Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

 ·  Quelle: BOSS

Wer alle Effektpedale und Verstärker dieser Welt getestet hat und noch immer auf der Suche nach seinem ganz eigenen Klang ist, der sollte einen Blick auf die brandneue BOSS EURUS GS-1 werfen. Das Instrument vereint eine top ausgestattete moderne E-Gitarre mit einer intern verbauten Synthesizer Engine, die via App gesteuert wird.

BOSS EURUS GS-1

Betrachten wir zunächst einmal die Gitarre an sich. BOSS macht hier alles richtig und verwendet nur hochwertige hochwertige Komponenten als Grundlage. Ein modernes Offset Double-Cutaway-Design mit HH-Bestückung, 25,5“ Mensur, Gotoh Locking Tuner und 510T-FE1 Tremolo. Und das alles made in Japan. Sehr gut!

Denn was bringen einem die abgedrehtsten digitalen Möglichkeiten, wenn sich das Instrument nicht gut spielen lässt? Der Korpus besteht aus Erle, der Hals mit schlankem C-Profil und Compound-Radius aus Ahorn und das Griffbrett aus Palisander. Zu den weiteren Spezifikationen gehören 24 medium-jumbo Bünde und Regler für Volume, Tone, Control und Memory.

Latenzfreies Spiel, Bluetooth-Steuerung

Die EURUS GS-1 verfügt über zwei getrennte Klinkenausgänge für die Outputs von Gitarre und Synth. Ihr könnt also beide Signale getrennt voneinander durch weitere Effekte und Verstärker schicken. Um die intern verbaute Synthesizer-Engine nutzen zu können sind 4x AA Batterien nötig.

Der Speicher im Instrument hält 6 Presets bereit. Programmieren, editieren, speichern und tut ihr dank Bluetooth über die dazugehörige GS-1 Editor App für iOS und Android. Laut BOSS verhält sich die Synth-Engine absolut latenzfrei – keine Spur von altbekannten Trigger-Problemen – und meistert gekonnt jegliche virtuose Spieltechnik. Spannend!

Synth Control Knob & Bluetooth Expression Pedal

Um den digitalen Klängen mehr Ausdruck zu verleihen, könnt ihr entweder mehrere Funktionen einem speziellen Kontroll-Poti auf der Gitarre zuweisen oder das neue kabellose EV-1-WL Wireless MIDI Expression Pedal nutzen. Dieses Gerät funkt ebenfalls via Bluetooth mit der Gitarre. Updates werden über USB aufgespielt.

Was haltet ihr davon?

Als Hersteller mit über 40 Jahren Erfahrung im Bereich Gitarreneffekte, und speziellen Gitarren-Synthesizer-Auskopplungen wie dem V-Synth, VG-99 oder SY-1000 könnte BOSS der gewagte Spagat gelingen. Allerdings gehört zum Bedienkonzept eine App. Und beim Thema digitale Produktpflege (Treiber, Updates, etc.) haben sich die Japaner leider einen zweifelhaften Ruf aufgebaut. Außerdem klangen die hauseigenen Synth-Engines in meinen Ohren leider immer etwas zu dünn.

Was meint ihr, können sich derartige Konzepte behaupten? Spielt noch irgendwer eine Line6 Variax? Ich drücke ihnen auf jeden Fall die Daumen und würde mich freuen, wenn der Plan aufgeht. Allerdings denke ich, solange man nicht problemlos externe Synths ansteuern und auf die Apps verzichten kann, könnte auch dieses vielversprechende Modell irgendwann nutzlos in der Ecke liegen. Dann doch lieber Bodentreter mit Synth-Funktionalität?

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Beitrag laden

Preis

Die BOSS EURUS GS-1 kostet 2199 Euro*

*Affiliate Link

Weitere Informationen

Video

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Hinweis: Dieser Artikel enthält Werbelinks, die uns bei der Finanzierung unserer Seite helfen. Keine Sorge: Der Preis für euch bleibt immer gleich! Wenn ihr etwas über diese Links kauft, erhalten wir eine kleine Provision. Danke für eure Unterstützung!

9 Antworten zu “BOSS EURUS GS-1: Boutique-Gitarre + Synthesizer in einem!”

  1. Marcel B. sagt:

    Ein wirklich schöner Body, der mich persönlich stark an die MusicMan Luke erinnert und dann dieser-verboten hässliche 0815 Headstock mit einfallslosem Logo(print)…

    Da hätte man sich vielleicht (Design-) Hilfe von jemandem holen sollen, der sich mit der Materie auskennt ;-)

    Achtung: Persönliche Meinung

    • noizepreacher sagt:

      ganz ehrlich, hässlichere headstocks als der von music man gibt es kaum. über das boss-logo kann man streiten. ansonsten klingt es interessant. nur funktioniert bei boss das bluetooth-pairing meistens nur nach ausführlichen, vorherigen gebeten.

      • Ted sagt:

        „hässlichere headstocks als der von music man gibt es kaum“
        Rickenbacker.
        Die Headstocks sehen aus, als seien sie designt um damit in einer übergroßen Nase zu popeln.

        • mAx sagt:

          Das ist ja wohl Geschmackssache. Finde persöhnlich den Rickenbacker Headstock einer der schönsten. Hässlich sind meiner meinung nach eher Dusenberg, Heritage, BC Rich… die liste ist lang:D

  2. Andreas sagt:

    Mir wäre eine gut funktionierende polyphone MIDI-Schnittstelle lieber und dann den Synthesizer meiner Wahl benutzen.

  3. calvato sagt:

    Ganze 6 Presets???? :D

  4. Heini sagt:

    eindeutig wesentlich zu teuer. Ich kokketiere schon seit einer Weile mit einer Variax (seit ich den Helix LT habe…) aber selbst da ist mir der heute übliche Preis definitiv zu hoch, man bekommt quasi ja nix Neues unter 1000 Euro. Und jetzt 2.100 Euro…? Keine Konkurrenz.. ;-)

    • stephan sagt:

      Also, da möchte ich dagegen halten. 2199 Euro sind nicht billig, das stimmt. Doch falls die Gitarre tatsächlich dem zu erwartenden Qualitätsmerkmal „made in Japan“ entspricht und zudem eine einzigartige Synth Engine enthält, geht der Preis für mein Empfinden noch in Ordnung. Klar könnte man das auch für unter 1000€ bauen. Aber dann landet man bei sowas wie dem Peavey Midi Bass / MidiBase, den im Grunde keiner spielen wollte, weil er als Instrument an sich nicht befriedigend war.

      Allerdings mangelt es zum jetzigen Zeitpunkt massiv an aussagekräftigen Klangbeispielen. Auf gut Glück kauft das Teil wohl keiner.

  5. Ted sagt:

    Versuche E-Gitarren irgendetwas digitales zu verpassen gab es in den letzten Jahrzehnten immer wieder. Obwohl ich nur wenig Gitarre spiele und in meinen Kompositionen eher spartanisch einsetze, verfolge ich die Entwicklung interessiert. Gitarren, die MIDI-Noten senden, eine mit Korg Kaossilator, Gitarren mit eingebauten Amp-Simulationen … Interessante Geräte, die schnell wieder vom Markt verschwanden. Gitarristen sind nunmal konservativ (ein Brett, sechs Drähte: Gitarre). Ich wünsche jedem Hersteller, der etwas in dieser Art entwickelt jeden erdenklichen Erfolg, befürchte jedoch, dass auch Boss hier scheitern wird.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.