von Dirk Behrens | 3,3 / 5,0 | Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten
MiMU The Jellyfish

MiMU The Jellyfish  ·  Quelle: MiMU

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Der Hersteller MiMU ist bislang primär für seine Handschuh-Controller Gloves bekannt, The Jellyfish ist nun das erste Plugin. Und das widmet sich der aktuell sehr beliebten Granularsynthese. Du kannst direkt in das Plugin aufnehmen und mit der Aufnahme dann diverse Spielereien betreiben. Damit eignet sich The Jellyfish sehr gut für Live-Performances, aber natürlich auch für kreative Soundexperimente im Studio.

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MiMU The Jellyfish

Die namensgebende Qualle gehört zum Interface-Design des Plugins und ist quasi für das Durchfahren der Grains zuständig. Zunächst entscheidest du, ob The Jellyfish im Drone- oder Event-Modus arbeitet. Der Drone-Modus spielt das Audiomaterial im Loop ab und eignet sich so eben sehr gut für Drones oder sogenannte Pulses. Im Event-Modus entsteht nur beim Durchfahren des Samples ein Sound.

Das Ausgangsmaterial kommt entweder aus der Library vorab enthaltener Sounds, wird als Audiofile per Drag-and-drop in das Interface gezogen oder kommt aus einer direkt in dem Plugin gemachten Aufnahme. Dieses Feature eignet sich sehr gut für eine Live-Performance.

Über die MIDI-Mapping-Funktion erzeugst du sogenannte Marker und damit über die Tasten spielbare Instrumente, die Tonhöhe ändert sich entsprechend der gespielten Noten. Dabei ist es auch möglich, mehrere Marker zu platzieren und so mit unterschiedlichen Noten verschiedene Parts aus dem Audiofile zu spielen. Das lässt sich mit der Erstellung von Key-Groups vergleichen. Und selbstverständlich kannst du auch die Position der Qualle – also die Buffer-Position – auf einen Controller zuweisen. Wenn du zusätzlich den Activate-Parameter auf einen Button zuweist, bekommst du volle Live-Kontrolle über den Effekt.

Mit den Reglern für Grain Interval, Grain Length und Transpose nimmst du Einstellungen an der Granular-Engine vor. Als zusätzliche Parameter stehen Regler für Panning Width, Buffer Jitter, Pitch Wobble und Smoothness bereit. Panning Width definiert, wie stark die einzelnen Grains zufällig im Panorama bewegt werden, Buffer Jitter bringt etwas Zufall in die Position der erzeugten Grains. Pitch Wobble eignet sich gut für Effekte, die an einen Chorus erinnern. Smoothness erzeugt auf niedrigen Werten einen etwas harscheren Sound mit mehr Transienten, aufgedreht wird alles eben etwas aufgeweicht.

Über die Buttons für die Playback-Modi bekommst du Zugriff auf die Art und Weise mit dem The Jellyfish das Sample durchfährt. Interessant ist dabei der Auto-Modus, bei dem sich die „Granular-Qualle“ von alleine bewegt, dafür lässt sich auch das Tempo der Positionsänderungen zu bestimmen. Dazu kommt die Option, die „Richtung“ beim Abspielen zu bestimmen – beispielsweise vor- und zurück oder zufällig. Hier ist auch ein LFO verfügbar, der sich zum Tempo der DAW synchronisieren lässt. Dadurch sind sehr interessante rhythmische Effekte realisierbar.

Einstellungen speicherst du als Preset, ein paar davon stehen bereits vorab zur Auswahl. Insgesamt sieht The Jellyfish nach einem sehr brauchbaren Plugin aus, das dein Effekt-Arsenal um ein paar Möglichkeiten erweitert — vorausgesetzt du stehst auf Granularsynthese.

Spezifikation und Preis

MiMU The Jellyfish läuft standalone und als AU sowie VST3 auf macOS und Windows – der Hersteller gibt leider keine weiteren Infos zu Spezifikationen oder Kompatibilität in Bezug auf Apple Silicon M1 an. Der Preis beträgt 99 Britische Pfund.

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Eine Antwort zu “MiMU The Jellyfish: Granular-Effekt mit Option für Live-Recording”

    Marcus Schmahl sagt:
    0

    Sieht schick aus! Schade, dass es weder eine Demo noch Angaben zu Apple Silicon Kompatibilität gibt… Der Preis ist zu heiß für einen Testlauf.

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