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Intel i9 Familie

Intel i9 Familie  ·  Quelle: Intel

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Intel stellt eine komplette Serie von leistungsstarken Desktop-Prozessoren vor. Was kann das bringen? Wird jetzt alles unendlich viel schneller und multidimensional?

Bei $242 startet die neue Serie mit 4 Kernen und i5 Architektur, geht über i7 mit 4-8 Kernen und endet bei 10-18 Kernen und der neuen i9 Architektur. Ausgerechnet 242, das klingt doch nach ordentlich „Wumms“, oder? Also demnächst 100 Diven aufmachen?

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Der Leistungszuwachs hat allerdings seinen Preis. So kostet  Denn die i9 Serie startet bei $1200, liegt im Mittelfeld mit 14-16 Kernen bei $1600 und beim 18-Kerner bei guten $2000, was sicher nicht jeder kaufen wird. Es wird also generell nur für Leute sein, die auch bereit sind höhere Preise zu zahlen. Außerdem brauchen diese Geräte ein größeres Netzteil. Das wird also auch nicht in einem iMac-Gehäuse statt finden. Das sind klassische große Rechner. Auch die Stromaufnahme dieser Serie ist eher für Desktop-Rechner gedacht.

Im Turbo-Betrieb liegt der Takt faktisch oberhalb von 4 GHz. Der Turbo wird genutzt, wenn der Rechner kurzzeitig harte Nüsse zu knacken hat. Das kann also bei großer Last bei Audio auch passieren. Die Normale Taktung liegt zwischen 3,3 und 4 GHz, was auch bereits nicht niedrig ist. Das sind also eher Workstation-Prozessoren und dafür mit „Pro“ zu bezeichnen. Bringen denn 18 Kerne auch so viel mehr? Für Audio ist leider das Problem, dass viele Kerne zwar helfen, jedoch Echtzeitberechnung mit samplegenauer Ausgabe nicht einfach auf viele Kerne beliebig verteilbar ist. Es wird in der Praxis eher so aussehen, dass einige Prozesse auf dem gleichen Kern laufen und ein anderes Plug-in oder Teile der DAW auf weiteren Kernen arbeiten. Wie gut sich das aufteilt wird man in der Praxis und mit Anpassungen der Hersteller sehen, denn die müssen das ebenfalls bedenken. Alle Elemente sind neu, der schnellere DDR4 RAM wird unterstützt, mehr Durchsatz, größere Level 2 Caches und die hohe Taktfrequenz machen aber Hoffnung auf sehr schnelle Arbeitsgeräte fürs Studio eines Powerusers.

Die Faustformel für alle gilt – mehr Kerne macht am meisten aus, danach folgt die Taktung. Davor liegt jedoch die Architektur und Prozessorgeneration. Die i-Nummer steht zusammen mit dem internen Namen (Skylake X ist jetzt der neue Name nach Skylake und davor Kaby Lake). Zwischen den i-Versionen und den Prozessorgenerationen können gute 15-20% Performance-Unterschiede liegen.

Applezeit ist vorbei?
Die am 5.6. folgende WWDC Keynote von Apple ist ebenfalls interessant, da Apple aktuell keine schnellen Modelle anzubieten hat. Sie brauchen also gerade im Pro-Bereich dingend wirklich eine gute Vorlage. Während dort mehr Consumer und Design angeboten wird, hat die PC-Welt vieles überholt. Daher wird es sehr interessant sein, wie Apple sich ihre Plattformen in diesem und nächstem Jahr vorstellen. Der geplante Mac Pro soll modular sein und erst 2018 kommen. Ob bis dahin nicht alle wegen der extremen Neupreise schon umgestiegen sind? Das aktuelle Bild ist noch sehr apfelig, aber der Musiker in 2-3 Jahren könnte sich verstärkt abwenden, wenn Apple diesen letzten Weg auch noch verschläft oder schlicht extremste Preise fordert, wie beim MBP zuletzt, welches angeblich am Montag einen Nachfolger bekommen wird.

So oder so: Die neuen Prozessoren werden sich besonders für Video und Offline-Rechner extrem lohnen, sobald die Software dazu auch angepasst ist. Zunächst werden wohl Mainstream-Programme wie Photoshop und CAD oder 3D Rendering angepasst werden, erst dann werden Plug-ins folgen. Ohne die Software-seitige Optimierung wird man „nur“ die neuen Turbomöglichkeiten, den schnelleren Durchsatz und das nutzen, was man bisher für mehrere Kerne vorgesehen hat. Anders gesagt – es wird spannend, wenn die ersten Rechner da sind und man mal ein aufwendiges Projekt öffnet.

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7 Antworten zu “Intel stellt 18-Kern i9-Prozessoren vor. Kommen neue Super-Audiorechner?”

  1. Mark sagt:

    Es ist natürlich schön, daß endlich wieder schwung in den Prozessormarkt kommt. Ein 8Kerner würde mir schon reichen. Allerdings darf man sich von vielen Kernen nicht blenden lassen, ich denke der größte Teil der Software dürfte mit so einer großen Anzahl an Kernen nicht klar kommen und Probleme machen.

    • don_Looney sagt:

      Meiner DAW würde das sehr viel bringen. Allen Leuten die 3D Sachen am Rechner machen auch. Ich nutze Bitwig und dort kann ich es so einstellen das jedes Plugin (also jede Instanz die ich davon aufrufe) in einer eigen Sandbox läuft. Als einzelner Prozess in Windows. Da brauch nur das Betriebssystem die Kerne werwalten und man hat schon etwas davon. Hab jetzt nen 8 Kern System von AMD und komme manchmal an die Grenzen. Finds cool das hier die neuen Intel CPU´s vorgestellt werden. Aber die neuen AMD´s sind für mich weitaus interessanter. Gerade der neue Ryzen Threadripper. Der wird nicht in dem Preissegment von Intel spielen.

  2. Der Dschona sagt:

    mir reicht mein alter 24 kerner mac pro. 2018 soll ja ein neuer mac pro kommen, der wieder modular gebaut sein wird. profis haben sowieso dsps. da braucht der pc/mac nicht so stark zu sein.

  3. Der Dschona sagt:

    imac pro mit 18 kernen kommt :D den preis will ich allerdings nicht wissen.

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