von  Marcus Schmahl  | |   Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen   |  Lesezeit: 5 Min
Instrument X: Dreamtonics macht riesige Sample-Libraries für Orchestersounds jetzt überflüssig

Instrument X: Dreamtonics macht riesige Sample-Libraries für Orchestersounds jetzt überflüssig  ·  Quelle: Dreamtonics

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Dreamtonics, bekannt für seine Vocal-Software Synthesizer V und Vocoflex, verlässt mit Instrument X offiziell die Gesangskabine und betritt die Bühne der Filmmusik. Statt starrer, mehrere Gigabyte großer Sample-Playback-Bibliotheken setzt die neue Plattform auf neuronale Akustik-Modellierung. Notation wird dabei direkt in Schallwellenabstrahlung übersetzt, was Komponisten und Produzenten Kontrolle über organische Bogen-, Atem- und Anschlagsartikulation direkt von der Tastatur aus verspricht, ganz ohne statisches Loop-Triggering.

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Die Wissenschaft hinter der neuronalen Akustik-Modellierung

Für maximale Mixing-Flexibilität nutzt Instrument X bis zu elf gleichzeitige Mikrofon-Feeds, von Close-Mics über eine Decca-Tree-Anordnung bis zu Raumambience. Phasen- und Strukturtreue über so viele Kanäle hinweg gilt bei klassischen neuronalen Audio-Synthese-Ansätzen normalerweise als notorisches Problem. Hier wurde an alles gedacht.

Dreamtonics löst das über einen zum Patent angemeldeten Algorithmus: Durch Vermessung der Studio-Akustik mit einem eigens gebauten dodekaedrischen Lautsprecher-Array lernen die physikbasierten neuronalen Netze, die Richtakustik des Raums vom trockenen Instrumentensignal zu entkoppeln. Die Engine läuft dabei komplett lokal auf einem gewöhnlichen Laptop, ganz ohne Internetverbindung oder dedizierte GPU, und soll trotzdem die echte räumliche Tiefe und dynamische Nuance einer tatsächlichen Aufnahmesession liefern. Das klingt sehr hochtrabend, aber scheint am Ende sehr authentische Klänge zu erzeugen.

  • Dreamtonics Instrument X
  • Dreamtonics Instrument X

Was Instrument X kann

Der Unified Articulation Editor verwaltet Spieltechniken über eine einzige Oberfläche, mit flexiblem Wechsel zwischen automatisierter „Smart Articulation“ und manueller, notengenauer Kontrolle. Standard-Artikulationen wie Staccato, Legato und Tenuto lassen sich dabei mit hochspezialisierten, instrumentenspezifischen Techniken wie Col-legno-Streicher oder Blechbläser-Dämpfer-Konfigurationen kombinieren, sogar beliebig auf einer einzigen Note stapeln.

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Die Dynamics Lane ordnet kontextabhängige Dynamik automatisch anhand von Tonhöhe, Notendauer und Spielfluss über eure Arrangements, mit vollständigem manuellem Override für kreative Kontrolle. Das Verändern dieser Kurven beeinflusst dabei nicht nur die Lautstärke, sondern verändert dynamisch die physikalische Klangfarbe, harmonische Sättigung und kinetische Reaktion des Instruments, um die tatsächliche physische Ausführung eines echten Spielers nachzubilden.

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AI Performance Retakes generieren alternative, organisch klingende Performance-Takes für bestimmte Phrasen, entweder als kompletter neuer Take einer ganzen Sektion oder als gezielte Mikro-Anpassung einzelner Parameter wie Klangfarben-Drift, Mikro-Pitch-Kurven oder kinetische Intensität. Überlappende Noten werden dank erweiterter Polyphonie automatisch als komplett separate Stimmen gerendert, statt sich mitten im Takt gegenseitig abzuschneiden. Das Microphone Mixer Panel schließlich gibt euch volle Kontrolle über die räumliche Architektur, mit Balance zwischen Detail-Mikrofonen, Decca-Tree-Arrays und breiten Stereo-Raumpaaren.

15 Instrumente zum Launch

Zum Marktstart stehen 15 Instrumente als Expansions in drei ausgewählten Kollektionen bereit. Die Orchestral Strings Collection umfasst Violine 1, Viola 1, Violoncello 1 und Kontrabass 1, ausgelegt für fließende Legato-Linien, kinoreife Schwellungen und kontinuierliche Mikro-Pitch-Bogenanpassungen, inklusive Pizzicato, Col legno, Sul ponticello, Sul tasto und vollständig modelliertem Con-sordino-Dämpfer.

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Die Orchestral Woodwinds Collection bringt Flöte 1, Piccolo 1, Oboe 1, Klarinette in A 1 und Fagott 1, mit organischer Atem-Dynamik und echten Registerübergängen, dazu spezialisierte Artikulationen wie Einatem-Trigger und Trillern. Die Orchestral Brass Collection deckt Trompete 1, Posaune 1, Horn 1 und Tuba 1 ab, inklusive Trompeten-Trillern, Posaunen-Portamento-Gleitern und gestopften Hornnoten, Trompete 1 und Posaune 1 bieten zudem vollständige Modellierung für Straight-, Cup- und Harmon-Dämpfer.

Jedes Instrument erbt außerdem die Workspace-DNA von Synthesizer V, inklusive fünf stilprägender Performance-Anweisungen (Adagio, Allegro, con Fuoco, Pop, Ballade), die sich über eine einzige Oberfläche global auf ein ganzes Arrangement anwenden lassen.

Was Dreamtonics-Gründer Kanru Hua dazu sagt

Firmengründer und CEO Kanru Hua erklärt, warum Instrument X als eigenständige Plattform neben Synthesizer V und Vocoflex steht: „Viele User haben uns gebeten, Instrumente in unser Ökosystem zu bringen. Wir kamen zu dem Schluss, dass Instrument X als eigenständige, dedizierte Plattform stehen sollte, statt einen einzigen Workspace zu überladen, und vervollständigt damit unsere Trilogie.“

Die eigentliche Herausforderung habe dabei nicht in der KI-gestützten Synthese selbst gelegen, sondern in der Feinabstimmung der Technologie auf die anspruchsvollen Bedürfnisse professioneller Komponisten und Produzenten.

Fazit

Ein Ansatz, der komplett auf Multi-Gigabyte-Sample-Libraries verzichtet und stattdessen auf neuronale Modellierung setzt, ist ambitioniert, gerade angesichts der Erfahrungswerte, die Dreamtonics bereits mit Synthesizer V im Vocal-Bereich gesammelt hat. Die Kombination aus lokalem Berechnen ohne GPU-Pflicht, elf gleichzeitigen Mikrofon-Anordnungen mit mehreren Artikulationen klingt technisch beeindruckend, wie sich das in der Praxis tatsächlich anfühlt und klingt, muss sich aber erst noch zeigen. Für Filmkomponisten, die aktuell mit riesigen Sample-Bibliotheken und komplexen Keyswitch-Maps kämpfen, könnte Instrument X aber durchaus ein interessanter neuer Ansatz sein.

Preis und Verfügbarkeit

Dreamtonics Instrument X ist ab sofort hier bei Plugin Boutique* erhältlich. Der Core-Editor ist beim Kauf einer beliebigen Instrumenten-Erweiterung komplett kostenlos, jede Erweiterung kommt zudem mit einer kostenlosen 14-tägigen Testversion (limitiert auf eine 150-Noten-Gruppe). Einzelne Erweiterungen lassen sich separat kaufen, oder ihr greift zu einem der Bundles: Das Dreamtonics Producer’s Bundle kostet 229 US-Dollar und enthält Synthesizer V Studio 2 Pro plus eine Stimme sowie Instrument X plus eine Instrumenten-Erweiterung. Das Dreamtonics Trilogy Bundle kostet 499 US-Dollar und enthält Synthesizer V Studio 2 Pro, Instrument X, Vocoflex, zwei beliebige Stimmen sowie zwei beliebige Instrumenten-Erweiterungen.

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Dreamtonics Synthesizer V Studio2 Pro 3Voc Download Bisher keine Kundenbewertung verfügbar
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