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Microsoft Windows 10 Creators Update

Weder bei mir, noch im Netz gab es nennenswerte Probleme  ·  Quelle: Claudius / Gearnews

Microsoft hat heute das neue Creators Update für Windows 10 freigegeben und man kann es über ein Update-Tool herunterladen. Ein weiterer Major Release nach dem Anniversary Update. Ein bisschen Geduld sollte man mitbringen – und die Gewissheit, dass man danach und während dessen etwas Hand anlegen muss. Ist es einmal aufgesetzt, läuft es wie es soll.

DAWs

Ich habe es vor gut zwei Stunden installiert und probiere seitdem herum. Im OS selbst und natürlich mit dem Wichtigsten: den DAWs. Installiert sind aktuell die neusten Versionen von Cubase 8.5, Bitwig 2, Studio One 3, Reaper 5 und Mixbus 4. Ich habe mit allen Programmen ein paar Sprecherspuren aufgenommen, alte Projekte mit ca. 30 Spuren und ca. 50 Effekt-Plug-ins geladen, ein bisschen rumhantiert, außerdem neue Projekte angelegt. Es ist alles so, wie ich es vor dem Update verlassen habe. Auch keine Einbußen oder Verbesserungen in Sachen Performance, sondern gefühlt gleich. So und nicht anders muss ein Update sein.

Natürlich kann ich nicht für alle Computer dieser Welt sprechen und es war auch kein Übertest-der-für-alle-passt, aber ich denke, dass Microsoft diesmal einfach etwas besser aufgepasst und angepasst hat. Oder ist es doch nur Zufall?

Windows 10

Im OS selbst hat sich wenig getan. Hier und da gibt es erneuerte Apps, das Snipping Tool hat neue Grafiken beispielsweise, aber sonst ist mir nichts aufgefallen, was in der Bedienung anders oder besser für meinen täglichen Bedarf sein sollte.

Alle Programme starten wie gehabt, keins gängelt rum. Da hatte ich beim letzten Anniversary Update mehr Probleme. Die waren zwar schnell von den Entwicklern behoben, aber hätten nicht sein müssen. Wer aber hier mehr Schuld hatte, kann ich nicht sagen.

Ich vermisse allerdings immer noch den Groove Music Maker, die hauseigene DAW von Microsoft. Zumindest bei mir wurde die nicht mitinstalliert.

„Datenschutz“

Da ist er wieder. Der Tritt in die Magengrube. Der anschließende Schnitt ins Fleisch, und wenn man am Boden liegt, der anschließenden Applizierung von gesalzenem Zitronensaft in die Wunde. Passt man beim Neustart nach der Installation des Creators Updates nicht auf und drückt nur schnell auf „Weiter“ dann sind alle Einstellungen wieder auf „schicke alles und erlaube alles“. Location, Werbung, Cortana und andere. Aber auch wenn man alles fein deaktiviert, bleibt da noch Einiges über. Zum kotzen.

Es wird einfach wieder manches aktiviert, was ich zuvor mithilfe von O&O ShutUp10 deaktiviert hatte. Nein ich bekomme für die Nennung kein Geld. Hier ist aus freiem Ermessen auch der Link auf die Downloadseite. Es war nach Win10 Release lediglich das einzig umfangreiche Tool, das ich für meine Zwecke gefunden hatte. Auch nach der Installation sollte jeder mal die Liste durchgehen. Vereinzelte Telemetrie und Locationservices sind trotz (!) meines ausdrücklichen Neins in den Einstellungen auf „schick’s an MS“ gestellt. Ob das Tool letztendlich ein Garant für Sicherheit ist: Keine Ahnung. Es unversucht zu lassen, wäre für mich schlimmer. Fun Fact: MS darf anscheinend mit Code auf eurem PC experimentieren, zumindest kann man es abschalten. Da freut man sich doch. :)

Pfui, Microsoft. In die Ecke und in Grund und Boden schämen! Wieder einmal …

Fazit

Achja, Windows 10. Man mag es oder eben nicht. Zwischen den Reihen geht nicht. Zumindest nicht im Internet, wo man direkt Fanboy oder Hater ist. Ich sitze genau da zwischen den Stühlen und bin ein Fanhater. Oder Haterboy? Gab‘s da nicht das Lied von Avril Lavigne? (Ohrwurm? Gerne doch. :p)

Das Creators Update ist auf jeden Fall nicht schlecht. In Sachen Performance habe ich keine Einbußen, alles funktioniert. Der Datenschutz wurde wie erwartet mit Füßen getreten, aber die Sache ist nach 2 Minuten wieder im Lot. Dem Anschein nach. Mal sehen, was die IT-Fachseiten die kommenden Tage berichten. Bisher gibt es nur Meldung bei Heise, dass Datei-Umsortieren auf dem Desktop manchmal komplett zufällig die neuen Plätze bestimmt. Damit kann ich leben. Als DAW-OS taugt es für mich auf jeden Fall auch weiterhin mehr als alle anderen Windowse zuvor.

Wie sieht es bei euch aus? Auch alles im Lot? Oder wartet ihr lieber?

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6 Antworten zu “Windows 10 Creators Update – überraschend unspektakulär … fast”

  1. . sagt:

    Wunder geschehen immer wieder. Auch MS soll ab und zu brauchbare Updates veröffentlichen. Ich bin Seit ein paar Wochen auf 10 und frage mich (abgesehen von der SChnüffelei, die auch sicher bei 7 stattfindet) warum ich so lang gewartet habe. Ist definitiv performanter.

  2. Vino sagt:

    Zugegeben, ich habe mich bisher nicht mit dem neuesten Update beschäftigt. Aber warum heißt es “Creators Update“? Ich als Musiker denke da sofort an Performance Verbesserungen und mehr Einstellungsmöglichkeiten für Kreative… Egal ob Bild, Ton, Film oder sonstwas. Aber was ich in dem Artikel lese ist: Alles wie vorher, keine Unterschiede, keine Verbesserungen. Dafür wieder derselbe Scheiß mit dem Datenschutz. Wie immer. Daran wird sich wohl nie etwas ändern.

    Also: Wozu das Update? Wahrscheinlich für weitere Hintertürchen, die nicht so schnell abgeschaltet, geschweige denn gefunden werden können…

  3. Hans Dampf sagt:

    Danke für den Artikel, ich bin einer der Zögerer. Sitze noch auf Cubase 7.5 hab aber jetzt das Update installiert – keine Probleme. Hatte ich seit längerem nicht mehr bei MS, dass da nicht gleich ein Day 1 Patch / Bugfix das nötigste fixt. Die Datensammelwut ist natürlich krass.

  4. Hans sagt:

    Danke für die News!

    Habe das Update nun auch installiert und leider ein paar seltsame Sachen festgestellt.
    1. Direkt beim Neustart kam ein Bluescreen, hmm.. okay das war wohl ein Einzelfall, seitdem kam er nicht mehr!

    2. All meine Notizzettel wurden gelöscht – das Problem gab es schon mal und ich bin damit auch nicht alleine. Ich würde daher jedem empfehlen, diese Zettel einfach nicht mehr zu nutzen. Habe mir jetzt „Stickies“ über Chip.de heruntergeladen und finde sie sogar besser als die Windows Notizen.

    3. Grafikkartentreiber mussten neu installiert werden. Okay, geringes Übel. Das hat aber erst mal gedauert, weil Windows es nicht automatisch hinbekommen hat. Den Treiber musste ich manuell herunterladen und hierzu muss man natürlich wissen, welche Grafikkarte man hat – Auto Detect hat nämlich auch nicht mehr funktioniert.

    4. Der Nachtmodus ist super, funktionierte aber genau einmal.. seit dem ersten Neustart ist die Funktion ausgegraut und geht nicht mehr – auch hierbei bin ich nicht alleine. Ich empfehle die Alternative „Flux“ (auch über Chip.de), bis Windows diesen Bug gefixt hat.

    Ansonsten habe ich bisher keine Veränderung festgestellt, würde aber fast raten, erst noch zu warten, bis das Update automatisch kommt.. vielleicht tut sich ja vonseiten Windows noch was? Verbesserungen hab ich nämlich auch keine feststellen können.

    • gearnews sagt:

      Danke für deine Erfahrungen. Das sind natürlich keine schönen Fehler. Bei mir war es komplett störfrei, aber die Stickies nutze ich nicht und der rafiktreiber stammt direkt von NVidia – das vertraue ich MS nicht an. Nachtmodus musste ich erst einstellen, aber der funktoniert seit dem und ist sehr willkommen. Allerdings muss man schauen, dass man das nicht nutzt, wenn man grafisch auf kalibrierten Displays arbeitet. ;)

      Sonst konnte ich auch nicht mehr feststellen.

      //Claudius

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