von  Jan Rotring  | |   Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen   |  Lesezeit: 8 Min
Gitarrentypen: Welche Gitarre passt zu dir?

Gitarrentypen: Welche Gitarre passt zu dir?  ·  Quelle: Wirestock, Inc. / Alamy Stock Foto

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Warum greifen manche Gitarristen ihr Leben lang zur gleichen Les Paul, während andere alle sechs Monate ein neues Instrument ausprobieren? Weshalb schwören einige auf Vintage-Klassiker, während andere begeistert Headless-Gitarren, Multiscale-Konzepte und moderne Elektronik feiern? Die Antwort ist einfacher, als man denkt: Gitarrentypen sind nicht nur Werkzeuge. Sie sind oft ein Spiegel ihrer Besitzer.

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Je länger ich selbst Gitarre spiele, desto häufiger fällt mir auf, dass hinter vielen Instrumenten eine bestimmte Haltung steckt. Die Wahl einer Gitarre hat natürlich mit Sound, Bespielbarkeit und Budget zu tun. Aber eben nicht nur. Sie verrät auch etwas darüber, wie wir Musik machen, welche Vorbilder wir haben und was uns an diesem wunderbaren Hobby eigentlich begeistert. Ganz ähnlich wie schon bei Pedalboards, lassen sich an den Gitarrentypen die Vorlieben ihrer Besitzer ablesen.

Der Gitarrist mit der abgewetzten Telecaster denkt oft anders als der Besitzer einer hochmodernen Superstrat. Wer sich eine Custom-Shop-Les-Paul gönnt, verfolgt meist andere Ziele als jemand, der mit einer Yamaha Revstar oder einer Strandberg auf die Bühne geht. Keiner dieser Gitarrentypen davon ist besser oder schlechter. Ihre Spieler suchen schlicht unterschiedliche Dinge.

Natürlich sind solche Kategorien nie wirklich wissenschaftlich und die meisten von uns bewegen sich irgendwo zwischen mehreren Lagern. Trotzdem gibt es erstaunlich viele Gemeinsamkeiten zwischen Gitarristen, die ähnliche Instrumente bevorzugen. Und genau deshalb wollen wir heute einmal nicht darüber sprechen, welche Gitarre die beste ist. Die spannendere Frage lautet nämlich: Zu welchem Gitarrentypen gehörst du?

Der Traditionalist

Eine alte Les Paul
Eine alte Les Paul · Quelle: stephen bates / Alamy Stock Foto

Wenn du eine Gitarre kaufst, fragst du dich nicht, was morgen modern sein könnte. Du interessierst dich eher dafür, was seit sechzig Jahren funktioniert.

Für dich sind Gitarren keine technischen Experimente, sondern kulturelles Erbe. Du liebst Instrumente mit Geschichte, ikonischem Design und einer langen Liste berühmter Spieler. Wahrscheinlich hast du mindestens einmal darüber nachgedacht, ob das Burst-Finish wirklich authentisch genug aussieht oder welche Baujahre einer bestimmten Gitarre als die besten gelten. Vielleicht sogar als Wertanlage.

In deiner Welt stehen vermutlich Modelle wie die Les Paul, die SG oder die Telecaster ganz oben auf der Liste. Nicht, weil sie perfekt sind. Sondern weil sie ihren Platz längst verdient haben.

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Der Traditionalist ist kein Fortschrittsverweigerer. Er stellt sich lediglich eine einfache Frage: Wenn diese Gitarren seit Jahrzehnten auf den größten Bühnen der Welt funktionieren, warum sollte er das Rad neu erfinden?

Für Traditionalisten steht meist nicht die maximale Vielseitigkeit im Vordergrund. Sie suchen Charakter, Geschichte und Verlässlichkeit. Eine gute Gitarre soll altern, Gebrauchsspuren sammeln und mit den Jahren eher besser als schlechter werden.

Kaufberater für den Traditionalisten

  1. Gibson Les Paul Standard 60s BB
  2. Fender Am Pro Classic Tele MN BTB
  3. Gibson ES-335 Figured 60s Cherry
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Gibson ES-335 Figured 60s Cherry
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Fender Am Pro Clsc Tele MN BTB
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Gibson Les Paul Standard 60s BB
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Der Klangforscher

Yamaha Revstar RSP20CR
Das einzige „Made in Japan“ Modell mit dem eingängigen Namen RSP20CR · Quelle: yamaha.com

Während der Traditionalist seine Traumgitarre oft schon gefunden hat, beginnt für den Klangforscher die eigentliche Reise erst nach dem Kauf.

Du interessierst dich für Tonabnehmer, Elektronik, Schaltungsvarianten und jedes noch so kleine Detail. Während andere einfach spielen, beschäftigst du dich mit Magnettypen, Potentiometerwerten und der Frage, ob ein Pickup vielleicht zwei Millimeter näher an die Saiten sollte.

Nicht selten verbringst du mehr Zeit mit dem Optimieren deines Sounds als mit dem eigentlichen Spielen (hier, ich!). Doch das ist keineswegs negativ gemeint. Im Gegenteil: Viele der spannendsten Entwicklungen der Gitarrenwelt leben von Menschen, die neugierig genug sind, Dinge auszuprobieren.

Gitarren wie die Yamaha Revstar, moderne PRS-Modelle oder Instrumente mit umfangreichen Schaltoptionen sprechen dich besonders an. Coil-Splits, Serien- und Parallelschaltungen oder ungewöhnliche Pickup-Kombinationen wirken auf dich nicht kompliziert, sondern spannend. Schließlich könnte hinter jeder Schalterstellung der perfekte Sound verborgen sein.

Kaufberater für Klangforscher

  1. Yamaha Revstar RSP20X
  2. PRS SE Custom 24
  3. Fender Player II Mod Strat
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PRS SE Custom 24 BG
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Fender Player II Mod Strat MN HGM
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Yamaha Revstar RSP20X R. Br. Charcoal
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Der Bühnenarbeiter

ESP LTD EC1000 QM - Wölkchen in Rot
ESP LTD EC1000 QM – Wölkchen in Rot · Quelle: Jan Rotring

Der Bühnenarbeiter betrachtet Gitarren aus einer ganz anderen Perspektive. Für seinen Gitarrentyp ist das Instrument kein Sammlerstück, sondern ein Werkzeug.

Natürlich soll die Gitarre gut klingen. Aber noch wichtiger ist, dass sie zuverlässig funktioniert. Abend für Abend. Probe für Probe. Gig für Gig.

Während andere über Nitro-Lacke philosophieren oder den Einfluss verschiedener Potiknöpfe diskutieren, denkt der Bühnenarbeiter eher darüber nach, ob die Mechaniken stimmstabil sind und ob die Gitarre einen Sturz vom Stativ überleben würde.

Deshalb landen häufig Marken wie ESP LTD, Schecter, Charvel oder robuste Ibanez-Modelle auf seiner Wunschliste. Instrumente, die für den harten Alltag gebaut wurden und möglichst wenig Aufmerksamkeit verlangen.

Der Bühnenarbeiter ist oft deutlich pragmatischer als viele andere Gitarristen. Er misst Instrumente nicht an ihrer Geschichte, sondern an ihrer Leistung. Und vermutlich hat er damit häufiger recht, als viele Gear-Nerds zugeben möchten.

Kaufberater für den Bühnenarbeiter

  1. ESP LTD EC-1000
  2. Epiphone SG Prophecy
  3. Charvel Pro Mod
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Epiphone SG Prophecy AJBM Bisher keine Kundenbewertung verfügbar
ESP LTD EC-1000 PW
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Charvel Pro Mod REL SRS SD1 HH WWH
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Der Modern Player

Strandberg Sälen Jazz - Premium
Strandberg Sälen Jazz – Premium · Quelle: Strandberg

Während Traditionalisten liebevoll auf die 1950er- und 1960er-Jahre zurückblicken, fragt sich der Modern Player oft etwas anderes:

Warum sieht eigentlich jede Gitarre noch immer so aus wie vor siebzig Jahren?

Du hast keine Berührungsängste mit neuen Konzepten. Headless-Gitarren, Multiscale-Bünde, moderne Halsprofile oder digitale Technologien findest du interessant, solange sie einen echten Mehrwert bieten.

Für dich zählt weniger die Tradition als die Erweiterung von Konzept und Funktion. Wenn eine neue Idee das Instrument besser macht, warum sollte man sie ablehnen?

Deshalb begeistern dich Marken wie Strandberg, Kiesel oder moderne Ibanez- und Jackson-Modelle. Ergonomie, Gewicht, Bespielbarkeit und Vielseitigkeit stehen häufig höher im Kurs als historische Korrektheit.

Der Modern Player betrachtet die Gitarre nicht als fertiges Produkt, sondern als etwas, das sich weiterentwickeln darf. Vielleicht braucht es Gitarrentypen wie ihn, damit die Gitarrenwelt auch in Zukunft spannend bleibt.

Kaufberater für den Modern Player

  1. Ibanez QX52B-WK
  2. Strandberg Boden Standard
  3. Hils Next HN6 Ultra Gold
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Ibanez QX52B-WK
Ibanez QX52B-WK Bisher keine Kundenbewertung verfügbar
Strandberg Boden Standard N2.6 Teal
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Hils Next HN6 Ultra Gold
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Der Sammler

Wie viele Gitarren brauchst du wirklich?
Wie viele Gitarren brauchst du wirklich? · Quelle: Clare / Stockimo / Alamy Stock Foto

Du sammelst Geschichten, keine Gitarren. Zumindest behauptest du das.

Für Außenstehende sieht dein Musikzimmer möglicherweise aus wie ein kleiner Gitarrenladen. Für dich dagegen hat jede einzelne Gitarre ihre ganz eigene Geschichte. Du erinnerst dich genau daran, wann du sie gekauft hast, warum sie besonders ist und welches Modell du dafür eigentlich verkaufen wolltest.

Spoiler: Verkauft wurde natürlich nichts.

Der Sammler interessiert sich für Historie, seltene Modelle, besondere Baujahre und außergewöhnliche Instrumente. Er kennt die Unterschiede zwischen verschiedenen Serien auswendig und kann problemlos eine halbe Stunde über eine bestimmte Les Paul, Stratocaster oder Custom-Shop-Gitarre sprechen.

Dabei geht es oft gar nicht um Status oder Prestige. Vielmehr fasziniert ihn die Vielfalt. Jede Gitarre fühlt sich anders an, reagiert anders und inspiriert zu anderer Musik.

Natürlich wissen wir alle, wie das endet.

Kaufberater für den Sammler

Kaufberater? Wirklich? Alles, was 6 bis 12 Saiten hat. Easy.

Der Rebell

Fender Johnny Marr Special Jaguar: Die vielseitigste Signature des Ausnahmegitarristen!
Fender Johnny Marr Special Jaguar: Die vielseitigste Signature des Ausnahmegitarristen! · Quelle: Fender

Während andere zwischen Les Paul und Stratocaster wählen, suchst du gezielt nach etwas anderem.

Jazzmaster. Jaguar. Bariton-Gitarre. Offset-Modelle. Vielleicht sogar etwas, das die meisten Gitarristen auf den ersten Blick gar nicht erkennen.

Der Rebell sucht Individualität. Nicht zwangsläufig aus Prinzip, sondern weil ihn ungewöhnliche Instrumente inspirieren. Er möchte einen eigenen Weg finden, statt vorhandenen Pfaden zu folgen.

Oft bewegen sich diese Gitarrentypen musikalisch in Bereichen wie Indie, Alternative, Post-Rock, Shoegaze oder experimenteller Musik. Dort sind ungewöhnliche Sounds nicht die Ausnahme, sondern Teil der Identität.

Der Rebell erinnert uns daran, dass Musik nicht immer vernünftig sein muss. Manchmal entsteht etwas Besonderes gerade dadurch, dass jemand bewusst gegen den Strom schwimmt.

Kaufberater für den Rebell

  1. Fender Am Pro Clsc Jaguar
  2. Fender Player II Jazzmaster
  3. PRS SE Special Semi-Hollow
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Fender Am Pro Clsc Jaguar RW FSGM
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Fender Player II Jazzmaster RW 3TS
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PRS SE Special Semi-Hollow LB 2025
PRS SE Special Semi-Hollow LB 2025
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Der Pragmatiker

Die PRS 40th Anniversary McCarty SC56 ist die neueste Veröffentlichung zur Feier des Firmenjubiläums.
PRS 40th Anniversary McCarty SC56 · Quelle: PRS

Jede Band hat mindestens einen davon.

Der Pragmatiker interessiert sich weder besonders für Vintage-Romantik noch für futuristische Innovationen. Er möchte einfach eine Gitarre besitzen, die möglichst viele Aufgaben zuverlässig erledigt.

Er spielt vielleicht in einer Coverband, nimmt zuhause auf, begleitet Freunde bei Akustik-Sessions und springt gelegentlich in anderen Projekten ein. Sein Instrument muss daher möglichst flexibel sein.

Deshalb landen häufig moderne HSS-Strats, vielseitige PRS-Modelle oder hochwertige Superstrats auf seiner Liste. Gitarren, die viele Stilrichtungen glaubwürdig bedienen können und möglichst wenig Einschränkungen mitbringen.

Der Pragmatiker wirkt auf den ersten Blick vielleicht unspektakulär. Tatsächlich ist er aber oft derjenige, der am meisten Musik macht. Während andere noch diskutieren, hat er längst den Verstärker eingeschaltet und spielt.

Kaufberater für den Pragmatiker

  1. Fender Am Ultra II Strat HSS
  2. PRS SE McCarty 594 CH
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Fender Am Ultra II Strat HSS EB UBST
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PRS SE McCarty 594 CH
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Ibanez RG652AHMFX-NGB
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Die große Wahrheit über Gitarrentypen

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Mehr Informationen

Natürlich steckt in den wenigsten Gitarristen nur ein einziger Typ.

Der überzeugte Traditionalist besitzt vielleicht heimlich eine moderne Superstrat. Der Sammler träumt manchmal von einer einzigen, perfekten Gitarre. Und selbst der Pragmatiker ertappt sich gelegentlich dabei, stundenlang alte Custom-Shop-Instrumente anzuschauen. Gitarrentypen unterscheiden sich grundlegend, doch sind sie sich um Grunde nie all zu fern.

Genau das macht unser Hobby so faszinierend. Die beste Gitarre der Welt oder den einen Gitarrentypen gibt es nicht. Es gibt nur die Gitarre, die zu dir passt. Zu deiner Persönlichkeit, deiner Art Musik zu machen und zu dem, was du von einem Instrument erwartest.

Und falls du dich beim Lesen in mehreren Kategorien wiedergefunden hast, dann bist du in guter Gesellschaft.

Denn die meisten Gitarristen suchen ihr Leben lang nach der perfekten Gitarre.

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