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Musikmesse 2016 Plan

 ·  Quelle: musik.messefrankfurt.com

Die Frankfurter Messe hat es aktuell aber auch nicht leicht. Messen verzeichnen immer weniger Besucher und jetzt verschwindet die IAA in eine andere Metropole in Deutschland. Und auch bei der Musikmesse zeichnet sich seit Jahren ein Rückgang der Aussteller ab. Verschwindet die auch bald oder wird an eine fachfremde Messe integriert?

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Musikmesse

Aus Sicht von Gearnews hinkt die Musikmesse schon seit Jahren in Sachen Neuvorstellungen der NAMM um ein, zwei Lichtjahre hinterher: 200+ News vs. 9 auf der MuMe letztes Jahr, dieses Jahr dürfte der Unterschied noch größer ausfallen. Ich kann nicht genau sagen, woran es liegt, ob da was im Hintergrund bei der Orga bzw. den Preisen nicht stimmt, der Standort Deutschland nicht mehr relevant ist oder speziell Frankfurt für Besucher unattraktiv?! Vielleicht hat sich auch das Prinzip Messe überlebt? Wohl eher nicht, die NAMM verzeichnet Rekorde und rege Beteiligung der Firmen. Und die kommen nicht nur aus Fernost, vermutlich um die Hallen nicht ganz leer erscheinen zu lassen.

Der Trend geht bei der Musikmesse für viele schon länger bergab, auch mit der Zufriedenheit der Fachbesucher. Das kann daran liegen, dass die Musikmesse den Trend mit dem Internet verpennt hat oder einfach nicht aus alten Fehlern lernt und das Prinzip mal ordentlich überarbeitet hat. Oder ist das einfach eine deutsche Eigenschaft, aus alten Fehlern nicht zu lernen? Die neue Musicpark Messe in Leipzig war für Neuheiten eher solala, vor allem klein und auf den musizierenden Menschen statt Fachmenschen ausgerichtet – komplett konträr zur NAMM.

Gerüchten zufolge ist die Musikmesse sogar so klein und unbedeutend geworden, dass sie 2020 das letzte Mal alleine bzw. parallel zur ProLight&Sound stattfinden und danach an die Buchmesse angegliedert wird. Da kommen zwar auch Menschen wegen eines Hobbys dahin, aber dann kann man es auch gleich an andere Messen wie Azubi Speed Dating oder Cider World integrieren – Schnapsausschank gab‘s ja schon 2015 auf der Messe, 2021 dann direkt neben dem Cider-Stand.

Musikmesse Messe Fraktfurt

Messe Frankfurt – das Ende?

Die IAA wird 2021 nicht mehr in FF verweilen. Das ist ein Brocken, für uns Musiker aber eher irrelevant, es geht ja um neuste Autos. Wenn es mit der Musikmesse so weiter geht und keiner mehr da ausstellen möchte, dann wird es über kurz oder lang auch damit zu Ende gehen. Allerdings wird der Name nicht weiterziehen, denn der ist AFAIK direkt von Stadt und Land initiiert.

Deine Meinung

Was denkst du? Geht es mit der Musikmesse zu Ende? Oder wird es eine zweite Renaissance geben? Laufen ihr Spezialmessen wir Superbooth, Guitar Summit und Co den Rang ab? Ist Deutschland für die Firmen überhaupt noch relevant? Immerhin haben wir eine riesige Musikerschaft hier.

Ab in die Kommentare!

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9 Antworten zu “Stirbt die Messe in Frankfurt und die Musikmesse mit ihr?”

  1. Marc Bohn sagt:

    Moin zusammen, ihr habt da eine Veranstaltung vergessen: die Studioszene ; ) http://www.studioszene.de

    Wir sind übrigens auch wieder mit einem attraktiven Workshop-Programm auf der ProLight+Sound als Partner der Messe Frankfurt! ;) Und am 18. und 19. September folgt dann auch wieder unsere eigene Studioszene in Köln.

  2. Diallo sagt:

    Ja das war mir klar , vor 20 Jahre habe das gesagt aber Computer ist schuld daran alles wird digitalisieren und digital kann man nicht anfassen brache man auch nicht riesige Fläche um ein DAW oder Plugins zu zeigen

  3. Kazumi sagt:

    Natürlich sind viele, kleinere Fachmessen ein negativer Einfluss für eine große Messe. Das Internet dürfte aber die größere Konkurenz darstellen. Bequemer geht’s ja gar nicht mehr. Es gibt Leaks, man bekommt Videos von den Messen ohne sich irgendwo durchqualen zu müssen. Keine Lärmorgien, kein schlechtes, viel zu teueres Essen, keine Entäuschung weil bestimmte Hersteller nicht anwesend sind… Die kleineren Fachmessen wie die Suberbooth bieten da einfach mehr. Abgesehen davon ist es viel familiärer.
    Ob die Musikmesse Frankfurt komplett obsolet wird, ist mir inzwischen total egal. Die letzten Besuche dort waren langweilig, langweilig, langweilig…

    • Bernd sagt:

      Ohne Messen, keine Gear-Video’s von Messen.?
      Eines Tages gibt es nur noch Videos vom Hersteller und Ausgewählten Testern, Pressematerial für Seiten wie diese hier, fertig.

  4. Chris OldMan sagt:

    Ich finde die Entwicklung der MusikMesse sehr schade. Als ich 2011 wieder ernsthafter mit dem Hobby-Bassen angefangen habe, war ich auch auf der MuMe … und habe dort viele Hersteller kennengelernt, die ich einfach noch nicht auf dem Schirm hatte. Von einem dieser Hersteller kam dann auch bald mein Standard-Bass … und auch in späteren Jahren habe ich von den Gesprächen mit den Ausstellern viele positive Eindrücke mitgenommen, die spätere Kaufentscheidungen definitiv positiv beeinflusst haben.
    Und jetzt? Gitarre/Bass sind mit Drums/Percussion, Klavier/Keyboards UND Bläsern alle in EINER Halle. Namhafte Hersteller im g/b-Bereich – weitestgehend Fehlanzeige. 2018 war mein letztes Jahr auf der MuMe, und das war schon traurig genug. Für mich als bassenden Amateur macht die MuMe keinerlei Sinn mehr. Stattdessen war ich im letzten Jahr auf dem GuitarSummit und muss sagen: geht doch! Klar, auch hier sind nicht alle großen Marken vertreten, aber gerade der „Blick über den Tellerrand“ mit den kleineren Herstellern ist in meinen Augen echt spannend. Ich werde im September wieder in Mannheim sein. Und obwohl ich im Rhein-Main-Gebiet wohne – MuMe nein danke!

  5. Mick sagt:

    Hausgemacht! Wer Besucher und Aussteller mit horrenden Preisen abzocken will, muss mit den Konsequenzen leben! Nur haben die ihre Kohle wahrscheinlich im Sack, und nur der Michel eine Attraktion weniger!

  6. Stephan sagt:

    Ich sehe das etwas differenzierter, weil ich denselben Effekt vor knapp 20 Jahren in einer anderen Branche miterleben durfte. Natürlich war das noch eine andere Zeit, aber die Probleme dürften ähnlich gelagert sein und der CeBIT erging es auch so.

    Die Musikmesse greift sehr viele Themen auf und konnte sich nie entscheiden, ob man das Fachpublikum oder normale Musiker ansprechen will. Zu viele „Beutelratten“ nerven die Aussteller, obwohl die eigentlich am Ende des Tages das Geld bringen. Fachbesucher machen ihre Deals heute anders, es gibt ja auch weniger Musikgeschäfte. Und dann sind da noch die wachsenden Märkte, China beispielsweise, aber auch der Synthesizer- und Studio-Markt, die von Innen her das Konzept aufblasen. Ich hatte mit Andreas Schneider dazu ein schönes Interview in einem Podcast auf der zweiten SuperBooth aufgezeichnet, so ist es auch für Aussteller viel flexibler und günstiger, ein Genre zu exkludieren, wie ich es damals erlebt habe.

    Große Messen sind zu behäbig, unflexibel und als AG ist nur das erwirtschaftete Kapital wichtig. Ein großer Auftritt eines Konzerns – weiß ich aus erster Quelle – kostet da schon mal eine bis eineinhalb Millionen Euro. Die Besucher steuert man über die Ticketpreise, so hat mir die CeBIT so um 2014 rund 15 freie Tickets zugeschickt, dass man überhaupt noch dahin fährt.

    Das ist häufig das Problem, dass irgendwann nach dem Wachstum der Zerfall einsetzt, wenn man die Trends falsch einschätzt und lässt sich auf viele Bereiche ableiten.

  7. Tom sagt:

    Die Musikmesse war in den letzten Jahren ein Witz, stinklangweilig. Da bin ich 10x lieber auf frischen Veranstaltungen wie der Superbooth, die ist richtig genial. Wenn Messen nicht mit der Zeit gehen, gehen sie mit der Zeit. So einfach ist das. Ich würde ihr nicht hinterhertrauern.

  8. dr-w sagt:

    der anfang vom ende? die frankfurter musikmesse ist doch schon lange tot – nur die glieder zucken noch ein bissie….
    wer so konsequent altbacken und arrogant selbstverliebt gegen die musikszene, die instrumentenhersteller und die kuenstler arbeitet muss sich nicht wundern dass alle sich was neues suchen…
    grabstein drauf, kerze an und sich um die neuen spots kuemmern. berlin, leipzig, amsterdam. lissabon. usw

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