von claudius | Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Wenn ein Amp-Hersteller ein Telefon baut  ·  Quelle: marshallheadphones.com

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Letzte Woche hatte Marshall eine eigene Brillenserie auf marshalleyewear.com vorgestellt, heute erreicht mich die Meldung, dass die Briten auch ein Smartphone geplant haben. Zusammen mit den teils beliebten und verachteten Kopfhörern wird Marshall immer mehr und mehr zu einem Lifestyle-Unternehmen. Irgendwie geht da doch der Reiz verloren, oder?

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Es ist anscheinend gerade groß in Mode, auf Lifestyle-Produkte zu setzen. Marshall hat soeben ein eigenes Smartphone auf Android 5.0 Basis angekündigt, das für 549 Euro vorbestellt werden kann und Ende September ausgeliefert werden soll. Besonderheit an dem Smartphone sind zwei Lautsprecher an der Front, ein analoger Lautstärkeregler, zwei Kopfhöreranschlüsse und ein M-Button auf der Oberseite, der eine Musik-App er freien Wahl aufrufen soll. Dazu gibt es eine „spezielle“ DJ App und einen globalen EQ. Natürlich alles in gewohnter Marshall-Optik. Selbst die Rückseite erinnert mit dem Tolex-Bezug an einen Amp.

Sonst ist das Telefon eher unspannend: 2 GB RAM, 4,7“ Display mit 720p, 16 GB Speicher und 8 Megapixel Kamera. Immerhin ist der 2500 mAh Akku vom Nutzer selbst wechselbar. Der interne Audiochip ist ein Wolfson WM8281, der eine besonders hohe Audioqualität bei 24 Bit / 192 kHz (DAC) liefern soll. Per Kopfhörer konnte das klappen, aber Handy-Lautsprecher klangen schon immer wie Blech und daran wird sich sicherlich auch nichts ändern. Das Handy hat Marshall übrigens nicht selbst gebaut, sondern arbeitet mit einem „bekannten Hersteller“ zusammen – welcher das genau ist, wird nicht genannt. Ich stecke da zu wenig in der Materie, um das zu erkennen.

Aber mal ernsthaft: Was soll das? Reicht es nicht, dass Computerhersteller mit Smartphones anfangen und ihre restlichen Produkte durch den mobilen Erfolg vernachlässigen? Wehe dir, wenn die schönen Röhrentopteile durch einen Docking-Anschluss vermurkst werden, nur damit man einen „rockigen“ Lautsprecher hat. Wirklich neue Amps sucht man bei Marshall eh vergeblich, wäre schade, wenn darunter auch noch die letzten wenigen Neuerungen die alle paar Jahre Einzug erhalten auch noch flöten gehen. Andere Firmen der Musikinstrumentenwelt sind auch gerade auf dem Trip, dass man mit Lifestyle-Produkten gut Geld verdienen kann – und sind damit nicht gerade auf Zuversicht gestoßen. Ich würde es mir zwei Mal überlegen, ob ich meinen traditionell gut klingenden Namen für „neumodischen Firlefanz“ aufs Spiel setze. Vielleicht gibt es ja demnächst auch Laptops, Stereoanlagen und Autos von Marshall…

Mehr Infos: Marshall London Smartphone

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