Roland geht in die Cloud - Plug-Out und mehr im Abo  ·  Quelle: https://www.rolandcloud.com/

Auch dieses Thema beschäftigt immer mehr Firmen im Audio-Bereich: Cloud-Abo-Modelle für Software. Nun ist versucht sich Roland mit ihren Plug-outs ebenso auf diesem Markt. Für einen monatlichen Obolus erhaltet ihr die Berechtigung, die wirklich hochwertigen virtuellen Emulationen der alten legendären Roland Kisten auf eurem Rechner ausführen zu können. Aber es gibt noch mehr, denn die Firma versucht sich darüber hinaus noch mit Sample-Bibliotheken. Über interessante Sounds verfügen sie ja schließlich auch.

Das hätte ich nicht gedacht, dass auch Roland diesen Weg gehen wird: Roland Cloud – ein Subscription-Modell für die hauseigene Plug-out-Serie (SH-101, SH-2, Promars, System 100 und System-1). Auf der einen Seite sind die Plug-in-Emulationen der alten Roland Synthesizer wirklich sehr gut und rundum gelungen, auf der anderen Seite möchte ich doch solche Klangerzeuger mein Eigen nennen und nicht nur zeitlich begrenzt einsetzen. Der Abo-Preis hält sich im Rahmen, aber nach einiger Zeit schnellt die Summe natürlich nach oben. Na gut, ihr habt tatsächlich Zugriff auf alle Plug-outs mit einem Gesamtwert von 650 Euro. Das entspricht einer Abo-Laufzeit von zirka 22 Monaten. Interessant wird das Modell wiederum, wenn Roland mit der Zeit nachlegen wird, also neue Plug-outs hinzugefügt werden (zum Beispiel stehen Juno-106 und Jupiter 8 des System-8 noch aus!).

Einen weiteren Anreiz geben sie trotzdem jetzt schon. Die neue Sample-Bibliothek-Serie Anthology, die Sounds ihrer Roland Instrumente enthält, ist ebenso im Paket enthalten. Zwei extra hierfür geschriebene Plug-ins mit dem Namen Concerto und Acoustic übernehmen das Streamen der Samples und die Verwaltung. Hier könnt ihr, ähnlich wie mit Kontakt Player, die Sample-basierten Instrumente in eure DAW integrieren. Die ersten beiden sind ein akustisches Piano, das mit der neuen Technologie RAINLINK (beinhaltet High Resolution MIDI) eine mit acht Terabyte außergewöhnlich große Sound-Library aus dem Internet streamt und mit einem Gigabyte an heruntergeladenen Piano-Sounds vermischt, und eine virtuelle Version des Roland D-50. Wie das Streaming während des Einspielens einer Klavier-Partitur klappen wird, muss sich noch beweisen – hier bin ich eher skeptisch, lasse mich aber gerne überzeugen! Weitere Instrumente sind schon in der Pipeline, wie zum Beispiel ein Drum- und Gitarren-Modul.

Seid ihr an diesem Angebot interessiert? Oder seid ihr keine Freunde dieses Modells? Das würde mich brennend interessieren!

Preis und Spezifikationen

Roland Cloud kostet zur Zeit, da es sich noch in der Beta-Phase befindet, 19,95 US-Dollar pro Monat. Der normale Preis beträgt danach 29,95 US-Dollar im Monat. Im Moment gibt es eine einmonatige NAMM Aktion, bei der ihr alle Plug-ins und Soundpacks in dieser Zeit kostenlos testen könnt. Ihr müsst lediglich einen Account auf der Website mit eurem Namen und E-Mail Adresse anlegen.

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  • Superwaldi

    Genau wegen einem solchen Geschäftsmodell habe ich Adobe abgeschworen.

  • Hanz Meyzer

    Kapiere ich jetzt nicht, die haben doch nur 5 Software Varianten im Angebot, die zudem sehr schlecht optimiert sind und damit für den produktiv Einsatz kaum zu gebrauchen sind. Wie ich es verstehe, läuft in den softwareplugins eine Emulation der Hardware, jedenfalls scheinen die synths selbst in einer scriptsprache programmiert worden sein. Ausserdem braucht Roland doch ewig für neue Software. Ich werde die vstis jedenfalls nicht vermissen, selten derart schlechte Programmierung erlebt.

    • Marcus Schmahl

      Ich muss sagen, dass die letzten Updates wirklich gut auf meinem iMac laufen (der ist auch recht stark). Und dazu kommt die wirklich sehr gute Qualität des Sounds aller Plug-outs. (Meine Meinung und ich kann mit den alten Originalen hier im Studio vergleichen…)

  • HOOOPS

    Das ist die Zukunft… leider…
    hoffentlich warten manche Softwarefirmen noch ein wenig. Ich bin auch kein Fan von Abos.

  • Krypto

    Ich bin von Roland enorm enttäuscht wenn nicht sauer. Der Grund ist das es NUR ein Abomodell gibt, also keine Wahl zwischen kaufen und mieten.
    Deshalb ist für mich Roland (was Software angeht) komplett gestorben. Ausser sie bauen oder bieten irgendwo auch ein Kaufmodell an.
    Man stelle sich vor alles mieten zu müssen was man braucht. Ist zwar für solche die genau wisseb was sie brauchen und wollen um mal schnell ein Projekt zu verwirklichen.
    Für Hobby und Semiprofi die mal da mal dort etwas versuchen wollen, nicht tragbar.
    Aber ich denke das wird nicht lange halten denn man sah es auch an Waves und UAD die zuerst für die Profis erschwinglich waren. Bis der Markt satt war, dann war man froh um die Hobby/SemiProfi Musiker. Und genau das passiert mit Abomodelle. Irgendwann mietet man nur ein Monat wenn man es braucht und kündet wieder. Ob das genug Geld in dir Kasse spült wenn es dann nur noch Profis und ein paar wenige benutzen? Und kommt hinzu das man die kleinen in die Cracked Software hinein zwingt. Man stelle sich vor das man jeden Monat für 4 – 5 Abos ständig 60 – 70 Euro/Monat zahlt. Abomodell hat für mich keine Zukunft und soll auch keine Zukunft haben.
    Was mich angeht, ich mach da nirgends mit und versuche so es geht dem ganzen auszuweichen.

    • Mark

      Den Anthology 1987 kann man doch eh vergessen. Statt einen Virtuellen D-50 rauszubringen kommen die mit so einen Samplschrott. Dann kann ich mir auch dieses hier kaufen, da komme ich preiswerter weg.

      http://www.irishacts.com/?download=infinity-vst-au

  • Krypto

    Dir vielen Dank. Ich habe sie alle gekauft damals. Doch als ich sah das die D-50 Samples nur per Abo gab, war ich sauer.
    Ich befürchte nämlich das die Kaufversionen verschwinden werden.
    Gruss

  • Abomodelle haben für die Anbieter den Vorteil, dass es technisch wahrscheinlich einfacher ist, Raubkopien aller Art zu unterbinden. Für den Benutzer ist das wie Musikstreaming: Abo gekündigt, Inhalte weg. Ich bin zu alt für solchen Scheiß… Da kaufe ich mir lieber einen günstigen, aber guten analogen Synthesizer. Der funktioniert auch ohne Abo und Softwareupdates.

  • Marcus Schmahl

    Das ist richtig! Avenger nutze ich auch schon sehr lange zum Sounddesignen… Arcsyn muss ich mir dann wohl mal anschauen! Danke für den Tipp!

    • Der Rest

      Hi, wollte mich auch beim Hanz mal für den Tipp bedanken,
      nachdem ich die beiden VST´s getestet habe.
      Leider funktioniert der Avenger bei mir nicht.
      Beim starten öffnet sich nur ein weisses Fenster :(
      Hab schon mitm Support von Vengeance geschrieben,
      aber die wissen anscheinend auch nicht weiter.
      Den Arcsyn find ich jetzt nicht so toll.
      Mein Liebling ist immer noch Xfer Serum.

      • Marcus Schmahl

        Xfer Serum nutze ich ebenfalls sehr oft! Aber warum Avenger nicht läuft… hmmm… schreibe doch mal ins Forum von Vengeance! Eigentlich sind die immer recht schnell und gut, was Support angeht.

        • Der Rest

          Danke Marcus, wenn die Tage nichts mehr vom Support kommt,
          werde ich mich mal an das Forum wenden.
          Habe aktuellsten GraKa Treiber installiert
          und neueste Avenger Version drauf (1.0.31)
          Schnell sind sie, das stimmt.
          Gibts nix zu meckern.

      • Hanz Meyzer

        Ich glaube, bei Avenger läuft auch noch nicht alles so rund, wie ich es zuerst angenommen habe, es gibt zu viele Einschränkungen, und so richtig zuhören tun die Jungs dann doch nicht… Mal sehen, vielleicht kommt das ja noch. Finde ich immer etwas anstrengend, wenn offensichtliche Probleme scheinbar ignoriert werden. Immerhin gibt es Kommunikation :) Es geht doch schon von den offenbar bewussten Einschränkungen her schon in richtig EDM Sound, z.B. kann man den vorgesehen Sync-ENV nicht deaktivieren, damit gibt es nur eine Art von Sync-Sound (EDM), nämlich mit Sync-Transient. Oder das PWM ist nicht linear, was komplexes PWM a la 80s schwierig macht. Anderes ist momentan noch nicht so richtig vorgesehen. Qualitativ vom Sound her ist der Synth aber absolut zu empfehlen.

        Hm, ja habe auch noch einmal in Arcsyn reingehört… Klingt doch schon nach Aliasing? Ich glaube, die Presets sind nicht alle so gut. Man sollte sich etwas Zeit nehmen dafür. Es gibt da schon sehr eindrucksvolle, z.B. einen endlosen Sync-Sound, der immer hoch steigt. Klingt sehr sauber und einfach schön. In der Form habe ich es noch in keinem anderen Synth gehört.

        100% bedenkenlos empfehlen kann man natürlich UHE Zebra 2, als echte Workstation, aber das sollte ja Allgemeinwissen sein. Die kann alles. Die GUI ist natürlich gewöhnungsbedürftig.

        • Hanz Meyzer

          Was ich geschrieben habe, stimmt teilweise nicht. Der Sync-ENV ist deaktivierbar, hatte einen Bedienungsfehler gemacht. Meine Meinung: Bedenkenlos zugreifen. Natürlich vorher besser genau testen.

  • Heiner Jürs

    Ich habe mich vor geraumer Zeit von den ganzen üblichen privaten Abo-Modellen wie Spotify etc. getrennt. Auch bei Adobe bin ich nicht mehr Kunde, obwohl ich wirklich gern (als Hobbyist) mit Photoshop gearbeitet habe.
    Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis auch die DAW-Software als Abomodell angeboten wird; das ist schließlich DER Trend der gesamten Softwarebranche.
    Und für Profis – ich meine damit Leute, die Geld mit Musik verdienen – ist das sogar vermutlich eine charmante Sache: feste kalkulierbare Kosten, immer das Recht auf die aktuellste Version, eine nahezu unerschöpfliche Sound-Quelle in Form eines Sample-Streaming-Dienstes.
    Da stören z.B. € 300 mtl. wohl gar nicht, wenn damit die Möglichkeit besteht, jederzeit zusätzlich benötigte Sounds abzurufen und auch schneller an aktuellste Sounds ranzukommen. Ich gehe davon aus, dass jemand, der mit Musik Geld verdient, das das schlagende Argument ist: Komme schneller zum passenden Sound, ohne zig Samples-Librarys durchzuprobieren? Man denke dabei auch an solche Massenprodukte wie Musik für Serien, Computerspiele etc … Das dürfte einen riesigen Markt darstellen.
    Für die Hobbyisten und Semiprofis ist das natürlich ein Schlag ins Kontor – wir können es uns ja leisten, nicht jeden Tag Musik zu machen. Die Kostenuhr tickt aber im Abo während solch “ungenutzter” Zeit weiter.
    Wir werden wohl wieder hardwarezentrierter arbeiten und auf die (vermeintlichen?) Annehmlichkeiten der virtuellen Studio-Computertechnologie verzichten müssen. Das muss übrigens nicht unbedingt ein Nachteil für die Kreativität sein …
    Insofern haben Abo-Modelle auch was Gutes: Echte Musiker sind kreativ genug, auch ohne Terabyte-schwere Samples-Librarys etwas neues zu schaffen; und da trennen sich dann vielleicht die Musiker von den Kaufleuten …

  • Audiowarp

    Das Abo Modell gilt doch zur Zeit nur in den USA. Als deutscher kommt man mit einer deutschen Kreditkarte gar nicht dran. Wie soll denn das funktionieren, wenn da jemand schreibt er hätte das auf seinen Mac?????
    Jedenfalls, wenn ich mich dort anmelde, gibt´s nichts.

    • Audiowarp

      Marcus Schmahl war derjenige, der es wohl hat. Aber die Frage ist wie?

      • Marcus Schmahl

        Hi Audiowarp. Leider habe ich das Abo nicht getestet, da ich über die einzelnen Plug-ins verfüge. Sehr wahrscheinlich wird Roland das bald auch in Europa bereitstellen. Es ist auf keiner Seite beschrieben, dass es regional begrenzt wurde. Deswegen danke für den Tipp!

        • Audiowarp

          Ja, auf der Seite zur Bezahlungsmethode steht in rot, das der Service nur in den USA angeboten wird. Keine Chance also mit einer deutschen Bezahlmethode.
          Schade eigentlich , denn es können noch ein bis zwei Jahre vergehen bevor aus dem Beta Status ein Gold Status wird…