Reaktor 7: Bringt Native Instruments ein großes Update, samt VST-Export für eigene Plugins?
Ein Community-Post eines NI-Mitarbeiters lässt aufhorchen, Super*Saw war offenbar nur der Anfang
Native Instruments arbeitet offenbar an einem großen Reaktor-Update, möglicherweise an Reaktor 7, das Ensembles als eigenständige VST-Plugins exportierbar machen soll. Wie ein Forum-Post eines NI-Mitarbeiters verrät, stammt der frisch veröffentlichte Super*Saw-Synthesizer (Zusammenarbeit mit A. G. Cook) bereits von genau dieser neuen Reaktor-Plattform. Das ist das mal eine In-House-Bestätigung, die wieder einmal aufhorchen lässt.
Native Instruments Reaktor 7: Alles zu VST-Export, der neuen Plattform und den Hinweisen aus dem Forum
Reaktor stand zuletzt ziemlich im Schatten
Reaktor und die daraus hervorgegangenen Standalone-Synths gehörten in den letzten Jahren nicht gerade zu den Prioritäten von Native Instruments. Das letzte große Reaktor-Update war Version 6.5 mit VST3-Support im Jahr 2023, der letzte eigenständige Synth aus der Reaktor-Schmiede war Super 8, veröffentlicht 2020. Gerade nach der Übernahme durch inMusic stand für viele in der Community die Befürchtung im Raum, dass ein derart komplexes und nerdiges Produkt im neuen Portfolio schlicht gestrichen werden könnte.
Genau deshalb sorgt ein aktueller Community-Post für Aufsehen. Matthew von Native Instruments schreibt im offiziellen Community-Forum von NI, dass Super*Saw das erste Produkt ist, das mit einem neuen Plattform-Update für Reaktor entstanden ist, ein Update, das laut Matthew perspektivisch auch allen Reaktor-Buildern zugänglich gemacht werden soll. Wörtlich heißt es dazu: „A.G. Cook and friends were creating and using the patches that became this product long before they became this product.“ Cook und sein Team haben die Patches für Super*Saw also offenbar längst genutzt, bevor daraus überhaupt ein fertiges Plugin wurde.
VST-Export und hochauflösende UIs für Reaktor-Builder in Reaktor 7?
Interessant wird es bei den technischen Details, die Matthew im selben Post nennt. Das neue Plattform-Update erlaubt es Reaktor-Buildern demnach, eigenständige Standalone-Plugins zu bauen, die intern weiterhin auf der Reaktor-Engine laufen, aber mit hochauflösenden UIs, eigenen Autorisierungsmechanismen sowie dedizierten Vertriebs- und Installationswegen.
Für alle, die mit der Reaktor-Community nicht ganz vertraut sind: In Reaktor lassen sich Synthesizer, Sampler, experimentelle Tools und Effekte bauen, gespeichert als proprietäre Ensemble-Dateien (.ens). Tausende dieser Ensembles stehen kostenlos in der Reaktor User Library zum Download bereit, oft aber mit GUIs, die eher an die Frühzeit der Plugin-Ära erinnern als an moderne Software. Genau hier würde eine hochauflösende UI-Option also einen echten Unterschied machen.
Der VST-Export selbst ist eine Funktion, die viele Reaktor-Nutzer seit Jahren fordern, insbesondere alle, die bereits komplexe Tools mit Reaktor bauen. Laut Matthew wird das aber kein Feature für jeden Hobby-Bastler, sondern eher für professionelle Builder gedacht sein, ähnlich dem bestehenden Lizenzmodell von Kontakt Player samt eigener Native-Access-Anbindung. Damit würde Native Instruments auch bei Reaktor-Ensembles künftig an der Lizenzvergabe mitverdienen, ein Modell, das beim bisherigen Reaktor-Player-Programm offenbar nie richtig gezündet hat.
Auch andere NI-Flaggschiffe sollen Updates bekommen
Neben den Neuigkeiten eines Reaktor 7 Updates deutete Matthew im selben Post an, dass weitere Flaggschiff-Titel in den kommenden Monaten deutliche Updates erhalten sollen, ohne dabei konkrete Namen zu nennen. Nach dem kürzlichen Absynth-6-Release wäre ein Facelift für FM8 naheliegend, auch eine überarbeitete Oberfläche für Massive X stünde vielen Usern gut zu Gesicht, klanglich exzellent, aber die aktuelle UI wirkt inzwischen ziemlich in die Jahre gekommen.
Fazit zum Gerücht über Reaktor 7
Ein regulierter, aber tatsächlich nutzbarer VST-Export für Reaktor-Ensembles wäre ein deutlich sinnvollerer Weg als der aktuelle Wildwuchs an schnell zusammengeklickten und KI-gecodeten Plugins, die man ihn gerade überall im Markt sieht. Qualität statt Quantität, das würde der Reaktor-Community definitiv guttun.
Dass Native Instruments unter dem neuen inMusic-Dach offenbar weiterhin in Reaktor investiert, statt es stillschweigend einzustellen, ist zumindest ein beruhigendes Signal für alle, die befürchtet hatten, das Tool könnte einfach in der Versenkung verschwinden. Ob und wann daraus tatsächlich ein offizielles Reaktor 7 wird, bleibt vorerst offen, wir bleiben da für euch dran.
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