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Sequential OB-X

Sequential OB-X  ·  Quelle: Sequencer.de

Sequential hat das Warenzeichen OB-X registriert. Das ist der nur etwa ein Jahr lang gebaute polyphone Synthesizer von Oberheim, der kurz darauf durch den OB-Xa ersetzt wurde. Der OB-X ist mit einem 12-dB/Oktave-Filter ausgestattet, während der OB-Xa ein 24-dB/Oktave-Filter hatte. Dazu bot der OB-X auch Crossmodulation an. 

Was bedeutet die Anmeldung OB-X?

Tom Oberheim hat seinen Namen „Oberheim“ als Firmenrecht zwar zurück erhalten, jedoch ist das Geschenk von Gibson leicht „vergiftet“, denn Behringer haben sich ebenfalls mit Oberheim-Warenzeichen versorgt. Hintergrund ist aber auch, dass Behringer sich den Oberheim-Namen genommen haben – ganz ohne Streit. Aber Gibson gewann (12. Aug. 2019) die Idee, dass es nicht mehr sonderlich sinnvoll ist, den Namen weiter zu führen. In den USA gibt es zudem andere Warenzeichen als in Deutschland. Registriert wurde OB-X in den USA durch Sequential.

Ich bin zwar nicht der echte, aber der einzig wahre OB-X

In Deutschland gibt es allerdings an dem Namen nun die „Herrschaft“ von Music Tribe und damit Behringer, die seit langer Zeit einen Oberheim-Clone nach Art des OB-Xa planen aber bisher nicht liefern. Es ist nicht damit zu rechnen, dass Tom Oberheim sich noch um Rechte bemühen wird. Ältere Semester werden den OB-Xa wegen eines Titels mit dem Namen „Jump“ kennen, der Rest verfolgt aktuellere Musikziele.

Aber der Kollege von Tom, Dave Smith, hat bereits den OB-6 gebaut und der erfreut sich einer gewissen Beliebtheit. Auch wenn dieser einfach nur unter dem SCI-Label fährt und optisch oberheimlich wirkt, so kommt er ohne den Markennamen aus. Er ist in Zusammenarbeit mit Tom Oberheim entstanden und sicher „mehr Oberheim“ als das, was Behringer bauen kann. Rechtlich kann Dave Smith mit dem Firmennamen Sequential allerdings den OB-X bauen und ihn so nennen, ohne ihn Oberheim zu nennen. Wohl aber ist es machbar, dass zufällig auf dem Gehäuse eine Unterschrift von Tom Oberheim zu finden ist, welcher formal kein Firmenname ist.

OB-X und Oberheim Geschichte

Der Name Oberheim wurde nach dem Oberheim Matrix-12 faktisch von der Firma Viscount für andere Produkte als Synthesizer und den OB-12 genutzt, danach wurde er formell Gibson zugewiesen.

Der OB-X ist heute sehr beliebt, weil er nach Meinung vieler „der mit dem besseren Sound“ ist und näher an OB-1 und dem Ur-SEM-Sound orientiert ist. Dennoch war er bereits klanglich deutlich anders als diese beiden Klassiker und Oberheims erster „normaler“ Polyphoner nach dem Four-Voice. Der Sound hat sich in den Ohren der Musiker festgefressen, da er eigentlich doch noch ein bisschen schöner klingt – er war nämlich noch ohne Curtis-Chips konstruiert worden. Diese Chance können sich Tom und Dave zunutze machen, denn der OB-X ist teuer, vergriffen und rar, da er nur einen sehr kurzen Produktionszeitraum hatte. Die Konkurrenz plant den Nachfolger, da dieser bekannter war und ist.

OB-X Optik

Wir können davon aus gehen, dass der OB-X mehr wie ein OB-6 aussehen wird als ein OB-X Original. Aber er wird die offiziellen Inhalte haben und von und mit Toms Hilfe aufgebaut werden. Der OB-6 ist eine Art Baukasten aus dem Kern des Prophet-6 und dem Oberheim-SEM-Filter. Das wird technisch durch Filterkarten erreicht. Der OB-X wird vermutlich weniger „baukastig“ sein, jedoch einfacher aufzubauen sein nach einem Projekt wie dem OB-6. Nur eine Kopie oder Clone wird es wohl eher nicht werden als die DSI-Basis mit dem, was den OB-X wirklich aus macht. Vielleicht ist es dann wie mit dem echten und dem einzig wahren Heino. Es gibt beide und man hat die Wahl.

OB-X Zukunft und Daten

Bisher gibt es weder Preise noch Daten, wann und in welcher Form der OB-X das Licht der Welt erblicken wird. Es gibt für Dave Smith und Tom Oberheim sicher genug Möglichkeiten. Sei es auf der Superbooth, der NAMM 2021 in einer Woche oder irgendwann, wann es fertig ist. Es ist nur sicher, dass er kommt und wenn Dave Smith etwas registriert, wird es kommen.

5 Antworten zu “Sequential registriert OB-X – der echte und der einzig wahre Oberheim”

  1. Larifari sagt:

    Ich könnte wetten der Behringer Klon wird mit einer Unterschrift von Uli himself ausgeliefert. Natürlich ganz im Oberheim Stil…

  2. Erkenntnisman sagt:

    Sorry das ist ja mal der Witz des Tages! Ein echter Sequential Schriftzug für den 3 Fachen Preis, da bilde ich mir doch gerne ein dass er besser klingt, sonst müsste ich ja zugeben dass er nicht wirklich besser ist als die andere Kopie vom Hersteller namens Behringer!

  3. dave the butcher sagt:

    Also ich bin gespannnt. Wenn der diskret aufgebaut sein wird wie das original, wird er gegenüber dem ob-xa klon mit coolaudio chips soundmäßig die Nase vorn haben, aber gewaltig!

  4. superweb sagt:

    Ich bin mir nicht ganz sicher ob hier die Fakten im Artikel richtig wiedergegeben wurden. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe gab es von Behringer keinen Rechtsstreit mit Gibson wegen dem Oberheim-Warenzeichen, sondern Behringer haben einfach die Löschung des Warenzeichens beantrag, da dieses zu lange nicht von Gibson verwendet wurde. Diesem wurde dann auch stattgegeben. Daher hat Oberheim wohl von Gibson meines Wissens auch nur das Warenzeichen für Software-Anwendungen übertragen bekommen, aber nicht mehr für Hardware, oder?

    • Hans im Glück sagt:

      Keine Ahnung wie das sich rechtilich zugetragen hat??? Bin ja auch kein Rechtsverdreher und in deren Akten lässt sich auch keiner einfach so rein schauen. Ich glaube nicht dass ein Fremder einfach eine Löschung des Markennamens beantragen kann, ach was solls, Hauptsache das Ding wird von irgend ebber gebaut. Aber Behringer wäre mir lieber, sie halten sich ans Original und es klingt ordentlich, ist sehr gut verarbeitet und der Preis ist klasse. Aber soll jeder sein Glück selbst aussuchen.

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