von  Lasse Eilers  | |   Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen   |  Lesezeit: 13 Min | Unsere Wertung: 3,5 / 5,0
Roland Jupiter-08

Angecheckt: Roland Jupiter-08  ·  Quelle: Roland

ANZEIGE

Der Roland Jupiter-08 ist nicht die analoge Jupiter-Neuauflage, auf die viele gehofft hatten. Trotzdem ist er deutlich mehr als nur die Rückkehr des JP-08 aus der ersten Boutique-Serie. Mehr dazu in unserem Angecheckt!

ANZEIGE

Roland Jupiter-08: Das Wichtigste in Kürze

  • Emulation des Jupiter-8 im Boutique-Format
  • Überarbeitetes Design mit mehr Jupiter-Nostalgie als beim JP-08
  • inkl. Tastatur-Dock K-25m
  • Max. 32 Stimmen Polyphonie
  • polyphoner Step-Sequencer und Arpeggiator
  • 17 integrierte Effekte

 

Roland Jupiter-08: Erster Eindruck

Anlässlich des 45-jährigen Jubiläums des Jupiter-8 präsentiert Roland den Jupiter-08. Nach dem 2015 erschienenen JP-08 ist er bereits die zweite Version einer Jupiter-Neuauflage im Rahmen der kompakten Boutique-Serie. Gegenüber dem Vorgänger punktet der Neue mit einem frischen Design, erweiterter Polyphonie, einer verbesserten Sound-Engine, einem polyphonen Sequencer und integrierten Effekten. Restlos überzeugt hat er mich dennoch nicht. Warum das so ist, erfahrt ihr in diesem Test.

Der Roland Jupiter-08 ist ab sofort bei Thomann* für 689,- € erhältlich.

Affiliate Links
Roland Jupiter-08
Roland Jupiter-08

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen
ANZEIGE

Roland Jupiter-08: Keine Neuauflage des JP-08

Vor 45 Jahren erschien der Roland Jupiter-8. Dieses Jubiläum nimmt der Hersteller zum Anlass, dem wohl berühmtesten Synthesizer aus eigenem Hause eine weitere Neuauflage in der kompakten Boutique-Serie zu widmen. Ich durfte den Roland Jupiter-08 vorab testen.

Der Neue ist nicht der Erste seiner Art. Im Jahr 2015 (unglaublich, dass das schon so lange her ist!) gehörte der JP-08 zu den ersten drei Synthesizern der damals neuen Boutique-Serie. Jedoch war der JP-08 mit lediglich vier Stimmen nicht nur ziemlich eingeschränkt; er ist auch seit geraumer Zeit vergriffen.

Roland Jupiter-08
Roland Jupiter-08 · Quelle: Roland

Seit dem Paukenschlag mit der TR-1000 hatten viele Fans darauf gehofft, dass sich der Hersteller nun auch im Synthesizerbereich wieder der analogen Technik zuwenden könnte. Neben einem neuen Analog-Juno steht die Rückkehr des Jupiter-8 in seiner ursprünglichen Form sicherlich ganz weit oben auf der Wunschliste vieler Fans – erst recht, weil Behringer es ja anscheinend doch nicht so problemlos hinbekommt wie gedacht.

Alle, die auf einen analogen Jupiter gehofft hatten, dürften deshalb enttäuscht sein, dass auch der Jupiter-08 wie sein Vorgänger digital ist. Aber so viel sei vorweggenommen: In den letzten 11 Jahren hat sich einiges getan und der Neue ist nicht einfach ein Re-Release des ersten Boutique-Jupiters. In Sachen Sound-Engine und Polyphonie lässt er den JP-08 weit hinter sich.

Jupiter im Mini-Format

Was er jedoch mit diesem gemeinsam hat, ist das winzige Format. Wie die gesamte Boutique-Serie sieht der kleine Synthesizer regelrecht putzig aus – ein bisschen wie ein Jupiter für die Puppenstube. Bei den kurzen Schiebereglern und den winzigen Potis ist auf jeden Fall Fingerspitzengefühl gefragt. Das ist bei den anderen Boutique-Synthesizern ja nicht anders und hier muss jeder selbst entscheiden, ob er mit dem Format klarkommt oder nicht.

Roland Jupiter-08
Bei den kleinen Bedienelementen ist Fingerspitzengefühl gefragt · Quelle: Roland

Allerdings fällt sofort auf, dass der Jupiter-08 deutlich mehr nach seinem berühmten Vorbild aussieht als der Vorgänger. Die beiden Touch-Strips im linken Bereich des Bedienfelds sind verschwunden. So hatte Roland Platz, um alle Sektionen der Klangerzeugung wie beim Original nebeneinander unterzubringen. Auch die darunter angeordneten farbigen Taster lassen optisch mehr Jupiter-Feeling aufkommen als beim JP-08. Das LED-„Weckerdisplay“ wurde um zwei zusätzliche Stellen erweitert und wird nun von einem gerasterten Push-Encoder flankiert.

Ebenfalls neu ist, dass das kleine Tastatur-Dock K-25m nun direkt mitgeliefert wird. Bisher musste man es separat erwerben. Auch hat Roland der Tastatur speziell für den Jupiter-08 schicke silberne Seitenteile aus Aluminium verpasst; dem zeitgleich vorgestellten n/vision liegt eine andere Variante der Tastatur bei. Im Lieferumfang befindet sich außerdem eine gedruckte Kurzanleitung, die aber äußerst knapp gehalten ist und nur die allerersten Schritte vermittelt. Die vollständige Bedienungsanleitung gibt es als Download.

Man kann den Jupiter-08 in das Tastatur-Dock einsetzen, muss man aber nicht. Alternativ lässt er sich auch als Desktop-Synthesizer nutzen und ist dann nochmals entsprechend kompakter. Auch wenn man die – zugegebenermaßen ziemlich klapperigen – Tasten nicht unbedingt braucht, ist das K-25m aber eine praktische Sache, denn damit kann man den Synthesizer auf dem Tisch anwinkeln. Kompakter geht das auch mit dem optionalen Dock DK-01 ohne Tasten.

Roland Jupiter-08
Quelle: Roland

Anschlüsse

Rückseitig ist der Jupiter-08 fast identisch ausgestattet wie die erste Version von vor 11 Jahren – mit einer Ausnahme. Wie schon bei den neueren Boutique-Synthesizern JD-08 und JX-08 wurde die veraltete Micro-USB-Buchse der ersten Serie durch einen USB-C-Anschluss ersetzt, der neben MIDI auch Audio überträgt. Leider stand mir der dafür erforderliche Treiber zum Testzeitpunkt noch nicht zur Verfügung, weshalb ich das leider nicht ausprobieren konnte.

Ebenfalls neu ist eine Buchse für ein Clock-Signal auf dem Bedienfeld, sodass sich der Synthesizer auch mit analogen Taktgebern versteht. Ansonsten bleibt in Sachen Anschlüsse alles beim Alten: Der Jupiter-08 hat Kopfhörer- und Line-Ausgänge sowie einen Mix-Input im Miniklinkenformat, einen kleinen Lautstärkeregler, MIDI In/Out und einen Schiebeschalter für Power.

Wie bei allen Boutiques befindet sich auf der Unterseite außerdem ein kleiner eingebauter Lautsprecher. In meinen Augen (bzw. Ohren!) ist das ein nettes Gimmick für Sammler, die den Synthesizer ab und zu aus der Vitrine holen, um ein paar Töne zu spielen. Wer hingegen Musik damit machen möchte, wird sicherlich auf den Line-Ausgang zurückgreifen.

Die Stromversorgung funktioniert über USB-C oder wahlweise mit einem Pärchen AA-Batterien (im Lieferumfang). Wenn der Strom über USB kommt, wird das K-25m vom Synthesizer mitversorgt. Im Batteriebetrieb benötigt das Keyboard einen eigenen Satz Batterien.

Roland Jupiter-08: Mehr Polyphonie, viele Effekte

Genug der Äußerlichkeiten – schalten wir den Kleinen also mal an und hören uns an, was herauskommt.

Die Struktur der Klangerzeugung des Jupiter-8 muss man ja nicht mehr groß erklären. Sie findet sich fast genauso auch beim Jupiter-08, mit ein paar behutsamen Anpassungen. Interessanterweise stimmt der neue Jupiter-08 dabei weder mit dem beim Vorgänger JP-08 verwendeten ACB-Modell noch mit dem Jupiter-8-Modell der ZEN-Core-Synthesizer (Jupiter-X/Xm) genau überein. Offenbar hat Roland also eigens für den kleinen Boutique-Synthesizer eine neue Variante der hauseigenen Emulation entwickelt.

Roland Jupiter-08
Roland Jupiter-08 im Test · Quelle: Lasse Eilers

Anders als beim Original und bei den bisherigen Emulationen (ACB und ZEN-Core) sind beim Jupiter-08 beide Oszillatoren hinsichtlich ihrer Schwingungsformen identisch ausgestattet. Beide können zusätzlich zu Dreieck, Sägezahn, Rechteck und Puls auch Sinus und Noise liefern. Wie beim Vorbild lässt sich Oszillator 2 wahlweise auch als LFO nutzen. Apropos LFO: Dieser wurde ebenfalls um zusätzliche Schwingungsformen ergänzt (Dreieck und „Chaos“).

Im Vergleich zum direkten Vorgänger wurde die Polyphonie erfreulicherweise deutlich erweitert: Während es beim JP-08 mickrige vier Stimmen waren, erzeugt der Jupiter-08 bis zu 32 Stimmen. So ergibt dann auch die bitimbrale Auslegung mit Upper- und Lower-Parts für Split- und Layer-Sounds Sinn, die beim vierstimmigen JP-08 zwar vorhanden, aber relativ witzlos war. Wer das originale Jupiter-Feeling möchte, kann den Synthesizer wahlweise auf acht Stimmen beschränken, wobei sich mir nicht ganz erschließt, warum man sich hier absichtlich einschränken sollte.

Dass Rolands Emulationen seiner analogen Klassiker sehr gut klingen, ist bekannt, und der Jupiter-08 macht da keine Ausnahme. Ein erster Schnelldurchlauf durch die Presets bringt eine Menge klassischer Jupiter-Sounds zutage. Wie das Original kann der Synthesizer seine Stärken vor allem bei Strings, Pads, prägnanten Brass-Sounds und Bässen ausspielen. Dank der zusätzlichen Oszillatorschwingungsformen und der integrierten Effektsektion geht das klangliche Spektrum jedoch deutlich über das traditionelle Jupiter-Repertoire hinaus und erstreckt sich bis hin zu experimentellen Timbres, die man eher nicht einem Jupiter zuschreiben würde.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Neben den Send-Effekten Delay und Reverb (mit der gerade sehr populären Shimmer-Funktion) verfügt der Synthesizer über 17 weitere Effekte, die sich über den Chorus-Taster abrufen lassen. Hier findet man verschiedene Chorus-Varianten (darunter eine Emulation des klassischen Juno-Chorus), aber auch weitere Delays, Distortion, Bitcrusher, zwei Phaser, ein vielseitiges Filter und zwei Pitch-Shifter. Obwohl das Bearbeiten der Effekteinstellungen über das Menü nicht besonders intuitiv ist, ist das doch eine sehr willkommene Zugabe.

Ebenfalls neu ist die Möglichkeit, den Synthesizer virtuell altern zu lassen. Im Menü lässt sich anpassen, wie „alt“ bzw. „analog“ es klingen soll. Man kann sich also aussuchen, ob der Jupiter-08 quasi einen fabrikneuen Jupiter-8 imitiert oder einen jahrzehntealten Dachbodenfund. Sehr schön!

Alles in allem liefert der Jupiter-08 eine erwartungsgemäß hochwertige Emulation des Vorbilds mit einigen erfreulichen Erweiterungen. Was ich jedoch auch sagen muss: Die Gänsehaut, die wohl jeder Synthesizer-Fan noch heute bekommt, wenn die 16 VCOs des Originals gleichzeitig erklingen, wollte sich bei mir nicht so richtig einstellen – trotz bunter Knöpfe und Age-Parameter.

Roland Jupiter-08
Quelle: Lasse Eilers

Ist originalgetreuer automatisch besser?

Auf eine gewisse Weise ist der Jupiter-08 ein Synthesizer der Widersprüche. Einerseits hat Roland ihm einige zusätzliche Features spendiert, die es beim Original nicht gab (z. B. erweiterte Polyphonie, neue Schwingungsformen, Effekte etc.). Andere Neuerungen, die heutzutage zum Standard gehören und den Synthesizer mit Sicherheit nochmals praxistauglicher und vielseitiger gemacht hätten, wurden jedoch im Sinne der Originaltreue weggelassen. Dazu will ich euch einige Beispiele nicht vorenthalten.

Der Jupiter-08 verfügt neben mono- und polyphonen Modi über einen Unison-Modus. Dabei hat Roland jedoch leider auf einen Detune-Parameter verzichtet. Man kann also jede Menge VCOs übereinanderschichten; gegeneinander verstimmen lassen sich diese aber nicht – außer über den Umweg der Age-Funktion, die dann aber auch jede Menge andere analoge „Unzulänglichkeiten“ hinzufügt. Das ist in meinen Augen eine verpasste Chance – mit Detune und vielleicht sogar Spread hätte der Synthesizer das Potenzial für extrem breite und fette Sounds, ohne dass er sich dadurch weniger wie ein Jupiter anfühlen würde.

Noch mehr Kopfzerbrechen hat mir aber bereitet, dass der Jupiter-08 nicht auf Velocity reagiert – auch nicht über MIDI! Auf Nachfrage hieß es von Roland, dass das beim Original ja auch nicht anders gewesen sei. In der Praxis ist das aber schon ein ziemlich empfindliches Manko. Schon der analoge MKS-80 (die Rackversion des Jupiter-8) unterstützte Velocity, ebenso jede moderne Emulation, die ich kenne (wohlgemerkt inklusive des Vorgängers JP-08!). Und dort fühlt sich das auch nicht wie eine unangemessene Verunglimpfung des Originals an. Ohne Velocity fehlt dem Jupiter-08 eine ganz wichtige Ausdrucksmöglichkeit, die heute einfach zum Standard gehört – Originaltreue hin oder her!

Noch merkwürdiger wirkt diese Entscheidung, weil der Jupiter-08 sehr wohl auf Aftertouch reagiert. Dieser lässt sich im Menü verschiedenen Parametern zuweisen. Warum ausgerechnet auf Velocity verzichtet wurde, auf Aftertouch jedoch nicht (den es beim Original ja auch nicht gab), kann ich nicht nachvollziehen. Und wenn man dann noch hinzunimmt, dass die mitgelieferte Tastatur hardwareseitig zwar Velocity unterstützt, nicht aber Aftertouch (also genau andersherum als beim dazugehörigen Synthesizer), dann passt das alles endgültig nicht mehr zusammen. Auch der integrierte Sequencer versteht übrigens Velocity, nicht aber die Klangerzeugung.

Eine weitere verpasste Chance ist die fehlende Möglichkeit, den LFO zur MIDI-Clock zu synchronisieren. Auch Key-Triggering fehlt. Erneut nennt Roland die angestrebte Originaltreue als Grund. Aber es hätte doch niemandem wehgetan, wenn der LFO nun synchron laufen könnte – zusätzliche Schwingungsformen hat man ihm schließlich auch spendiert.

Vielleicht kann Roland bei diesen Punkten ja noch mit einem Firmware-Update nachbessern. Bis dahin bleiben es leider deutliche Kritikpunkte – vor allem die Sache mit der Velocity.

Roland Jupiter-08
Jupiter-08 und sein Vorbild: Zählt Originaltreue oder Praxistauglichkeit? · Quelle: Roland

Polyphoner Sequencer

Schon der JP-08 hatte einen Sequencer, der mit 16 Steps und nur einem Track jedoch ziemlich eingeschränkt in seinen Möglichkeiten war. Beim Jupiter-08 wurde die Funktion nun kräftig erweitert. Der neue Sequencer verfügt nicht nur über zwei Tracks für die beiden Parts des Synthesizers, sondern unterstützt auch bis zu 64 Steps pro Pattern. Außerdem ist er polyphon: Pro Step lassen sich bis zu acht Noten eingeben. Sehr schön, gerade bei einem für Akkorde prädestinierten Instrument wie dem Jupiter.

Der Sequencer verfügt über Step- und Echtzeit-Aufnahmemodi. In beiden Modi können die bunten Taster als kleine Tastatur benutzt werden, um Noten einzugeben. Deutlich komfortabler geht es aber natürlich über das K-25m oder – noch besser – eine externe MIDI-Tastatur. Im Echtzeit-Modus kann man auch Reglerbewegungen aufzeichnen (Motion Recording).

Darüber hinaus bietet der Sequencer die Möglichkeit zum Einstellen von Velocity und Gate-Time pro Step (obwohl die interne Klangerzeugung ja keine Velocity unterstützt). Im Menü findet man weitere Settings wie die Abspielrichtung und einen Shuffle-Parameter (Swing). Auch eine Zufallsfunktion steht zur Verfügung. Damit bietet der Sequencer die Funktionen, die heute üblicherweise erwartet werden, auch wenn die Bedienung über zahlreiche Tastenkombinationen nicht besonders intuitiv ist.

Roland Jupiter-08
Quelle: Roland

Bedienung

Womit wir bei einem Punkt angekommen sind, der mich manchmal beinahe verzweifeln ließ. Denn dass der Jupiter-08 deutlich mehr Funktionen als sein Vorgänger bietet, bedeutet auch, dass es deutlich mehr Dinge einzustellen gibt. Für alles, was über das reine Schrauben an Sounds hinausgeht, muss man sich ins Menü begeben, was jedes Mal ein Erlebnis ist.

Denn trotz der nun vier Stellen kann das kleine LED-Display Parameternamen nur mit teilweise absurd kryptischen Abkürzungen darstellen. Ohne ständig in die Anleitung zu gucken, kommt man an vielen Stellen nicht umhin, einfach zu raten. Normalerweise bin ich ein Fan von „Learning by doing“; in diesem Fall fand ich es allerdings eher frustrierend. Ein detailreicheres LC-Display der gleichen Größe könnte hier Wunder wirken, sähe aber natürlich nicht so vintage-mäßig aus wie die 7-Segment-Anzeige.

Ich hoffe sehr, dass Roland einen Software-Editor für den Jupiter-08 folgen lassen wird, der dieses Problem löst. Falls nicht, ist Momo Müller ja sicherlich bald zur Stelle und regelt das für uns.

Fazit zum Roland Jupiter-08

Der Roland Jupiter-08 ist zwar nicht die analoge Jupiter-Neuauflage, auf die viele gehofft hatten. Gegenüber seinem Vorgänger aus der ersten Boutique-Serie ist er dennoch ein Fortschritt. Im Vergleich zum älteren JP-08 überzeugt der Neue mit deutlich erweiterter Polyphonie, einer verbesserten Sound-Engine mit Age-Parameter, einem polyphonen Step-Sequencer und guten integrierten Effekten.

Dennoch konnte er mich im Test nicht vollends überzeugen. Denn es gibt einfach zu viele Ungereimtheiten, von denen die fehlende Unterstützung von Velocity nur die schwerwiegendste ist. Auch die ziemlich umständliche Menüführung mit kryptischen Parameterbezeichnungen trübt in der Praxis die Freude. Wer einen Synthesizer zum Musikmachen sucht, ist daher in meinen Augen mit dem Jupiter-X/Xm besser bedient.

Der Jupiter-08 sieht niedlich aus und bietet deutlich mehr Möglichkeiten als sein Vorgänger. Unter dem Strich sehe ich ihn aber eher als Boutique-Synthesizer, den man sich aus nostalgischen Gründen kauft, und nicht so sehr als Instrument für die Praxis. Dazu passt auch, dass Roland in der offiziellen Produktankündigung „Synthesizer-Sammler, elektronische Musiker, Produzenten und Performer“ als Zielgruppen nennt – in dieser Reihenfolge. Die Sammler wird auch der Preis nicht stören, der im Vergleich zur bisherigen Boutique-Serie empfindlich hoch ausfällt.

Pro und Contra Roland Jupiter-08

Pro

  • Überzeugende digitale Emulation des Jupiter-Sounds
  • Virtueller Age-Parameter
  • Bis zu 32 Stimmen Polyphonie
  • Bitimbrale Architektur mit Split- und Layer-Sounds
  • Polyphoner Step-Sequencer mit Motion Recording
  • Gute Effekte, die das Klangspektrum erweitern
  • Integriertes USB-C-Audiointerface

Contra

  • Keine Velocity (auch nicht über MIDI)
  • Sehr kryptische Menüführung über das kleine LED-Display
  • Kein Detune im Unison-Modus, kein LFO-Clock-Sync
  • USB-Verbindung erfordert speziellen Treiber (auch auf dem Mac)
  • Deutlich höherer Preis als bei bisherigen Boutique-Synthesizern

Preis und Verfügbarkeit

Der Roland Jupiter-08 ist ab sofort bei Thomann* für 689,- € erhältlich.

Affiliate Links
Roland Jupiter-08
Roland Jupiter-08

Mehr Informationen

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen
Roland Jupiter-08
Roland Jupiter-08 · Quelle: Roland

*Hinweis: Dieser Artikel enthält Werbelinks, die uns bei der Finanzierung unserer Seite helfen. Keine Sorge: Der Preis für euch bleibt immer gleich! Wenn ihr etwas über diese Links kauft, erhalten wir eine kleine Provision. Danke für eure Unterstützung!

ANZEIGE

Die Kommentare sind geschlossen.