Survival-Kit für Keyboarder: Dieses Zubehör solltest du zu jedem Gig mitbringen
Du stehst als Keyboarder mit einer Band auf der Bühne? Mit diesem Zubehör bist du auf alle unvorhergesehenen Situationen optimal vorbereitet!
Survival-Kit: Zubehör für Keyboarder
Welches Zubehör sollte man als Keyboarder immer dabeihaben?
Die Festivalsaison, die Clubtour oder der Gig auf dem Stadtfest steht an, in den Proben klingt alles schon ganz gut und ihr könnt es nicht abwarten, endlich auf der Bühne zu stehen! Bevor ihr alles in den Tourbus packt, hast du als Keyboarder natürlich dafür gesorgt, dass deine Workstation, dein Stagepiano oder dein Synthesizer in einem stabilen Case verstaut ist. Auch der Keyboardständer wird aus dem Proberaum ins Auto verfrachtet, ebenso wie die Gitarren, Amps und Trommeln deiner Mitmusiker. Dann kann es ja losgehen, oder?
Als jemand, der im Laufe der Jahre als Keyboarder Bühnen aller Größen vom Jugendzentrum über das TV-Studio bis zur Olympiahalle gesehen hat, kann ich leider ein Lied davon singen: Nicht selten kommt man am Veranstaltungsort an und die Situation vor Ort stellt sich etwas anders dar, als man erwartet hatte oder als vorher abgesprochen war. Sätze wie: „Wieso, ich dachte, das bringt ihr mit!“, habe ich leider trotz vermeintlich guter Vorbereitung häufiger gehört, als mir lieb gewesen wäre.
Deshalb habe ich inzwischen eine Art „Survival-Kit“ für Keyboarder dabei, um auf alles vorbereitet zu sein. Vieles davon kommt längst nicht bei jedem Gig zum Einsatz, denn in der Regel kann man sich ja zum Glück auf die Absprachen und Vorabinformationen verlassen. Aber ich habe schon die eine oder andere schwierige Situation damit retten können. Gerade wenn es schnell gehen muss, weil das Publikum schon wartet oder der Zeitplan mal wieder hinten und vorne nicht passt, werden dir deine Bandkollegen und die Techniker dankbar sein, wenn du einfach das passende Helferlein aus deinem Koffer zaubern kannst. Hier sind meine Zubehör-Tipps für alle Live-Keyboarder.
DI-Boxen für Keyboarder: Deine Versicherung gegen Störgeräusche
DI-Boxen gehören zu den meistunterschätzten Audiogeräten. Sie verrichten unauffällig ihren Dienst und meist bemerkt man sie erst, wenn sie fehlen oder kaputtgehen. Aber was macht eine DI-Box eigentlich und warum solltest du als Keyboarder sicherheitshalber eine dabeihaben?
Kurz gesagt, wandelt eine DI-Box ein unsymmetrisches in ein symmetrisches Signal um. Dabei wird das Signal verdoppelt und durch zwei separate Leiter desselben Kabels geschickt, wobei eines der Signale um 180° in der Phase gedreht wird. Am Mischpult angekommen, wird das phasenverkehrte Signal wieder richtigherum gedreht und die beiden Komponenten werden addiert. Das sorgt dafür, dass sich etwaige Störgeräusche, die unterwegs möglicherweise eingestreut wurden, auslöschen. Also ist eine DI-Box unverzichtbar dafür, dass dein Keyboard-Signal sauber beim Mischpult ankommt – insbesondere bei langen Kabelstrecken.

Zum anderen bieten DI-Boxen auch die Möglichkeit, die Masseverbindung zu trennen (Ground Lift). So lassen sich lästige Brummschleifen effektiv verhindern.
Je nachdem, was euer Tech-Rider vorsieht, wird die PA-Firma in der Regel die entsprechende Anzahl an DI-Boxen an deinem Platz auf der Bühne bereitlegen. Die Erfahrung lehrt aber, dass man sich darauf nicht immer verlassen kann. Mal sind einfach nicht genug DI-Boxen da, mal gab es ein Missverständnis darüber, wer was mitbringt, und mal hat man es mit Amateuren zu tun. Also kann es nicht schaden, wenn du vorbereitet bist und deine eigenen dabeihast. Wenn ihr ohnehin eure eigene PA mitbringt, gilt das natürlich erst recht.
DI-Boxen gibt es in passiver und aktiver Bauweise. Für Signale mit ausreichend hohem Pegel, wie zum Beispiel die Line-Ausgänge deiner Keyboards und Synthesizer, reichen in der Regel die passiven Varianten. Ich würde eine gute passive DI-Box einer billigen aktiven jederzeit vorziehen. Zweikanalige DI-Boxen sind ideal für Stereo-Signale, also wie gemacht für uns Keyboarder.
Bei Thomann* findest du eine große Auswahl an DI-Boxen für jeden Bedarf und jedes Budget.
Nicht genug Kanäle? Bring deinen eigenen Mixer mit!
Wenn du öfter mit deiner Band live spielst, habt ihr wahrscheinlich bereits einen sogenannten Tech-Rider. Dieses Dokument schickt ihr vorab dem Veranstalter bzw. der PA-Verleihfirma, damit sie Bescheid wissen, wer von euch auf der Bühne wo steht, wie viele Mikros, Monitore und DI-Boxen benötigt werden und welche Signale am Mischpult ankommen.
Auch deine Keyboards sind darin natürlich detailliert aufgeführt. Im Idealfall sollte also dafür gesorgt sein, dass ausreichend Kanäle am Mischpult vorhanden sind und der FOH-Techniker weiß, mit welchen Signalen er zu rechnen hat. Das ist besonders wichtig, wenn ihr nicht euren eigenen Techniker dabei habt.
Bei aller Vorsorge kann es trotzdem vorkommen, dass nicht genügend Kanäle am Mischpult zur Verfügung stehen, um alle deine Instrumente einzeln abzumischen. Gerade bei kleineren Veranstaltungen oder bei Festivals, die eher auf Gitarrenbands ausgerichtet sind, wird man als Keyboarder manchmal ungläubig angeguckt, wenn man mehr als eine Stereosumme zum Mischpult schicken möchte – Tech-Rider hin oder her.

Wenn ihr nicht regelmäßig mit ihm arbeitet, ist es für den FOH-Techniker außerdem eine echte Herausforderung, während des Gigs sofort zu überblicken, welcher Sound aus welchem deiner Keyboards kommt. Nebenbei muss er ja auch noch aufpassen, dass die Gesangsmikrofone kein Feedback verursachen, dass der Gitarrist sich nicht schon wieder selbst lauter macht und dass niemand sein Bier über das Mischpult kippt, ganz zu schweigen vom Monitormix, um den er sich bei kleineren Veranstaltungen auch noch kümmern muss. Einfacher ist es, wenn er einfach zwei Kanäle sieht, an denen „Keyboards L/R“ steht. Das gilt vor allem für Festivalgigs, bei denen es immer ratzfatz gehen muss und nur sehr wenig Zeit für einen kurzen Line-Check bleibt.
Beides sind gute Gründe dafür, ein kleines Mischpult dabeizuhaben, mit dem du deine Keyboards im Fall des Falles selbst zu einer Stereosumme zusammenmischen kannst. So belegst du nur zwei Kanäle am FOH-Mischpult und behältst außerdem die Kontrolle über das Mischungsverhältnis zwischen deinen Instrumenten. Letzteres erfordert natürlich etwas Vorbereitung und Übung, kann die Sache aber für alle Beteiligten stark vereinfachen. Nebenbei haben die meisten Mixer symmetrische Ausgänge, übernehmen also die Funktion einer DI-Box gleich mit.
Bei Thomann* findest du eine große Auswahl an kompakten Mischpulten. Achte darauf, dass ausreichend Line-Eingänge für alle deine Keyboards vorhanden sind.
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Kabel, Kabel, Kabel – und die nötigen Adapter nicht vergessen!
Jedes System, das auf gar keinen Fall ausfallen darf, ist redundant ausgelegt. Zum Beispiel können Flugzeuge zur Not auch mit einem ihrer beiden Triebwerke fliegen. Jedes Auto hat zwei unabhängige Bremskreise; so ist es gesetzlich vorgeschrieben. Und lebenserhaltende Systeme in Kliniken sind natürlich ebenfalls doppelt vorhanden.
Ab einem gewissen Niveau haben daher auch tourende Keyboarder ihr gesamtes Equipment doppelt dabei – spätestens dann, wenn sie mit Bands unterwegs sind, die regelmäßig große Arenen füllen. Alle Instrumente zweimal zu besitzen, ist für Musiker im semiprofessionellen Bereich natürlich kaum machbar – nicht nur wegen der Anschaffungskosten, sondern auch wegen des Transports. Aber du kannst zumindest in einem kleineren Rahmen dafür sorgen, dass du auf Ausfälle bestmöglich vorbereitet bist.
Das betrifft besonders die Verkabelung. Auf einer hektischen Festivalbühne kannst du es dir einfach nicht leisten, dass dein Setup wegen eines kaputten Kabels ausfällt. Es gibt kaum etwas Peinlicheres, als die Bühnencrew während des Soundchecks um ein Klinkenkabel bitten zu müssen. Zwar wird sich für die gängigsten Standardkabel (Klinke, XLR, Kaltgeräte-Netzkabel) in vielen Fällen spontan Ersatz besorgen lassen. Deutlich professioneller bist du aber unterwegs, wenn du vorbereitet bist. Denn Kabel gehen öfter kaputt, als man denkt – und natürlich immer genau dann, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann.

Die Grundregel ist ganz einfach: Für jedes Kabel, das du auf der Bühne brauchst, sollte in deinem Koffer Ersatz vorhanden sein. Das gilt für Audiokabel genauso wie für USB-, MIDI-, Netz- oder sonstige Kabel. Und wenn in deinem Setup speziellere Adapterkabel zum Einsatz kommen – zum Beispiel, weil du Geräte mit Miniklinken- oder Cinch-Anschlüssen hast –, solltest du besonders darauf achten, auch dafür den passenden Ersatz griffbereit zu haben. Denn die hat die PA-Verleihfirma meist nicht in ihrem Standardsortiment.
Tipp: Mit einem Kabeltester wie dem Millenium MCT10* geht die Fehlersuche viel schneller!
Es lohnt sich, in Qualitätskabel zu investieren. Natürlich musst du keine sündhaft teuren Luxuskabel kaufen; das überlassen wir lieber gut betuchten HiFi-Fanatikern mit esoterischer Ader. Aber der Unterschied zwischen Markenkabeln mit hochwertiger Abschirmung und langlebigen Steckern auf der einen Seite und Billigstrippen auf der anderen kann frappierend sein.
Wie viele und welche Kabel du brauchst, hängt natürlich von deinem Setup als Keyboarder ab. Bei Thomann* findest du eine riesige Auswahl an Kabeln für verschiedenste Einsatzzwecke, zum Beispiel Instrumenten– und MIDI-Kabel*. Tipp: Der Cable Guy* ist ein genialer Assistent, mit dem du garantiert schnell und einfach das passende Kabel findest.
Power Conditioner: Deine Versicherung gegen unsauberen Strom
Über den Strom aus dem Netz machen wir uns meist kaum Gedanken. Dort, wo in eurem Tech-Rider der Platz für deine Keyboards vorgesehen ist, wird die PA-Firma in der Regel eine Mehrfachsteckdose hinlegen. Da kommt Strom raus. Also ist doch alles gut, oder?
Jein. Denn der Strom aus dem Netz kann fragiler sein als man denkt – gerade bei Veranstaltungen. Je nachdem, wie robust die Elektrik des Clubs oder der Freilichtbühne ausgelegt ist, kann eine ganze Menge an einer einzigen Hauptleitung hängen. Nicht nur deine Keyboards und die Amps deiner Bandkollegen brauchen Strom, sondern auch die PA, das Bühnenlicht und die Eismaschine an der Bar. Da kommt schnell eine hohe Gesamtlast zusammen.
Im besten Fall sind für alle diese Dinge separate, ausreichend dimensionierte und abgesicherte Stromkreise vorgesehen. Gerade bei kleineren Veranstaltungen, bei denen die Elektrik nicht minutiös geplant wird, ist das jedoch oft nicht der Fall. Und dann kann es passieren, dass der Strom, der aus deiner Mehrfachsteckdose kommt, plötzlich Schwankungen unterliegt oder sogar durch Störsignale verunreinigt wird. Gerade das Bühnenlicht ist in dieser Hinsicht oft unberechenbar und sorgt für allerhand Merkwürdigkeiten im Stromnetz.

In einem gewissen Rahmen stecken die Netzteile der meisten modernen Geräte das weg. Damit ein Gerät wirklich ausfällt oder sogar kaputtgeht, muss schon einiges im Argen sein. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, hängst du an die Steckdose auf der Bühne trotzdem zuerst einen sogenannten Spannungsstabilisator oder Power Conditioner, an den du dann deine Instrumente anschließt. Ein solches Gerät schützt vor Schäden durch zu hohe Spannung und filtert Störgeräusche heraus.
Power Conditioner gibt es als Rack-Geräte (im besten Fall hat die PA-Firma diese bereits im Rack und sorgt für sauberen Bühnenstrom!) und als praktische Mehrfachsteckdosen. Gerade Letztere sind eine sinnvolle Ergänzung für deinen Equipment-Koffer. So bist du nicht davon abhängig, dass die Veranstalter selbst vorsorgen.
Eine Auswahl von Power Conditionern findest du bei Thomann*.
Equipment-Koffer für Keyboarder: Platz für dein Survival-Kit

Manche Keyboardtaschen bieten ausreichend Platz für Zubehör wie Kabel, Pedale und all die Dinge, die man auf der Bühne sonst noch braucht (siehe oben). Anders sieht es oft bei festen Flightcases aus, in die außer dem Keyboard meist kaum etwas hineinpasst. Aber auch deine Kabel, deine DI-Boxen und dein Power Conditioner verdienen es, während des Transports gut geschützt zu werden.
Ich selbst habe den ganzen Kram jahrelang in ein paar abgewetzten Alukoffern aus dem Baumarkt transportiert, die am Ende völlig auseinanderfielen und außerdem irgendwann gefährlich scharfe Kanten bekamen. Sicherer und stilvoller geht es mit einem speziellen Equipment-Koffer aus stabilem Kunststoff. Die gibt es in vielen verschiedenen Größen, je nachdem, was du alles dabeihast. Einige größere Varianten haben sogar Rollen. Die Polsterung aus Schaumstoff sorgt dafür, dass der Inhalt immer gut geschützt ist. Eine Auswahl findest du bei Thomann*.
Übrigens: Ich habe in meinem Koffer immer auch eine Stirnlampe*, falls man mal auf einer dunklen Bühne den richtigen Aus- oder Eingang finden muss. Und eine Rolle Gaffatape* zum Festkleben der Pedale auf dem Bühnenboden darf natürlich auch nicht fehlen!
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