von Marcus Schmahl | Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten
Electronic Music Producer: Mac Studio - jetzt läuft’s rund! Oder nicht?

Electronic Music Producer: Mac Studio - jetzt läuft’s rund! Oder nicht?

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Nach meinem Umstieg von einem iMac 5k (late 2015) auf einen neuen Apple Mac Studio mit M1 Max ARM CPU gab es einige Anlaufschwierigkeiten und Neuerungen, mit denen ich im Studioalltag erst einmal zurechtkommen musste. Den Einstieg, also meinen Vorbericht könnt ihr hier nachlesen. Jetzt bin ich nach einigen Wochen an den „neuen Workflow“ gewöhnt und fühle mich mehr als wohl. Die kleine Silberkiste läuft und läuft. Und das im Sprint. Hier habe ich für euch ein paar Hürden, „Problemchen“ und mein Fazit zum neuen System zusammengestellt. Ihr habt Fragen? Dann schreibt mir in den Kommentaren.

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Mein neuer Apple Mac Studio M1 Max

Wie schon in meinem letzten Bericht zum Kauf meines Mac Studio Max mit 64 GB RAM und 1 TB SSD beschrieben, arbeite ich nun seid einiger Zeit ausschließlich mit dem neuen Computer in meinem Tonstudio. Die Migration von meinem sieben Jahre alten iMac 5k (32 GB RAM, 1 TB SSD) verlief ohne Probleme und recht zügig. Eine komplette Neuinstallation war glücklicherweise nicht nötig (und ist es auch bis heute nicht). Ansonsten müsste ich nämlich jedes einzelne Plug-in herunterladen, installieren und autorisieren. Das konnte ich mir so ersparen.

Die kleine Kiste steht jetzt (fast versteckt) vor mir hinter den Controllern, die für meine DAW und Audio-Plug-ins zuständig sind. Weiter entfernt wäre uninteressant, da ich mindestens einmal am Tag auf den Anschalter drücken muss. Und seit einer Woche gibt es keine Probleme mehr mit „Aussetzern“ durch CPU-Peaks oder undurchsichtige Kompatibilitätseinbußen. Das habe ich mit Hilfe etlicher Foren und Communitys, durch Nachfragen bei Herstellern und Entwicklern und durch Ausprobieren lösen können. Und das bedeutet: Ja! Es war definitiv die richtige Entscheidung jetzt schon umzusteigen.

Electronic Music Producer: Mac Studio - jetzt läuft’s rund! Oder nicht?

Mac Studio Innenleben

Computer-Probleme! Große Probleme?

Ok. Am Anfang lief der Umstieg nicht so gut – ich wollte schon meinen iMac wieder reaktivieren. Performance war ungefähr gleich. Teilweise hatte der neue Mac Studio einige Hänger. Aber ich bin Forscher und teste gerne (liegt wohl an meinem Beruf). Und das G.A.S. treibt mich immer wieder an, Neues zu entdecken. Deswegen erstmal ein wenig in Google und Co. einlesen und checken, was andere so geschrieben und getestet haben.

Sehr interessant ist hier die App Aktivitätsanzeige, die mir die CPU-Belastung aller geöffneten Apps anzeigt. Aber diese Software teilt ebenso die „Art“ der Apps mit: also Intel oder Apple CPU. Oder besser gesagt zeigt es uns, in welchem Modus die Apps gestartet wurden (Intel = Rosetta 2, Apple = nativ M1). Ein Klick auf den jeweiligen Reiter sortiert die Reihenfolge. Jetzt sehe ich, welche Apps ich nun updaten oder garnicht mehr öffnen sollte. Und das solltet ihr bei einem Umstieg und einer Migration von Intel nach Apple Silicon definitiv beachten: Updates von Software suchen und installieren!

Tipp: Startet eure Software nicht im M1-nativ-Modus, solltet ihr euch einmal die „Information“ der App anzeigen lassen (CMD+i) und das Häkchen bei „Mit Rosetta 2 ausführen“ entfernen (oder ihr solltet die richtige Software-Version installieren).

Regel Nr. 1: Software Update auf neueste Versionen!

Zurzeit und nach meiner Update-Orgie startet auf meinem Apple Mac Studio nur noch NI Host Integration, Native Access Helper, NTKDaemon (ja das ist alles NI, denn Native Instruments ist noch zum größten Teil nicht M1-kompatibel) und Antares Central Service die Rosetta 2 Umgebung. Des Weiteren hatte ich (aber auch viele andere) ein Problem mit dem Spotlight Indizierung, die in der Anzeige und durch die Software mds_worker über 500 % (!!) Systemauslastung erzeugte. Und das brachte mein System immer mal wieder durcheinander (Audiohänger, CPU Peaks, instabiles System).

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Dieses Problem bekommt man sehr einfach, aber mit ein wenig Zeitaufwand behoben. Hier müsst ihr in die Systemeinstellung auf den Punkt Spotlight klicken. Im Bereich Datenschutz solltet ihr nun über das „+“ alle Laufwerke hinzufügen. So werden alle Index-relevanten Einträge aus dem System gelöscht. Danach entfernt ihr diese wieder über das „-“-Symbol und die Indizierung startet erneut. Das müsst ihr nun KOMPLETT durchlaufen lassen (je nach Datenmenge dauert das mehrere Stunden). Aber es lohnt sich.

Ausmisten ist angesagt und ein positives Fazit

Ein weiterer Punkt ist das Ausmisten von „Altlasten“. Hier bei mir bedeutet das: Plug-ins entfernen, die (noch) nicht mit M1 kompatibel sind. Teilweise hatte ich Tränen in den Augen, da sich darunter einige Effekte befanden, die ich sehr gerne nutzte. Auf der anderen Seite bedeutet das aber auch Platz schaffen für Neues und das ist ja auch in meinem Sinne. Und sind wir mal ehrlich: von 1700 installierten Plug-ins kann ich immer noch 1300 nutzen. Jammern auf sehr hohen Niveau. Leider laufen alle Waves Plug-ins nicht mehr und ich müsste jeden Effekt und jedes Instrument des Herstellers erneut kaufen. Das liegt zurzeit nicht in meinem Budget.

Jetzt läuft Ableton Live 11 mit (fast) allen 3rd Party Plug-ins in 48/96 kHz (je nach Projekt), 32 Bit Audio und bei einem Buffer von 128 unglaublich sauber. Keine Probleme mit Audio, meinem riesigen MIDI-Fuhrpark und externer Audio-Hardware! Auch meine vier UA Apollo Interfaces arbeiten wie vorher und ohne Fehler (warum auch). Meine wichtigsten und kompatiblen Plug-ins sind (Auswahl):

  • Fabfilter (alle)
  • Universal Audio (alle)
  • Softube (alle)
  • Soundtoys (alle)
  • Eventide (Blackhole, SP2016)
  • Valhalla (alle)
  • U-He (alle)
  • SketchCassette 2
  • Antares (AutoTune, Harmony Engine)
  • Soothe 2
  • Gullfoss
  • Insight 2
  • Plugin Alliance (alle)
  • Trackspacer 2.5
  • Elektron Overbridge (für Analog Heat)
  • Arturia (alle)
  • Spectrasonics (alle)
  • Baby Audio (alle)
  • Tai Chi
  • VocAlign Ultra
  • Melodyne

Die CPU-Belastung ist in allen Bereichen der Audiobearbeitung extrem gesunken. Ich kann jetzt sehr (!) viele Plug-ins fast ohne Einbußen mehrfach einsetzen. „Freezen“ nutze ich jetzt nur noch für Sounddesign, falls ich das Audiosignal inklusive FX bearbeiten möchte. Und das bei unglaublich niedrigen Latenzen. Sehr cool ist hier natürlich das Jammen in Echtzeit oder Mikrofonaufnahmen.

Dazu muss ich sagen, dass Videobearbeitung jetzt extrem rund und in Echtzeit funktioniert – ähnlich wie das Arbeiten mit deiner Musik-DAW. Stark! Und nach mehreren Livestreams von nur einem einzigen Rechner, möchte ich den Mac Studio nicht mehr missen (OBS vorher auf zwei Rechnern mit Bildschirmübertragung (Ableton Live, Safari): 30-40 % CPU-Auslastung / jetzt auf einem Rechner (gleiches Setup): 4-6 % Auslastung).

Electronic Music Producer: Mac Studio - jetzt läuft’s rund! Oder nicht?

Anschlussseitig

Und was ist mit den lästigen Nebengeräuschen? Ein Update:

Das ist anscheinend immer noch ein großes Thema bei vielen Influencern und in Web Communitys. Bei mir immer (noch) nicht. Es gibt mittlerweile sogar eigens für den Mac Studio entwickelte 19“ Cases, die den kleinen Rechner ins Rack bannen und „hermetisch“ abschirmen. Vielleicht höre ich meine im Studio Musik nicht so leise, dass mich das „surren“ stört oder mein Mac Studio kommt nicht an die Auslastungsgrenze, sodass die Lüfter anspringen. Meine „alten“ externen Thunderbolt 2 Festplatten (keine SSDs) sind um Längen lauter und wurden deswegen in einen gedämmten Schrank gebaut.

Ihr habt weitere Fragen, Probleme, Angst vor dem Transfer? Dann schreibt mir doch euer Feedback hier in die Kommentare und ich versuche diese zu beantworten.

Preise und Spezifikationen

Den Apple Mac Studio erhaltet ihr im Apple Store ab einem Preis von 2299,00 Euro. Meine Konfiguration kostet 3219,00 Euro (ohne Kabel, Bildschirm, Tastatur und Trackpad). Ein Stromkabel liegt dem Paket bei.

Mehr Infos zum Rechner von Apple

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10 Antworten zu “Electronic Music Producer: Apple Mac Studio – jetzt läuft’s rund! Oder nicht?”

    Carsten Cleansweep sagt:
    0

    „Eine komplette Neuinstallation war glücklicherweise nicht nötig … Das konnte ich mir so ersparen.“

    „Und das solltet ihr… definitiv beachten: Updates von Software suchen und installieren!“

    Also erst Zeit gespart, die dann mit Fehlersuche und Updaterei wieder verschwendet wurde.
    Da ist eine saubere Neuinstallation zielführender.

      Marcus Schmahl sagt:
      0

      In meinem Fall nicht. Denn ich habe etliche Sample Libraries mit Plug-ins verbunden. Diese Preferences wollte ich nicht verlieren. Clean Install bedeutet immer alles neu einrichten. Ich wollte aber mein System so übernehmen, wie ich es verlassen hatte.

    Larifari sagt:
    0

    Bei mir wurde die Installation beider Ableton Versionen als „Ableton auf 2 Computern installiert“ gewertet. Hast du mal deinen Account gecheckt ? Wie sieht’s da aus ?

    Christian sagt:
    0

    Bei mir bringt immer die „kernel_task“ das System zum Zusammenbruch. Vor allem wenn ich zwischen verschiedenen apps wie Ableton, Spotify oder Safari switche. Dann geht für mehre Minuten garnis mehr. Hat jemand ne Idee? Danke Euch sehr!

    Loki Stormbringer sagt:
    0

    Bevor es besser wird muss immer einiges nachgeregelt werden. Ein teurer Computer, egal welcher Marke, war noch nie ein Allheilmittel und häufig, wenn überhaupt, erst nach langem testen und einstellen nutzbar. Hier ist das keine Ausnahme. Bei so viel Aufwand wäre ich aber auch „clean“ rangegangen, zumal der alte Rechner ja noch zur Verfügung stand. Ein paar Notizen zu Referenzverzeichnissen und eine Übertragung von Ordnerstrukturen sollte für jeden machbar sein. Trotzdem Glückwunsch daß es nun läuft, denn es ist nie selbstverständlich, vor allem bei dieser „brute force“ Methodik. ;)

    meinst du der M1 Mac Mini ist eine valide Alternative für Hobby Nutzer?
    Ich weiss nicht wie stark der Leistungsvorteil für DAWs wirklich ist, gerade wenn man doch mehr „Freezes“ nutzt usw.
    Klar Video Rendering wird schneller sein aber ob diese reinen zeitersparnisse wirklich ~2k wert sind?

      Marcus Schmahl sagt:
      0

      Also meiner Meinung nach (und ich kenne mittlerweile SEHR viele, die mit dem M1 Mac mini arbeiten), ist der Mac mini definitiv ein starker Rechner, der nicht nur im Hobby-Bereich, sondern auch in professionellen Tonstudios mit Erfolg eingesetzt wird. Der Mac Studio setzt dem Ganzen die Krone auf, aber mit dem Mac mini hat man definitiv ebenso wenig Performance-Probleme… Und freezen wirst du hiermit eher nicht müssen!

        danke für die Antwort….
        Also muss ich nur noch schauen ob die günstigste Alternative Mac Mini M1 oder doch ein MacBook Air oder gar den normalen Mac M1 mit Vesa Mount…..so viele Möglichkeiten

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