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MIDI-CI - Wird der MIDI-Standard erweitert?

MIDI-CI - Wird der MIDI-Standard erweitert?  ·  Quelle: MIDI.org

Zur NAMM Show 2018 tagten wichtige Entwickler des mittlerweile angestaubten MIDI-Protokolls. Endlich verkündigten sie die Erneuerung dieses alten Kommunikationsmodells zwischen Klangerzeugern und Controllers. Es wird MIDI Capability Inquiry (kurz MIDI-CI) heißen und implementiert natürlich die schon einige Zeit bekannte „4D“ Technologie, die von einigen Controller Herstellern wie ROLI und Keith McMillan erfolgreich eingesetzt wird. Endlich! Aber wie sieht es mit der Kompatibilität zu alten Geräten aus? Das steht bis jetzt nur in der Theorie.

Inzwischen gibt es das Update, dass die MIDI.org das von Ableton/Cycling ’74, Art+Logic, Bome Software, Google, imitone, Native Instruments, Roland, ROLI, Steinberg, TouchKeys, and Yamaha vorgelegte Konzept in Zusammenarbeit angenommen hat und nun Prototyping betreibt, also die Praxis für die Norm und ob sich sonst noch etwas ändert, um aufwärtskompatibel zu sein. Die Unart MIDI-Thru wegzulassen hilft sicher wenig und die Klinkenstecker-Variante für flache Geräte hat bereits geholfen, um physikalische Normungen zu verbessern. Offensichtlich gibt es aber auch viele Steuerkeyboards ganz ohne MIDI und nur mit USB. Gegengeprüft wird nun genau das, um es offiziell als MIDI 2.0 fest zu schreiben, die inhaltlichen Verbesserungen sind als MIDI-CI bereits vor einem Jahr akzeptiert worden, jedoch ohne über die Praxis nachzudenken. Man denkt jedoch sehr stark an Computer-Zubehör und weniger als Hardware oder Standaloen-Geräte für Musik, was dazu führte, dass es bereits jetzt kaum noch MIDI-Remote-Keyboards MIDI DIN-Ausgänge hat. Es gibt kein einziges 3-Oktaven Keyboard mit Minitasten mehr.

MIDI wird endlich aufgebohrt

Es wird ja mal Zeit! Das denke sicherlich nicht nur ich, sondern sehr viele fortschrittlich denkende Musiker, Studiomenschen, aber vor allem Live-Performer. Der alte und in die Jahre gekommene MIDI-Standard, also die Muttersprache aller Klangerzeuger und Controller, soll jetzt erneuert werden. Sehr schön! Im Angebot stehen MPE (Multidimensional Polyphonic Expression), weitere neue Expression-Möglichkeiten, automatische Konfiguration des MIDI-Geräts und vor allem „Capability Inquiry“. Das heißt, dass MIDI-Geräte fortan automatisch weitergeben, was sie auf dem Kasten haben oder eben nicht. Dazu kommt eine neue Art Total Recall. Wow! Das nenne ich mal Benutzerfreundlichkeit. Eine weitere Neuerung ist die Offenheit zu weiteren kommenden Updates, wie zum Beispiel HD-MIDI. Dieser Schritt ist absolut wichtig, so dass wir nicht immer unsere Hardware mit neuen Anschlüssen ausstatten müssen. Kompatibilität ist pro Anwender.

Eingeführt wurde MIDI (das steht für Musical Instrument Digital Interface) in den jungen achtziger Jahren. Jeder Entwickler der damaligen Zeit implementierte dieses Protokoll in die eigene Hardware und später in die Software. Es war auch eine gute Möglichkeit, Audio-Hardware miteinander verbinden zu können. Diese sollten schließlich miteinander Kommunizieren, Daten austauschen und sich gegenseitig steuern. Leider hat sich bis heute an dieser Technologie nichts geändert. Irgendwie ist die Weiterentwicklung des in der Musik nicht mehr wegzudenkenden Standards stehen geblieben. Darüber hinaus gibt es aber ähnliche und wesentlich erweiterte Protokolle, die aber nicht abwärtskompatibel sind. Schade!

Aus diesem Grund und auch durch die neuen Möglichkeiten, die moderne Controller abbilden können, muss jetzt etwas Neues entstehen, was aber auch den alten Gedanken, also MIDI, weiter nutzt. Und das ist MIDI-CI. Wann es kommen wird, steht noch in den Sternen. Aber es kommt! Wir sind gespannt und freuen uns auf mehr Informationen.

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3 Antworten zu “MIDI 2.0 – MIDI-CI – Wird der MIDI-Standard erweitert?”

  1. Wer? …wie wer? Wer ?…wie wer? Wer , das wissen will! (alter Gag aus den 80gern!
    …passt aber! USB, Thunderbold, Bluetooth, W-Lan, Dante und sogar CV, aber wer hat nach mehr MIDI verlangt!?
    …irgendwie haben die Leute kein Gespür mehr für Begehren, ist aber in der Politik genauso. von daher!

  2. Tai sagt:

    Super Info, meiner bescheidenen Meinung nach ist MIDI nach wie vor unentbehrlich, wird jedoch von vielen übersehen. Hat übrigens mit TB, USB, Dante, W-Lan nur wenig zu tun

  3. diggnity sagt:

    Das Hauptproblem meiner Ansicht nach war bei der alten MIDI Spezifikation die Auflösung der CC-Befehle in 127 Stufen (außer PitchBend). Daher klangen per MIDI CC Befehle gesteuerte Filterverläufe immer sehr „stufig“ und gar nicht geschmeidig. Meiner Meinung nach ist und bleibt CV eine der besten Fernsteuer-Möglichkeiten, zumal inzwischen auch CV-Verläufe im PC aufgenommen und per speziellen Interfaces wieder an externe Geräte gesendet werden können. Da die Modularen ein Revival erfahren sollte jedes (gute) Audio-Interface auch ein CV-Ein- und Ausgang haben und die DAWs dies ebenfalls unterstützen.

    Bei USB hört irgendwann der Spaß auf, wenn ich das 71. Gerät mit USB an meinen Rechner anschließen muss.

    Nur was ist aus dem „OSC“ (Open Sound Control) geworden? Das ist meiner Ansicht nach der bessere MIDI 2.0 Standard – aber dazu müsste auf die MIDI 1.0 Abwärtskompatibilität verzichtet werden. Und „MIDI-HD“ wird lt. Wiki seit 2005 diskutiert…bisher ist aber nichts passiert.

    Kein Wunder, das viele der Hersteller die Alternative „USB“ wählen…

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