EightyEight, NINER, Polyfreq: 3 starke Freeware Plugins der Woche
Jupiter-8-Emulation, Kickdrum-Synthesizer und sowjetisches Analog-Filter kostenlos
Diese Woche im Freeware Sonntag dreht sich alles um Synthesizer: Morphoice liefert mit EightyEight eine kostenlose Beta-Emulation des Roland Jupiter-8, Hyperfocus DSP baut mit NINER einen vollständigen Kickdrum-Synthesizer mit Sequencer, und Dezert Audio schickt mit Polyfreq einen virtuell-analogen Synth mit sowjetischem Filtercharakter ins Rennen. Drei sehr verschiedene Ansätze, alle kostenlos. Falls ihr darüber hinaus auf der Suche nach weiteren Freeware Plugins seid, schaut mal in unserer Sammlung vorbei!
Kostenlose Plugins zum Freeware Sonntag
Morphoice EightyEight: Kostenlose Jupiter-8-Emulation für eure DAW
Nach dem EIGHTYSIX legt Morphoice nach und nimmt sich diesmal eine Legende vor: den Roland Jupiter-8. Wer den Entwickler kennt, weiß, dass das kein Lippenbekenntnis ist. Das EightyEight ist aktuell als kostenlose Beta verfügbar, und wie beim EIGHTYSIX gilt: solange es gratis ist, schnell zuschlagen.

Wie das Original ist EightyEight ein bi-timbraler polyphoner Synthesizer mit zwei Oszillatoren pro Stimme. Morphoice hat sich dabei eine willkommene Freiheit herausgenommen und beiden Oszillatoren den vollen Satz an Schwingungsformen spendiert, was der originale Jupiter-8 so nicht bot. Noch interessanter: Die acht individuellen Stimmkarten eines echten Vintage-Geräts wurden inklusive ihrer Nichtlinearitäten modelliert, was dem Klang diese typische lebendige Unruhe verleiht, die Hardware-Polysynths so unverwechselbar macht. Der klassische Jupiter-Filterbereich mit Vierpol-Tiefpass und zusätzlichem Hochpass ist selbstverständlich dabei, ebenso die zwei ADSR-Hüllkurvengeneratoren. Als Bonus gibt es den Juno-Chorus aus dem EIGHTYSIX, die DarkStar-Reverb-und-Delay-Engine und den Drive aus dem HeatBurn-Plugin.
Noch fehlen Arpeggiator, LFO und Cross-Modulation, die mit der finalen Version kommen sollen. Wichtiger Hinweis: Die Beta könnte mit dem finalen Release deaktiviert werden. Wer ab 10 US-Dollar zur Entwicklung beiträgt, sichert sich aber jetzt schon eine lebenslange Lizenz. Für ein Plugin, das klanglich in die Richtung eines der begehrtesten Analogsynths aller Zeiten geht, ist das ein überaus fairer Deal.
Morphoice EightyEight ist für macOS, Windows und Linux in den Formaten VST3 und AU erhältlich.
Hyperfocus DSP NINER: Kostenloser Kickdrum-Synthesizer
Ihr arbeitet immer mit denselben Kickdrum-Samples? Hyperfocus DSP NINER ist die Antwort darauf. Der kostenlose Kickdrum-Synthesizer gibt euch echte Kontrolle über jeden Aspekt des Sounds, statt euch auf vorgerenderte Samples festzunageln.
Der Sound setzt sich aus drei Schichten zusammen: SUB liefert den sinusbasierten Tiefbassanteil, MID formt den Körper über einen Sinusoszillator mit Rauschen, und TOP ist ein bandbegrenzter Klick-Sound für den perkussiven Attack. Jede Sektion lässt sich mit eigenen Parametern formen, bevor alle drei durch eine Mastersektion mit RMS-Kompressor, transformatorbasiertem Overdrive, Brickwall-Limiter und Röhrenstufe für mehr Wärme laufen. Das klingt nach viel Aufwand, ergibt aber genau die Tiefe, die man braucht, um eine Kickdrum wirklich auf einen Track zuzuschneiden.
Obendrauf gibt es eine parallel geroutete 909-Clap-Stimme und einen 16-Step-Sequencer, sodass sich rhythmische Patterns direkt im Plugin bauen lassen. Fertige Kickdrum-Sounds lassen sich als One-Shot-Samples exportieren, was die Integration in andere Workflows sehr einfach macht. Praktischer Tipp: Mit dem Export-Feature lässt sich NINER auch als reiner Kickdrum-Designer einsetzen, die erzeugten Samples dann in den eigenen Sampler oder die DAW laden und dort weiterverarbeiten. Einziger Wermutstropfen: Eine AU-Version fehlt, Logic-Nutzer müssen deswegen leider verzichten.
Hyperfocus DSP NINER ist für macOS und Windows in den Formaten VST3 und CLAP erhältlich.
Dezert Audio Polyfreq: Analog-modellierter Synthesizer mit sowjetischem Charakter
Dezert Audio Polyfreq ist ein virtuell-analoger Synthesizer mit einem Filter, das der Entwickler schlicht als „sowjetisch“ beschreibt. Der Polivoks wird nicht namentlich erwähnt, aber wer den Klang dieses legendären sowjetischen Synthesizers kennt, weiß sofort, wohin die Reise geht: aggressiv, leicht unberechenbar und mit einem Charakter, der sich von westlichen Filterdesigns deutlich unterscheidet.
Zwei Oszillatoren, ein Suboszillator und ein Rauschgenerator bilden die Klangerzeugung. Das nichtlinear modellierte Analog-Filter bietet Tiefpass-, Bandpass- und Hochpassmodus. Für Modulation stehen zwei Hüllkurvengeneratoren und ein LFO bereit, der die Schwingungsformen Sinus und Dreieck gleichzeitig ausgibt und auf viele Parameter geroutet werden kann. Dazu kommt ein fetter Unisono-Modus mit Detune, Spread und Drift, der Polyfreq auf Flächen und Pads sofort zum Leben erweckt.
Praktisch gesehen eignet sich Polyfreq besonders für alle, die diesen rauen, leicht ungezähmten Analogcharakter suchen, den polierte VA-Synthesizer oft vermissen lassen. Leads, Basslinien und Pads klingen durch das Filtermodell deutlich anders als bei den üblichen Verdächtigen. Wer schon immer neugierig auf den Polivoks-Sound war, aber keine Lust auf Vintage-Hardware-Preise hat, bekommt hier einen sehr guten Eindruck davon.
Dezert Audio Polyfreq ist für macOS und Windows in den Formaten VST3 und AU erhältlich.
Weitere Freebies wie EightyEight, Angebote und Tipps & Tricks…
findet ihr hier. Und hier geht es zu allen Ausgaben unserer Serie Freeware Sonntag.