterstützen, das ist ekelhaft und zeigt in meinen Augen nur, wie gierig… Read more »

Auf jeden Fall ein schlimmer Schachzug von Apple. Ich bin definitiv gegen das Abomodell, deswegen verzichte ich auch auf Slate Plug-ins oder manche DAWs sowie Roland Cloud oder Adobe, denn ich will nicht monatlich dafür zahlen. Dann lieber immer mal für ein Update alle paar Monate/Jahre. Und wenn es nicht geht, dann eben eine Alternative. Da gibt es genug, man muss sich nur mal umgewöhnen. Das kostet sicher Zeit, aber am Ende habe ich kein schlechtes Gewissen oder ein Loch im Geldbeutel. Zudem finde ich Open Source klasse, wenn ich etwas nutze, dann spende ich idR. für das Projekt. Thunderbird,… Read more »

Bin absolut gegen diese Abo Modelle. Wir leben in einer Zeit wo allmählich gut bezahlte und unbefristete Arbeitsplätze Mangelware werden. Was das damit zu tun hat? Nur wenn ich mir vorstelle dass ich außer Audio-Software noch andere Software auf dem Rechner habe die ich benötige aber für alles irgendwie ein Abo bezahlen muss wie komme ich gleich auf monatliche Kosten die 100 und 200 Euro hoch sind. Das zeichnet sich ab dass ich auch immer einen Kompromiss finden muss zwischen den ständig steigenden Lebenskosten und was ich mir tatsächlich auf dem Rechner leisten kann. Auf dem Punkt gebracht bedeutet das… Read more »

Volle Zustimmung. Apple bietet immer weniger nutzbare dafür überteuerte Hardware an (verklebte Gehäuse, Akkus, Datenträger, nicht erweiterbar, nicht richtig reparierbar, immer weniger dringend benötigte Schnittstellen). Ich arbeite auf Modellen von 2012 mit Adobe CS6. Weil mein monatlicher Verdienst nicht automatisch mit den monatlichen Umsatzwünschen der Anbieter steigt, lehne ich das Abomodell konsequent ab. Eher ändere ich meinen Workflow und benutze andere Werkzeuge. Denn genau darüber reden wir: Werkzeuge. Und da ist es außer einer Umgewöhnung unerheblich, ob man mit Bosch, Makita oder Festool arbeitet. Die Software-Anbieter setzen auf die Trägheit der Kunden und vermuten gleichzeitig unendliche Geldreserven beim Nutzer. Dass… Read more »

Abo-Modelle sind meiner Meinung nicht akzeptabel! Als alternative ja, ok.
Für Leute die eine Software jeden Tag benutzen mag ein Abo Sinn machen, aber für Leute die ein Stück Soft- oder Hardware nur gelegentlich benutzen, sind die Kosten in den meisten Fällen viel zu hoch.

Diese Abomodelle sind einfach nur Abzug des Kunden. Na klar das es von Apple kommt. Werde mir nie wieder etwas von Apple kaufen. Mein altes MBP 2010 hat letzten Monat den Geist aufgegeben und das war das letzte Produkt von Apple, welches ich mir gekauft habe.
Das einzige Abomodell weches ich gut finde (obwohl es kein Abo ist), ist das von Bitwig. Das ist transparent und verursacht keine laufenden Kosten. Des weiteren bekommt man 12 Monate alle Updates. Das nenne ich fair.

Ich bezahle gerne für gute Software. Besitze zwei DAWs und sehr sehr viele VST´s. Aber es muss einfach fair bleiben.

Moogulators Kritik einer möglichen Dystopie des Macs in allen Ehren – leider nur seit fast einem Jahrzehnt die selbe Leier und letztendlich kauft er doch wieder den nächsten Mac!

Es gibt für mich zur Zeit keinen Computer den ich von Apple, sogar unabhängig von den Schweinepreisen, den ich erwerbe möchte. Die Funktionalität ist mittlerweile dem Design und der Marge geopfert worden.

Hast du nicht ein relativ aktuelles MBP?

Abo-Modell?! Nee, muss ich nicht haben. Sollte dieses Modell Fuß fassen, werde ich meine App-Sammlung wohl drastisch minimieren. Ich nehme gerne Geld in die Hand, wenn eine App signifikante Neuerungen aufweist und dann als Version xyz neu in den App-Store kommt. Aber da hab ich in der Hand, wann der Mehrwert für mich ausreichend ist, um einen neuen “Invest” zu tätigen. Bin ich nicht überzeugt, nutze ich halt die alte App weiter. Aber jeden Monat für etwas zu zahlen, was ich ggf. nur 4 mal im Jahr nutze ohne dass es u. U. überhaupt groß weiterentwickelt wird… sorry, da bin… Read more »

Der größte Nachteil bei Abos: Zahlst vielleicht 10 Jahre lang monatlich 15 EUR = 1800 EUR.
Dann kann man ja gleich auf einen Hardwaresynth sparen. Den haste noch nach 10 Jahren, steigt vielleicht im Wert.
Wenn du das Abo kündigst bleibt nix! Nur im Kaufleasing. Abo – niemals.
Viele Grüße

Ja, genau so! Danke :-)
Ich will und werde auch keine Miete für Software bezahlen.
Dann muß es halt mit den Bordmitteln der DAW gehen.
Allerdings möchte ich eine Lanze für Roland brechen.
Dort kann ich nach einem Jahr Mitgliedschaft mir ein Plug-In aussuchen, das ich dann behalten darf auch wenn ich mich entscheide die Cloud zu verlassen. Das kostet auch nicht mehr als wenn ich das Plug-In so kaufe.
Ich finde das einen super Kompromiss!
Ich bin immer bereit für eine neue Software-Version Geld zu bezahlen, allerdings nicht als Abo. Das wird mir irgendwann zu unübersichtlich und wahrscheinlich auch teurer.

Abofalle?
Ich sehe dem auch wie ihr sehr kritisch entgegen.
Ich kann mir auch vorstellen, dass da noch der eine oder andere Software Entwickler aufspringen wird.
Für die Firmen sind Subscription Modelle auch gleichzeitig auch Kundenbindungstools.
Gute Zeiten für Hardware User, die kauft man einmal ohne Abo.

Das Thema muss man differenzierter sehen. Auf der einen Seite sind da die teuren Apple-Notebooks. Stimmt. Auf der anderen Seite ist da die Software von Apple. Die gibt es teilweise kostenlos oder für einen symbolischen Betrag. Stimmt auch, weil – wie der Autor zu recht vermutet – Apple somit Hardware verkauft. Was ich aber ganz anders sehe ist der Preis von den sogenannten Drittherstellern. Wenn ein Software-Unternehmen heute noch überleben will muss es wohl oder übel auf das Abo-Modell wechseln. Da steht dann die Frage im Raum, warum das früher nicht so war? Da hat die Software noch ein vielfaches… Read more »

Was sollte ich da erst sagen? Abomodell bei Autodesk, und simple Os-gschichten, red ma gar net. Dazu Hardware, die teilweise total überzogen im Preis ist ( ich weiß net warum ich für einen Intel 12 core 3500 Euro zahlen soll, wenn der Amd-12 core nun um 400 € same macht.) Und dazu eine differenzierte Unverträglichkeit die bis in die CPU geht. ( redshift GPU rendern war bis 2017 Q1 noch interessant, nach dem Miminghype und der Hybris von Nvidia/ Amd teilweise nicht m.) Wobei bei den Preisen des Threadrippers ( und 64 PCI LANES!!!)-8 / 12 core-normal-erschwinglich, is es nicht… Read more »

Neee, das reicht mir jetzt. Das wird seit 30 Jahren mein letztes Apple Produkt gewesen sein.
Werde mich jetzt in die PehZehWelt wagen

Das Problem bei Abo-Modellen ist, dass man nicht darüber entscheiden kann, wann man ein Update benötigt (und es dann kauft), denn wird nicht monatlich bezahlt, stellt die Software einfach ihren Dienst ein. Für Unternehmen, die mit Musik Geld verdienen, mag das spannend sein, für Hobbymusiker, die jeden Cent investieren, ohne ein adäquates Auskommen zu haben, ist eine solche Entwicklung ruinös. Und schlimmer noch: Niemand wird auf Dauer die Abo-Preise stabil halten! Das zeigt sich im Streaming- ebenso wie im Software-Bereich, denn hat man den Kunden erst mal an der Angel, ist das Abomodell die Lizenz zum Gelddrucken. Was soll man… Read more »