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Open Standard PEdalboard Eurorack Modular

So könnte es aussehen  ·  Quelle: Myles de Bastion / Facebook

Hand aufs Herz. Wir Gitarristen lieben unsere Effekte. Das Pedalboard ist mir genau so wichtig wie Amp und Gitarre, Letztere hat die Nase vielleicht ganz leicht vorn. Und die Suche ist eigentlich endlos. Gibt es das perfekte Pedal? Also warum nicht einfach auf ein System wie das Modular-Pedalboard setzen? Die Möglichkeiten sind damit fast unbegrenzt.

Modulare Effekte

Ein Effektpedal ist in aller Regel von der Stange und damit fix. Entweder es ist ein Delay oder ein Distortion oder ein Modulationseffekt oder XYZ und kann dies oder jenes. Und verschiedene Firmen bieten verschiedene Effekte in verschiedenen Ausführungen mit verschiedenen Features. Ein Delay kann tappen, ein anderes moduliert, ein drittes hat Presets und so weiter. In der Regel kauft man aber ein fertiges Paket an Features.

Da ist es nur eine sinnvolle Idee der Facebook-Gruppe Modular Pedalboard Open Standard, ein Effekt-Board zu entwickeln (oder zumindest über Möglichkeiten zu diskutieren), das noch flexibler ist. Es basiert auf dem Eurorack-Format und ist grundlegend ein Eurorack-Case mit fest verbauten Fußschaltern für eine vorgegebene Anzahl an Slots. Außerdem sind Input und Output schon verbaut und ready to go.

Biyang LiveMaster LM-7 Frame Front

LM-7

Einen Versuch hatte Ende 2017 die chinesische Firma Biyang mit den Livemaster Pedalen gemacht. Da kann man auch die Slots frei belegen – der Nachteil: Man kann nur Module von der Firma kaufen, die proprietär und nicht genormt sind. Und wenn die nicht gut klingen, dann hat man eben Pech oder kauft ein Modul von Biyang namens Loop, in dem man ein eigenes Pedal einschleifen kann und hat am Ende eher wenig gekonnt.

Vorteile

Mit diesem Standard hat man quasi alle Möglichkeiten, die man auch im Eurorack-Segment hat. Die Effekte gibt es entweder als Paket auf einer Platine oder man stückelt es sich zusammen und hat so noch mehr Einfluss auf den Sound und die Funktion des Effekts. Ein Slot verzerrt, der nächste ist ein Lowpass-Filter, der nächste ein resonierendes Filter, ein Transient-Shaper, Compressor, Noise Generator, LFO, VCA, Sequencer … die Liste ist lang. Man kann dann verschiedene voreingestellte Parameter einfach per Knopfdruck modulieren, da man sie per Steuerspannung (CV) ändert. Die Möglichkeiten sind fast unendlich, lediglich beschränkt durch die Slots und den Geldbeutel.

Außerdem ist es ein offener Standard, das heißt: Jeder darf mitmachen. Das ist die beste Einstellung, wenn man etwas Neues auf die Beine stellen will, da es auch langfristig Erfolg haben kann, wenn die Initiatoren nicht mehr dabei sind und es gibt kein Gewese um die Rechtesituation.

Auf der anderen Seite kann keiner außer den Hardware-Herstellern damit Geld verdienen – was den Erschaffern solcher Standards aber durchaus bewusst ist und damit auch absichtlich so gewählt wurde. Keine Firma kann sich daran eine goldene Nase verdienen, indem sie Features rechtlich schützen lässt. Es gibt bessere Beweggründe als “mehr Geld”, die Welt mit tollen Sachen zu verschönern.

modular system kabel

Ein typisches Modularsystem

Nachteile

Dann gibt es aber noch große Nachteile und damit auch Gründe, warum sich das nie durchsetzen wird. Leider. Und zum Glück.

  1. Es ist eine neue Welt, in die man sich einarbeiten muss
  2. Euroracks wurden dafür gemacht, mit der Hand bedient zu werden. Welcher Gitarrist hat denn Hände frei?
  3. Kabel müssen gesteckt werden, damit Spannung X Parameter Y ändern kann, dann müssen Regler eingestellt werden. Jammen ist also eher nicht so richtig möglich.
  4. Die Kabelbuchsen sind u. U. sehr nah am Fußschalter, weil sie eben für die feinmotorische Handbedienung gemacht sind – Kabel ablatschen ist also möglich
  5. Es braucht extra Kabel, die man sonst so nicht im Gitarrensegment findet (3,5 mm Mono, u. U. auch Stereo oder Banane)
  6. Alles muss neu gekauft werden
  7. Ist es am Ende zu viel an Möglichkeiten und hält vom eigentlichen Musizieren ab?

Das sind eine Menge Argumente gegen die mögliche Vielfalt. Und ich bin nach diversen Exkursen über sehr komplexe Pedalboards und Effekte mit x-tausend Funktionen auch wieder bei insgesamt 6 Effekten mit je einer Funktion gelandet. Die brauche ich wirklich, da lenkt mich nichts ab, die klingen alle super und ich komme nicht noch auf die nächsten “brauche ich unbedingt” Gedanken.

Wenn ich auf Events wie der Superbooth sehe, wie “Eurorack-Konzerte” ablaufen, dann ist das komplett anders als bei Gitarrenkonzerten. Alles wirkt experimenteller, baut sich oft von Null auf und eskaliert dann teils in endlosen Jams, reitet ewig auf den selben Mustern herum, mal hier mehr verzerrt, mal da mehr gefiltert und ohne Sequencer geht es eigentlich nicht. Vor allem wird live viel umgesteckt. Eben eine eigene Art Musik zu machen, aber für mich nicht das gleiche Level an Interaktivität und sehr viel mehr auf die Technik als auf die Musik fokussiert. (Shitstorm incoming)

Was meint ihr?

Würdet ihr einem Modular-Pedalboard eine Chance geben oder besitzt so was sogar schon?

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Chris
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Als Pittsburgh Modular vor einigen Jahren diese Idee hatte, waren die meisten wohl der Ansicht, dass das weg kann. Die Produktion der „Patch Box“ wurde jedenfalls ziemlich schnell wieder eingestellt..

Chris
Gast

Noch ein kleiner Nachtrag: Die Patchbox hatte immerhin die Möglichkeit zwei Expression-Pedale anzuschließen, mit denen sich beliebige CV Parameter eines Moduls freihändig bedienen ließen. Ohne dieses Feature ist ein modulares Pedalboard erst recht nicht sinnvoll.

LariFari
Gast

Nein, kein Shitstorm – Ich kann dein Argument am Ende schon teilen.
Ein kleines „aber“ : Colin Benders

Don
Gast

Die Fussschalter 3-4 cm höher und die möglichkeit ein Schutzhaube auf den rest zu legen und zu fixieren. Die Fusschalter könnten auch ein auf den Tisch stehendes Rack fernsteuern. Mal abgesehen davon ob das Gerät Sinn macht oder nicht.