DSI Auslieferung Rev2  ·  Quelle: DSI Twitter

Es war schon eine ziemliche Sensation, als der Nachfolger des Prophet 08 von Dave Smith Instruments (DSI) erstmals gezeigt wurde – zu einer Zeit, als Polyphonie und analoge Technik extrem selten waren. Zunächst war sein Name nur Rev 2, mittlerweile ist es offiziell Prophet Rev 2. Quasi der Juno unter den DSI Synthesizern, da er auch günstiger als die anderen ist.

Billig ist er aber dennoch nicht, das macht eine andere Firma mit Produktion in Fernost, von daher spielt die Preisgestaltung der beiden erhältlichen Modelle eine große Rolle. Laut Musikhaus Thomann sind das 2229 Euro für die 16-stimmige Variante und 1659 Euro für die klassische Option mit acht Stimmen. Natürlich drängt sich nun der Vergleich mit zwei ganz bestimmten polyphonen Synthesizern auf, dem DeepMind 12 und dem Peak.

Und hier wird sehr klar, dass DSI faktisch aus dem finanziellen Rennen nicht als lachend herausgeht, Novation und Behringer werden sich um den Platz des günstigen mehrstimmigen analogen Synthesizers prügeln, denn dort trennt die beiden nur 100 Euro, während die DSIs 300-400 Euro entfernt sind. Deren Vorteil wäre dann nur die 16-stimmige Version.

Der beliebte Prophet 08 war schlicht der günstigste analoge polyphone Synthesizer “vor Behringer” und wird inzwischen diesen Titel an den DeepMind 12 abgegeben haben. Der Novation Peak ist zwar nicht voll analog, sondern hybrid, jedoch erfüllt er diesen analogen Zweck und klingt auch so, wie man das von einem Analogen erwartet. Das Rennen wird also meiner Meinung nach eher er machen können. Er wirkt auch spannender.

Dave Smiths Angebot ist dann die Nummer drei mit beiden Modellen und für Menschen mit Ambient-10-Finger-Drang wirklich besser und interessanter. Aber: Der DeepMind 12 ist bei den Fähigkeiten des zweiten Oszillators eingeschränkt und besitzt keinerlei Äquivalent zu FM oder Ringmodulation, was gerade den Peak auszeichnet. Der leistet in dem Bereich nämlich viel mehr als die anderen. Daves neuer Synthesizer wird daher primär für schön klingende Flächenmenschen da sein und kann natürlich mit einigen guten Modulationsmöglichkeiten aufwarten, nicht aber mit “schrägeren Tönen”.

Die Juno-Klasse erreicht er finanziell nicht ganz und die klanglichen Möglichkeiten lassen ihn dann im Mittelfeld stehen. Diese drei Bewerber mit über 8 Stimmen haben sonst noch den deutlich unbekannteren Parva als Konkurrenz aus den USA, den es aber nicht “im Laden” bei uns gibt. Er wäre günstiger als alle andern und ebenfalls eher an der Komplexität des Deep Mind oder Prophet orientiert. Er ist der heimliche Gewinner.

Was DSI jetzt daraus machen wird, wo der neue Rev 2 wirklich ausgeliefert wird, werden wir mal beobachten. Ich finde es ist sehr schön, dass in diesem Sektor was passiert. Wie frisch etwas wirkt, kann sich aber durchaus drehen und wir warten daher auf den vierten ernsthaften Bewerber und wie sich der Rev 2 behaupten wird und in welcher Version.

Brauchst du 8 oder 16 Stimmen? Oder doch 12? Und wie relevant sind die Synthese-Features? Das wird hier die erste Frage sein.