Die besten Mixer für Synthesizer: Mischen (Im)possible!
Mixer für Synthesizer, Drum-Machines und Grooveboxen
Wer mit Synthesizern und Drum-Machines produziert und performt, stellt andere Ansprüche an ein Mischpult als eine Band. Wir nehmen die besten Mixer für Synthesizer und elektronische Setups unter die Lupe.
Die besten Mixer für Synthesizer
Braucht man einen speziellen Mixer für Synthesizer?
Nein, natürlich nicht! Jedes normale Mischpult kann man auch für Synthesizer benutzen, sofern es über Line-Eingänge verfügt. Jedoch haben viele herkömmliche Mixer einige Nachteile, die sie etwas unpraktisch für reine Synthesizer-Performances machen.
Die meisten handelsüblichen Kompaktmischpulte von Herstellern wie Mackie, Behringer, Soundcraft oder Yamaha sind eher für das Mischen bzw. Aufnehmen von Bands konzipiert. Sie haben meist überwiegend Mono-Eingangskanäle – perfekt, wenn man viele Mikrofone für Gesang und/oder Schlagzeug anschließen möchte, aber weniger praktisch, wenn das Setup nur aus Synthesizern und Drum-Machines besteht. Zwar bieten die meisten Mischpulte auch ein paar Stereo-Kanäle, aber die spielen meist eher eine Nebenrolle. Und warum sollte man viel Geld (und Platz!) in Mono-Kanäle mit teuren Mikrofon-Preamps investieren, die man am Ende gar nicht braucht?

Natürlich kann man auch die Mono-Eingangskanäle von Standard-Mischpulten als Line-Eingänge für Synthesizer benutzen. Wenn der Synthesizer stereo ist, muss man dann aber immer zwei Fader für ein Instrument bewegen, ganz zu schweigen von den EQ-Einstellungen und Effekt-Sends. Wer überwiegend oder ausschließlich mit elektronischen Gerätschaften performt, ist daher mit einem speziellen Mixer für Synthesizer oft besser bedient.
Welche Vorteile bieten Mixer für Synthesizer?
In den letzten Jahren haben mehrere Hersteller Mixer herausgebracht, die speziell für elektronische Live-Performances mit Synthesizern, Drum-Machines und Grooveboxen konzipiert sind. Solche Mixer unterscheiden sich oft schon optisch stark von „normalen“ Mischpulten. Sie sind meist eher kompakt gebaut, um zwischen all den anderen Desktop-Geräten nicht zu viel Platz in Anspruch zu nehmen. Einige passen sogar in deine Jackentasche!
Mixer für Synthesizer haben ausschließlich oder ganz überwiegend Line-Eingänge, die als Klinkenbuchsen ausgeführt sind. Manchmal ist einer der Kanäle so ausgestattet, dass man auch ein Mikrofon oder eine Gitarre daran anschließen kann; das ist aber eher die Ausnahme. Je nach Mixer sind die Kanäle oft überwiegend Stereo.

Statt der voll ausgestatteten Kanalzüge herkömmlicher Mischpulte mit parametrischem EQ, Kompressor und mehreren Aux-Wegen haben die meisten Performance-Mixer für Synthesizer eine eher rudimentäre Ausstattung. Zum Beispiel ist die Klangregelung, sofern überhaupt vorhanden, oft als simpler Tilt-EQ ausgeführt, der ein schnelles Ausbalancieren der Bässe und Höhen ermöglicht. Und da kaum ein elektronischer Live-Performer einen kompletten Monitormix mit mehreren Monitorwegen machen muss, gibt es meist nur einen oder zwei Aux-Sends, die man für Effekte nutzen kann.
Diese eher einfache Ausstattung ist kein Mangel, sondern Absicht: Sie hat den großen Vorteil, dass man sich während einer Performance nicht verzettelt und den richtigen Regler immer sofort findet. Das Ziel ist es, schnelle und spontane Anpassungen vornehmen zu können, ohne den kreativen Flow zu unterbrechen. Für präzises Mixing ist auf der Bühne ohnehin keine Zeit.
Je nach Modell bieten manche Mixer für Synthesizer Extrafunktionen und Effekte wie DJ-Filter oder Verzerrer. Komplette Effektsektionen wie bei vielen Standard-Mischpulten findet man jedoch eher selten. Dafür gibt es schließlich Desktop-Effekte!
Ein wichtiger Punkt bei der Wahl des passenden Mixers ist auch: Möchtest du einen Mixer, der den Klang möglichst unverfälscht lässt, oder soll er sogar aktiv zum Charakter des Sounds beitragen? Zum Beispiel schworen Daft Punk und viele andere Größen der 90er auf den Mackie 1202 der ersten Generation – ein Mixer, der in Sachen Audioqualität zumindest nach heutigen Maßstäben keinen Blumentopf mehr gewinnen könnte, aber vielen Tracks der Zeit seinen unverwechselbaren Stempel aufdrückte. Auch alte Mixer von Boss wie der KM-60 sind sehr beliebt.
Den Nachfolger des 1202 gibt es übrigens immer noch zu kaufen*, obwohl das Mischpult inzwischen natürlich weiterentwickelt wurde und nur noch wenige Gemeinsamkeiten mit dem Klassiker aus den 90ern hat.
Für welchen Mixer du dich entscheidest, hängt also von mehr Faktoren ab als nur von der Anzahl der Kanäle. Gerade wenn es um Live-Performances geht, spielt der Workflow eine mindestens ebenso große Rolle. Und wenn du auf der Suche nach einem „Charakter-Mixer“ mit einem bestimmten Sound bist, hilft ohnehin nur ausprobieren! Deshalb geht es in diesem Artikel auch nicht darum, ob ein bestimmter Mixer besser oder schlechter als ein anderer ist – denn das ist rein subjektiv. Stattdessen geben wir einen Überblick über verschiedene Mixer für Synthesizer, die derzeit erhältlich sind. So findest du sicher schnell einen Mixer, der zu deinem Setup und Workflow passt.
Intellijel Jellymix: Performance-Mixer für Synthesizer

Der Intellijel Jellymix ist gerade erst erschienen, aber schon jetzt einer der interessantesten Mixer für Synthesizer. Er bietet fünf Stereo-Eingangskanäle mit symmetrischen Eingängen und geräuschlosen Mute-Tastern. An Kanal 1 kannst du wahlweise auch eine Gitarre oder einen Bass anschließen.
Pro Kanal steht ein Tilt-EQ zur Klangregelung zur Verfügung. Außerdem bietet der Jellymix zwei Stereo-Aux-Sends mitsamt Stereo-Returns.
Eine Besonderheit ist das integrierte Filter: Pro Kanal kannst du wählen, ob der Kanal auf den Main-Ausgang oder den Filter-Bus geroutet werden soll. Hier steht ein resonanzfähiges State-variable-Filter mit separaten Reglern für Hochpass und Tiefpass zur Verfügung.
Eine weitere praktische Funktion des Jellymix ist der Mute-Bus: Gemutete Kanäle werden auf einen separaten Bus geroutet, der sich wahlweise statt des Main-Mix über den Kopfhörerausgang abhören lässt. Perfekt zum Vorhören während einer Performance!
Den Intellijel Jellymix bekommst du bei Thomann*
cre8audio Assembler: 10-Kanal-Mixer für Synthesizer und Drum-Machines

Der cre8audio Assembler ist ausdrücklich als „Charakter-Mixer“ konzipiert. Die in Kooperation mit Pittsburgh Modular entwickelten Analogschaltungen verleihen dem Sound auf Wunsch eine ordentliche Portion Druck oder auch Schmutz. Unter anderem ist eine Schaltung verbaut, die den Effekt von Bandsättigung emulieren soll. Und die kräftigen Vorverstärker in den Eingängen fahren das Signal mühelos in die Sättigung.
Der Assembler bietet insgesamt zehn Kanäle, die sich in drei Kategorien aufteilen. Die ersten beiden Kanäle sind besonders umfangreich ausgestattete Mono-Kanäle mit 2-Band-EQ. Die Kanäle 3-6 sind ebenfalls mono, haben aber keinen EQ. Mit den Kanälen 7/8 und 9/10 bietet der Cre8audio Assembler auch zwei Stereo-Kanäle.
Interessant wird es bei den Aux-Wegen. Der Assembler verfügt über drei Aux-Sends. Die Kanäle 1-6 bieten jeweils zwei Regler für Aux 1 und Aux 2/3. Bei den Stereo-Kanälen gibt es hingegen jeweils nur einen Aux-Regler, der sich einem beliebigen Send-Ausgang zuweisen lässt. Aux 1 und 2 verfügen über Stereo-Returns, während Aux 3 mit einem Mono-Return ausgestattet ist. Klingt kompliziert, aber mit etwas Planung ist man damit ganz schön flexibel.
Neben dem Stereo-Hauptausgang bietet der Cre8audio Assembler einen separat regelbaren Cue- bzw. Kopfhörerausgang. Der Mixer ist mit Line- und Eurorack-Pegeln kompatibel und lässt sich auf Wunsch direkt ins Eurorack einbauen, wo er 40 HP belegt. Sämtliche Anschlüsse sind als Miniklinkenbuchsen ausgeführt, was den Assembler für Setups aus kleinen Desktop-Synthesizern und Grooveboxen prädestiniert.
Den cre8audio Assembler gibt es bei Thomann*.
Bastl Instruments Bestie: 5-Kanal-Mixer für die Jackentasche

Ein besonders kompakter Mixer für dein Desktop-Setup ist der Bastl Instruments Bestie. Trotz der kleinen Größe geizt der Mixer aber nicht mit guten Ideen.
Der Bestie bietet fünf Stereo-Eingänge (alle als Miniklinkenbuchsen), wobei die Kanäle 1 und 5 auch für Mono-Signale genutzt werden können. Pro Kanal gibt es einen Level-Regler mit bis zu +20 dB Gain und einen Mute-Button. Neben einem Stereo-Mix-Ausgang steht ein Kopfhörerausgang mit separater Lautstärkeregelung und Pre/Post-Schalter zur Verfügung.
Besonders interessant: Wenn nichts an Kanal 3 angeschlossen ist, wird dieser Kanal zum Feedback-Weg. So liefert der Bestie auf Wunsch auch eine ordentliche Portion Distortion.
Der Mixer wird über USB-C oder vier AA-Batterien mit Strom versorgt.
Den Bastl Instruments Bestie bekommst du bei Thomann*.
KORG volca mix: Mixer, Clock und Stromversorgung für volca-Serie

Lange hatten die volca-Fans dem Hersteller in den Ohren gelegen, er möge doch bitte endlich einen Mixer für die kleinen Desktop-Synthesizer der volca-Serie herausbringen. Als es endlich soweit war, waren viele ein bisschen enttäuscht. Denn der volca mix hat zwar einige gute Ideen und durchdachte Features, ist aber auch recht eingeschränkt in den Möglichkeiten.
Dass der volca mix vor allem für die gleichnamige Serie gedacht ist, ist offensichtlich. Er hat lediglich drei Eingänge: zwei Mono-Kanäle und einen Stereo-Kanal. Pro Kanal gibt es ein Hochpass- oder Tiefpassfilter, einen beleuchteten Mute-Button, einen kleinen Fader und einen Send-Regler.
Neben einem Send-Ausgang steht ein Aux-Input als Effekt-Return zur Verfügung. Beim Line-Ausgang hat KORG sich für Cinch-Buchsen entschieden; zusätzlich gibt es einen Kopfhörerausgang und sogar ein Pärchen eingebaute Lautsprecher.
Als Zentrale eines kleinen volca-Setups macht der volca mix trotz dieser rudimentären Ausstattung Sinn. Denn er kann bis zu drei angeschlossene volcas nicht nur mit Strom versorgen, sondern auch synchronisieren. Ein Druck auf den Play-Taster des Mixers genügt, und die kleine Familie läuft im Gleichschritt los. Außerdem hat KORG dem Mixer noch zwei Master-Effekte spendiert (Stereo Width Expander, Compressor).
Den KORG volca mix bekommst du bei Thomann*.
Radial Engineering Key-Largo: Mixer für Synthesizer und Keyboards

Der Key-Largo von Radial Engineering ist in erster Linie für live spielende Keyboarder konzipiert. Der Mixer im Bodentreter-Format bietet drei analoge Stereo-Eingangskanäle. An einen vierten Kanal kann man einen Laptop über USB anschließen, um Software-Instrumente auf der Bühne zu nutzen. Neben einem symmetrischen Stereo-Ausgang im XLR-Format steht ein Stereo-Ausgang für Bühnenmonitore zur Verfügung. Für externe Effekte gibt es einen pro Kanal regelbaren und per Fuß schaltbaren Aux-Send mitsamt Return-Eingang.
Aber der Key-Largo kann noch mehr. Denn das Pedal fungiert auch als flexibler MIDI-Verteiler. Neben dem USB-Anschluss steht ein Pärchen MIDI-Buchsen zur Verfügung. Hier kann man zum Beispiel einen Controller anschließen, dessen MIDI-Daten dann über USB an den Computer geschickt werden, während gleichzeitig Audio über USB im Mixer ankommt. Sogar als Sustain-Pedal lässt sich der Key-Largo nutzen; hierfür gibt es einen Fußtaster und einen Klinkenanschluss. So kann man sich ein zusätzliches Pedal sparen – praktisch!
Den Radial Engineering Key-Largo gibt es bei Thomann*.
Line-Mixer im Rackformat: Platzsparende Mixer für Synthesizer

Du brauchst keine speziellen Performance-Features und kein cleveres Layout, sondern suchst einfach nur einen Mixer, um möglichst viele Line-Signale möglichst platzsparend in eine Stereo-Summe zu verwandeln? Line-Mixer im 19-Zoll-Rackformat eignen bestens dafür. Zum Beispiel kannst du mit einem solchen Mixer problemlos mehrere Synthesizer und/oder Drum-Machines an ein Eingangspaar deines Audiointerface anschließen.
Die Konfigurationen unterscheiden sich von Gerät zu Gerät, aber eines haben alle gemeinsam: Rack-Mixer bieten vergleichsweise hohe Kanalzahlen auf kleinem Raum. Einige haben praktische Extrafunktionen, die den Ausschlag dafür geben können, für welchen Mixer du dich entscheidest. Zum Beispiel haben der Tascam LM-8ST und der ART MX822 zusätzlich einen XLR-Mikrofoneingang. Der Radial Engineering KL-8 bietet zwei USB-Anschlüsse und MIDI In/Out zum Spielen von Software-Synthesizern sowie einen per Fuß schaltbaren Effekt-Loop. Besonders schnörkellos (und mit Abstand am günstigsten) ist der Behringer RX1602 V2: 8 Stereo-Line-Eingänge, Level / Mute / Balance pro Kanal, ein Stereo- und ein Monitorausgang bzw. Effekt-Send – mehr braucht es manchmal nicht.
Bei Thomann* findest du eine Auswahl geeigneter Rack-Mixer für Synthesizer.
- Produktseite Tascam LM-8ST
- Produktseite ART MX822
- Produktseite Behringer RX1602 V2
- Produktseite Radial Engineering KL-8
- Mehr von Tascam
- Mehr von ART
- Mehr von Behringer
- Mehr von Radial Engineering
- Die besten Grooveboxen und Sampler für unterwegs
- Die besten Synthesizer für Live-Keyboarder
- Die besten analogen und digitalen Drum-Machines
*Hinweis: Dieser Artikel über Mixer für Synthesizer enthält Werbelinks, die uns bei der Finanzierung unserer Seite helfen. Keine Sorge: Der Preis für euch bleibt immer gleich! Wenn ihr etwas über diese Links kauft, erhalten wir eine kleine Provision. Danke für eure Unterstützung!