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Die besten Attenuatoren 2021

Die besten Attenuatoren 2021  ·  Quelle: Universal Audio, BOSS, Two Notes

Du hast einen dicken Röhrenboliden, den du im Grunde nie voll ausfahren kannst? Dann brauchst einen „Leisemacher“. Aber nicht irgendeinen! Er muss die entsprechende Leistung vertragen und das eintreffende Signal unverändert wiedergeben, nur eben leiser. Wir haben euch die gängigsten reaktiven Lastwiderstände für mindestens 100 Watt herausgesucht, die teilweise auch noch über Boxensimulationen, IR Loader oder Effekte und eigene Endstufen verfügen. Von komplett analog mit simpler Bedienung zu aufgebohrt mit etlichen Zusatzfunktionen ist alles dabei. Hier kommen die besten Attenuatoren in 2021.

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Sind 100 Watt noch zeitgemäßg?

Dicke Röhrenverstärker mit 50 Watt und aufwärts sind für viele von uns der Traum schlechthin. Doch mal ehrlich, zeitgemäß ist das doch eigentlich nicht mehr. Oder etwa doch? Die Entwicklung der großen Boliden von Fender, Marshall und Co. stammt aus einer Zeit, in der große Venues komplett von der Bühne aus beschallt werden mussten. Heutzutage erledigen potente PA Systeme den Job und die Gitarren- und Bassverstärker dienen lediglich dem eigenen Bühnenmonitoring. Ein weit verbreiteter Kritikpunkt gegen 100 Watt-Verstärker lautet ungefähr so:

Es gibt absolut keine Notwendigkeit für die Verwendung von 100-Watt-Röhrenverstärkern, denn bis man 100 Watt so weit aufgedreht hat, dass es anfängt gut zu klingen, ist man für jede Situation zu laut.

Trotzdem können und wollen viele Spieler*innen nicht auf ihre muskulösen Schätzchen verzichten. Steckt da womöglich doch ein klanglicher Grund dahinter? Die Magie eines leistungsstarken Röhren-Topteils liegt vor allem im Headroom. Es fühlt sich einfach komplett unterschiedlich an, ob ich mit einem kleinen Roller oder mit einem V8 Motor die Straße entlang cruise.

Die besten Attenuatoren in 2021

Und doch, das Grundproblem, dass man nicht in jeder Situation so laut machen kann, wie man möchte, bleibt. Damit ihr den satten Klang eurer 50 Watt und mehr auf jeder noch so kleinen Bühne, im Proberaum oder sogar zu Hause sinnvoll nutzen könnt, haben wir uns die aktuell angesagtesten Attenuatoren angesehen.

Ihr habt Erfahrung mit diesen Geräten oder wollt uns weitere Kandidaten empfehlen? Schreibt uns gern in den Kommentaren!

Suhr Reactive Load / IR

Bei der Reactive Load handelt es sich um eine reine Load-Box ohne IR oder anderen Schnickschnack. Einfach euer liebstes Topteil anschließen und mit dem integrierten DI-Ausgang direkt in die Soundkarte recorden. Anschließend könnt ihr nach Belieben externe Boxensimulationen hinzufügen. Während in simpleren Attenuatoren eine einfache Ohmsche Last verwendet wird, kommt hier eine sogenannte reaktive Lastschaltung (reactive Load) zum Einsatz, um eurem Verstärker den gewohnten Betrieb mit einem Lautsprecher vorzugaukeln. Das verbessert das Spielgefühl enorm!

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Wahlweise mit IR und mehr

Wer auf IR nicht verzichten möchte, sollte sich die große Schwester ansehen. Beide Geräte vertragen 100 Watt an 8 Ohm, das Suhr Reactive Load IR verfügt dazu über einen IR-Loader sowie einen AUX-Eingang und Kopfhöreranschluss für leises Üben und gleich zwei Line-Ausgänge mit und ohne Impulse Response. Perfekt für Recording und Live-Anwendungen!

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Tone King Ironman II

Der Ironman II gefällt mir aus mehreren Gründen besonders gut. Er ist komplett analog, verträgt eine Leistung von bis zu 100 Watt und verzichtet auf jegliche Softwarespielerei, die im Zweifel nur wertvolle Zeit kostet. Dabei ist das Gerät alles andere als eindimensional: Wo viele Produkte an eine bestimmte Ohmzahl gebunden sind, kann der Ironman 4, 8 oder 16 Ohm verdauen und sogar verschieden-ohmige Amps und Speaker kombinieren. Irre!

Die an den Lautsprecher ausgegebene Lautstärke ist sehr feinfühlig dosierbar. Auch ein Betrieb komplett ohne Box ist möglich! Das Zauberwort für ein authentisches Spielgefühl heißt Reactive Load, der Presence-Switch eliminiert harsche Höhen, eine Fußschaltbare 3dB / 6dB Solo-Boost-Funktion steht bereit und der XLR-Anschluss kann zwei verschieden mikrofonierte Lautsprecher-Emulationen beinhalten. Das finde ich sehr amtlich!

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Two Notes Torpedo Captor X

Das 2020 eingeführte Captor X ist nicht nur wunderbar handlich und damit auch hervorragend für den Bühnenbetrieb geeignet, es verfügt zudem über alle essentiellen Anforderungen des modernen Gitarristen: So ist es Reactive Loadbox, Attenuator, Speaker-Simulator, IR Loader und Stereo-Expander zugleich. Wahnsinn!

Als einziges Gerät dieser Auflistung verfügt Captor X über eine Twin Tracker-Funktion. Hierfür wird der Torpedo in Stereo benutzt und das Signal des Verstärkers auf die linke Seite verfrachtet. Der Torpedo Captor X erzeugt nun in Echtzeit eine Dopplung, die in Timing und Attack variiert wird. Es handelt sich also nicht bloß um ein kurzes Delay von ein paar Millisekunden, sondern einen intelligenten Algorithmus. Das Ergebnis klingt auf jeden Fall authentisch, breite Gitarren-Riffs sind euch gewiss! Einziger Wermutstropfen: Es gibt verschiedene Versionen für 8 und für 16 Ohm.

 

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Boss Waza Tube Amp Expander

Der Waza Tube Amp Expander gilt als Schweizer Taschenmesser unter den Attenuatoren. Er kann eine Leistung von satten 150 Watt entgegennehmen! Darüber hinaus kombiniert er eine variable Load Box, simuliert Boxen inkl. Mikrofon davor, ist IR Loader und USB-Interface. Außerdem sind auch noch Effekte wie Kompressor, Delay und Reverb mit an Bord. Als einziger Kandidat dieser Reihe verfügt das Gerät über eine eigene 100 Watt Class AB Endstufe!

Die Endstufe des angeschlossenen Röhrenverstärkers wird zunächst komplett gedrosselt, anschließend regelt ihr über die interne Endstufe die Lautstärke. Mit anderen Worten: Der Waza Tube Expander kann sogar schwächere Verstärker lauter machen! Ihr seht schon, die Möglichkeiten sind immens, ein näheres Betrachten könnte sich lohnen. Allerdings ist man finanziell auch schon im Jagdgewässer des folgenden Killer-Kandidaten.

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Universal Audio OX

In meinem Umfeld gibt es einige Röhren-Snobs, die zu meinem Leidwesen schon bei der Erwähnung eines Attenuators die Nase rümpften. Um so erstaunter war ich, als diese Die-Hard-Röhren-Jünger eines Tages „die OX“ bestellten und von da an komplett überzeugt waren. Liegt’s am aufgerufenen Preis? Ich glaube nicht. Denn alle Spuren, die mir bislang mit „dem Ochsen“ präsentiert wurden, klangen gelinde gesagt überragend.

Nachdem Tore Mogensen TC Electronic verlassen hatte, war dies das erste große Projekt, dass er bei Universal Audio in Angriff nahm. Die Entwicklung und der Fokus auf allerhöchste Qualität resultierten in einem beachtlichen Kaufpreis. Man befürchtete auf der Produktion sitzen zu bleiben. Doch nicht umsonst ist dieses Gerät derartig oft in den Studios vertreten. Wer es sich leisten kann, sollte die OX unbedingt testen.

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JHS Pedals Little Black Amp Box

Wem das alles entschieden zu kostspielig ist, der kann im Falle eines vorhanden FX Loop einen alten Budget-Trick versuchen. Mit der Little Black Amp Box von JHS könnt ihr eure Vorstufe voll aufreißen und anschließend das Signal im Effektweg stark reduzieren, sodass ihr die Endstufe weiter ausfahren könnt. WICHTIG: Dies ist kein Attenuator, der Anschluss eines Lautsprechers ist zwingend notwendig! Wer das Gerät schon getestet hat, möge bitte seine Erfahrungen in den Kommentaren posten. Ich bin gespannt!

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2 Antworten zu “Die besten Attenuatoren in 2021”

  1. Michael sagt:

    Zu erwähnen ist noch der SILENCER vom deutschen Herstellers ‚Tube Amp Doktor‘ aus Worms. Mit Preis von ca. 450 Euro bekommt man (fast) alles was man braucht. Ich bringe meinen Fender Bassman damit auf verschiedene Lautstärkeniveaus, ohne dabei die Klang- und Lautstärkeverhältnisse der Overdrive-, Boost-, und Distorstionpedale durcheinander zu bringen. Eventuelle Spielgefühldifferenzen, die sich durch die verringerte Lautstärke ergeben, lassen sich durch Bass- und Treblekippschalter schnell ausgleichen, ohne am Amp rumstellen zu müssen. Für mich ein super Teil. Grüße aus Waltrop

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