Gitarren-Boutique: Alex Lifeson und Joe Bonamassa spielen jetzt digital. Oder doch nicht?
MXR und Vox mit Neuigkeiten!
Auch in der vergangenen Woche gab es wieder erfreuliche Nachrichten aus der Gitarrenwelt. Aber auch Nachrichten, die für Stirnrunzeln gesorgt haben, gab es. Lassen Alex Lifeson, Joe Bonamassa und Paul Gilbert nun auch ihre Röhrenverstärker zu Hause und gehen digital auf Tournee? Diese und andere Fragen klären wir hier in der Gitarren-Boutique.
Inhalt: Gitarren-Boutique
Alex Lifesons Rush-Reunion-Rig
Alex Lifeson hat sein Live-Rig für die lang ersehnte Rush-Reunion-Tour enthüllt – und für eingefleischte Röhrenverstärker-Fans gibt es dabei eine klare Botschaft: Tube Amps sind auch diesmal nicht dabei.
Den Mittelpunkt seines Rigs bildet Lifesons Signature-IK-Multimedia-TONEX-Pedal, mit dem er klassische Rush-Sounds aus seiner gesamten Karriere digital nachbildet. Gegenüber Rick Beato hatte er bereits vorab verraten, dass das TONEX eine Schlüsselrolle spielen würde. Dass Lifeson auf Modeling setzt, ist keine Überraschung – bereits in den späteren Rush-Jahren hatte er Röhrenverstärker zugunsten eines Fractal Axe-Fx aufgegeben.
Enthüllt wurde das Setup durch einen Instagram-Post von Lifesons eigener Gear-Marke Lerxst. Neben dem TONEX stehen auf dem Board: Fractal FC-12 Foot Controller, Tech 21 Wah, Paul Cochrane Timmy Overdrive, TC Electronic Ditto X2 Looper, Morley x Lerxst ATWAS.
Zur Reunion-Tour spielen Rush mit neuer Besetzung: Schlagzeugerin Anika Nilles und Keyboarder Loren Gold ergänzen Lifeson und Geddy Lee. Lifesons Gitarrensound erhält auf der Tour bislang durchweg begeisterte Kritiken. Dass ein Gitarrist vom Format Lifesons konsequent auf digitale Technologie setzt – und damit live überzeugt – ist einmal mehr ein starkes Zeichen für die gereifte Qualität moderner Modeling-Lösungen.
Ein Tone Master Amp für Joe Bonamassa?
Klingt nach Bekehrung eines Tube-Amp-Traditionalisten, oder nicht? Joe Bonamassa, bekannt als glühender Verfechter von Röhrenverstärkern, sorgt derzeit auch einen Instagram-Post für Aufsehen. Der Blues-Gitarrist hat offenbar einen Fender Tone Master Amp mit auf Tour genommen.
Aufgefallen ist dies aufmerksamen Fans, nachdem Bonamassa auf Instagram ein Foto zweier Fender Twins gepostet hatte. Auf einem der Amps war deutlich ein „Tone Master“-Schriftzug am Grill zu erkennen. Bonamassa selbst schrieb dazu rätselhaft: „Well, Well, Well! What do we have here? Beta testing something new and exciting on this tour. Spot the difference and you might win a prize.“
Aber warum ist das eigentlich eine so große Sache? Nun ja, Bonamassa besitzt eine legendäre Sammlung hochkarätiger Röhrenverstärker – darunter mehrere Dumble Amps, frühe Fender Tweeds, Gary Moores alten Soldano sowie Signature-Amps von Fuchs und Fender. Als ausgesprochener Kritiker von Modeling-Technologie galt ein digitaler Amp bei ihm bislang als nahezu undenkbar. Umso bemerkenswerter sein Kommentar gegenüber Gitarrist Jason Isbell unter dem Post: „It’s honestly really amazing what they did digitally. I wanted to dislike it!“

Ob Bonamassa dauerhaft auf Modeling-Amps umsteigt, bleibt offen. Dass er den Tone Master jedoch live auf Tour einsetzt, irritiert viele. Ein neuer Fender Tweed Twin Tone Master wäre, ganz unvoreingenommen betrachtet, aber ein interessanter neuer Release. Die Serie kommt bei vielen Gitarristen gut an und hat unbestreitbare Vorteile. Wir werden euch informieren, sobald es hierzu Neuigkeiten gibt.
Paul Gilbert tut es auch!
Auf seiner aktuellen Tournee nutzt Paul Gilbert bereits zwei Fender Tone Master Twin Reverb Amps auf der Bühne. Er begründet dies vor allem mit der hohen Zuverlässigkeit der Amps. Da er seinen Sound vollständig mit seinem Pedalboard erzeugt, benötigt er einen lauten, cleanen Verstärker. Letztes Jahr war es noch ein Twin Reverb als Röhrenverstärker, nun ist es der Tone Master geworden.
Bei all dem Lobgesang könnte man glauben, diese Gitarren-Boutique möchte euch zu digitalen Amp-Lösungen ermutigen. Diese Vermutung möchte ich ausräumen und betonen, dass ihr an euren Vintage-Amps festhalten solltet! Nichts ist so gut wie das Original. Dennoch sind Kompromisse nicht automatisch schlecht. Auffällig ist, dass die Transformation hin zu digitalen Modeling-Lösungen bereits große Wellen geschlagen hat.
Jared James Nichols verlässt Blackstar und bleibt analog
Auch Jared James Nichols ist ein großer Verfechter von analogen Röhrenverstärkern. Er wechselt nun offiziell von Blackstar zu Marshall. Er habe bei einem Konzert zufällig einen alten Marshall gespielt und sei, wie er selbst sagt, umgehend schockverliebt gewesen. Er liebt seine Blackstar-Verstärker, doch der Sound eines alten Vintage-Marshall sei unnachahmlich, so Nichols. Somit konnte er nicht anders und spielt ab sofort wieder einen solchen Amp. Damit beweist er das Gegenteil seiner Amtskollegen. Es gibt also doch keine eindeutige Tendenz hin zu einer von digitalen Amps geprägten Welt. Dann können wir jetzt auch wieder gut schlafen.

MXR Wylde Audio Zakk Sabbath Overdrive
Für Fans von Zakk Wylde ist diese Woche noch ein kleiner Leckerbissen für die Gitarren-Boutique aufgetaucht. Eine Limited Edition des Zakk Audio Overdrive, in einer speziellen Lackierung. Im inneren ist alles wie gehabt.
Das Pedal wurde von der Berzerker’s-Tribute-Band „Zakk Sabbath” inspiriert. Aktuell ist allerdings nur die normale Version verfügbar. Sobald sich das ändert, informieren wir euch hier bei Gearnews.

Neue Vox Vintage-Pedale endlich bald lieferbar!
Im Januar hatten wir euch hier bereits über die angekündigten Vox VTB-1 Treble Booster und das Vox VFZ-1 Fuzz informiert. Beide Pedale bringen klassische Vintage-Vox-Effekte zurück auf euer Pedalboard. Die Teile sehen hervorragend aus und klingen ebenso überzeugend. Auch der Preis ist erfreulich. Für 129,00 € könnt ihr ab sofort beide hier bei Thomann.de* vorbestellen.

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