Apple Macs auf ARM Chips

Apple Macs auf ARM Chips  ·  Quelle: Moogulator

Gerüchte kochen und Beweise finden sich immer mehr bezüglich ARM-Prozessoren in Macs. Nicht nur bei den abschreibenden Medien, sondern auch bei denen mit echten Quellen, der Mac wird nicht nur ein „etwas anderer Windows PC“ sein, sondern mit ARM auch einen anderen Prozessor bekommen. Damit ist er auch fähig iOS Apps zu beherbergen.

Zu einem Teil Apples Wurzeln zurückkehren. Das wäre, wenn man den ARM Prozessor einsetzen wird. Wieso? Dieser ist strukturell eher ein RISIC-Typ (wenige Befehle, dafür schnell), während Intel immer mehr spezielle Befehlsätze anbot (CISC-Prinzip). Die alten 68K Prozessoren sind in gewisser Weise Vorfahren des ARM, der von Acorn im Archimedes das erste Mal eingesetzt wurden und sehr hohe Leistungen erbrachten. Der ARM-Chip kann von Apple heute selbst hergestellt werden und wird aktuell in iPads und iPhones verbaut. Der aktuelle A11 Bionic vermag bereits die Leistungen eines Macbook Pro 13″ zu erreichen und teilweise sogar einzuholen.

Es müsste eine Frage der Zeit sein, bis Apple diese Prozessoren auch in die kleineren mobilen Macs bringt. Der Vorteil dabei ist, dass Macs auch iOS-Apps ausführen könnten und quasi beide Betriebssysteme in Gemeinschaft leben können, ja sogar miteinander kommunizieren lernen wäre denkbar oder zu einem einzigen OS zurück finden wäre eine weitere Lösung. Das gilt primär für mobile Computer, denn die Vorteile der ARM-Chips sind für stromsparende, leichte Rechner gemacht, Handies und Tablets ohne Lüfter und mit Akku, der nicht ewig hält, jedoch viel länge als alles mit Intel-Chips. Apple verbaut sehr gern Bauteile, die sie nicht abhängig machen von fremden Firmen. Genau deshalb ist die Einführung sinnvoll.

Intel vs ARM?

Intel ist eher auf Hochleistungsprozessoren spezialisiert. Die Hersteller haben es nicht geschafft, die Leistungsaufnahme und Wärmeentwicklung für Mobilgeräte so stark zu senken ohne eine deutlich Leistungsgrenze zu erreichen wie das Macbook One (12″) auf ARM-Niveau zu senken. Es gibt einfach mehr Abwärme und mehr Stromverbrauch. Somit werden wohl die 12″ Macbooks und das Air die ersten Geräte sein, die mit ARM ausgestattet werden. Sie sollen klein und flach sein, müssen keine „Pro“ Aufgaben erledigen und sind in erster Linie mobil.

Das bisherige Macbook Air ist ohne Retina-Display und mit veralteten aber schnelleren Intelprozessoren heute kaum noch sinnvoll in die Basis-Linien Pro und 12″ einzuordnen – außer beim Preis, denn Apple ist auch noch nie so teuer gewesen wie zur Zeit. Damals war das Air das teurere Macbook für alle die es flacher haben wollten. Heute ist es das technisch etwas nachhinkende Modell ohne Hochauflösung und nicht so schnell wie die Mac Pros. Die Verteuerung liegt an der Verlötung der RAMs und SSDs, die man nicht mehr selbst wechseln kann. Das lässt sich der Apfel sehr sehr gut bezahlen. SSDs und RAM sind oftmals 2-3x teurer als bei fairen Angeboten. Man nimmt allerdings auch die schnellen PCI-SSDs – nicht jene mit SATA3-Anschluss. Das hat ein Luxus-Macbook in Wunschkonfiguration für Poweruser gute 1000€ teurer gemacht. Das alte Einsteiger-Macbook kostete hingegen 1500€ und man konnte selbst die SSD wechseln, denn das Platz reichte dafür aus, sogar 2 SSDs zu verbauen. ARM ist jedoch eine gute Lösung bei der Skalierung der Rechenaufgaben, denn die meiste Zeit wartet das Book auf Arbeit und die kann es auf den langsameren und stromsparenden Kernen berechnen.

Was bedeuten Apple ARM Macs für uns Musiker?

Die ARM-Chips werden primär in der unteren Klasse und überall da, wo Mobilität und wenig Strom eine Rolle spielen Einzug erhalten. Schnelle Pro-Geräte werden sicher noch eine Weile auf die jetzt gerade angekündigte neue Serie von Intel-Chips setzen, so wie es der aktuelle iMac Pro tut. Soweit die Theorie.

Für Audio braucht man einen hohen Takt, die Verteilung auf mehrere Kerne bei Software-Synthesizern ist sehr begrenzt nutzbar. Deshalb konnte der Mac Pro bei Logic X-Tests bisher gegenüber dem 4.5 GHz Normal-iMac mit 4 Kernen kaum an Vorteilen gewinnen. Für Video und andere Dinge, die nicht in Echtzeit passieren müssen, ist das radikal anders. Deshalb wird der Musiker mit Power-Ambitionen sich wohl nicht sofort auf die ARM-Plattform stürzen, sondern die hochgetakteten Macs bevorzugen. Aber ARMs die hochgezüchtet sind hätten eine Chance. Vielleicht müsste man hier aber die Art des Programmcodes optimieren. Daher – für uns wird das eine Zeit voller Fragezeichen.

Apple ist kein typischer Vertreter von Hochtaktung, nur in der Not-Zeit mit IBM und Motorola haben sie Wasserkühlungen gebaut, und diese Macs waren zudem laut. Die Tupperdosen-Serie in Silber war das. Vielleicht erinnert sich noch jemand daran? Das wäre für Audio jedoch die beste Option, daher haben Hackintosh-Bastler aktuell die beste Chance auf schnellste Rechner, je nach dem was der Mac Pro ab 2019 tun und können wird. Den hat man ja bereits angekündigt. Viele Rechen-Kerne sind zwar sinnvoll, da die DAW die Plugins dann auf verschiedene Kerne verteilen kann, aber das ist auch „alles“. Viele Plugins, viele Kerne – das geht, sofern alle Komponenten das unterstützen. Aber Audio klappt nunmal leider nicht beliebig auf vielen Kernen so einfach. Das ist DAS Problem für Musiker schlechthin.

Wie wird Apple das machen? Und wann?

ARM verwendet anderen Code als Intel-Maschinen. Wer sich schon jetzt an die neueren Regeln hält, wird in der Entwicklungsumgebung aber auch fast nur „neu kompilieren“ klicken können und damit relativ schnell umstellen können. Ältere Systeme und Programme hingegen müssten neu gemacht werden. Alte Mac-User kennen das vom Umstieg von 68K auf Intel. So etwas braucht einen großen zeitlichen Vorlauf, weshalb die Gerüchte über deren Einführung mit macOS 10.15 schon weit gekommen sind. Das wäre eine Zeit von gut 1.5 Jahren für die Umstellung.

Apple wechselt das OS jedes Jahr, daher sind die Meilensteine hier klar gesetzt und erkennbar. ARM Chips ab 10.15 wäre für den Herbst 2019 dann realistisch. Vermutlich wird es die neue ARM-Hardware-Plattform für Entwickler vorher geben, so wie das bei Intel-Einführung passierte. Die Software würde zunächst in Universal-Apps eine Art Doppelpack bieten, wo beide Programm-Versionen enthalten sind. Ob Apple die Intel-Plattform komplett aufgeben möchte, ist fraglich, da ihnen die schnellen Optionen fehlen würden. Noch.

ARM Chips haben aktuell 6 Kerne, langsamere und schnelle für verschiedene Aufgaben. Texteditoren würden von den langsamen erledigt, Synthesizer von den schnellen. Man kann sicher auch weitere Kerne hinzuentwickeln und als A12auf den Markt  bringen, was sicher bereits in Planung ist oder erprobt wird.  So ließen sich die Defizite ausgleichen, indem man einfach 2 Kerne mehr einsetzt. Apple denkt nicht nur in Audio, sondern eher an den Consumer, dennoch würde dies vielleicht sogar das 15″-4-Kern Modell überholen können. Viel fehlt nicht und die ARM Chips wurden viel viel schneller noch schneller als die Intel-Prozessoren. (Vielen Dank für die Akzeptanz dieses Satzes!)

Der Weg für Apple und die Nutzer wird sehr, sehr ähnlich verlaufen, wie man das aus der Vergangenheit kennt: Eine Art Emulationsbox kann alte Software emulieren oder „laufen lassen“, vielleicht auch iOS-Programme und alles muss auf Dauer umgearbeitet werden. Die neuen laufen direkt und „nativ“ auf der Hardware und nutzen alle Vorteile aus. Diese Umstellung wird sicher 2-4 Jahre dauern. Das Ergebnis wären aber auch Geräte, die sehr leicht und klein sind und seltener an die Steckdose müssen. Das sind Eigenschaften, die Musiker nicht primär benötigen, aber Mobilrechner sicher schon. Was im Pro Sektor passiert wäre einfach die Beibehaltung der Intel-Plattform und für die normalen Laptops und kleineren Macs, iMacs mit dem Zusatz „Air“ könnten komplett auf ARM umgestellt werden. Dann wäre die Produkt-Linie genau zweigeteilt. Superschnell oder supermobil! ARM Geräte könnten zudem billiger sein. Aus Apple-Sicht natürlich nur bedingt, denn Adapter und RAM und SSDs werden sicher sowieso komplett fest verlötet und man wirft alles nach 5 Jahren komplett weg. Das machen andere inzwischen genau so. Leider.

Wie schnell – Die lüfterlose Zukunft?

Wie schnell das nach der Entwicklung von iPhone X 2 und dem A12 sein kann? Nun, es wird schneller sein als ein 13″ Macbook Pro jetzt. Jetzige Apps auf dem iPad zeigen das noch nicht ganz, da Entwickler meist auch die Leistung so weit zurückfahren, dass auch „ältere“ iPads den neuen Synth nutzen können wie kürzlich der Minimoog von Moog. Das sind nämlich alles Kunden und die möchte man natürlich auch erreichen, nicht nur die Käufer der ersten Stunde. Das ist unter Musikern eher selten, denn die sind zwar „Pro“-User, aber nicht alle haben diese Denkweise des „ständig Neuen“. Man muss ja auch irgendwann mal Musik machen. Man kann durchaus erwarten, dass das nicht langweilig sein wird. Es wird günstiger sein, da Apple weniger fremde Teile benötigt und die ARMs in Massen herstellen kann und wird. So verliert Apple aber auch die Windows-Emulation, die vielleicht für einige Kunden wichtig ist.

Apple möchte möglichst wenige Fremdhersteller im Boot haben. Die Apple ARM Macs werden für die meisten normal bis nicht zu betuchten Musiker interessant sein. Für Poweruser gibt es weiterhin Intels mit i9, 10 Kernen und mehr und diese werden sicher teurer als entsprechende PCs sein. Bei den ARMs kann man aber ein Security-System aufbauen, was speziell Apple gefällt. So auch beim IMAc Pro in Form des T2 (ARM!). Die neue Intel-Serie mit bis zu 18 Kernen ist übrigens bereits „alt“ zu nennen, es wurden heute nämlich bereits neue i9 angekündigt. Apple wird Frameworks bauen und APIs, die alle, die sie nutzen, automatisch leichter auf ARM portieren lassen. Wegen solcher Dinge coden Entwickler gerne und oft lieber auf dem Mac oder für iOS Geräte. Aber es wird eine andere Welt sein als Windows und es wird keine Hackintosh-ARM-Macs geben.

Es wird viel passieren! Es wird aber auch mehr All-in-One Rechner geben, an die man wenig herankommt, jedoch mit einigen USB-C Ports, die jede Art von Anschluss ersetzen. So wie das bei den Macbooks aktuell bereits passiert ist. Intel wird nicht komplett verschwinden, aber ARM dazukommen. Und diese Geräte werden auch iOS-Apps laufen lassen und könnten mit einem Touchscreen ausgestattet sein, aber auch als normale Laptops angeboten werden oder eine Mischung daraus.

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Hi Moogulator, ein interessanter Artikel, den Du hier verfasst hast. Ich denke, dass Du mit Deiner Analyse zum Ist-Stand, sowie mit Deiner Prognose für die Zukunft von Apple‘s „Rechenknechten“ richtig liegst. Die Entwicklung und der Einsatz eigener CPUs und ganzer Chipsätze – ARM hast Du ja mehrfach erwähnt- für mobile Computer wird die Richtung sein, in die Apple geht. Und für Mac nutzende Musiker sehe ich darin nur Positives, denn die Lüfter in den derzeitigen MBPs sind doch zeitweise recht lästig. Hoffen wir, dass so, zumindest aber ähnlich passieren wird, wie Du es bereits in Deiner Glaskugel sehen kannst. Ist… Read more »

Henry

Die Luefter in den derzeitigen MacBook Pros? Ich habe ein 2016 Modell mit Retina und Touchbar und habe noch kein einziges mal den Luefter gehoert…

Selten so einen schlechten Artikel gelesen, ist das eig. deutsch? Sprachlich und inhaltlich ist eher ein vor sich hinbrabbbeln ohne Zusammenhang und zt. auch falsch.

Andreas

Wenn Du mehr davon brauchst, solltest Du das SynMag – die Hauszeitschrift des Moogulators – lesen.

Falls 2019/20, oder wann der ARM-Wechsel auch immer kommt, überhaupt noch genügend „Pro-User“ da sein werden, die Apple bedienen könnte. Ich fürchte nicht.

Ansonsten muss ich Andi recht geben: der Artikel ist stilistisch und inhaltlich eher gruselig.

Henry

So schnell wird das nicht gehen. Auch wenn du nicht der einzige bist, der den Abgesang auf Apples „Pro“ Produktlinien immer lauter zu singen versuchst…

Nee, ich versuche nicht, irgendeinen Abgesang anzustimmen. Ich würde es im Gegenteil Mist finden, wenn Apple die „Pro“- Produktlinie absägt. Vor allem wegen Logic.
Ich meinte allerdings etwas anderes: Leute, die Geld mit ihren Maschinen verdienen und jetzt(!) einen neuen Rechner brauchen, sehen sich dann eben bei HP oder Dell um. Wenn sie das nicht ohnehin schon in den letzten Jahren getan haben.

Inhaltlich gibt es nicht viel zu meckern an diesem Artikel, aber der Schreibstil ist wirklich nicht besonders. Es gibt eben einen Unterschied zwischen einem muendlichen Gespraech und einem geschriebenen Artikel. Auch ohne Lektorat oder Redaktion sollte etwas mehr Struktur und klarerer Satzbau moeglich sein. Tipp: Einfach mal den Artikelentwurf einen Tag liegen lassen und morgen nochmal in Ruhe durchlesen. Und bei laengeren Artikeln: Gerne ein Inhaltsverzeichnis anlegen. Das hilft beim Absaetze machen und strukturieren.