von Julian Schmauch | Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten
Dreister Songklau: verkaufte Hitpiece Lieder als NFTs ohne Erlaubnis?

Dreister Songklau: verkaufte Hitpiece Lieder als NFTs ohne Erlaubnis?  ·  Quelle: Hitpiece

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Das Thema NFT ist auch im Jahr 2022 ein heißes. Die einen sehen das Potential für Künstler und Musiker unabhängiger von mageren Streaming-Einnahmen zu werden. Für die anderen ist der ökologische Fingerabdruck durch den Stromverbrauch bei der NFT-Erzeugung ein gewichtiges Gegenargument. Auch die oft ungeklärte Rechtslage sorgt für Verwirrung und sogar Betrug. Diesem scheint nun die US-Website Hitpiece zumindest nicht abgeneigt zu sein. Sie hat mal eben für ALLE Songs auf Spotify NFTs erzeugt und bietet diese zum Verkauf an. Ohne die eigentlichen Acts, Musiker und Bands um Erlaubnis zu fragen.

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Hitpiece: Songs als NFTs zum Verkauf

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Wie gestern bekannt wurde, bot die Website Hitpiece für einige Zeit Songs fast aller Künstler und Künstlerinnen auf Spotify als NFTs zum Verkauf. Anscheinend haben die Macher, wie nun auf Twitter durch User Anthony Molina bekannt wurde, Kontakte zu Entwicklern bei Spotify. So bekam sie Zugriff zur Spotify-API, mit der sie den gesamten Katalog des Streaming-Dienstes auslesen konnten. Hitpiece bot die Songs als sogenannte „One-of-One NFTs“ an. Es soll also nur eine einzige Kopie des Songs geben.

Das Problem: Hitpiece stellte die NFTs zum Verkauf, ohne die eigentlichen Rechteinhaber um Erlaubnis zu bitten. Im Laufe des gestrigen Tages verbreitete sich die Nachricht auf Twitter wie ein Lauffeuer. Ein Sturm der Entrüstung brach los. Gründungsmitglied MC Serch wie auch Hitpiece selbst gingen auf Twitter auf die Kritik nur insoweit ein, dass sie Kritiker und Kritikerinnen einluden, ihnen in den DMs (Direktnachrichten auf Twitter) weitere Fragen zu stellen. Da die Kritik nicht abebbte, veröffentlichte Hitpiece im Laufe des heutigen Tages ein allgemein gehaltenes Statement.

https://twitter.com/joinhitpiece/status/1488715576973283330

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Man habe wohl einen Nerv getroffen und wolle die ideale User-Experience für Fans schaffen. Natürlich würden Künstler und Künstlerinnen bezahlt werden, wenn ihre Werke auf Hitpiece verkauft würden. Man sei mit seinem Produkt noch im Beta-Status und höre auf das Feedback von Fans, Musikern und Labels. Kurz danach war auf der Website nichts mehr vom reich gefüllten NFT-Katalog zu sehen. Nur das Statement: „We Started The Conversation And We’re Listening.“ Na, ob das reicht, um das Vertrauen von Fans und Künstlern zu gewinnen?

Mehr Infos zu Hitpiece und NFTs

Videos über NFTs

https://www.youtube.com/watch?v=WpRt8TrYT0U

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5 Antworten zu “Dreister Songklau: verkaufte Hitpiece Lieder als NFTs ohne Erlaubnis?”

    Odo sagt:
    0

    Es wäre schön, wenn man ein wenig mehr Recherche über NFTs betreiben würden, statt komplett falsche Gerüchte aka kompletten Bullshit weiter zu verbreiten.

    Falsch ist dass NFTs einen massiven Stromverbrauch haben. Im gleichen Atemzug ist auch falsch, dass „Kryptowährungen“ einen hohen Stromverbrauch haben. Es haben nur Kryptowährungen einen hohen Stromverbrauch, die nach dem Konsensus Prof of Work arbeiten. Das sind hauptsächlich Bitcoin und Ethereum. aber von den zirka mittlerweile 15000 verschiedenen Kryptowährungen nutzen das schon seit Ewigkeiten ein verschwindend geringer Teil. Die meisten benutzen andere Konsensus Algorhytmen. Viele wie z.B. TRON nutzen einen sogenannten Proof of Stake Konsensus. Einen Handel oder ein Erzeugen mit z.B. Ethereum ist alleine wirtschaftlich noch nicht sinvoll, weil es A sehr langsam ist und B extrem hohe Gebühren hat. Da eigenen sich nur alle andere Währungen die einen anderen Konsensus als Proof of Work haben.

    Desweiteren sollte man sich mal darüber informieren, was ein NFT ist, statt die Fackeln anzuzünden und mit den Mistgablen dem Mob hinterher zu rennen.Kurz: ein NFT ist ein Kaufvertrag. Noch einfacher könnte man ein NFT fast als einen Kassenzettel betrachten. Auf diesem „Kassenzettel“ wird definiert, was da gekauft wird. Ich kenne Hitpiece nicht und weiss auch nicht, ob die die Songs zum Streaming bereit stellen dürfen oder nicht.Aber WENN, könnte man sich einen juristischen Taschenspielertrick vorstellen, dass das NFT eine Gebühr definiert für die Nutzung der Bandbreite für einen bestimmten Titel.

    Aktuell wird viele heisse Luft in Tüten per NFT verkauft. Das ist aber nicht die Schuld von NFT sondern die Schuld von Betrügern und Blendern. Und völlig hyperventilierenden Käufern, die jeden Shice kaufen, wenn NFT drauf steht.

    Bitte in Zukunft etwas besser recherchieren. Danke.

      WOK sagt:
      0

      Beim Stromverbrauch geht es ja nicht nur um die Erzeugung des Cryptocoins (oder Cryptowasauchimmer) – auch die „Verwaltung“ frisst ja Strom, weil jede Aktion ja auf allen Rechnern mit der Blockchain gespiegelt wird – und jede Computertätigkeit verbraucht Strom.
      Ich würde NFT als eher als Besitzurkunde betrachten denn als Kaufvertrag. Ich nehme an, dass HitPiece das so gedreht hat, dass sie nicht ein NFT „Besitz des Liedes XYZ“ anbieten sondern ein „HitPiece-NFT“, an welchem man den Besitz erwirbt. Und dieses verlinkt dann sozusagen auf den Song, an dem man aber keinerlei Besitzrechte erwirbt.
      Also sowas ähnliches wie die „Mondgrundstücke“. Aber ein paar Depperte wird’s geben, die dafür ihr Geld rausschmeißen.

    Danny sagt:
    0

    Haha. Ich weiß nicht, was bekloppter ist: sowas zum Kauf anzubieten oder sowas zu kaufen. Die Mutter der Dummen ist immer schwanger sagt ein Sprichwort. Derzeit gebärt sie anscheinend allerhand Kinder. Peak Capitalism. Bester Vergleich: Mondgrundstücke. Das fällt schon beim kleinsten nachdenken alles wie ein Kartenhaus in sich zusammen
    [Red. Link entfernt]

    Musikliebhaber sagt:
    0

    Naja, ich kaufe lieber als zu mieten und möchte, dass der Künstler ordentlich entlohnt wird und nicht nur die Plattform. Wenn NFT ein Weg dazu wäre, dann wäre ich damit einverstanden. Normalerweise sollte der Sinn ja sein, dass es eben aus der Hand des Künstlers bis zum Endkäufer nachvollziehbar sein sollte, dass man eine legale Version erworben hat. Kein Unterlizensierungskrempel o.ä.. Schade, dass es bereits den ersten Missbrauch gibt.

    Merrte sagt:
    0

    NTF beweist es, die Menschheit degeneriert deutlich.

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