Bitwig Studio 6: Die neuste Version der DAW ist da – Angecheckt!
Ein neues Level für die beliebte DAW
Bitwig Studio 6 ist jetzt offiziell erhältlich, und versorgt die immer beliebter werdende DAW mit einigen neuen Funktionen. Das Update konzentriert sich besonders stark auf die Verbesserung des Workflows, um nicht nur für schnellere Ergebnisse zu sorgen, sondern ebenso die Kreativität zu beflügeln. Wir nehmen die essentiellen Neuheiten unter die Lupe. Angecheckt!
Bitwig Studio 6 – das Wichtigste in Kürze
- Komplett überarbeitete Version der DAW
- Neues und optimiertes Interface
- Verbessertes Editieren von Automationen
- Clip Aliases für schnellen Workflow beim Arrangement
- Key Signature erleichtert das Arrangieren von Melodien und Akkorden
- Neue Editoren für einzelne Aufgaben
- Audition-Tool zum effizienten Vorhören
- Safety-Feature speichert Projekte in Backup-Version für mehr Abwärtskompatibilität
Bitwig Studio 6 im Test
Bitwig Studio 6 ist jetzt offiziell erhältlich
Wer die zunehmend beliebter werdende DAW mit einem aktiven Upgrade-Plan nutzt, konnte bereits die Beta-Version von Bitwig Studio 6 ausprobieren – jetzt ist die neuste Version offiziell erhältlich. Das Entwickler-Team hat sich viel vorgenommen, um die Software an allen Enden und Ecken zu optimieren und wer die Beta bereits ausprobiert hat, kann den Erfolg bestätigen.
Wir schauen uns an, was in Bitwig Studio 6 steckt und konzentrieren uns dabei natürlich besonders auf die Neuheiten.
Für alle, die komplett neu in das Thema einsteigen, noch mal ein kurzer Überblick: Bei Bitwig Studio 6 handelt es sich um eine DAW, also eine Digital Audio Workstation für die Musikproduktion – ganz besonders für elektronische Musik. Von der Idee bis zum fertigen Track bietet diese Software alles, was du brauchst.
Du kannst hiermit Audio auf mehren Spuren aufnehmen, über MIDI oder auch CV (Control Voltages) externe Hardware steuern (dafür ist zum Beispiel das hauseigene Interface Bitwig Connect gedacht), ebenso Software-Instrumente nutzen und alles zusammen im Rechner abmischen, mit Effekten bearbeiten und als Audiofile(s) rendern. Und auch eine ganze Live-Performance ist hiermit möglich, die Software eignet sich nämlich nicht nur für den Einsatz im Studio.
Bitwig Studio setzt bei diesem ganzen Prozess auf einen Ansatz, den einige von vergleichbaren DAWs – an erste Stelle Ableton Live – kennen: Audio- und MIDI-Clips können nicht nur klassisch in einer linearen Arrangement-Ansicht dargestellt werden, sondern ebenso in einer Szenen-Ansicht, die hier als Clip Launcher bezeichnet wird. Genau das macht Bitwig Studio für viele Musikschaffende so besonders.

In Bitwig Studio 6 stecken einige neue Funktionen, die speziell den Workflow betreffen und die kreative Arbeit mit der DAW noch weiter optimieren.
Neues Interface und verbessertes Editing
Natürlich sieht Bitwig Studio 6 immer noch wie Bitwig Studio aus, hat aber ein komplettes UI-Update verpasst bekommen. Alles sieht ein bisschen eleganter aus, mit teilweise abgerundeten Ecken, zudem ist der Hintergrund jetzt noch ein bisschen dunkler.

Die Bearbeitungswerkzeuge zeigt die DAW nun als Palette auf der rechten Seite der Benutzeroberfläche an. Für jeden Editor lasst sich über das Menü Editor Settings (am unteren rechten Bildrand) die Darstellung des Rasters anpassen. Ein Rechtsklick im oberen Bitwig-Fenster bietet schnellen Zugriff auf projektweite Anzeigeoptionen.
Track-Header lassen sich jetzt sehr kompakt darstellen und bieten automatisch mehr Bedienelemente, sobald mehr Platz zur Verfügung steht. Mit der neuen Auto-Zoom-Funktion für den Arranger kann eine ausgewählte Spur oder Lane vergrößert werden, während alle anderen Elemente ihre Position beibehalten. Außerdem lassen sich im Arranger jetzt die Beat-Rasterlinien hinter den Clips anzeigen, um so für mehr Übersicht zu sorgen. Und der Clip Launcher visualisiert nun die Clip-Position und die Loop-Anzahl pro Spur.
Bitwig Studio 6 setzt außerdem auf verbesserte Editoren. Expression-Editing bietet mehr Möglichkeiten, um Details auszuarbeiten. Neben Micro-Pitch-Kurven lassen sich nun auch Gain, Pressure und andere Expression-Parameter ebenso wie Automationen (dazu gleich mehr) direkt auf MIDI-Noten oder Audio einzeichnen.
Mehrere Clips lassen sich zusammen auswählen und in einem gemeinsamen Layer editieren – auch MIDI und Audio gleichzeitig! Das funktioniert sogar, wenn eine gesamte Szene oder ein Cue-Marker ausgewählt werden.
Praktisch ist auch die neue Spray Can – also eine Sprühdose zum schnellen Einzeichnen von Noten oder Velocity-Werten.
Automationen so stark wie nie – inklusive Automation Clips
Zu den Highlights von Bitwig Studio 6 gehören die neuen Optionen für Automationen, die den kreativen Flow auf ein ganz neues Niveau bringen. Über die Taste A wechselt die DAW direkt in das Editing für Automationen und zeigt sofort den letzten „angefassten“ Parameter an, ansonsten kannst du jede Automation auswählen. Über den Detail-Editor bekommst du zudem schnellen Zugriff auf sämtliche Automationen in einem Track – so bleibt der Arranger schön übersichtlich. Mit einem Klick auf den sogenannten Automation Clip lässt sich dieser ebenfalls im Detail bearbeiten.
Die neue Version der DAW legt besonders großen Wert auf eine flüssige und sich natürlich anfühlende Art für das Einzeichnen von Automationen, beispielsweise für das Verschieben von Linien nach oben oder unten. Automations-Punkte können frei bewegt werden und es ist möglich, nur eine markierte Auswahl zu bewegen. Das funktioniert alles sehr komfortabel.
Beim freien Zeichnen entstehen automatische fließende Kurven, die sich natürlich im Detail genau bearbeiten lassen. Mit dem neuen Spray Can Tool malst du ganz easy Step-Automationen ein, die sich am eingestellten Raster der Time-Line orientieren. Interessant ist auch die Spread-Funktion, um für justierbare Variationen zu sorgen.
Die Hold-Funktion ändert Automationskurven so, das diese zwischen einzelnen Punkten horizontal gehalten werden. So erstellst du schnell einzelne Steps, die aber jederzeit auch wieder in die ursprüngliche Kurvenform geändert werden können.
Wer viel mit Automationen arbeitet – und das tun bestimmt die meisten – bekommt hiermit wirklich ganz viel neue Möglichkeiten.
Aber das ist noch nicht alles: Der Begriff Automation Clip ist gerade schon einmal gefallen. Automationen behandelt Bitwig Studio 6 jetzt nämlich ähnlich wie Clips für MIDI und Audio. Das bedeutet, dass du Automationen in Clips verwandeln und genauso behandeln kannst: Loops setzen, unabhängige Startzeiten wählen, Automationen zeitlich verschieben oder diese Automation Clips stretchen und daraus Clip Aliase erzeugen (worauf ich gleich eingehe).
Im Clip Launcher lassen sich diese Automation Clips gezielt kreativ einsetzen und beispielsweise triggern, um verschiedene Automationen auf einen MIDI- oder Audio-Clip anzuwenden.
Und um dieser ganzen Idee noch die Krone aufzusetzen, ermöglicht Bitwig Studio 6 sogar, Automation Clips wie BWCURVE-Files zu nutzen oder diese direkt in ein Device zu ziehen, um daraus einen MSEG (Multi-Stage Envelope Generator) zu erzeugen.
Die umfassenden Möglichkeiten für Automationen sind nicht nur beim Arrangieren komfortabel, sondern bieten auch unglaublich viel kreatives Potential. So viel, dass man sich darin schon fast verlieren kann. Und das ist nicht im negativen Sinne gemeint!
Clip Aliasse sorgen für neuen Schwung beim Arrangieren
Nun zu dem Stichwort Clip Alias. Neben den guten alten Clips gibt es nämlich jetzt Aliasse – sozusagen Klone, die sich bei Änderungen alle gleich verhalten. Deren „DNA“ bezeichnet der Hersteller als Pattern. Wird etwas an dem Inhalt verändert, übernimmt jedes Alias des Clips diese Änderung.
Es wurde ja gerade schon kurz angesprochen: Du kannst nicht nur Clips mit Noten oder Audio als Alias verwenden, sondern ebenso Automation Clips! Und das funktioniert im Arranger genauso wie im Clip Launcher.
Kopien lassen sich jederzeit in Aliasse verwandeln und ein einzelnes Alias kann auch wieder über Make Unique zu einem ganz individuellen Clip verwandelt werden. Sehr cool, aber am Anfang auch etwas gewöhnungsbedürftig. Das ist so ein Feature, das viele bestimmt erst zaghaft nutzen, dann aber nie mehr missen wollen. Gefällt mir!
Key Signature – immer den richtigen Ton treffen
In Bitwig Studio 6 zieht eine Funktion ein, über die sich bestimmt einige freuen werden und eigentlich schon fast zur Grundausstattung heutiger DAWs gehört: Für ein Projekt kannst du jetzt neben Tempo und anderen Einstellungen auch Grundton und Tonart festlegen.
23 Skalen gehören zur Auswahl und die zugehörigen Noten werden jetzt in der Piano-Rolle angezeigt. Über die Taste K wird die Snap to Key genannte Funktion aktiviert, um die „richtigen“ Noten beim Einzeichnen zu setzen. Quantize to Key sorgt dafür, dass Noten auf die ausgewählte Skala transponiert werden.
Auch Noten-Effekte und Arpeggiator bleiben mit aktivierter Use Global Key Option in der ausgewählten Skala. Und das alles lässt sich sogar automatisieren. Wahnsinn! Zudem gibt’s vier neue Grid-Module für stimmige Ergebnisse bei generativen Patches.
Wer keinen großen musikalischen Background hat, kommt mit diesen Optionen „safe“ zu Ergebnissen, die „richtig“ klingen – ich finde das super. Wohlgemerkt werden diese Funktionen nicht aufgedrückt und du kannst jederzeit ganz traditionell ohne Key-Signature-Einstellungen arbeiten.
Weitere coole Neuheiten
Wie du siehst, steht bei Bitwig Studio 6 wirklich der kreative Workflow an allererster Stelle. Das zeigt sich auch bei den weiteren, kleineren Neuheiten. Mit dem Vorhörwerkzeug (Audition Tool genannt) kannst du sofort Clips oder Tracks vorhören.
Aus dem Drum Editor wird der Drum/Hybrid Editor mit besserer Übersicht und der gleichzeitigen Darstellung von Noten und Audio. Außerdem gibt es einen ganzen Stapel von kleinen Verbesserungen, die du dir in den Relase-Notes im Detail anschauen kannst.
Bitwig Studio 6 in der Praxis
Die neue Version der DAW zielt primär auf eine Verbesserung des Workflows ab, was aber wie bereits gesagt nicht nur dafür sorgt, dass hiermit schneller gearbeitet werden kann. Jeder Aspekt der Neuheiten zielt nämlich auch darauf ab, noch mehr kreatives Potential freizusetzen.
Und dabei greifen viele Aspekte ineinander. Die umfangreichen Optionen für Automationen sorgen für mehr Ausdruck, können direkt als Modulatoren in Devices benutzt werden und sogar wie eigenständige Clips funktionieren – inklusive Clip Aliasse. Und die wiederum sind wie ein Booster für das Arrangieren.
Mit den Funktionen für Key Signature wird Bitwig Studio 6 noch interessanter für alle, die im „Blindflug“ zu musikalischen Ergebnissen kommen wollen oder einfach mal schauen wollen, was beim Experimentieren herauskommt.
Und das alles wird mit verbessertem Editing und einem überarbeiteten Interface verpackt.
Allerdings gibt es auch hier und da ein paar kleine Bugs, die teilweise noch in den letzten Tagen vor der heutigen Veröffentlichung angegangen wurden. Kommen wir zum Fazit.

Fazit
Bitwig Studio 6 liefert eine Frischzellenkur, die der DAW sehr gut bekommt. Das Entwicklerteam konzentriert sich weniger auf neuen Content, sondern vielmehr auf Erweiterungen der kreativen Möglichkeiten und eine Beschleunigung des Workflows. Ein zentrale Rolle spielen dabei Automationen, die hier umfassend und gut durchdacht auf ein völlig neues Niveau gebracht werden. Die Art und Weise, wie das hier umgesetzt wird, könnte Schule machen. Dazu kommen praktische Features wie Clip Aliasse oder die Integration der Key Signature Funktion. Und quasi als Sahnehäubchen liefert die neuste Version der DAW ein schöneres Interface, sehr willkommene Editing-Funktionen sowie weitere kleinere Optimierungen.
Bitwig Studio 6 ist für alle, die speziell elektronische Musik produzieren wollen, zu einer ernstzunehmenden Alternative zu Ableton Live geworden. Selbst eingeschworene Live-Fans sollten mal einen Blick riskieren, denn es gibt hier viel zu entdecken. Und für Linux-User ist dies die beste DAW für die Produktion von elektronischer Musik.
Spezifikation und Preis
Bitwig Studio 6 ist hier bei Thomann erhältlich*. Die DAW läuft auf macOS (ab 10.15), Windows (ab 10) sowie Linux (ab Ubuntu 22.04).
Weitere Infos
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