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Phonocut Home Vinyl Recorder

Phonocut Home Vinyl Recorder  ·  Quelle: Phonocut / Lousy Auber

Phonocut Home Vinyl Recorder

Phonocut Home Vinyl Recorder  ·  Quelle: Phonocut / Lousy Auber

Seitdem es die Schallplatte gibt, haben sich Menschen damit beschäftigt, eine einfache Lösung für die Herstellung eines einzelnen Exemplars zu machen. Ein Gerät, das locker auf den Schreibtisch passt und einfach zu bedienen ist. Ein gar nicht so einfaches Unterfangen, gerade wenn man sich anschaut, wie die Herstellung dieser Tonträger normalerweise geschieht. In den letzten Jahren gab es da ein paar Fortschritte, vielleicht auch durch den anhaltenden Boom von Schallplatten angeschoben. So richtig befriedigende Lösungen gab es aber noch nicht. Der Vinyl-Recorder von Phonocut könnte das allerdings ändern. Über Kickstarter könnt ihr die Idee unterstützen und euch auch ein eigenes Exemplar sichern. UPDATE: Die Kampagne ist jetzt live und das Ziel von fast 200 Tausend Euro bereits erreicht.

Phonocut Home Vinyl Recorder

Der Schallplatten-Recorder sieht eigentlich aus wie ein stylischer Turntable. Lediglich das Seitenteil und der anscheinend fehlende Tonarm weisen darauf hin, dass es eben nicht ein einfacher Plattenspieler ist.

Details verraten die Entwickler noch nicht, nur so viel: Für die Aufnahme werden Vinyl-Rohlinge gebraucht. So einen Rohling legt ihr dann einfach auf den Plattenteller. Im nächsten Schritt verbindet ihr eine Musikquelle. Auf einem der Bilder des Prototypen ist eine kleine Klinkenbuchse zu sehen, vielleicht wird die dafür benutzt. Dann klappt ihr die Schutzhaube auf das Gerät und drückt auf die Starttaste. Und schon nehmt ihr eine Schallplatte auf. Das klingt sehr simpel. Fast einfacher als das Brennen einer CD.

Ich habe noch keine Ahnung, wie hier ausgesteuert wird. An dem Phoncut-Recorder ist oberflächlich nichts zu sehen, was dafür zuständig sein könnte. Möglicherweise kümmert sich das Gerät selbstständig darum. Genauso interessant ist die Frage, ob der eingehende Sound intern für das Vinyl-Format vorbereitet wird. Für Schallplatten sollte der Bassbereich nämlich mono sein und auch ein High- und Lowcut vorgenommen werden.

Was sich hier wohl von bisherigen Lösungen dieser Art unterscheidet, ist die Aufnahmequalität. Um die zu vergleichen, ist das Team von Phonocut nach LA geflogen und hat in den dortigen Bernie Grundman Studios ein paar Tests gemacht. Zunächst digitale Aufnahmen und dann eine klassische Schallplattenproduktion, für deren Schnitt die gleiche Maschine benutzt wurde wie für Michael Jacksons Thriller. Den Schnitt hat Bernie Grundman höchstpersönlich gemacht. Natürlich wurde auch eine Direktaufnahme mit Phnocut vorgenommen. Auf der Website der Entwickler könnt ihr euch selber einen Eindruck machen.

Wofür braucht man das?

Das Team von Phonocut nennt drei Gründe für die Anschaffung:

  1. Musikliebhaber stellen ihre eigenen Compilation-Schallplatten her. Das, was früher das Mixtape war, ist jetzt quasi das „Mixvinyl“. Ist natürlich auch eine sehr schöne Geschenkidee. Einige Käufer der Maschine werden das bestimmt für entsprechende Dienstleistungen benutzen.
  2. Musiker können Einzelexemplare herstellen, die sie dann für Promotion nutzen oder verkaufen.
  3. Studio-Besitzer und Plattenlabel sollen mit Phonocut zukünftig erschingliche Testpressungen machen.

Das Team

Das Team von Phoncut scheint jedenfalls jahrelange Erfahrung auf dem Gebiet von Vinyl-Herstellung und Industriedesign zu haben. Flo Kaufmann ist ein Audio-Engineer aus der Schweiz und beschäftigt sich schon seit Jahren mit dem Schneiden von Vinyl. Kamran V hat die Firma Cykik gegründet und diverse Projekte mit Künstlern wie Nine Inch Nails, Sting oder Beck gestemmt. Der Mann, der auf der Website einfach nur DOC genannt wird, hat 2008 den Polaroid Film wiederbelebt. Creaholic sind Profis im Industriedesign und wurden von dem Swatch Mitbegründer Elmar Mock aufgebaut. Mit David Bohnett ist noch ein amerikanischer Internet Entrepreneur beteiligt.

Für 999 Euro auf Kickstarter

Über Kickstarter wird das Projekt jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt. Am 15. Oktober startet Phonocut dann offiziell. Bereits jetzt ist bekannt, dass es dann eine begrenzte Vorbestellung geben wird. Falls ihr also schon immer eine eigene Schallplattenherstellungsmaschine haben wolltet, könnt ihr euch für 999 Euro ein Exemplar sichern.

UPDATE: Die Kampagne ist erst seit ein paar Stunden live und bereits zu 100 Prozent finanziert. Nur noch wenige Geräte können vorbestellt werden, das Super Early Bird Modell für 999 Euro ist bereits ausverkauft. Geliefert wird erst im Dezember 2020.

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Mopaddj cut master HDonadmiralCrunchLarifari Recent comment authors
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Larifari
Gast

Ich bin gespannt…ich kann mich da an einige Versuche aus den letzten 20 Jahren erinnern. Besonderes Highlight war der Vestax Cutter, welchen man an einen 1210er schrauben konnte.

dj cut master H
Gast

ich glaube du brings da was durch einander.
der Vestax VRX-2000 war ein standalone gerät.
und dann gab es noch ein add on für den technics 1210er, den vinylrecorder https://vinylrecorder.com/

Larifari
Gast

Jaein, ich bin mir nicht mehr sicher ob es Vestax war, der Vinylrecorder war es definitiv nicht ! Den gibts es erst seit ca 2004/5 !? Das Add on welches ich meine wurde 98/99 beworben. Ich kann mich auch noch an einen Artikel aus der Raveline erinnern. Der Tonarm wurde dabei wohl ausgebaut und durch einen Schneider ersetzt.

admiralCrunch
Gast

langsam schäme ich mich für die selbsternannte musiker-szene… wie kann man nur so retardiert sein und sowas auch noch gut finden -.-

Don
Gast

Was ist denn schlecht daran?
Und wieso geistig zurückgeblieben?

Larifari
Gast

Anscheinend bist du nicht im Thema. Cutting wird schon ewig benutzt. Nicht nur von Musikern sondern hauptsächlich auch von Plattenfirmen die so Ihre Kleinserien herstellen oder herstellen lassen. Duophonic oder dr dub sind seit Jahren renommierte Firmen in dem Bereich.
Der aktuelle Platzhirsch kostet ca 2500 Euro. Wenn jetzt ein Konkurrent ein Produkt für 999 Euro veröffentlicht ist das schon ein Thema und definitiv den Artikel wert.

admiralCrunch
Gast

äpfel und birnen.. das ding soll die breite masse als zielgruppe ansprechen und das ist absoluter bullshit.. warum lässt man denn auf vinyl kratzen und nicht auf CD brennen oder noch besser von usb abspielen?? .. da kommen die 100 ersten direkt mit „qualität“ .. IHR HABT NICHTMAL ANSATZWEISE AHNUNG WAS EIN HEADROOM IST GESCHWEIGE DENN WAS EINEN GUTEN MIX AUSMACHT!!!! .. aber hauptsache die eigenen – zu 99,99% absolut schwachsinnien „tracks“ (sofern man dieses akkustische diarrhoe überhaupt als „track“ bezeichnen kann) auf vinyl kratzen wollen.. und das in zeiten von klimawandel und und und.. das ist krank.. und zwar… Read more »

Mopad
Gast
Mopad

was hat dich denn gebissen? Wenn das Gerät funktioniert,ist das z.B. für ein kleines Label sicher interessant,man könnte zB. die Testpressung einer anstehenden Release selbst herstellen und sie anschliessend im Club testen…spart Zeit und evtl. auch Geld. Man könnte auch eine ltd Kleinstauflage erstellen…ect.komplett stressfrei,ohne den ständigen Austausch mit dem Presswerk….. Ich erklär dir auch noch ,warum viele DVS verwendet haben. ANfangs waren es vorangig DJ’s die viel unterwegs waren, standardmässig bepackt mit 80-200 Vinyls ! Das kann das ,gerad wenn man mehrmals an einem Wochendende spielt,zum Ende hin sehr qualvoll sein. Durch Final Scratch gab es nun die Möglichkeit,Rücken-schonend… Read more »

Larifari
Gast

Andmiralcrunch : „keine Sau braucht das Ding“

Gearnews : „UPDATE Die Kampagne ist erst seit ein paar Stunden live und bereits zu 100 Prozent finanziert.“

Larifari
Gast

Den Äpfel und Birnen Vergleich gilt es erstmal abzuwarten . Vergleiche durch Vorurteile zu entscheiden lohnt meistens nicht. Den Rest kann man unkommentiert lassen.