EIGHTYSIX, MOODYSIX, Filtronix: 3 jetzt schon legendäre Freeware Plugins der Woche
Juno-6, Korg Polysix und vier legendäre Analog-Filter jetzt kostenlos
Diese Woche im Freeware Sonntag gibt es gleich zwei kostenlose Emulationen legendärer Achtziger-Polysynths: EIGHTYSIX von Morphoice nimmt sich den Roland Juno-6 vor, MOODYSIX von Overload Audio den Korg Polysix. Obendrauf liefert Filtronix von Push and Groove vier komponentengenaue Nachbildungen klassischer Analog-Filter. Eine Woche, in der die Freeware-Szene mal wieder zeigt, was sie drauf hat. Falls ihr darüber hinaus auf der Suche nach weiteren Freeware Plugins seid, schaut mal in unserer Sammlung vorbei!
Kostenlose Plugins zum Freeware Sonntag
Morphoice EIGHTYSIX: Kostenlose Juno-6-Emulation für eure DAW
Noch eine Roland-Juno-Emulation, die klingt im ersten Moment eher super langweilig klingt. Aber dann schaut man genauer hin: Morphoice hat das EIGHTYSIX auf Basis seines eigenen, sorgfältig restaurierten Juno-6 entwickelt und dabei jeden Schaltkreis komponentengenau nachgebaut. Das ist eine andere Ausgangslage als bei den meisten Klonen. Wer den Entwickler kennt, weiß außerdem, dass er mit dem CS-80-inspirierten Unstable letztes Jahr bereits gezeigt hat, wie gut er das kann.
Im Detail bildet EIGHTYSIX die Architektur des Originals nach: ein einzelner Oszillator mit gleichzeitig nutzbaren Sägezahn- und Pulsschwingungen, ein Suboszillator und Pulsbreitenmodulation per Hand oder LFO. Das Juno-Filter, der ADSR-Hüllkurvengenerator und der charakteristische Chorus sind ebenfalls dabei und laut Morphoice wurde jede Komponente präzise auf das Verhalten der Hardware abgestimmt. Reverb und Delay aus dem hauseigenen Darkstar-Plugin runden das Ganze ab. Arpeggiator, Hold-Modus und erweiterte Stimmungsregler inklusive Voice-Drift sind geplant, aber noch nicht implementiert.
Wichtiger Hinweis für alle, die schnell sind: EIGHTYSIX ist aktuell als kostenlose Beta verfügbar. Die finale Version könnte laut Entwickler kostenpflichtig werden. Wer also jetzt zuschlägt, bekommt das Plugin gratis, was danach möglicherweise nicht mehr der Fall ist. Besonders empfehlenswert ist EIGHTYSIX für alle, die den typischen warmen Juno-Chorus-Sound auf Pads, Strings oder Leads suchen und dabei kein Vermögen ausgeben wollen. Schnell sein lohnt sich hier wirklich.
Morphoice EIGHTYSIX ist für macOS und Windows als VST3 erhältlich.
Overload Audio MOODYSIX: Kostenlose Korg-Polysix-Emulation für eure DAW
Wer in den Achtzigern einen erschwinglichen analogen Polysynth wollte, stand vor einer überschaubaren Wahl: Roland Juno oder Korg Polysix. Heute kann man einfach beide als kostenlose Plugins herunterladen. Während EIGHTYSIX den Juno übernimmt, kümmert sich Overload Audio mit dem MOODYSIX um den Polysix. Die Grundarchitektur des Originals ist vollständig vorhanden: ein Oszillator pro Stimme mit Sägezahn- und Pulsschschwingung, PWM, Suboszillator, das berühmte SSM2044-Filter sowie Chorus, Phaser und Ensemble in der Effektsektion.
Was das MOODYSIX besonders macht: Overload Audio hat drei populäre Hardware-Mods für den Polysix direkt integriert. Der NoisySix-Mod ergänzt weiße und rosa Rauschgeneratoren sowie einen erweiterten LFO. Polysex fügt Pitch-Hüllkurvenmodulation und Voice-Spread hinzu. Und ModyPoly bringt ein weiches Portamento, das in allen Stimmmodi funktioniert. Wer all das am echten Gerät nachrüsten wollte, musste früher entweder löten oder tief in die Tasche greifen.
Das Ergebnis ist praktisch gesehen ein Polysix im Vollausbau und das als Freeware. Sehr cool! Für elektronische Produktionen, die diesen spezifischen warmen, leicht unruhigen Korg-Analog-Sound brauchen, ist MOODYSIX eine ernsthafte Option. Besonders die Kombination aus SSM 2044 Filter und Ensemble-Effekt klingt auf Flächen und Pads sehr authentisch nach Original-Hardware. Absolut empfehlenswert.
Overload Audio MOODYSIX ist für macOS und Windows in den Formaten VST3 und AU erhältlich.
Push and Groove Filtronix: Vier komponentengenaue Analog-Filter
Nachdem die ersten beiden Plugins dieser Woche bereits mit komponentengenauer Modellierung punkten, passt Filtronix von Push and Groove perfekt ins Bild. Das Plugin versammelt vier der bekanntesten Analog-Filterdesigns in einem einzigen Insert-Effekt: ein Moog-artiges Ladder-Filter, ein Oberheim-artiges State-Variable-Filter, ein OTA-Filter nach Vorbild des Prophet-5 und ein CMOS-basiertes Filter inspiriert vom EDP Wasp. Aktuell stehen alle vier nur als Tiefpass zur Verfügung, Multimode-Unterstützung soll in einem späteren Update folgen.
Neben Cutoff und Resonance gibt es einen Analog-Regler, der laut Entwickler den Klang wärmer, dicker und organischer werden lässt. Filtersteigungen von 12 dB und 24 dB lassen sich frei wählen, dazu kommen Drive und Mix für Parallelverarbeitung. Für ein kostenloses Plugin ist das eine sehr solide Ausstattung, gerade weil die Filtermodelle nicht aus dem Bauch heraus entwickelt wurden, sondern auf echter Schaltungsanalyse basieren.

Praktisch einsetzen lässt sich Filtronix überall dort, wo ein Filter nicht nur formen, sondern auch klanglich färben soll. Auf Synthesizer-Signalen, Basslinien oder Drumgruppen bringt der Wechsel zwischen den vier Filtercharakteren schnell hörbare Unterschiede, und genau das macht das Durchprobieren so interessant. Wer ohnehin gerade mit EIGHTYSIX oder MOODYSIX arbeitet, kann Filtronix direkt als Effektweg dahinter schalten. Das passt thematisch wie klanglich sehr gut zusammen.
Push and Groove Filtronix ist für macOS und Windows in den Formaten VST und AU erhältlich. Eine Linux-Version ist in Arbeit.
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