von Dirk Behrens | 5,0 / 5,0 | Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten
Accentize Chameleon2

Accentize Chameleon2  ·  Quelle: Accentize

Accentize Chameleon

Accentize Chameleon  ·  Quelle: Accentize

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Der deutsche Hersteller Accentize bringt regelmäßig sehr spannende Plug-ins heraus, die in den meisten Fällen mit Technik aus dem Bereich der KI arbeiten. Dabei geht es oft um Tools, die beim Postprocessing oder Sounddesign extrem nützlich sind. Chameleon2 ist das neuste Update des Plug-ins, das sich um das Thema Reverb kümmert – aber anders, als ihr das vielleicht erwartet.

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Accentize Chameleon2

In gewisser Hinsicht könnte man Chameleon als den Gegenspieler zu DeRoom bezeichnen. Während DeRoom aber die Aufgabe hat, den Raumanteil aus Audiospuren möglichst sauber zu entfernen, schlägt Chameleon — auch in der neuen Version — genau den anderen Weg ein. Hier geht es nämlich darum, den Reverb-Sound aus bestehenden Aufnahmen zu „extrahieren“ und wieder so realistisch wie möglich nachzubilden.

Wofür soll das gut sein? Nun, da gibt es gleich eine ganze Reihe von Anwendungen. Einmal denkt der Entwickler da an Postprocessing. ADR- oder Foley-Matching ist gerade bei Film eine sehr wichtige Geschichte, wenn nachträglich aufgenommen werden muss. Chameleon soll hier mit wenigen Mausklicks das Reverb aus bestehenden Aufnahmen nehmen und so eine Nachbearbeitung erleichtern. Und für Sounddesign ist das mindestens genauso praktisch. So erzeugt das Plug-in aus dem Raumanteil in Aufnahmen Impulsantworten, die ihr als WAV speichert. Euch gefällt das Reverb in irgendeinem Song? Chameleon erstellt euch ein realistisch klingendes „Imitat“. Sehr cool!

Accentize Chameleon

Der Vorgänger: Accentize Chameleon

Im Hintergrund werkeln Algorithmen für maschinelles Lernen, die quasi den Reverb-Sound im Audiomaterial analysieren und dann daraus ein Modell erzeugen. So erstellt ihr eigene Reverb-Profile, die sich dann auf trockene Aufnahmen anwenden lassen. Für bestmögliche Ergebnisse hat Accentize das Plug-in mit über 30.000 Aufnahmen „trainiert“.

Für weitere Anpassungen greift ihr auf Parameter wie Width, Stretch oder Treble zu. Außerdem könnt ihr die Pre-Delay-Zeit, das Decay und den Bassanteil regulieren. Zusätzlich stehen Hoch- und Tiefpassfilter bereit. Neben einem Regler für Dry/Wet findet ihr auch eine Gain-Kontrolle und einen Output-Regler. Erstellte Profile zeigt das Plug-in mit einem Spektrogramm, das ihr zwischen einer 2D- und 3D-Ansicht umschalten könnt.

Neue Features für das Update

Zu den neuen Features in Chameleon2 gehört ein komplett überarbeiteter Workflow inklusive einer neuen Profil-Library. Damit sollt ihr schneller und effektiver eure Reverb-Profile organisieren. Außerdem wurden die Möglichkeiten für Automationen etwas verfeinert.

Die neue Version ersetzt übrigens nicht den Vorgänger, stattdessen habt ihr nun zwei Versionen des Plug-ins.

Spezifikation und Preis

Accentize Chameleon2 läuft als VST3, AAX und AU für Windows 7 (und aufwärts) sowie macOS 10.12 (und aufwärts). 4 GB RAM empfiehlt der Hersteller. Das Plug-in unterstützt Samplerates von 44,1 kHz bis 192 kHz. Eine Anleitung findet ihr als PDF auf der Website. Eine kostenlose Testversion (läuft sieben Tage) steht ebenfalls zur Verfügung. Ab sofort benötigt das Plug-in einen kostenlosen iLok-Account für die Liezensierung. Infos findet ihr hier.

Das Plug-in kostet 249 Euro, ein Upgrade von der ersten Version ist kostenlos. Im Bundle mit SpectralBalance bezahlt ihr 299 Euro. Außerdem gibt es das Reverb Bundle, bestehend aus Chameleon2 und DeRoomPro für 375 Euro.

Weitere Infos über Accentize Chameleon2

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