von  Marcus Schmahl  | |   Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen   |  Lesezeit: 8 Min
Kult-Synthesizer: 10 wegweisende Synthesizer

Kult-Synthesizer: 10 wegweisende Synthesizer  ·  Quelle: Moog

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Das sind die 10 Kult-Synthesizer, die Musikgeschichte geschrieben haben. Von analogen Ungetümen aus den 60ern bis zur Wavetable-Software der Nullerjahre, jedes dieser Instrumente hat nicht nur den Sound seiner Zeit geprägt, sondern auch beeinflusst, wie Synthesizer seitdem gebaut werden. Und natürlich zeigen wir euch ebenso, wie ihr ihren Sound noch heute in eurer DAW erzeugen könnt, egal ob über originalgetreue Software-Emulationen oder offizielle Hardware-Remakes.

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Jedes Jahr wirft die Musikinstrumentenindustrie unzählige neue Synthesizer auf den Markt, Hardware wie Software. Trotzdem hinterlassen nur wenige davon wirklich Spuren. Und noch weniger schaffen es, die Musikgeschichte selbst zu verändern. Genau diese Instrumente feiern wir hier: die Kult-Synthesizer, die nicht nur den Sound ganzer Jahrzehnte geprägt haben, sondern auch, wie Synthesizer seitdem gebaut werden.

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Für diese Übersicht haben wir uns pro Jahrzehnt für zwei Synthesizer entschieden, die wir für die einflussreichsten halten. Bei manchen Jahrzehnten fiel die Wahl leicht, bei anderen mussten wir schweren Herzens Kandidaten aussortieren, die eigentlich auch reingehört hätten. Falls eure persönlichen Favoriten hier fehlen, tut es uns leid, aber wir sind ziemlich sicher, dass ihr uns in den Kommentaren gerne davon erzählt.

Aus Platzgründen haben wir uns entschieden, mit der Dekade 2000 bis 2009 aufzuhören. Alles danach fühlt sich sowieso an, als wäre es erst gestern gewesen. Viele der hier vorgestellten Kult-Synthesizer gibt es heute in modernen Versionen, als Hardware oder Software, und einige davon haben wir euch direkt mit in den Artikel gepackt.

Kult-Synthesizer: 1960er Jahre

Elektronische Instrumente gab es zwar schon vor den 1960er-Jahren, aber erst in diesem Jahrzehnt bekam der Begriff „Synthesizer“ dank der Arbeit eines gewissen Bob Moog richtig Gewicht. Die Moog-Modular-Systeme, ob als Einzelmodule oder als Komplettsystem wie das legendäre IIIc, eroberten schnell Ohren und Herzen von Musikern und Hörern gleichermaßen. Bald zierten diese Moogs Platten der Monkees, der Doors und der Beatles.

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Wer heute etwas von der Magie der frühen Moogs einfangen will, sollte sich Arturias Modular V anschauen. Bei der Hardware ist das Behringer System 55 eine erschwingliche Option im Eurorack-Format, die allerdings eher an ein System aus den 1970er-Jahren erinnert.

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So beeindruckend die Moog-Modular-Systeme auch waren, sie waren unerschwinglich teuer und alles andere als transportabel. 1969 löste die britische Firma EMS beide Probleme mit dem VCS3. Das Gerät und seine Nachfolger im Kofferformat, Synthi A und Synthi AKS (beide 1971), wurden sogar noch beliebter. Moderne Versionen des VCS3 sind der Syntrx II von Erica Synths oder der Synthi V von Arturia.

Weitere legendäre Synthesizer aus diesem Jahrzehnt: Buchla 100-Serie.

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Arturia Modular V
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Arturia Synthi V
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Kult-Synthesizer: 1970er Jahre

Während Synthesizer in den 1960er-Jahren noch in den Kinderschuhen steckten, gingen sie in den 1970ern richtig durch die Decke. Überall in den USA, Japan und Europa schossen Firmen für Synthesizer wie Pilze aus dem Boden.

Bob Moog Tribute Edition Minimoog Model D
Bob Moog Tribute Edition Minimoog Model D · Quelle: Moog

Die erste große Synthesizer-Veröffentlichung des Jahrzehnts war 1971 der Moog Minimoog, ein absoluter Kult-Synthesizer, dessen Design und Signalfluss maßgeblich definierten, was ein Synthesizer überhaupt sein konnte: Er klang großartig und war einfach zu spielen. 53 Jahre später ist er immer noch ein begehrtes Instrument, wie die offiziellen Moog-Remakes, die zahlreichen Klone und sämtliche Software-Emulationen beweisen.

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1977 war analoge Polyphonie in aller Munde, doch niemandem war es bis dahin gelungen, ein Gerät mit programmierbarem Speicher zu bauen. Hier kam der Sequential Circuits Prophet-5 ins Spiel, ein wunderschöner fünfstimmiger Poly mit einem Z80-Chip zum Speichern von Patches. Er war sofort ein Hit und wurde zum Sound der späten 1970er und frühen 1980er. Wer das nötige Kleingeld hat und etwas Neues sucht, ist mit dem Sequential-Remake bestens bedient. Auf der Software-Seite klingen sowohl Arturias Prophet-5 V als auch u-hes Repro-5 fantastisch.

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Weitere Kult-Synthesizer dieses Jahrzehnts: ARP 2600, ARP Odyssey, Yamaha CS-80, Oberheim Eight Voice, Korg MS-20.

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Kult-Synthesizer: 1980er Jahre

Angetrieben von der Mikroprozessor-Revolution, explodierte die Zahl neuer Synthesizer-Veröffentlichungen in den 1980ern, besonders bei polyphonen Modellen. In dieser Zeit wurde Japan zu einem echten Schwergewicht auf dem Gebiet der Unterhaltungselektronik, Synthesizer eingeschlossen.

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Auch wenn subtraktive Analogtechnik in den 1980ern noch immer eine brauchbare Synthesearchitektur war, drehte die Digitaltechnik das Rad wirklich weiter, zunächst mit FM-Synthese, später mit Sampling. Deshalb ist Yamahas DX7 unsere Wahl für den ersten Kult-Synthesizer der 1980er. Er kam 1983 auf den Markt und entfaltete sofort eine Wirkung, die bis heute anhält, seine glasklaren FM-Sounds wurden zum absoluten Hit.

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Yamaha war mit dem DX7 und seinen zahlreichen Untervarianten den Großteil der 1980er extrem erfolgreich, verließ sich aber vielleicht etwas zu sehr auf FM-Synthese und verpasste dadurch den Aufstieg der Sampling-Synthese. Diese Runde gewann, zumindest in den 1980ern, Korg, dessen M1 aus dem Jahr 1988 zum König der späten Achtziger avancierte. Die Kombination aus Sequencer und Drumsounds in einer Workstation machte ihn noch populärer, ein echter Kult-Synthesizer par excellence.

Yamaha DX7
Yamaha DX7 · Quelle: Yamaha

Für beide Kult-Synthesizer gibt es heute Software-Versionen. Arturias DX7 V erweitert den klassischen DX-FM-Sound um zusätzliche Parameter, während Korgs M1 genau so klingt, wie ihr ihn in Erinnerung habt.

Weitere bemerkenswerte Kult-Synthesizer aus diesem Jahrzehnt: Roland Jupiter-8, PPG Wave, Roland Juno-60, Roland D-50.

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Arturia DX7 V
Arturia DX7 V

Kult-Synthesizer: 1990er Jahre

In den 1990ern setzten sich die digitalen Fortschritte des Vorjahrzehnts fort, und Sampling-Synthesizer, allen voran ROMpler, wurden zunehmend beliebter. Die Trinity-Serie von Korg wurde 1999 um den Triton erweitert und avancierte zum bevorzugten Instrument von Pop- und Hip-Hop-Produzenten wie den Neptunes und Timbaland.

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Der andere große Trend der 1990er war virtuell-analog. Mit der wachsenden Beliebtheit von Dance-Musik und dem Wunsch der Produzenten nach praktischer, direkter Steuerung wandten sich Hersteller dem Physical Modeling zu, um analoge Synthesizer statt Geigen oder Marimbas nachzubilden. Clavia prägte den Begriff 1995 mit dem Nord Lead und öffnete damit anderen Herstellern wie Roland und Korg die Tür.

Wer heute den satten Triton-ROMpler-Sound erleben will, greift am besten zur offiziellen Software-Version von Korg. Für den Nord-Sound empfehlen wir den Nord Lead A1, das letzte Modell in der langen Reihe der roten Synthesizer aus Schweden.

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Weitere bemerkenswerte Kult-Synthesizer aus diesem Jahrzehnt: Doepfer A-100, Native Instruments Reaktor 2.0, Roland JP-8000.

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Clavia Nord Lead A1
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Korg Triton/Triton Extreme
Korg Triton/Triton Extreme

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Kult-Synthesizer: Die 2000er

Im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends geriet die Branche zunächst etwas ins Stocken. Die großen Hersteller brachten weiterhin Sample-basierte und VA-Digital-Synthesizer auf den Markt, wobei Verfeinerungen und Klons das vorherrschende Thema waren, echte neue Syntheseformen blieben eher rar.

KORG MS-20
KORG MS-20 · Quelle: KORG

Das heißt aber nicht, dass es keine Hardware-Klassiker aus dieser Zeit gab. 2002 brachte Korg den microKorg auf den Markt, einen kleinen, unscheinbaren virtuell-analogen Synthesizer, der trotz fehlender manueller Bedienelemente und seiner Konzentration auf inzwischen sehr veraltete Musikgenres ein riesiger Erfolg wurde. Nicht schlecht für eine abgespeckte Version des MS-2000, der wiederum ein digitales Remake des MS-20 war.

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Die eigentlich großen Wellen der Nullerjahre kamen aber nicht von Hardware, sondern von Software. Genau in dieser Zeit trat die In-the-Box-Produktion mit DAWs und VSTs ihren Siegeszug an. Massive von Native Instruments, 2006 veröffentlicht, war auf praktisch jeder Dance-Platte zu hören, und seine wavetable-basierten Sounds bildeten das Herzstück neuer Genres wie Dubstep. Sein Einfluss ist bis heute in moderner Software wie Serum und Vital spürbar.

Für eine moderne Interpretation des Sounds dieses Jahrzehnts müsst ihr nicht sonderlich tief graben, sowohl microKorg als auch Massive sind nach wie vor leicht erhältlich. Vom microKorg gibt es sogar eine eigene Software-Version.

Weitere bemerkenswerte Kult-Synthesizer aus diesem Jahrzehnt: Virus TI, Moog Voyager (den ich immer sehr gerne in meinem Studio einsetze).

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Korg microKORG
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Korg microKORG S
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Korg microKORG Crystal
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Native Instruments Massive Download
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Korg MicroKorg
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Fazit

Von Bob Moogs modularen Ungetümen bis zu Native Instruments Massive spannt sich ein Bogen über gut vier Jahrzehnte Synthesizer-Geschichte, und trotzdem zieht sich ein rotes Faden durch alle zehn Instrumente: Jedes einzelne hat nicht nur den Sound seiner Zeit geprägt, sondern auch beeinflusst, wie Synthesizer danach gebaut wurden. Vom Minimoog-Signalfluss über die FM-Synthese des DX7 bis zum Wavetable-Ansatz von Massive, diese Meilensteine wirken bis heute in praktisch jedem modernen Instrument nach, ob Hardware oder Software.

Das Schöne daran: Fast jeden dieser Kult-Synthesizer könnt ihr euch heute wieder ins Studio holen, sei es als originalgetreue Software-Emulation oder als offizielles Hardware-Remake. Wer sich durch die Liste hört, bekommt nebenbei auch einen ziemlich guten Überblick darüber, wie sich elektronische Musik über die Jahrzehnte hinweg entwickelt hat. Welcher dieser Klassiker fehlt euch in eurem eigenen Setup noch? Schreibt es uns gerne in die Kommentare.

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