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Gibson verklagt Dean Guitars

Gibson vs. Dean Guitars  ·  Quelle: Gibson / Dean Guitars

In einer neuen Wendung der laufenden Gibson-Klagereihe hat Armadillo Distribution Enterprises auf die jüngste Klage reagiert und die Löschung der Marken Flying V, Explorer und ES-335 beantragt. Laut Guitar.com wirft der Mutterkonzern von Dean Guitars and Luna Guitars Gibson vor, der Hersteller habe Gitarrenhändler mit rechtlichen Schritten gedroht, würden sie ihre Dean- und Luna-Gitarren nicht aus dem Sortiment nehmen.

Armadillo vs. Gibson

Mal sehen, ob der Spieß auch umgedreht werden kann. Amadillo scheint jedenfalls die Nase voll zu haben und geht zum Angriff über. Die explosiven Anschuldigungen sind Teil einer Gegenklage, die am 8. Juli beim US District Court for the Eastern District of Texas eingereicht wurde. Armadillo wirft Gibson „unerlaubte Eingriffe in die Geschäftsbeziehungen und/oder Verträge von Armadillo“ vor, und nennt mindestens einen Fall von Unterlassungsschreiben an seine Händler.

Die Anklage beinhaltet, dass Carlino Guitars (ein Gitarrenhändler in Medford, Massachusetts) im April und Mai 2019 Unterlassungsaufforderungen von Gibson erhalten habe. In diesen Schreiben soll Gibson die Entfernung aller Dean V- und Z-Gitarren von der Website des Shops gefordert haben. Gibson soll Carlino Guitars beschuldigt haben, durch die Lagerung von Dean-Instrumenten an Markenverletzungen beteiligt zu sein. Weiterhin wäre dem Händler mit rechtlichen Schritten gedroht worden, sollte er den Forderungen nicht nachkommen.

Gegenklage

Dean vs. Gibson

Grundlage für die Verteidigung von Armadillo ist, dass die von Gibson ersuchten Markenzeichen ungültig seien. Die Designs seien marktüblich und unterliegen somit nicht dem Urheberrecht. Diesen Standpunkt kann ich gut nachvollziehen, denn einige Modelle von Dean wurden bereits vor Jahrzehnten eingeführt und sind mit vielen berühmten Spielern verbunden. (Die „The Dean V“ ist seit 1977 auf dem Markt!) Gibson hat vor Kurzem seine Ansprüche auf die Korpusform der Flying V vor dem Europäischen Gerichtshof verloren. Es könnte also gut sein, dass dieses Urteil als Grundlage für den Rechtsstreit in den USA herangezogen wird.

Play Authentic

Alles begann mit Mark Agnesi und dem Play Authentic-Video. Da das Video schleunigst wieder von YouTube entfernt wurde, hätte man annehmen können, Gibson würde seine Ziele überdenken. Nach der jüngsten Pressemitteilung schien es tatsächlich so, als würde das Unternehmen einen versöhnlicheren Ansatz verfolgen. Wird Gibson nun doch alle Kraft in die Verteidigung seiner Designs stecken?

In den frühen 2000er Jahren hatte der Gitarrenhersteller bereits eine Klage gegen PRS verloren. Leider scheint die Firma seitdem nicht erkannt zu haben, dass der Kampf um den Schutz gängiger Gitarrenformen nicht zwingen mit Erfolg gekrönt wird. Auch Fender verlor 2009 eine ähnliche Klage bezüglich der Designs der Stratocaster, Telecaster und des P-Bass.

Ob sich Gibson wohl gerade sein eigenes Grab schaufelt? In den Kommentaren unter Videos und Artikeln kann man auf jeden Fall klar erkennen, dass die Sympathien bergab gehen.

8 Antworten zu “Gibson bedroht Händler! Dean Guitars geht zum Angriff über”

  1. Eddie sagt:

    Die Anwälte freuen sich sicherlich.

  2. Larifari sagt:

    …richtig witzig wird es wenn sich dadurch noch andere Hersteller ermutigt fühlen…z.b. Roland

    • Dave sagt:

      Moin Larifari.
      Interessant! Warum Roland?
      Roland gegen welche Marke? Welches Produkt?
      Würde mich mal interessieren!

      • stephan sagt:

        Das würde mich ebenfalls interessieren!

      • larifari sagt:

        Moin,
        das „versteh ich nicht“ geb ich zurück.

        • Dave sagt:

          Moin Larifari,
          ich verstehe nur Bahnhof!
          Kannst Du ein paar Stichpunkte nennen – damit ich mal Googlen kann!?
          Oder meinst Du den Fall, wo es um die Nutzung von Produktfotografien geht?

          • Larifari sagt:

            Hey Dave..dann sind wir schon zu zweit. Du bist doch hier öfter unterwegs !?
            Roland ist ein Hersteller vorwiegend im Bereich Synths, Edrums und Pianos.
            In der Vergangenheit gab es Unstimmigkeiten mit einem Softwarehersteller namens Propellerheads.
            Der Kern des Problems war das Design der Software.
            Aktuell reproduziert die Firma Behringer alte Roland Instrumente. Roland hat diese Designs aber schützen lassen.
            Die Behringer Geräte wurden deshalb noch vor Release abgeändert. So hat man zb bei der 808 die Farben der Sequencer Button invertiert. Es handelt sich aber im Allgemeinen um sehr subtile Änderungen.
            Und ob dies Roland wirklich genug ist, hab ich hier in Frage gestellt.
            Theoretisch kann man hier aber auch ( und wurde auch schon )wie Dean argumentieren. – V ist V , 808 ist 808 und Jeep ist Jeep. Unabhängig von Marke und Produktionsrahmen.
            Die ganze Diskussion ist im Europäischen Gerichtshof nicht neu, man spricht hier von Gattungen und im Falle von „Jeep“ von Gattungsnamen.

          • Dave sagt:

            Super! Danke für die Infos! – Ja ich bin hier öfter unterwegs … allerdings interessieren mich Synths etc. kaum. Schaue also meist nur in die Rubrik „Gitarre“.
            Ich werde mir die Sachen (Roland/Behringer) mal anschauen. Roland hat halt ein unfassbares Grafikdesign (perfektes Alleinstellungsmerkmal) auf seinen analogen Geräten. Wenn die das Design konsequent über die Jahre geschützt haben … sollte Behringer ein Problem haben. Aber ich schaue mir die Sache erst mal an – bin gespannt. Danke noch mal für die Infos!

            Gruß

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