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Immerhin gibt es eine kostenlose Version ab PT12.  ·  Quelle: Youtube / Avid

Hm, ich weiß nicht, was sich Avid dabei gedacht hat. Warum veröffentlichen die eine neue Version, wenn man doch nichts Neues als Kunde bekommt? Okay, nichts ist übertrieben, weil man die Cloud Collabration dazu bekommt – das ist aber eigentlich keine neue Version wert, oder?

Avid Cloud Collaboration und Avid Marketplace: Der Engineer kann Projekte und Clips in der Cloud sichern und im Marketplace können Sessions und Stems und Mixdowns direkt aus Pro Tools ver- und gekauft werden. Die Idee ist ja nicht ganz neu, reift aber immer weiter. Stelle ich mir praktisch bei Sounddesignern vor, die schnell mal einen Loop suchen und dann dort auch eine weitere Quelle haben, bei der man sich keine Sorgen um die Verwertungsrechte machen muss, da entsprechende Rechte – wenn erwünscht – direkt dazu erworben werden können. Aber damit war es das schon an „Neuerungen“.

Stop! Es gibt mit der Einführung von PT12 eine kostenlose Version Pro Tools First. Die ist zwar mit weniger Features als die Standard-Version ausgestattet, für einen Anfang reicht es aber. Immerhin 16 gleichzeitige Spuren, vier gleichzeitige Inputs und im Gegensatz zur quasi-kostenlosen Express-Version (die es nur im Bundle gibt) unlimitierte Busse, statt 16. Dafür gibt es keine Videospur. An Plugins sind immerhin Xpand!2 und 20 normale AAX Effekte dabei. Was noch alles dabei ist, kann man gut in der Vergleichstabelle einsehen. Es steht allerdings noch nicht dabei, ob man einen iLok benötigt. Wenn ja, sollte Avid das Free-Modell noch einmal übedenken.

Ein bisschen dürftig finde ich eine Stelle im aktualisierten Avid FAQ, wenn man Pro Tools 11 HD Besitzer ohne Upgrade- und Support Plan ist. So wie die Antwort klingt, bekommt man ohne das Update keine Cloud und kein Marketplace und bekommt auch nur noch bis 21. Dezember 2015 Updates und Bugfixes. Danach ist auch kein Upgrade mehr möglich. Wie dreist ist das bitte gegenüber den Kunden, die sehr viel Geld dafür bezahlen?

Es gibt nach aktuellem Stand keine neuen Plugins, keine sonstigen neuen Features und auch keine Veränderung am Rest von Pro Tools. Hier nochmal zusammengefasst. Ehrlich: Da hätte auch eine Version 11.4 oder 11.5 gereicht. Schließlich bekommen die „neuen“ Kunden die Updates ohnehin kostenlos.

Zum Abschluss noch das Vorstellungsvideo. Ohne Kommentar.

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9 Antworten zu “NAMM 2015: Avid stellt Pro Tools 12 vor – kostenlose Version aufgetaucht”

  1. omg sagt:

    Wieso ist Avid imer noch nicht pleite? Wie kann man so scheiße mit seinen zahlenden Kunden umgehen?

  2. Peter David Anderson sagt:

    Was ist das denn für ein dämlicher Mist???? Tja, Geld regiert die Welt!!!!! Da muss man Avid doch bald auslachen oder?

  3. McPrell sagt:

    Mit Pro Tools 12 beginnt eine neue Lizenzierung. Ab Pro Tools 12 kann man Pro Tools mieten (jährlich $299) oder kaufen als EDU ($299) oder normale Version ($899), beim Kauf bekommt man sämtliche Upgrades im Folgejahr und erweiterte Support Leistungen. Es gibt auch keine Upgrades mehr, alles ist künftig mit in dem Annual Upgrade und Support Plan enthalten, den man eben mit der Kauf-Lizenz bekommt. So kostet Pro Tools künftig im Jahr um die 200 € wenn man es kauft und um die 300 € wenn man es mietet. Der Euro steht ja gerade sehr schlecht.
    Na ja und es gibt die First Version, umsonst und Collaborations-fähig mit anderen First oder Pro Tools 12 Usern.

    • lol sagt:

      Angestellter bei Avid?

      • McPrell sagt:

        Selbst wenn.
        iLok ist übrigens für Pro Tools First nicht erforderlich. Grund für die 12 vor dem Komma ist die Kollaborations-Plattform, sprich das was unter der Haube steckt und worüber First User und Pro Tools 12 User ihre Sessions austauschen.
        Und für Pro Tools HD User kommt bis zum Jahresende auch ein entsprechendes Upgrade Programm, steht auch so auf der Avid-Seite.

        • lol sagt:

          Ich habe bei gearsluts und recording.de gelesen, dass man mit Pro Tools First nur in der Cloud und nur 3x speichern kann. Ist das richtig?

          • McPrell sagt:

            Ist für umsonst, es gibt keine vergleichbare andere DAW die ein solches Feature Set für lau bietet. Wo die Projekte liegen ist doch egal. Die letzte Session ist lokal gespeichert, sodass man schnell Zugriff darauf hat oder wenn z.B. die Internet-Verbindung abbrechen sollte weiterarbeiten kann. An die Session selbst (Rohdaten) kommt man aber mit First nicht ran. 3 Sessions (zeitgleich in der Cloud) reicht doch für den Normalsterblichen doch auch aus. Zusatz-Projekte als In-App Kauf, finde ich auch in Ordnung. Wie gesagt es ist umsonst. Gibt kein Logic, Live, Sonar, Digital Performer, Samplitude, selbst Reaper kostet 60 € oder so. Cubase LE liegt nur Hardware bei, kostet was und der Hersteller der Hardware hat das für den Endkunden bei Steinberg „bezahlt“.

          • gearnews sagt:

            Hallo McPrell,

            du sagst, dass das Featureset nicht vergleichbar mit Cubase AI und Studio One 2 Free ist. Würdest du das näher erläutern? Was genau macht es da besser oder empfehlenswerter? Das der iLok-Zwang wegfällt ist schonmal sehr löblich. :)

            Kann man die Spuren lokal exportieren?

          • McPrell sagt:

            Cubase AI ist eine Bundle Software, man kauft also Hardware ergo nicht umsonst.
            Studio One Free, kein Plugin Support, also nicht erweiterbar, und kommt mit nur 8 relativ armseligen Plugins dafür unlimitierte Spuren. Pro Tools First hat die selben EQs, Dynamics und Verb wie die Vollversion, sogar Rewire. Ja, Pro Tools First kann Stereo Files exportieren.

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