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Die GUI erinnert absichtlich an den Feedback Compressor II - man findet sich als TDR Nutzer somit leichter zurecht  ·  Quelle: tokyodawn.net

Die erweiterte Gentleman's Edition  ·  Quelle: tokyodawn.net

TDR, bzw. Tokyo Dawn Records, hat sich in der Vergangenheit mit den kostenlosen Plugins Feedback Compressor II und Proximity einen berechtigten Platz in der Recording-Welt ergattert. Aber auch der VOS Slick EQ ist nicht von schlechten Eltern, wenn auch sehr speziell. Heute wurde ganz frisch ein neuer Kompressor auf die Welt losgelassen: der Kotelnikov.

Ich konnte leider nicht herausfinden, wie TDR auf den Namen gekommen ist, aber das ist auch eigentlich zweitrangig. (*1) Es ist laut Hersteller ein „Wideband Dynamic Processor“, der sehr musikalisch auf Summen-Spuren oder dem Master eingesetzt werden kann. In meinem kurzen Testlauf hatte ich vor allem auf dem Drum-Bus und Vocal-Spuren meine Freude damit. Aber auf dem Master machte er definitiv die beste Figur als leichter „Glue“, ohne dabei an Druck zu verlieren oder das Originalsignal zu sehr zu verfälschen.

Optisch ist der Kotelnikov am Feedback Compressor II angelehnt. Man findet sich also sehr schnell zurecht, wenn man damit schon einmal zu tun hatte. Das Tolle an den Kompressor-Plugins von TDR ist, dass man separate Regler für Peak und RMS Release bekommt und somit über mehr Flexibilität als bei manch anderen Herstellern verfügt.

Intern löst das Plugin mit 64 Bit Floating Point auf und erreicht noch mehr Genauigkeit durch mehrfache Durchläufe (Multi-Rate Processing). Mit der Delta-Funktion wählt man das Oversampling, ohne dadurch Gain zu verlieren. Genial finde ich auch, dass man mittels Lo-Cut Filter einstellen kann, dass tiefe Frequenzen bei der Signalanalyse außen vor bleiben. Weiterhin haben TDR noch einen Bypass-Schalter eingebaut, wenn die DAW selbst das nicht unterstützt (Ich habe gehört, dass es auch Ende 2014 immer noch welche geben soll, die das nicht können).

Neben der kostenlosen Version gibt es noch die Gentleman’s Edition (GE) für 40 Euro. Wie beim Slick EQ erhält man hier noch mehr Features, die jedoch nicht jeder braucht. Würde ich noch einen Kompressor benötigen , würde ich aber ohne zu zögern den kleinen Preis zahlen, weil die Entwickler wieder einmal großartige Arbeit verrichtet haben und dafür auch entlohnt werden sollten. Von Reputation kann schließlich keiner seine Brötchen zahlen.

Als zusätzliche Features in der GE bekommt man ein Slope Filter für das Sidechain-Signal, eine frequenzabhängige Kompressionsrate, eine automatische Makeup-Gain Funktion, variable Links/Rechts-Kompression und „Yin/Yang Harmonic Coloration“, laut der Release Notes eine Funktion, die sich ausschließlich auf die Obertöne fokussiert. Wahnsinn, was man alles in 40 Euro packen kann, wenn man das möchte. Bei mir haben Tokyo Dawn Records auf jeden Fall einen Stein im Brett.

Das TDR Kotelnikov könnt ihr direkt auf der Herstellerseite kostenlos oder als Gentleman’s Editon herunterladen. Es wird kein Dongle benötigt.

*1 UPDATE: Der Namensgeber ist Vladimir Alexandrovich Kotelnikov, ein russischer, bzw. sowjetischer Elektrotechniker auf dem Gebiet der Funktechnik und Informationslehre. Siehe Wikipedia.

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